Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte epileptische Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle entstehen durch plötzliche, unkontrollierte Entladungen von Nervenzellen im Gehirn. Obwohl Epilepsie Männer und Frauen jeden Alters betreffen kann, gibt es einige Aspekte, die bei Frauen besonders relevant sind. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung von Epilepsie bei Frauen und gibt Tipps für den Umgang mit der Erkrankung im Alltag.
Was ist Epilepsie?
Epilepsie ist keine einzelne Krankheit, sondern ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von chronischen Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Das gemeinsame Merkmal all dieser Erkrankungen ist die Neigung zu epileptischen Anfällen. Diese Anfälle entstehen durch eine Überaktivität der Nervenzellen im Gehirn, wodurch es zu anfallsartigen Funktionsstörungen kommt. Die Ausprägungen dieser Funktionsstörungen können vielfältig sein und reichen von kaum merklichen geistigen Abwesenheiten bis hin zu schweren Krampfanfällen mit Bewusstseinsverlust.
Definition des epileptischen Anfalls
Ein epileptischer Anfall ist eine kurzzeitige Störung der Gehirnfunktion, die durch eine plötzliche, synchrone Entladung von Nervenzellen verursacht wird. Diese Entladung kann sich auf einen begrenzten Bereich der Hirnrinde (fokaler Anfall) oder auf beide Hirnhälften (generalisierter Anfall) ausbreiten.
Gelegenheitsanfälle vs. Epilepsie
Es ist wichtig zu beachten, dass ein einzelner epileptischer Anfall nicht automatisch bedeutet, dass eine Epilepsie vorliegt. Einzelne Anfälle können auch bei Menschen ohne Epilepsie auftreten, beispielsweise als Folge von akuten Erkrankungen, Verletzungen oder Fieberkrämpfen bei Kindern. Von einer Epilepsie spricht man erst, wenn mindestens zwei epileptische Anfälle ohne erkennbaren Auslöser im Abstand von mehr als 24 Stunden aufgetreten sind oder nach einem ersten Anfall ohne bekannten Auslöser eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass innerhalb der nächsten 10 Jahre weitere Anfälle auftreten.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Ursachen der Epilepsie sind vielfältig und noch nicht vollständig geklärt. In vielen Fällen spielen genetische Faktoren eine Rolle, da Epilepsie in manchen Familien gehäuft auftritt. In einigen Fällen lassen sich Veränderungen im Erbmaterial (Genmutationen) nachweisen. Andere mögliche Ursachen sind:
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- Hirnschädigungen: Unfälle (posttraumatische Epilepsie), Schlaganfälle, Hirntumore, Hirnmissbildungen oder Entzündungen des Gehirns (z. B. Meningitis, Enzephalitis) können zu Epilepsie führen.
- Stoffwechselstörungen: Stoffwechselerkrankungen können die Funktion des Gehirns beeinträchtigen und epileptische Anfälle auslösen.
- Fokale kortikale Dysplasie: Veränderungen in der Gehirnstruktur können Anfälle verursachen.
- Missbildungen im Gehirn
- Genetische Veränderungen
Auslöser (Trigger) von epileptischen Anfällen
Auch wenn die Ursache der Epilepsie feststeht, können bestimmte Faktoren epileptische Anfälle auslösen oder begünstigen. Diese Auslöser sind individuell verschieden, zu den häufigsten gehören:
- Schlafmangel: Ein unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus oder Schlafmangel können die Anfallsschwelle senken.
- Stress: Starke körperliche oder seelische Belastung kann Anfälle provozieren.
- Fieber: Hohes Fieber, insbesondere bei Kindern, kann zu Fieberkrämpfen führen.
- Alkohol und Drogen: Alkoholmissbrauch oder Entzug von Alkohol oder Drogen können Anfälle auslösen.
- Flackerndes Licht: In seltenen Fällen kann flackerndes Licht (z. B. durch Computerspiele oder Stroboskopbeleuchtung) Anfälle provozieren.
Symptome eines epileptischen Anfalls
Epileptische Anfälle können sich auf unterschiedliche Weise äußern. Die Symptome hängen davon ab, welcher Bereich des Gehirns betroffen ist und wie sich die elektrische Entladung ausbreitet. Ein epileptischer Anfall dauert meist nur 1 bis 2 Minuten. Ein Anfall, der länger als 5 Minuten anhält, wird als Status epilepticus bezeichnet und ist ein medizinischer Notfall.
Aura
Einem epileptischen Anfall kann eine sogenannte Aura vorausgehen. Bei der Aura können Wahrnehmungsstörungen, Halluzinationen und Schwindelgefühle auftreten. Die Aura ist ein Teil des Anfalls und kann dem Betroffenen helfen, sich auf den bevorstehenden Anfall vorzubereiten.
Allgemeine Symptome
Zu den allgemeinen Symptomen bei epileptischen Anfällen gehören:
- Bewusstseinsveränderungen: Diese reichen von leichter geistiger Abwesenheit (Absence) bis hin zu Bewusstseinsverlust.
- Wahrnehmungsstörungen: Sehstörungen, Geschmacks- und Geruchshalluzinationen können auftreten.
- Schwindelgefühle
- Übelkeit und Unwohlsein
- Kribbeln in den betroffenen Körperteilen
- Ungewöhnliche Muskelaktivität: Muskelzuckungen und Krämpfe im Sinne tonisch-klonischer Entäußerungen.
- Unwillkürliche Laute
Je nach Art des Anfalls sind die Betroffenen in der Regel zwischen den Anfällen beschwerdefrei und weisen keine neurologischen Symptome auf.
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Klassifikation epileptischer Anfälle
Um die verschiedenen Formen epileptischer Anfälle zu ordnen, hat die Internationale Liga gegen Epilepsie (ILAE) im Jahr 2017 ein Klassifikationssystem entwickelt. Dieses System unterscheidet die Anfallsformen nach ihren Merkmalen.
Anfallsbeginn
Im ersten Schritt der Anfallsklassifikation unterscheidet man nach dem Beginn eines Anfalls:
- Fokaler Beginn: Der Anfall beginnt in einer Hirnhälfte.
- Generalisierter Beginn: Der Anfall geht von beiden Hirnhälften aus.
- Unbekannter Beginn: Es ist nicht bekannt, wie der Anfall angefangen hat.
Anfälle mit fokalem Beginn
Anfälle mit fokalem Beginn werden danach unterschieden, ob der*die Betroffene sie bewusst oder nicht bewusst erlebt. Anschließend werden sie nach ihrem anfänglichen Erscheinungsbild klassifiziert, wobei man einen motorischen Beginn von einem nicht-motorischen Beginn unterscheidet.
Motorischer Beginn
Unter dem Begriff „motorisch“ fasst man Muskelaktivitäten zusammen, wie beispielsweise Muskelzuckungen oder -krämpfe, aber auch eine Muskelerschlaffung (Atonie, atonisch). Die verschiedenen motorischen Symptome bei einem epileptischen Anfall werden mit spezifischen Fachbegriffen beschrieben. Beispiele hierfür sind:
- Klonisch: Symmetrische oder asymmetrische Zuckungen, die rhythmisch sind und identische Muskelgruppen betreffen.
- Myoklonisch: Plötzliche, sehr kurze, einzelne oder mehrfache unrhythmische Muskelzuckungen, die weniger regelmäßig sind und kürzer andauern als klonische Zuckungen.
- Tonisch: Eine zunehmende Muskelanspannung (Kontraktion), die einige Sekunden bis Minuten anhält.
- Epileptische Spasmen: Plötzliche Muskelaktivität, die anfallsweise häufig wiederholt werden kann (Cluster); beispielsweise Beugen oder Strecken der Arme, Beugen der Rumpfmuskulatur, Grimassen, Nicken oder subtile Augenbewegungen.
- Automatismus: Bewegungen, die aussehen wie alltägliche koordinierte Handlungen, die die Betroffenen jedoch nicht willentlich steuern, beispielsweise Laufbewegungen oder Nicken. In manchen Fällen setzen die Betroffenen eine Handlung fort, die sie vor Beginn des Anfalls ausführten.
- Hyperkinetisch: Die Betroffenen bewegen sich sehr stark, sie strampeln beispielsweise.
Nicht-motorischer Beginn
Hierunter fallen beispielsweise Symptome während eines Anfalls wie:
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- Innehalten: Aktivitätspause, Erstarren, Bewegungslosigkeit
- Kognitive Einschränkungen: z. B. Sprach- und Sprechstörungen (Aphasie, Apraxie), Wahrnehmungsstörungen oder Halluzinationen
- Emotionales Verhalten: z. B. Angst, Furcht, Wut sowie Lachanfälle oder Weinen
- Autonome Reaktionen: z. B. Erröten, Blässe, Gänsehaut, Erektion, Veränderungen des Herzschlags oder der Atmung, Übelkeit
- Sensible/sensorische Störungen (Sinnesstörungen): z. B. Störungen des Hör-, Geschmacks- oder Geruchssinns, Gleichgewichtsstörungen oder Sehstörungen
Anfälle mit fokalem Beginn können auf eine Hirnhälfte begrenzt bleiben, sie können aber auch auf die andere Hirnhälfte übergreifen und dann beidseitig (bilateral) eine tonisch-klonische Aktivität hervorrufen.
Anfälle mit generalisiertem Beginn
Ein generalisierter Anfallsbeginn wird von den Betroffenen niemals bewusst erlebt. Man beschreibt diese Anfälle nach ihren motorischen und nicht-motorischen Symptomen.
Motorische Symptome
Neben den tonischen, klonischen und myoklonischen Muskelaktivitäten, der Atonie und den epileptischen Spasmen, die man auch bei fokalen Anfällen beobachten kann, können bei einem Anfall mit generalisiertem Beginn Kombinationen dieser Symptome auftreten:
- Tonisch-klonisch
- Myoklonisch-tonisch-klonisch
- Myoklonisch-atonisch
Nicht-motorische Symptome
Anfälle mit generalisiertem Beginn und nicht-motorischen Symptomen können auch als Absencen bezeichnet werden. Absencen treten typischerweise eher bei Kindern auf als bei Erwachsenen. Man unterscheidet:
- Typische Absence-Anfälle
- Atypische Absence-Anfälle (mit langsamem Beginn oder Ende oder bei signifikanter Veränderung der Muskelspannung)
- Myoklonische Krampfanfälle (kurze, vereinzelte und plötzlich auftretende Muskelzuckungen, hauptsächlich in Schultern und Armen)
- Augenlid-Myoklonie (Lidzuckungen, Drehen der Augäpfel)
Anfälle mit unbekanntem Beginn
Der Beginn eines Anfalls ist unbekannt, wenn derdie Betroffene ihn nicht bewusst erlebt hat und es auch keine Zeuginnen gibt, die den Anfallsbeginn genau beschreiben können.
Epilepsie bei Frauen: Besondere Aspekte
Bei Frauen können hormonelle Veränderungen im Laufe des Lebens eine Rolle bei der Entstehung und dem Verlauf von Epilepsie spielen. Insbesondere während der Pubertät, der Menstruation, der Schwangerschaft und der Menopause können sich Anfälle verstärken oder verändern.
Hormonelle Einflüsse
Östrogen kann die Erregbarkeit der Nervenzellen erhöhen und somit Anfälle begünstigen, während Progesteron eine dämpfende Wirkung hat. Schwankungen im Hormonspiegel, wie sie beispielsweise während des Menstruationszyklus auftreten, können daher bei manchen Frauen zu einer Zunahme von Anfällen führen (katameniale Epilepsie).
Schwangerschaft
Die Schwangerschaft stellt für Frauen mit Epilepsie eine besondere Herausforderung dar. Einerseits können die hormonellen Veränderungen während der Schwangerschaft die Anfallshäufigkeit beeinflussen. Andererseits können einige Antiepileptika das ungeborene Kind schädigen. Daher ist eine sorgfältige Planung und Betreuung während der Schwangerschaft unerlässlich. In Absprache mit dem Arzt sollte die Medikation möglichst frühzeitig angepasst und die niedrigste wirksame Dosis gewählt werden. Auch während der Stillzeit ist eine enge Abstimmung mit dem Arzt erforderlich, da einige Antiepileptika in die Muttermilch übergehen können.
Verhütung
Auch die Wahl der Verhütungsmittel kann bei Frauen mit Epilepsie eine Rolle spielen. Einige Antiepileptika können die Wirksamkeit hormoneller Verhütungsmittel beeinträchtigen. Daher sollte die Verhütungsmethode in Absprache mit dem Arzt ausgewählt werden.
Diagnose
Um eine Epilepsie zu diagnostizieren, ist eine sorgfältige Anamnese und neurologische Untersuchung erforderlich. Dabei werden die Anfälle genau geschildert und mögliche Auslöser erfragt. Wichtig ist, dass Menschen beim Gespräch dabei sind, die den Krampfanfall beobachtet haben. Der Betroffene selbst erinnert sich nämlich oft nicht gut daran. Ergänzende Untersuchungen sind:
- Elektroenzephalografie (EEG): Bei der EEG werden die Hirnströme gemessen. Veränderungen im EEG können auf eine erhöhte Anfallsbereitschaft hinweisen.
- Magnetresonanztomografie (MRT): Die MRT dient dazu, strukturelle Veränderungen im Gehirn, wie z. B. Tumore oder Narben, auszuschließen.
- Blutuntersuchungen: Blutuntersuchungen können Hinweise auf Stoffwechselstörungen oder Entzündungen geben.
- Liquoruntersuchung: Bei Verdacht auf eine Gehirnentzündung (Enzephalitis) oder eine andere Grunderkrankung als Ursache des epileptischen Anfalls bringen Laboruntersuchungen oft Klarheit.
Behandlung
Die Behandlung der Epilepsie zielt darauf ab, die Anfälle zu kontrollieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. In den meisten Fällen ist eine medikamentöse Therapie mit Antiepileptika ausreichend, um Anfallsfreiheit zu erreichen.
Medikamentöse Therapie
Antiepileptika sind Medikamente, die die Erregbarkeit der Nervenzellen im Gehirn reduzieren und somit das Auftreten von Anfällen verhindern. Es gibt verschiedene Antiepileptika, die sich in ihrer Wirkungsweise und ihren Nebenwirkungen unterscheiden. Die Wahl des geeigneten Medikaments hängt von der Art der Epilepsie, dem Alter und Geschlecht des Patienten sowie von Begleiterkrankungen ab.
Monotherapie vs. Kombinationstherapie
In der Regel wird zunächst versucht, mit einem einzigen Antiepileptikum (Monotherapie) Anfallsfreiheit zu erreichen. Wenn dies nicht gelingt, kann eine Kombinationstherapie mit zwei oder mehr Medikamenten erforderlich sein.
Nebenwirkungen
Antiepileptika können Nebenwirkungen verursachen, wie z. B. Müdigkeit, Schwindel, Übelkeit oder Konzentrationsstörungen. Die Nebenwirkungen sind von Medikament zu Medikament unterschiedlich und können individuell verschieden stark ausgeprägt sein.
Langzeittherapie
Antiepileptika müssen in der Regel über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, oft sogar lebenslang. Wenn über einen langen Zeitraum keine epileptischen Anfälle mehr aufgetreten sind, ist manchmal in Absprache mit dem Arzt ein Absetzversuch möglich. Das darf aber nicht abrupt geschehen. Stattdessen empfiehlt es sich, die Dosierung nach ärztlicher Anweisung schrittweise zu verringern.
Operation (Epilepsiechirurgie)
Bei manchen Patienten ist die Epilepsie mit Medikamenten nicht ausreichend behandelbar. Gehen die Anfälle immer von einer begrenzten Hirnregion aus (fokale Anfälle), ist es in manchen Fällen möglich, diesen Teil des Gehirns operativ zu entfernen (Resektion, resektive Operation). In vielen Fällen verhindert dies zukünftige epileptische Anfälle.
Stimulationsverfahren
Neben einer Operation kommen sogenannte Stimulationsverfahren infrage, wenn Medikamente bei Epilepsie nicht ausreichend wirken. Dabei werden bestimmte Strukturen im Gehirn oder solche, die dorthin führen (Vagusnerv), mit niedriger Stromstärke stimuliert. Das wirkt epileptischen Anfällen zum Teil entgegen.
Vagusnerv-Stimulation (VNS)
Dabei pflanzt der Chirurg dem Betroffenen ein kleines, batteriebetriebenes Gerät unterhalb des linken Schlüsselbeins unter die Haut. Es handelt sich um eine Art Schrittmacher, der über ein Kabel, das ebenfalls unter der Haut verläuft, mit dem linken Vagusnerv am Hals verbunden wird.
Tiefe Hirnstimulation
Dabei werden dem Patienten kleine Elektroden an bestimmten Stellen im Gehirn implantiert, zum Beispiel am Thalamus oder Hippocampus. Sie stimulieren das Nervengewebe mit elektrischen Impulsen. In der Folge sinkt bei vielen Betroffenen die Zahl der Anfälle.
Behandlung bei Status epilepticus
Wenn jemand einen Status epilepticus erleidet, ist es wichtig, sofort den Notarzt zu rufen - es besteht Lebensgefahr! Der Patient erhält als erstes ein Beruhigungsmittel (Benzodiazepin).
Verhalten bei einem epileptischen Anfall
Wenn man Zeug*in eines epileptischen Anfalls bei einer anderen Person wird, ist es sehr wichtig, ruhig und besonnen zu bleiben. Vor allem sollte man überlegen, wie man die Person vor Verletzungen schützt. Alles andere hängt von der Stärke und der Art der Anfälle ab.
Leichte epileptische Anfälle mit wenigen Symptomen
Bei kurzen Absencen oder Muskelzuckungen besteht keine unmittelbare Gefahr. Danach können sich die Betroffenen unsicher fühlen und Unterstützung benötigen.
Anfälle mit eingeschränktem Bewusstsein oder Verhaltensänderungen
Wenn Menschen mit einem epileptischen Anfall verwirrt wirken, ist es wichtig, sie vor Gefahren zu schützen (z. B. im Straßenverkehr). Gehen Sie dabei mit der Person ruhig um und fassen Sie sie nicht hart an. Hektik, Zwang oder Gewalt können zu starken Gegenreaktionen führen. Versuchen Sie dem oder der Betroffenen Halt und Nähe zu vermitteln.
Große generalisierte epileptische Anfälle
Bei einem großen generalisierten Anfall verkrampft der ganze Körper und die Person verliert das Bewusstsein. In diesen Fällen sollten Sie Folgendes tun:
- Wählen Sie immer den Notruf 112 und rufen Sie professionelle Hilfe.
- Sorgen Sie für Sicherheit, indem Sie z. B. gefährliche Gegenstände beiseite räumen.
- Polstern Sie den Kopf des*r Betroffenen ab.
- Nehmen Sie seine/ihre Brille ab.
- Lockern Sie enge Kleidung am Hals, um die Atmung zu erleichtern.
- Bitten Sie Menschen, die in der Situation nicht helfen können, weiterzugehen.
- Bleiben Sie nach dem Anfall bei der Person und bieten Sie Ihre Unterstützung an.
- Wenn die Person nach dem Anfall erschöpft ist und einschläft, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage.
Das sollten Sie in keinem Fall tun:
- Dieden Betroffenen festhalten oder zu Boden drücken
- Der betroffenen Person etwas in den Mund schieben - auch wenn sie sich in die Zunge beißt
Leben mit Epilepsie
Epilepsie kann das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen stark beeinflussen. Es ist wichtig, sich umfassend über die Erkrankung zu informieren und sich Unterstützung zu suchen.
Selbsthilfegruppen
Selbsthilfegruppen bieten eine gute Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und von ihren Erfahrungen zu profitieren.
Alltagstipps
- Regelmäßiger Schlaf: Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus und ausreichend Schlaf.
- Stress vermeiden: Versuchen Sie, Stress zu reduzieren und Entspannungstechniken zu erlernen.
- Alkohol und Drogen meiden: Verzichten Sie auf Alkohol und Drogen.
- Medikamente regelmäßig einnehmen: Nehmen Sie Ihre Medikamente regelmäßig und gemäß den Anweisungen Ihres Arztes ein.
- Führerschein: Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Sie ein Fahrzeug führen dürfen.
- Sport: Einige Sportarten sind für Menschen mit Epilepsie gefährlich. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Sportarten für Sie geeignet sind.
- Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung kann sich positiv auf den Verlauf der Epilepsie auswirken.