Facharzt Psychiatrie in Rehaklinik und Neurologie: Aufgaben und Perspektiven

Die Rehabilitation psychischer Erkrankungen ist ein wichtiger Baustein in der Versorgung von Menschen mit psychischen Leiden. Fachärzte für Psychiatrie spielen hierbei eine zentrale Rolle, insbesondere in Rehakliniken und neurologischen Einrichtungen. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Aufgaben eines Facharztes für Psychiatrie in diesem Kontext und gibt Einblicke in die Arbeitsweise und Ziele der Rehabilitation.

Einführung in die psychiatrische Rehabilitation

Das Zentrum für psychiatrische Rehabilitation (ATZ/RPK) ist eine Rehabilitationseinrichtung für Jugendliche und Erwachsene. Hier werden Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und zur Teilhabe am Arbeitsleben erbracht. Die Rehabilitanden werden als Partner im Rehabilitationsprozess betrachtet. Die Therapieplanung erfolgt individuell und bedarfsorientiert. Es findet eine Vernetzung mit den Vorbehandlern und den Hilfesystemen im persönlichen und beruflichen Umfeld des Rehabilitanden statt. So können die Ressourcen und Fähigkeiten der erkrankten Menschen unter Einbeziehung ihres sozialen Umfeldes am besten gefördert und eine verbesserte Integration und Lebensqualität sowie Teilhabe an allen Lebensbereichen ermöglicht werden.

Aufgaben des Facharztes für Psychiatrie in der Rehaklinik

Der Facharzt für Psychiatrie übernimmt in der Rehaklinik eine Vielzahl von Aufgaben, die sich in medizinische, therapeutische und organisatorische Bereiche gliedern lassen.

Medizinische Aufgaben

  • Ärztliche Leitung und Verantwortung: Der Facharzt trägt die ärztliche Leitung und Verantwortung für die Behandlung der Rehabilitanden.
  • Diagnostik: Neben der psychiatrischen Diagnostik wird die erforderliche medizinische Zusatzdiagnostik durchgeführt und mit den Rehabilitanden besprochen, einschließlich Überprüfungen der Abstinenz von Suchtmitteln.
  • Medikamentöse Therapie: Es erfolgt mit dem Rehabilitanden eine regelmäßige Überprüfung und Bewertung der bisherigen Psychopharmakotherapie mit den Zielen der Optimierung und Verringerung von unerwünschten Wirkungen und dadurch Verbesserung der Akzeptanz, Eigenverantwortlichkeit und Vermeidung von Krankheitsrezidiven.
  • Krisenintervention: In Krisen- und Konfliktsituationen ist eine ärztliche Präsenz sichergestellt, um schnellstmöglich therapeutische Hilfen, Entlastungsmöglichkeiten und medikamentöse Unterstützung zu ermöglichen.
  • Überprüfung und Bewertung der Psychopharmakotherapie: Ziel ist die Optimierung und Verringerung von unerwünschten Wirkungen, um die Akzeptanz, Eigenverantwortlichkeit und Vermeidung von Krankheitsrezidiven zu verbessern.
  • Förderung der Akzeptanz der notwendigen ambulanten psychiatrischen Weiterbehandlung und Bahnung der Überleitung.

Therapeutische Aufgaben

  • Ärztliche Psychotherapie: Die ärztlich-psychotherapeutische Behandlung findet in Form von Einzel- und Gruppentherapie statt, beinhaltet psychoedukative Angebote und Angehörigengespräche.
  • Verbesserung des Krankheitsverständnisses: Schwerpunkte liegen in der Verbesserung des Krankheitsverständnisses, der Akzeptanz der Einschränkungen, des Umganges damit und der Entwicklung von Coping-Strategien.
  • Entwicklung von Handlungskonzepten für ein gesundheitsbewusstes Verhalten: In der Sport- und Wassertherapie sowie in der Rekreationstherapie ist die Entwicklung von Handlungskonzepten für ein gesundheitsbewusstes Verhalten im Umgang mit seinem Körper das übergeordnete Ziel.
  • Psychotherapeutische Interventionen: Unterstützung und Begleitung der Adoleszenten, damit sie am Ende der Rehabilitationsmaßnahme in der Lage sind, typische Konflikte im Zusammenhang mit dem Ausbildungs-/Arbeitsplatz realitätsgerecht anzugehen.

Organisatorische Aufgaben

  • Koordination des Rehabilitationsteams: Der Facharzt arbeitet eng mit anderen Berufsgruppen zusammen, wie z.B. Psychologen, Sozialarbeitern, Ergotherapeuten und Physiotherapeuten.
  • Erstellung von Therapieplänen: Die Therapieplanung erfolgt individuell und bedarfsorientiert.
  • Vernetzung mit externen Stellen: Es findet eine Vernetzung mit den Vorbehandlern und den Hilfesystemen im persönlichen und beruflichen Umfeld des Rehabilitanden statt.
  • Koordination des Rehabilitationsverlaufs: Organisation, Bewertung und Absprache der Maßnahmebausteine, Anpassung an den gesundheitlichen und leistungsmäßigen Zustand des Rehabilitanden und Darstellung in einem ausführlichen Entlassungsbericht.
  • Anleitung der notwendigen Diagnostik.

Das multiprofessionelle Team

Unser multiprofessionelles Team steht unter ärztlicher Leitung und Verantwortung. Examinierte Fachkrankenpflegekräfte, teilweise mit Fachausbildung für Psychiatrie, und ein Heilerziehungspfleger unterstützen die therapeutische Arbeit. Neben der allgemeinen Grund- und Behandlungspflege leiten sie Rehabilitanden in der Förderung von Selbständigkeit, Eigenverantwortlichkeit, Sauberkeit und Ordnung bis hin zu einer gesunden Lebensführung an. Unterstützende Gespräche werden geführt. Im psychologischen Dienst sind approbierte Psychotherapeuten und Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA) tätig, assistiert von einer testpsychologischen Hilfskraft. Die psychologischen Psychotherapeuten sind verhaltenstherapeutisch orientiert und vertreten damit eine transparente, qualitativ hochwertige und evidenzbasierte Psychotherapie. Wichtigstes Ziel ist Autonomie und Selbstregulation des Rehabilitanden, um die Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben zu ermöglichen. Aufgrund der Heterogenität der Teilnehmer in Bezug auf Herkunft, Ausbildung, Krankheitsentwicklung und -ausprägung, Vorbehandlung und der geforderten individualisierten Betreuung (personenzentrierte Vorgehensweise-ICF) arbeiten wir einzeltherapeutisch. In Ergänzung bieten wir Therapiegruppen an. Es besteht ein indikatives Gruppentherapieangebot mit den Inhalten Entspannungstraining, Freizeitkompetenz und soziale Kompetenz. Wir arbeiten störungsspezifisch (bei schizophrenen Störungen mit Psychoedukation und dem Training sozialer Fertigkeiten, mit Skill-Training bei Borderline-Störungen oder kognitiver Verhaltenstherapie und Expositionstraining bei entsprechenden Störungen), ergänzt durch Angehörigenarbeit sowie Familieninterventionen, und berücksichtigen bisher durchgeführte Therapien. Darüber hinaus ist der Psychologe Bezugstherapeut und hat die Aufgabe, den Rehabilitationsverlauf eines Rehabilitanden zu koordinieren, d.h. die Maßnahmebausteine zu organisieren, zu bewerten, abzusprechen, sie entsprechend dem gesundheitlichen und leistungsmäßigen Zustand des Rehabilitanden anzupassen und in einem ausführlichen Entlassungsbericht darzustellen. Die Begleitung des Rehabilitanden in Krisenphasen findet in enger Zusammenarbeit mit dem gesamten Team statt. Wichtig sind die Verlässlichkeit der Bezugsperson in dieser für den Rehabilitanden schwierigen Situation und eine flexible Gestaltung der Dauer und Frequenz der psychotherapeutischen Gespräche. Im Rahmen der Erprobungsmaßnahmen (Arbeitserprobung, Berufsfindung, Belastungserprobung) besteht die Aufgabe der Psychologen in der Persönlichkeits- und Leistungsdiagnostik unter Verwendung von Intelligenz-, Leistungs- und Persönlichkeitstests sowie klinischen Verfahren (Fragebögen und standardisierten Interviews), gegebenenfalls neuropsychologischen Verfahren, sowie in der Beratung in Konfliktsituationen, bei Problemen mit der Krankheitsbewältigung, bei gesundheitlichem Risikoverhalten, in Bildungs- und Berufsberatung und Entscheidungsberatung. Psychotherapeutisch orientierte Einzelinterventionen sind möglich, Empfehlungen zu weiterführender Psychotherapie werden gegeben.

Arbeitstherapiebereiche

Es stehen innerhalb der Einrichtung mehrere Arbeitstherapiebereiche zur Verfügung, in denen Prüfung und Training der Grundanforderungen des Arbeitslebens, berufsspezifische Eignungsabklärungen sowie Training und Förderung stattfinden:

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  • Ergotherapie/Druck- und Papier
  • Handwerklicher Bereich mit Haus-Garten-Holz und Grunderprobung Metall sowie Elektrotechnik & CAD
  • Kaufmännischer Bereich/Verwaltung mit IT-Anwendung und schulischer Förderung
  • Bereich Hauswirtschaft
  • Praktika in Unternehmen des allgemeinen Arbeitsmarktes

Um den Transfer der trainierten Fähigkeiten und Fertigkeiten auf den realen Arbeitsmarkt zu gewährleisten, arbeiten wir mit Behörden und Betrieben zusammen, um eine Arbeitsplatzerprobung bzw. ein Arbeitsplatzpraktikum extern zu ermöglichen.

Zielgruppen in der Rehabilitation

Aufgenommen werden können Rehabilitanden ab dem Alter von 15 Jahren mit folgenden psychiatrischen Diagnosen:

  • Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen
  • Affektive Störungen
  • Schwere Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
  • Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
  • Psychische Störungen und Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen aufgrund einer Krankheit, Schädigung oder Funktionsstörung des Gehirns
  • Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend

Nicht aufgenommen werden:

  • Akut Suchtkranke und Pflegefälle sowie
  • Intelligenzminderung und Entwicklungsstörungen als Hauptdiagnose

Bei komorbiden Suchterkrankungen ist der Nachweis einer stabilen Abstinenz Voraussetzung. Ein besonderes therapeutisches Angebot besteht für Jugendliche und junge Erwachsene.

Leistungsspektrum zur medizinisch-beruflichen Rehabilitation

Leistungsspektrum zur medizinisch-beruflichen Rehabilitation (Aufnahmen sind nach Erhalt einer Kostenzusage auch kurzfristig möglich.)

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  1. Medizinische Maßnahmen:

    • Medizinische Belastungserprobung: Dauer 6 Wochen
    • Medizinische Arbeitstherapie: Dauer 3 bis 9 Monate
    • Medizinische Maßnahmen nach der RPK-Empfehlungsvereinbarung: Dauer 3 bis 6 Monate
  2. Zusätzlich zu unseren allgemeinen Therapieangebot erfahren Jugendliche und junge Erwachsene (15 bis 25 Jahre) im ATZ eine besondere Betreuung. Die Rehabilitation bei Ihnen geht von einem ganzheitlichen Ansatz aus, der die physischen, psychischen und sozialen Aspekte der Persönlichkeit und deren Kompetenzen und Ressourcen genauso berücksichtigt wie deren behandlungs- und förderwürdige Funktionsbereiche. Jugendliche und junge Erwachsene befinden sich in einer sensiblen Altersphase, in der die Weichen sowohl für die weitere Persönlichkeitsentwicklung als auch für die soziale und berufliche Entwicklung gestellt werden. Auch die Einbeziehung der Eltern und Bezugspersonen in den Behandlungsplan spielt eine wichtige Rolle. Diese richtet sich an den Ressourcen der Adoleszenten und deren Familien aus und gibt in strukturierter Form Hilfen für die (Re-) Integration der Adoleszenten; sie umfasst sowohl die gezielte psychotherapeutische Hilfe für die einzelne Familie als auch Helferkonferenzen unter Einbeziehung der die Familien betreuenden Institutionen. Über diese Kontakte zu den Bezugspersonen kann sich das Behandlerteam bezüglich der Zusammenhänge der psychischen Störungen des Jugendlichen und ihrer Verflechtung mit dem sozialen Umfeld einen besseren Einblick verschaffen und diese Erkenntnisse in den Interventionen berücksichtigen.

  3. Der psychotherapeutische Anteil in der Rehabilitation Jugendlicher und junger Erwachsener ist integraler Bestandteil des Gesamtkonzeptes. Von besonderer Wichtigkeit sind hier die enge interdisziplinäre Verzahnung im Rehateam sowie engmaschige Teambesprechungen. Ziel der psychotherapeutischen Interventionen ist es u.a., die Adoleszenten dahingehend zu unterstützen und zu begleiten, dass sie am Ende der Rehabilitationsmaßnahme in der Lage sind, typische Konflikte im Zusammenhang mit dem Ausbildungs-/Arbeitsplatz realitätsgerecht anzugehen. Es gibt alle 6 Wochen Fallsupervisionen durch eine externe Supervisorin speziell für diesen Bereich. Es gibt an allen Werktagen nach der regulären Therapiezeit zusätzlich eine Betreuung bis 22 Uhr durch einen Heilerziehungspfleger und einen Diplom-Psychologen. Ihre Aufgaben umfassen: Stations- und alltagsstrukturierende Gruppen, persönliche Gesprächsangebote zur Bewältigung von Konfliktsituationen, Unterstützung bei der Bewältigung von Gruppenkonflikten, bei der Bewältigung alltäglicher, lebenspraktischer Probleme (Körperhygiene, Ernährung, Umgang mit …

Der Facharzt für Psychiatrie in der Neurologie

In der Neurologie besteht ein enges Verhältnis zum medizinischen Fachgebiet der Psychiatrie. Schließlich bringen einige Erkrankungen des Gehirns auch psychische Symptome mit sich, beziehungsweise lassen viele psychiatrische Krankheiten auf neurobiologische Ursachen schließen. Tatsächlich gibt es so gut wie keine medizinische Disziplin gänzlich ohne Schnittstellen mit der Neurologie. Und die Bezirkskliniken Mittelfranken nutzen diese Synergien. So ist am Klinikum am Europakanal Erlangen auch ein Zentrum für Neurologische und Neurologische Rehabilitation angeschlossen. Das zertifizierte Zentrum für Neurologie und neurologische Rehabilitation (ZNR) am Klinikum am Europakanal Erlangen verfügt über circa 145 Betten.

Aufgaben in der neurologischen Rehabilitation

Auch in der neurologischen Rehabilitation spielt der Facharzt für Psychiatrie eine wichtige Rolle. Hier liegt der Fokus auf der Behandlung von Patienten mit neurologischen Erkrankungen, die auch psychische Begleiterscheinungen aufweisen.

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  • Behandlung von Patienten mit neurologischen, neurochirurgisch-traumatologischen und organischen psychischen Störungen, ebenso wie Patienten nach Organtransplantationen.
  • Diagnostik und Therapie von psychischen Begleiterscheinungen neurologischer Erkrankungen.
  • Zusammenarbeit mit Neurologen und anderen Fachdisziplinen.
  • Unterstützung der Patienten bei der Krankheitsbewältigung.

Die Facharztausbildung Psychiatrie und Psychotherapie

Spätestens nach Erhalt der Approbation steht für alle Medizinerinnen und Mediziner eine richtungsweisende Entscheidung an, die sie ihr Leben lang begleitet: Welche Facharztrichtung soll es sein? Die Auswahl ist mit über 30 Facharztrichtungen groß. Wir freuen uns, wenn Sie die Facharztkompetenz im Gebiet Neurologie erlangen möchten. Im Rahmen eines strukturierten, verbindlichen Curriculums sammeln Sie Erfahrung in der Neurologie und intensivmedizinischen Versorgung neurologischer Patientinnen und Patienten im Zentrum für Neurologie und Neurologische Rehabilitation in Erlangen. Die Chefärztin Frau PD Dr. Christine Kiphuth hat für die Facharztweiterbildung Neurologie nach WBO 2004 die volle Weiterbildungsbefugnis und nach WBO 2021 vorläufig bis 31.12.2027 die volle Weiterbildungsbefugnis. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, Ärztinnen und Ärzten gute Weiterbildungsmöglichkeiten zu bieten und sie auf ihrem Karriereweg zu unterstützen. Die Fachweiterbildung Psychiatrie und Psychotherapie dauert 60 Monate, also 5 Jahre. Die Weiterbildungsinhalte werden in den jeweiligen Weiterbildungsverordnungen der Landesärztekammern festgelegt. Verpflichtender Bestandteil der Facharztausbildung ist ein sogenanntes Logbuch.

Von der Weiterbildungsdauer (60 Monate) sind

  • 24 Monate in der stati­o­nären psych­ia­tri­schen und psycho­the­ra­peu­ti­schen Pati­en­ten­ver­sor­gung,
  • 12 Monate in der Neuro­lo­gie zu absolvieren.

Bis zu 12 Monate können in einem Schwerpunktbereich wie bspw. Kinder- und Jugendpsychiatrie oder Psychosomatische Medizin angerechnet werden. Insgesamt können 6 Monate in einem Gebiet der direkten medizinischen Versorgung wie bspw.

Tätigkeitsschwerpunkte in der Psychiatrie

Der Fachbereich Psychiatrie ist vielfältig und hat daher einige Sub-Spezialisierungen ausgebildet. Grund dafür ist einerseits die Komplexität der Zusammenhänge von biologischen, entwicklungspsychologischen und psychosozialen Faktoren und zum anderen die Vielfältigkeit unterschiedlicher Lebenssituationen die psychische Erkrankungen mit einem sehr eigenen Krankheitsprofil begünstigen oder zur Folge haben.

Nach der ICD-10 Codierung werden psychiatrische Störungen und damit die Arbeitsgebiete der Psychiatrie wie folgt strukturiert:

  • Organische Störungen
  • Störungen durch psychotrope Substanzen: Alkohol-, Drogen-, Medikamentenmissbrauch und Abhängigkeit
  • Schizophrenie und wahnhafte Störungen
  • Affektive Störungen: Depression, bipolare affektive Störung
  • Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen
  • Verhaltensauffälligkeiten
  • Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen
  • Intelligenzstörungen
  • Entwicklungsstörungen: Autismus, Rett-Syndrom
  • Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn der Kindheit: ADHS, Tic-Syndrom, soziale Störung

Die Facharztausbildung in einer Rehaklinik

Die Facharztausbildung in einer Rehabilitationsklinik absolvieren? Das geht! Viele Absolventen eines Medizinstudiums wählen als Einstieg in die Facharztausbildung eine Akutklinik. Was viele nicht wissen: Auch Rehakliniken bieten eine Weiterbildung in vielen Fachgebieten wie etwa Orthopädie, Kardiologie, Pneumologie oder in der Neurologie und Allgemeinmedizin an. Ein weiterer Vorteil: Patientinnen und Patienten werden in der Rehabilitationsklinik meist länger als in einem Krankenhaus behandelt. Sie bekommen die Möglichkeit, den einzelnen Fall zu verstehen und die Rehabilitandinnen und Rehabilitanden während ihrer mindestens dreiwöchigen Aufenthalte in der Therapie zu begleiten. "Durch die Arbeit in den verschiedenen Fachdisziplinen, die ich in den ersten Jahren in der Mühlenberg Klinik durchlief, habe ich viele neue Einblicke gewonnen. Aufbauend auf den erworbenen Kenntnissen gibt es in Reha-Kliniken die Möglichkeit, die fachärztliche Zusatzbezeichnung „Rehabilitationswesen“ beziehungsweise „Sozialmedizin“ zu erlangen. Die genauen Formalien sind in den jeweiligen Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern geregelt. Bei Interesse sollten sich Ärztinnen und Ärzte deshalb am besten direkt an ihre zuständige Landesärztekammer wenden. Aber auch ohne Zusatzbezeichnung sind die gesammelten Erfahrungen aus der Zeit in einer Rehabilitationsklinik nicht umsonst. Bei einem späteren Aufstieg zu Oberärztin oder zum Oberarzt zum Beispiel können das vermittelte tiefreichende Fachwissen und die erworbenen Erfahrungen aus der Zeit in der Rehaklinik helfen. So vermittelt die Tätigkeit in der Rehaklinik ein breites, praxisnahes und vor allem interdisziplinäres Wissen, denn die enge Zusammenarbeit mit zum Beispiel Physio-, Ergo- und Sprachtherapeuten, Psychologen sowie Sozialdiensten wird in Reha-Einrichtungen tagtäglich gelebt. Von der Reha in die Hausarztpraxis? Auch wer später als Hausärztin oder Hausarzt arbeiten möchte, ist mit einer Facharztweiterbildung in einer Rehaklinik richtig. Auch hierzu sollten Interessierte mit der zuständigen Landesärztekammer Kontakt aufnehmen. Gerade die Erfahrungen im Umgang mit multimorbiden Patientinnen und Patienten, zum Beispiel nach einem Schlaganfall, Herzinfarkt oder nach orthopädischen Operationen können bei der zukünftigen Arbeit in einer Hausarztpraxis hilfreich sein.

Karriereperspektiven und Weiterbildungsmöglichkeiten

Für Fachärzte für Psychiatrie gibt es vielfältige Karriereperspektiven in Rehakliniken und neurologischen Einrichtungen. Neben der oberärztlichen Tätigkeit besteht die Möglichkeit, sich in speziellen Bereichen zu spezialisieren, wie z.B. Suchtmedizin, Gerontopsychiatrie oder Kinder- und Jugendpsychiatrie. Auch die Weiterbildung im Bereich Rehabilitationswesen oder Sozialmedizin ist eine attraktive Option.

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