Eingezogene Narbe Nervenschmerzen Behandlung: Ein umfassender Leitfaden

Narben sind ein natürlicher Bestandteil des Heilungsprozesses nach Verletzungen, Operationen oder Infektionen. Sie entstehen, wenn der Körper geschädigtes Gewebe durch neues, faserreiches Gewebe ersetzt. Narben können in ihrem Erscheinungsbild stark variieren - sie können flach, erhaben oder eingezogen sein und unterschiedliche Farben aufweisen. Während einige Narben mit der Zeit verblassen, bleiben andere dauerhaft sichtbar. Zudem können Narben Schmerzen oder Spannungsgefühle verursachen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Narbenschmerzen im Zusammenhang mit eingezogenen Narben und bietet einen umfassenden Überblick über Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und Vorbeugungsmaßnahmen.

Narben: Eine Übersicht

Eine Narbe ist ein Bereich der Haut, der nach einer Verletzung, Operation oder Infektion entsteht, wenn das Gewebe heilt. Narben bestehen aus Bindegewebe und unterscheiden sich von normaler Haut durch das Fehlen von Haaren, Schweißdrüsen, Gefäßen und Pigmentzellen. Bis eine Narbe vollständig ausgereift ist, können bis zu zwei Jahre vergehen, in denen der Körper die Narbe kontinuierlich umbaut und anpasst.

Klassifizierung von Narben

Narben können nach ihrer Ursache oder ihrem Erscheinungsbild eingeteilt werden.

  • Nach Ursache: Unfälle (Verletzungen, Verbrennungen, Verätzungen) oder Operationen. Narben von Verbrennungen oder Verätzungen sind oft großflächig und schränken die Beweglichkeit ein, während OP-Narben meist geradlinig verlaufen.
  • Nach Erscheinungsbild: Narbenwucherungen (hypertrophe Narben), Narbenwülste (Keloide) und atrophe Narben (Narbenvertiefungen). Hypertrophe Narben entstehen durch übermäßige Bildung von Bindegewebe und bleiben auf das ursprüngliche Verletzungsgebiet beschränkt. Keloide entstehen ebenfalls durch Überproduktion von Bindegewebe, sind dick, gewölbt und gehen über das ursprüngliche Verletzungsgebiet hinaus. Atrophe Narben entstehen durch zu geringe Bildung von Bindegewebe, wodurch eine „eingesunkene“ Narbe entsteht.

Narbenschmerzen: Ursachen und Symptome

Narbenschmerzen können sich in Form von Ziehen, Stechen, Jucken, Kribbeln oder Taubheitsgefühlen äußern. Nicht jede Narbe verursacht Schmerzen, und das Ausmaß der Beschwerden kann variieren.

Mögliche Ursachen von Narbenschmerzen

  • Zusammenziehen oder Verhärten des Bindegewebes: Der Körper füllt die Hautverletzung mit Bindegewebe auf, das sich zusammenziehen oder verhärten kann.
  • Allergische Reaktion: Beispielsweise durch Schminke, deren Inhaltsstoffe nicht vertragen werden, was zu Jucken und Rötungen führen kann.
  • Entzündung: Normal bei frischen Narben nach Operationen, kann aber bei Ausbreitung eine ärztliche Untersuchung erfordern.
  • Fremdkörper: Operationsfäden im Gewebe können Schmerzen verursachen, die nach Entfernung des Fremdkörpers abklingen.
  • Zug- oder Druckbelastung: Narben mit veränderter Hautstruktur neigen eher zu Schmerzen unter Zug oder Druck.
  • Narbenbruch: Nach Bauchoperationen kann sich der Narbenbereich vorwölben und beim Husten oder Stuhlgang schmerzen.
  • Schäden an den Nervenenden: Können zu Taubheitsgefühlen oder Jucken führen.
  • Witterung: Manche Narben reagieren auf Wetterumschwünge mit Jucken, Stechen oder Ziehen.

Eingezogene Narben und ihre Besonderheiten

Eingezogene Narben (atrophe Narben) entstehen, wenn im Vergleich zu anderen Narbentypen zu wenig Bindegewebe gebildet wird, was zu einer Vertiefung in der Haut führt. Diese Art von Narben ist oft unproblematisch, kann aber dennoch Schmerzen verursachen, insbesondere wenn sie sich in Bereichen befinden, die ständiger Bewegung oder Reibung ausgesetzt sind.

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Behandlungsmöglichkeiten von Narbenschmerzen

Es gibt verschiedene medizinische Möglichkeiten, um Narbenschmerzen zu behandeln. Die Wahl der Behandlung hängt von der Ursache der Beschwerden ab.

Ärztliche Behandlung

  • Antibiotika: Bei Entzündungen, um bakterielle Infektionen zu vermeiden.
  • Glukokortikoide: Bei Entzündungen, die nicht durch Bakterien verursacht werden.
  • Operation: Bei Narbenbruch oder Verletzungen der Narbe.
  • Lokalanästhetika: Spritzen zur Reduzierung des Schmerzempfindens.
  • Elektroakupunktur: Möglicherweise hilfreich bei Narbenschmerzen nach Verbrennungen.

Selbsthilfemaßnahmen

  • Narben-Gel: Auftragen bei Narbenschmerzen unbestimmter Ursache.
  • Kühlen oder Wärmen: Je nach Empfinden der Betroffenen.

Physiotherapie und Massagetherapie

  • Mobilisationstechniken: Klassische Massagetherapie und Bindegewebsmassagen können helfen, das Gewebe zu lockern, Verspannungen und Verklebungen zu lösen und die Durchblutung zu verbessern.
  • Spezielle Grifftechniken: Können verhindern, dass sich das Narbengewebe weiter zusammenzieht, und optische Ergebnisse erzielen.

Narbenpflegeprodukte

  • Narbengel (z.B. Contractubex® Gel): Regelmäßige Anwendung kann auch bei alten oder verhärteten Narben helfen.
  • Gelverbände: Können die Wirkung von Narbengels verstärken.

Ultraschalltherapie

  • Therapeutischer Ultraschall: Kann die Wirkstoffe von Narbengels in tiefere Hautschichten transportieren und so den Behandlungserfolg verbessern.

Weitere Behandlungsmethoden

  • Operative Korrektur: Bei eingezogenen Narben kann die Narbe ausgeschnitten und die Stelle mit Gewebe der Umgebung unterfüttert werden. Auch ein Zuviel an Narbengewebe kann operativ korrigiert werden.
  • Laserbehandlung: Kann äußere Hautschichten millimeterfein abtragen und bei vertieften Narben Niveauunterschiede ausgleichen.
  • Subcision: Durchtrennt feste, in die Tiefe verlaufende Narbenstränge, um die Haut zu glätten.
  • Bioimplantate: Unterspritzen von Biomaterialien wie Hyaluronsäure oder Eigenfett, um die Narbe anzuheben und Volumendefekte auszugleichen.
  • Kältetherapie (Kryotherapie): Vereisen der Narbe mit flüssigem Stickstoff, um das Narbengewebe abzutragen.
  • Kortisoninjektionen: Bei stark wuchernden und juckenden Narben, um die Haut zu verdünnen und das Narbengewebe zu schrumpfen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Bei regelmäßigen oder stärker werdenden Narbenschmerzen sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden. Ein Facharzt für Dermatologie ist hier die richtige Ansprechperson.

Untersuchungen

  • Anamnese: Gespräch über die Krankengeschichte und die Beschaffenheit der Schmerzen.
  • Tastuntersuchung: Feststellung von Vorwölbungen, Entzündungen oder Verhärtungen.
  • Bildgebende Verfahren: Ultraschall, MRT oder CT bei Verdacht auf Narbenbruch.

Vorbeugung von Narbenschmerzen

  • Gute Narbenpflege von Anfang an:
    • Sauber halten, um Entzündungen zu vermeiden.
    • Regelmäßig eincremen und massieren, um das Gewebe geschmeidig zu halten.
    • Keiner direkten Sonneneinstrahlung aussetzen.
  • Keine enge, reibende Kleidung tragen.
  • Vermeidung von Nikotin und Alkohol, da diese die Wundheilungsprozesse verlangsamen.
  • Sonnenschutz auftragen, um Verfärbungen der Narbe zu verhindern.

Hausmittel bei Narbenschmerzen

  • Narbengele oder -salben aus der Apotheke: Lindern Verhärtungen und fördern die Durchblutung.
  • Ölmassagen: Mit speziellen Ölen, die Vitamin E und Pflanzenextrakte enthalten.
  • Silikongele: Bilden einen Schutzfilm, der die Narbe elastischer werden lässt.
  • Feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe: Hyaluronsäure und Aloe Vera halten das Narbengewebe geschmeidig.
  • Kühl-Pads: Bei akuten Beschwerden.
  • Wärme: Bei Narben mit großem Spannungsschmerz.

Narbenpflege bei Kaiserschnitt und Dammschnitt

Nach Kaiserschnitten und Dammschnitten ist eine konsequente Narbenpflege besonders wichtig, um Komplikationen bei weiteren Schwangerschaften zu vermeiden. Ölmassagen für den Damm können helfen, das Gewebe elastisch zu halten.

Sonderfall: Wetterfühlige Narben

Bei manchen Menschen juckt oder schmerzt die Narbe bei einem Wetterumschwung. Die Ursache dafür ist noch nicht vollständig geklärt, aber es scheint, dass vor allem Frauen, ältere und sensible Menschen betroffen sind.

Narbenbruch

Ein Narbenbruch entsteht in Folge einer Bauchoperation, wenn das Narbengewebe auseinanderweicht. Übergewicht oder eine Bindegewebsschwäche können die Entstehung begünstigen.

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