Dopaminmangel und Vaskuläre Demenz: Ein umfassender Überblick

Die vaskuläre Demenz ist eine Form der Demenz, die durch Durchblutungsstörungen im Gehirn verursacht wird. Sie ist die zweithäufigste Demenzform nach der Alzheimer-Krankheit und betrifft in Deutschland etwa 250.000 Menschen. Oftmals liegt eine Mischform aus Alzheimer und vaskulärer Demenz vor. Um die komplexen Zusammenhänge zwischen Dopaminmangel, vaskulärer Demenz und anderen neurologischen Erkrankungen besser zu verstehen, ist ein umfassender Überblick notwendig.

Demenz: Eine fortschreitende Erkrankung des Gehirns

Demenz ist ein Sammelbegriff für verschiedene Krankheitsbilder, die mit einem fortschreitenden Verlust geistiger Fähigkeiten einhergehen. Dazu zählen Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, der Sprache, der Orientierung sowie des Denkens und der Alltagsbewältigung. Der Begriff „Demenz“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet wörtlich „abnehmender Verstand“. Demenz ist keine normale Folge des Alterns, sondern eine ernsthafte Erkrankung, die vor allem ältere Menschen betrifft.

In Deutschland leben aktuell rund 1,84 Millionen Menschen mit einer Demenz (Stand 2024). Die Mehrheit von ihnen leidet an der Alzheimer-Krankheit. Im Laufe des Jahres 2023 erkrankten zwischen 364.000 und 445.000 Menschen neu an Demenz. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird die Zahl der Betroffenen bis zum Jahr 2050 auf etwa 2,3 bis 2,7 Millionen ansteigen.

Das durchschnittliche Alter, in dem Demenzsymptome erstmals auftreten, liegt bei etwa 65 Jahren. Mit zunehmendem Alter steigt das Erkrankungsrisiko kontinuierlich: Bei den über 90-Jährigen sind rund 30 bis 35 Prozent betroffen. Das hohe Lebensalter gilt als der wichtigste Risikofaktor für Demenz. Obwohl Demenz überwiegend ältere Menschen betrifft, leben in Deutschland auch rund 106.000 Menschen unter 65 Jahren mit einer Demenz - das sind etwa 6 Prozent der Betroffenen. Zudem sind mehr Frauen betroffen: Rund 2 Drittel der Demenzerkrankten sind Frauen.

Formen von Demenz

Demenz ist nicht gleich Demenz, denn es gibt über 50 unterschiedliche Erkrankungsformen. Die häufigsten sind:

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  • Alzheimer-Demenz: Tritt am häufigsten auf (60-70% aller Demenzerkrankungen weltweit). Sie ist gekennzeichnet durch den Verlust von Nervenzellen in Bereichen für Gedächtnis, Sprache und Denken. Symptome sind ein schleichender Prozess mit zunächst leichten Gedächtnisproblemen und Schwierigkeiten bei der Orientierung, im weiteren Verlauf Gedächtnisverlust, Sprachschwierigkeiten und Persönlichkeitsveränderungen.

  • Vaskuläre Demenz: Zweithäufigste Demenzform mit etwa 250.000 Betroffenen in Deutschland. Sie wird durch Durchblutungsstörungen im Gehirn und damit verbundene Schädigung von Nervenzellen und Absterben von diesen verursacht. Es liegt häufig auch eine Mischform aus Alzheimer und vaskulärer Demenz vor. Die geistige Beeinträchtigung ähnelt den Symptomen von Alzheimer.

  • Lewy-Body-Demenz: Gekennzeichnet durch Ablagerungen von Lewy-Körperchen in den Nervenzellen des Gehirns. Symptome sind Verwirrtheit, Gedächtnisstörungen, Halluzinationen, zum Teil auch für die Parkinson-Krankheit typische Bewegungsstörungen. Die richtige Diagnose wird aufgrund der Ähnlichkeit zu anderen Demenzformen manchmal nicht richtig gestellt.

  • Parkinson-Demenz: Etwa 30-40% aller Parkinson-Erkrankten entwickeln im Verlauf eine Demenz. Sie ist gekennzeichnet durch Gedächtnis- und Orientierungsstörungen, verlangsamtes Denken und Sprechen.

  • Frontotemporale Demenz: Betrifft ca. 3-9% der Demenzfälle, tritt typischerweise zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf. Es handelt sich um eine seltene Demenzform, die schnell fortschreitet. Betroffen ist die Gehirnregion hinter der Stirn und den Schläfen, was häufig zu Verwechslungen mit psychischen Erkrankungen führt. Symptome sind zunächst Veränderungen im Sozialverhalten und der Sprache, erst später beim Gedächtnis.

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  • Chronisch traumatische Enzephalopathie: Seltene Form, verursacht durch häufige Kopfverletzungen. Symptome sind kognitive und motorische Störungen, später Verhaltens- und Wesensveränderungen.

Die genaue Bestimmung der Demenzform ist entscheidend für die Therapie und Prognose. Während Alzheimer bisher nicht heilbar ist, können andere Formen, insbesondere die vaskuläre Demenz, durch gezielte Behandlung der Ursachen besser beeinflusst werden.

Vaskuläre Demenz: Ursachen und Risikofaktoren

Die vaskuläre Demenz wird - anders als die Alzheimer-Krankheit - nicht primär durch Eiweißablagerungen, sondern durch Durchblutungsstörungen im Gehirn verursacht. Diese entstehen meist infolge von körperlichen Grunderkrankungen. Häufige Auslöser sind Schlaganfälle oder sogenannte Multiinfarkte, also mehrere kleinere Durchblutungsstörungen im Gehirn. Dabei werden einzelne Hirnareale nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, was zum Absterben von Nervenzellen führt. Auch Gefäßveränderungen wie Verengungen oder Schädigungen kleiner Blutgefäße (Kapillaren) können zu einer verminderten Durchblutung beitragen.

Zusätzlich können folgende Faktoren das Risiko für eine vaskuläre Demenz erhöhen:

  • Hirnblutungen: Geplatzte Gefäße im Gehirn können zu einer Schwächung des Hirngewebes beitragen.
  • Schleichende Gefäßschäden durch Arteriosklerose: Ablagerungen von Calcium, Fett oder Cholesterin in den Gefäßen.

Risikofaktoren im Überblick

Die genauen Ursachen von Demenzerkrankungen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Sicher ist jedoch: Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, die die Entstehung einer Demenz begünstigen können. Einige davon - wie das Alter, die genetische Veranlagung oder das Geschlecht - sind nicht beeinflussbar. Andere hingegen stehen in engem Zusammenhang mit dem Lebensstil und lassen sich gezielt verändern.

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Wissenschaftliche Studien zeigen, dass weltweit bis zu 45 Prozent aller Demenzerkrankungen verhindert oder zumindest hinausgezögert werden könnten, wenn diese veränderbaren Risikofaktoren frühzeitig erkannt und reduziert würden. Insgesamt wurden 14 Risikofaktoren identifiziert, die das Demenzrisiko erhöhen. Viele davon sind beeinflussbar und bieten somit konkrete Ansatzpunkte für die Vorbeugung:

  1. Geringe Bildung: Geistige Anregung stärkt das Gehirn. Menschen, die in jungen Jahren wenig schulische oder berufliche Bildung erhalten, haben ein erhöhtes Risiko, im Alter an Demenz zu erkranken. Hintergrund ist die sogenannte kognitive Reserve: Je besser das Gehirn trainiert ist, desto besser kann es später auftretende Schäden ausgleichen. Auch im Erwachsenenalter lohnt sich geistige Aktivität - zum Beispiel durch das Erlernen neuer Fähigkeiten oder geistig fordernde Tätigkeiten im Alltag und Beruf.

  2. Hörminderung: Ein nachlassendes Gehör führt dazu, dass das Gehirn weniger Reize erhält und mehr Energie für die Sprachverarbeitung aufbringen muss. Das kann langfristig die Denkleistung beeinträchtigen. Zudem steigt durch Schwerhörigkeit das Risiko für soziale Isolation, Einsamkeit und Depression - alles Faktoren, die ebenfalls das Demenzrisiko erhöhen.

  3. Cholesterinspiegel: Vor allem bei Menschen unter 65 kann ein erhöhter Cholesterinspiegel die Ablagerung schädlicher Proteine im Gehirn begünstigen - etwa Amyloid-beta oder verändertes Tau, beides typische Merkmale der Alzheimer-Krankheit. Auch das Risiko für Schlaganfälle steigt bei zu hohen Cholesterinwerten, was wiederum die Entstehung einer vaskulären Demenz begünstigen kann. Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind deshalb besonders wichtig, da ein hoher Cholesterinspiegel oft lange unbemerkt bleibt.

  4. Depression: Dauerhafte Niedergeschlagenheit, sozialer Rückzug und mangelnde Selbstfürsorge beeinträchtigen nicht nur das seelische Wohlbefinden, sondern auch das Gehirn. Studien zeigen, dass Depressionen - besonders im mittleren oder höheren Lebensalter - das Risiko für Demenz deutlich erhöhen. Mögliche Ursachen sind chronische Entzündungen und erhöhte Stresshormonspiegel, die wichtige Hirnregionen schädigen können. Eine frühzeitige Behandlung von Depressionen schützt daher auch das Gehirn und kann das Risiko einer späteren Demenz senken.

  5. Häufige Kopfverletzungen oder Erschütterungen: Schwere oder wiederholte Kopfverletzungen können dauerhafte Schäden im Gehirn verursachen. Besonders riskant sind Verletzungen in jungen Jahren oder häufige Erschütterungen, etwa durch bestimmte Sportarten. Diese können Entzündungsprozesse im Gehirn auslösen oder die Ablagerung schädlicher Proteine fördern. Die Folge kann zum Beispiel die sogenannte chronisch-traumatische Enzephalopathie sein.

  6. Bewegungsmangel: Bewegung fördert die Durchblutung des Gehirns und unterstützt die Gesundheit von Nervenzellen. Wer sich wenig bewegt, riskiert eine schlechtere geistige Leistungsfähigkeit und ein erhöhtes Demenzrisiko. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt mindestens 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive Bewegung pro Woche - idealerweise kombiniert mit geistiger und sozialer Aktivität, etwa durch Tanzen oder gemeinsames Sporttreiben.

  7. Diabetes Typ 2: Diabetes mellitus Typ 2 gilt als einer der bedeutendsten Risikofaktoren für Demenz. Die Erkrankung schädigt Blutgefäße, fördert Entzündungen und begünstigt Proteinablagerungen im Gehirn. Eine gute Blutzuckereinstellung, gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung helfen, das Risiko zu senken. Auch Medikamente wie Metformin oder Semaglutid werden aktuell hinsichtlich ihres Potenzials zum Schutz des Gehirns erforscht.

  8. Rauchen: Rauchen schädigt Herz, Gefäße und Gehirn und erhöht das Risiko für Alzheimer und vaskuläre Demenz. Zusätzlich werden entzündliche Prozesse und Zellschädigungen im Gehirn gefördert. Die gute Nachricht: Wer aufhört zu rauchen, kann das Risiko deutlich senken - ehemalige Raucherinnen und Raucher haben langfristig kein höheres Demenzrisiko als Menschen, die nie geraucht haben.

  9. Bluthochdruck: Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck - vor allem im mittleren Lebensalter - steigert das Risiko für alle Demenzformen erheblich. Besonders gefährlich ist ein unbehandelter Bluthochdruck über längere Zeit. Er tritt häufig in Kombination mit anderen Risikofaktoren wie Diabetes oder Übergewicht auf, was das Risiko weiter erhöht. Eine konsequente Behandlung schützt nicht nur Herz und Gefäße, sondern auch das Gehirn.

  10. Starkes Übergewicht: Vor allem Bauchfett hat Auswirkungen auf das Demenzrisiko, da es entzündliche Prozesse begünstigt und die Gefäßgesundheit belastet. Übergewicht erhöht das Risiko für Alzheimer und vaskuläre Demenz - insbesondere, wenn es im mittleren Lebensalter auftritt. Regelmäßige Bewegung und eine gesunde Ernährung können dabei helfen, das Gewicht langfristig zu reduzieren und das Risiko zu senken.

  11. Übermäßiger Alkoholkonsum: Schon regelmäßiger Konsum größerer Mengen - etwa mehr als drei Liter Bier oder zwei Liter Wein pro Woche - kann die sogenannte graue Substanz im Gehirn verringern und das Demenzrisiko erhöhen. Langjähriger starker Konsum kann zudem das Wernicke-Korsakoff-Syndrom auslösen, eine Form bleibender Hirnschädigung durch Vitamin-B1-Mangel. Alkohol fördert außerdem Entzündungen und kann das Gedächtniszentrum schrumpfen lassen. Ein Verzicht ist daher empfehlenswert - besonders bei zusätzlichen Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Depression.

  12. Soziale Isolation: Menschen, die wenig soziale Kontakte haben oder sich dauerhaft einsam fühlen, erkranken häufiger an Demenz. Denn das Gehirn bleibt nur durch regelmäßige Gespräche und soziale Reize aktiv und leistungsfähig. Nicht nur objektive Isolation, sondern auch subjektiv empfundene Einsamkeit belastet die geistige Gesundheit. Beide Zustände lassen sich durch bewusste soziale Teilhabe und neue Begegnungen überwinden.

Symptome der vaskulären Demenz

Der Beginn der vaskulären Demenz ist oft schleichend, das Fortschreiten allmählich - also schwer von der Alzheimer-Krankheit zu unterscheiden. Allerdings sind die Symptome anders. Im Vordergrund stehen nicht Gedächtnisstörungen, sondern Verlangsamung, Denkschwierigkeiten oder Stimmungslabilität. Eine seltenere Form der vaskulären Demenz ist die Multi-Infarkt-Demenz, bei der das Gehirn durch viele kleine Schlaganfälle geschädigt wird. Die Multi-Infarkt-Demenz beginnt meist plötzlich und schreitet in der Regel stufenweise fort. Die Krankheitssymptome sind denen der Alzheimer-Krankheit sehr ähnlich, es können aber körperliche Störungen wie Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen hinzu kommen.

Dopaminmangel: Eine zentrale Rolle bei neurologischen Erkrankungen

Dopamin ist ein wichtiger Neurotransmitter, der eine entscheidende Rolle bei verschiedenen Gehirnfunktionen spielt, darunter Bewegung, Motivation, Belohnung und Kognition. Ein Mangel an Dopamin kann zu einer Reihe von neurologischen und psychischen Störungen führen.

Dopamin und Parkinson-Krankheit

Die Parkinson-Krankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung, die durch den Verlust von dopaminproduzierenden Neuronen in der Substantia nigra gekennzeichnet ist. Dieser Dopaminmangel führt zu den typischen motorischen Symptomen der Parkinson-Krankheit, wie z.B. Zittern, Muskelsteifigkeit, verlangsamte Bewegungen und Gleichgewichtsstörungen.

Dopamin und Demenz

Obwohl die Rolle von Dopamin bei Demenz nicht so gut verstanden ist wie bei der Parkinson-Krankheit, gibt es zunehmend Hinweise darauf, dass Dopaminmangel auch bei verschiedenen Demenzformen eine Rolle spielen kann. Studien haben gezeigt, dass Veränderungen in Hirnregionen, in denen vor allem der Botenstoff Dopamin gebildet wird, mit dem Arbeitsgedächtnis verknüpft sind, das heißt, mit der Fähigkeit, Informationen über kürzere Zeit zu bearbeiten und zu behalten.

Lewy-Körperchen-Demenz und Dopamin

Bei der Lewy-Körperchen-Demenz treten ähnliche Symptome wie bei der Alzheimer- und Parkinson-Krankheit auf. Betroffene leiden unter fortschreitenden Gedächtnisstörungen und verlangsamtem Denken, wobei die kognitive Leistungsfähigkeit im Verlauf des Tages oftmals erheblich schwankt. Andererseits treten Bewegungsstörungen auf, die dem Morbus Parkinson gleichen. Dazu gehören Zittern, Muskelsteifigkeit, verlangsamte Bewegungen. Als Besonderheit der Lewy-Körperchen-Demenz treten bereits sehr früh im Krankheitsverlauf optische Halluzinationen auf.

Parkinson-Demenz und Dopamin

Unter einer Parkinson-Demenz versteht man eine Demenz, die sich im Verlauf einer Parkinson-Krankheit (Morbus Parkinson) entwickelt. Es gibt bestimmte Symptome und Anzeichen, die für eine Parkinson-Demenz typisch sind. Darüber hinaus können bei Menschen mit einer Parkinson-Demenz gelegentlich psychische Beschwerden auftreten. Sowohl eine Parkinson-Krankheit als auch eine Demenz können im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf dazu führen, dass die erkrankte Person pflegebedürftig wird.

Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff, denn er steuert die körperliche Beweglichkeit bei uns Menschen. Der Mangel an Dopamin im Mittelhirn gilt in der Forschung als einer der Auslöser des Parkinson-Syndroms. Er beeinflusst zugleich die Menge an Acetylcholin im Gehirn und lässt sie zunächst überschießen. Acetylcholin steuert wichtige Körperfunktionen wie beispielsweise das Gedächtnis, die Atmung oder den Herzschlag. Im weiteren Verlauf der Parkinson-Erkrankung sterben nicht nur jene Zellen ab, die Dopamin erzeugen, sondern auch jene, die Acetylcholin hervorbringen. Die Folge: Der Acetylcholin-Spiegel sinkt und es kommt zu einem Mangel an Acetylcholin.

Noradrenalin und Gedächtnis

Forschende des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und der University of Southern California konnten mithilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) bei älteren Erwachsenen zeigen, dass Veränderungen in Hirnregionen, die primär Noradrenalin produzieren, mit dem episodischen Gedächtnis zusammenhingen. Das bedeutet, dass sie Einfluss auf die Fähigkeit haben, sich Ereignisse zu merken und sich über längere Zeiträume an sie zu erinnern. Hingegen waren Veränderungen in Regionen, in denen vor allem der Botenstoff Dopamin gebildet wird, mit dem Arbeitsgedächtnis verknüpft, das heißt, mit der Fähigkeit, Informationen über kürzere Zeit zu bearbeiten und zu behalten.

Diagnose und Behandlung der vaskulären Demenz

Die Diagnose der vaskulären Demenz basiert auf einer Kombination aus neurologischer Untersuchung, neuropsychologischen Tests und bildgebenden Verfahren wie CT oder MRT des Gehirns. Die Behandlung der vaskulären Demenz zielt darauf ab, die Durchblutung des Gehirns zu verbessern und weitere Schäden zu verhindern. Dies kann durch die Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und hohem Cholesterinspiegel erreicht werden. Darüber hinaus können Medikamente eingesetzt werden, um die kognitiven Funktionen zu verbessern.

Medikamentöse Behandlung

Eine Parkinson-Demenz wird unter anderem mit ähnlichen Medikamenten behandelt wie eine Demenz vom Typ Alzheimer. Denn in beiden Fällen ist ein wesentliches Therapie-Ziel, den weiteren Abbau des Botenstoffes Acetylcholin zu verhindern. Insbesondere psychische Beschwerden sind bei einer Parkinson-Demenz häufig gut therapierbar.

Nicht-medikamentöse Maßnahmen

Es gibt eine Vielzahl von nicht-medikamentösen Maßnahmen, die sich positiv auf den Krankheitsverlauf und die Symptome auswirken können:

  • Achten Sie darauf, dass Sie genügend trinken. Unser Gehirn besteht zu einem Großteil aus Wasser.
  • Achten Sie auf Ihre Ernährung. Sie sollte möglichst ausgewogen, fettarm und kalziumreich sein. Im Rahmen einer Ernährungsberatung können Sie wertvolle Tipps bekommen und gemeinsam einen Ernährungsplan aufstellen.
  • Machen Sie regelmäßig Gehirnjogging wie zum Beispiel Sudoku, Rätsel oder Denksportaufgaben.
  • Nutzen Sie kreative Therapien wie Malen, Musik und Sport.
  • Treffen Sie sich mit Freunden und anderen Betroffenen. Soziale Kontakte sind wichtig für Ihre psychische Gesundheit.
  • Nehmen Sie Ihre Wohnsituation bestenfalls schon frühzeitig unter die Lupe. Können Sie die Treppe noch bewältigen oder das Bad mitsamt der Badewanne weiterhin sicher nutzen? Bedenken Sie, dass Sie mit einem anerkannten Pflegegrad eventuellen Anspruch auf finanzielle Unterstützung der Pflegekasse bei der Wohnraumanpassung haben.
  • Achten Sie auf die Ernährung Ihres Angehörigen und darauf, dass Medikamente und manche Lebensmittel nicht miteinander kombiniert werden.
  • Nutzen Sie sogenannte Betreuungs- und Entlastungsleistungen, die Ihren Pflegealltag erleichtern sollen. Nehmen Sie mobile Hilfsdienste oder das Angebot von Kuren für pflegende Angehörige in Anspruch - auch Sie haben ein Recht auf Urlaub!
  • Wenden Sie sich an eine Selbsthilfegruppe und tauschen Sie sich mit anderen Angehörigen aus.
  • Reagieren Sie sensibel auf Halluzinationen oder Aggressionen - diese sind nicht persönlich gemeint, sondern Folge einer Erkrankung.

Gedächtnisambulanzen

Gedächtnisambulanzen oder Gedächtnissprechstunden sind Abteilungen in Krankenhäusern, die auf kognitive Störungen spezialisiert sind. Dort klären ärztliche Teams die Ursache für Gedächtnis- oder Sprachprobleme ab.

Weitere neurologische Erkrankungen und ihre Auswirkungen auf die Kognition

Neben der vaskulären Demenz und der Parkinson-Krankheit gibt es noch eine Reihe weiterer neurologischer Erkrankungen, die die kognitiven Funktionen beeinträchtigen können. Dazu gehören:

  • Multiple Sklerose: Eine Autoimmunerkrankung, die die Schutzschicht um die Nervenfasern (Myelinscheiden) im Gehirn und Rückenmark herdförmig schädigt und zu vielfältigen neurologischen Symptomen führt.

  • Schlaganfall: Eine plötzliche Unterbrechung der Durchblutung des Gehirns, die entweder infolge eines Gefäßverschlusses (Hirninfarkt) oder durch eine Hirnblutung zu neurologischen Defiziten führen kann.

  • Gehirntrauma: Wie zum Beispiel ein Schädel-Hirn-Trauma, das durch eine Verletzung des Schädelknochens und/oder des Gehirns entsteht.

  • Creutzfeldt-Jakob-Krankheit: Eine sehr rasch (6-12 Monate) fortschreitende Demenz, die typischerweise von motorischen Störungen in Form von Myoklonien (= ausgeprägte unwillkürliche Muskelzuckungen) und Ataxie (= ausgeprägte Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen) begleitet ist.

  • Korsakow-Syndrom: Tritt insbesondere als ausgeprägte Merkfähigkeitsstörung in Erscheinung. Die Betroffenen haben die Fähigkeit verloren, neue Informationen zu speichern (sogenannte anterograde Amnesie) und entwickeln gleichzeitig die Tendenz, die entstehenden Gedächtnislücken und Orientierungsstörungen mit bisweilen frei erfundenen Geschichten zu füllen (sogenannte Konfabulation). Die häufigste Ursache ist ein jahrelanger übermäßiger Alkoholkonsum.

  • Chronische Traumatische Enzephalopathie (CTE): Eine seltene fortschreitende degenerative Erkrankung des Gehirns. Betroffen sind Menschen - häufig Sportler -, die wiederholten leichtgradigen Schädeltraumen ausgesetzt waren (vor allem Schlägen und Stößen gegen den Kopf), auch wenn deren Auswirkungen unterhalb der Schwelle zur Gehirnerschütterung geblieben sind.

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