Ergotherapie und Nervenstimulation: Innovative Ansätze zur Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung

Die Ergotherapie bietet vielfältige Möglichkeiten zur Behandlung von Schmerzen und Funktionsstörungen, insbesondere im Bereich der Nervenstimulation. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte der Ergotherapie in Verbindung mit Nervenstimulation, von den Grundlagen neuropathischer Schmerzen bis hin zu spezifischen Therapieansätzen und deren Anwendung.

Neuropathische Schmerzen: Eine komplexe Herausforderung

Neuropathische Schmerzen entstehen durch Schädigungen oder Fehlfunktionen der Nerven. Diese können beispielsweise nach Operationen, Entzündungen oder Traumata auftreten. Ein bekanntes Beispiel ist das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS), eine Schmerzerkrankung, die meist nach Verletzungen oder Operationen an Armen oder Beinen auftritt und unverhältnismäßig starke Schmerzen verursacht, die der Körper nicht ausschalten kann. Diese Unverhältnismäßigkeit zwischen dem vorangegangenen Gewebeschaden und der folgenden überschüssigen Schmerzreaktion ist charakteristisch für CRPS. Selbst Operationen, die einwandfrei verlaufen, oder unspektakuläre Verletzungen wie ein Umknicken des Fußes oder ein einfacher Knochenbruch können zu CRPS führen. Typische Symptome sind anhaltende Schmerzen, Schwellungen, Hautveränderungen sowie Funktionsverlust der Arme und Beine.

Ein weiteres häufiges Problem ist die chronische Lumboischialgie, die oft nach mehreren Operationen an den Bandscheiben oder des Wirbelkanals auftritt. Patientinnen und Patienten, die nach solchen Eingriffen weiterhin Schmerzen haben, erleben oft, dass es ihnen nach jeder weiteren Operation noch schlechter geht. Der Chirurg reizt mit jedem neuen Eingriff das Schmerzsystem, wodurch ein Teufelskreis entsteht. Dieses Phänomen wird als "Wind-up-Phänomen" bezeichnet. Es ist wichtig zu verstehen, dass chronische und akute Schmerzen zwei völlig unterschiedliche Dinge sind. Akute Schmerzen schützen uns vor Gefahren, während chronische Schmerzen eine eigenständige Erkrankung ohne jeglichen Nutzen darstellen.

Chronische Schmerzen verändern das Nervensystem und die Schmerzbahn dauerhaft. Nerven werden überempfindlich, und Schmerzsignale verstärken sich (Wind-Up-Phänomen). Mit der Zeit werden die Schmerzen immer therapieresistenter, und herkömmliche Behandlungen wie Medikamente oder Physiotherapie reichen nicht mehr aus. Bei CRPS und anderen chronischen neuropathischen Schmerzen ist die Sache noch komplexer.

Die Entwicklung chronischer Schmerzen ist individuell verschieden. Manche Menschen entwickeln chronische Schmerzen, während andere mit der gleichen Operation oder Verletzung keine Probleme haben. Die genauen Ursachen, die zur Entwicklung eines chronischen neuropathischen Schmerzes führen, sind oft schwer zu finden. Obwohl die Wirbelsäulenchirurgie in der modernen Medizin ihren Stellenwert hat und oft eine heilende Wirkung erzielt, hat sie auch ihre Grenzen. Das Problem entsteht, wenn sich der Schmerz im Nervensystem verfestigt hat und Chirurgen weiterhin versuchen, das Bild der Wirbelsäule zu verbessern. Doch egal, wie gut das Bild der Wirbelsäule danach aussieht, der Schmerz bleibt.

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Neuromodulation: Ein Hoffnungsschimmer bei chronischen Schmerzen

Die Neuromodulation bietet eine vielversprechende Alternative oder Ergänzung zu herkömmlichen Behandlungsmethoden bei chronischen Schmerzen. Bei der Operation zur Implantation eines Neuromodulationssystems - zum Beispiel bei Rückenmarkstimulation - handelt es sich um einen minimalinvasiven Eingriff, der unter örtlicher Betäubung erfolgen kann. Dabei wird zunächst eine sehr dünne und biegsame Elektrode in den Wirbelkanal nahe dem Rückenmark eingeführt, immer unter Röntgenkontrolle zur exakten Platzierung. Das dauert etwa 30 Minuten. In einer Testphase wird die Elektrode dann mit einem externen provisorischen Schrittmacher verbunden, und der Test wird sieben Tage zu Hause fortgesetzt. Es gibt verschiedene Stimulationsprogramme, die individuell angepasst werden können.

Ergotherapeutische Ansätze zur Nervenstimulation

Ergotherapie spielt eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von Nervenläsionen und chronischen Schmerzen. Die Ergomedic-Praxis bietet spezialisierte Unterstützung für Menschen mit Nervenläsionen, um ihnen bei der Wiederherstellung der Funktion, der Schmerzbewältigung und der Anpassung an sensorische Veränderungen zu helfen. Durch individuell angepasste Therapieprogramme arbeiten Ergotherapeuten daran, die betroffenen Gliedmaßen zu stärken, die Feinmotorik zu verbessern und kompensatorische Strategien für verlorene Fähigkeiten zu entwickeln. Ergotherapie kann zudem entscheidend dabei unterstützen, alternative Techniken für die Bewältigung alltäglicher Aufgaben zu erlernen und die Unabhängigkeit im persönlichen und beruflichen Leben zu fördern.

Die Bedeutung des Körperschemas in der Ergotherapie

Eine hocheffiziente Basis-Therapie-Methode in der Ergotherapie ist die Arbeit am Körperschema. Dabei wird dem Gehirn geholfen, "verlorene" oder nicht erfasste Teile des Körperschemas zu vervollständigen und so eine bessere Regeneration oder motorische Entwicklung zu erlangen. Der Körper bzw. unser Gehirn kann nur das heilen, was er als fehlerhaft erkennt. Genau so ist es mit der Bewegungssteuerung. Die Grundvoraussetzung für eine schnelle und möglichst vollständige Regeneration, perfekt koordinierte Bewegungen und eine angemessene Wahrnehmungsverarbeitung, sind also ein intaktes Abbild des gesamten Körpers im Gehirn (Körperschema), wie eine Landkarte bzw. ein Routenplaner für all die Informationen die auf verschiedensten Wegen zwischen Körper und Gehirn ausgetauscht werden.

Fehlen Gebiete auf dieser "Landkarte", gehen Informationen einfach verloren. Durch Verletzungen oder Krankheiten können Teile dieser "Landkarte", also des Körperschemas verloren gehen. Teilweise ist es durch Störungen der Entwicklung im Kindesalter erst gar nicht richtig angelegt worden (siehe hierzu auch R.I.T. Reflexintegrationstraining).

Punktuelle Stimulation zur Verbesserung der Körperwahrnehmung

Eine spezifische Technik zur Verbesserung der Körperwahrnehmung ist die punktuelle Stimulation. Dabei wird die Haut an den betroffenen Körperstellen mit einem etwas angespitzten Holzstift systematisch in einem engen Netz abgepunktet, also leicht „gepiekst“, ohne aber zu verletzen. Dieser Eindruck ist für den Körper so eindeutig, dass er ihn auch bei schneller Abfolge der „punktuellen Stimulation“ sehr gut verarbeiten kann, nicht überfordert wird und daraus lernen kann.

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Für den Patienten bedeutet das, dass:

  • er sich besser spürt, sensorische Reize besser zuordnen kann
  • Wunden schneller heilen
  • Muskeln gestärkt werden
  • sich Spastiken verringern
  • Lähmungen bei ausreichenden Ressourcen im Gehirn noch verbessert werden können
  • bei Autoimmunerkrankungen wie z.B.

Wenn Sie wissen möchten, ob Sie für diese Therapiemethode in Frage kommen, wenden Sie sich bitte an unsere Therapeuten. Diese helfen Ihnen gerne weiter.

Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS)

Die Transkutane Elektrische Nervenstimulation (TENS) ist ein konservatives Verfahren zur Behandlung akuter und chronischer Schmerzen. Die elektrische Reizung von Hautarealen erfolgt über Oberflächenelektroden. Dabei unterbindet der elektrische Reiz die Schmerzübertragung der Nerven zwischen Gehirn und Entstehungsort des Schmerzes. Elektrische Impulse, die durch die Haut in die betroffenen Körperregionen geleitet werden, können gezielt zur Schmerzlinderung beitragen. Einzelne Parameter (Frequenz, Impulsbreite, Stromstärke) sowie verschiedene Stimulationsmuster (kontinuierliche, Burst-, amplituden- oder frequenzmodulierte Stimulation) bestimmen die unterschiedliche Wirkweise und die daraus resultierenden schmerzlindernden Effekte.

Die Behandlung erfolgt zuhause in Selbstanwendung mit handlichen, mobilen Geräten nach Erprobung und Einweisung durch den Arzt. Er zeigt Ihnen genau, wo Sie die Elektroden aufkleben müssen und erklärt Ihnen die Funktionsweise des TENS-Gerätes. In der Regel fangen Patienten mit 20- bis 30-minütigen TENS-Anwendungen 3 bis 4 Mal am Tag an. Je nach individueller Situation und Verträglichkeit können Dauer und Häufigkeit auf 5 - 6 Mal 1 Stunde pro Tag gesteigert werden. Allerdings sollten Sie auf Verhärtungen des Gewebes achten und im Zweifel Ihren behandelnden Arzt konsultieren. TENS-Geräte sind mittlerweile frei käuflich, sie werden jedoch am besten für Ihre speziellen Ansprüche vom Arzt verordnet.

Anwendung von TENS bei verschiedenen Schmerzarten

Orthopäden unterscheiden zwei Arten von Schmerz: Akute Schmerzen und chronische Schmerzen. Akute Schmerzen dienen dem Körper als Warnsignal und weisen auf einen vor kurzem entstandenen Schaden oder eine Verletzung hin. Chronische Schmerzen dagegen haben sich im Schmerzgedächtnis über längere Zeit verfestigt. Chronische Schmerzen sind vom Körper erlernte Zustände, die länger als drei Monate dauern. Schmerzen als Folge eines HWS-Syndroms bzw. Die Transkutane Elektrische Nervenstimulation kann den Schmerzmittelbedarf bei Arthroseschmerzen (z. B. im Knie) deutlich senken oder sogar ganz ersetzen.

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Das TENS-Verfahren eignet sich zur Therapie von akuten und chronischen Schmerzen verschiedenster Ursache. Die besten Erfolge sind bei akuten und subakuten Schmerzen zu erwarten. Bei chronischen Schmerzen ist die Wirksamkeit anfangs oft gut, lässt jedoch nicht selten nach einigen Wochen nach. Im günstigsten Fall können Patienten nach einer TENS-Behandlung ihre Schmerzmitteleinnahme reduzieren oder sogar ganz absetzen. Besonders bei Schmerzmittelunverträglichkeiten wie den weit verbreiteten Magen-Darm-Beschwerden in Verbindung mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) kann TENS den Patienten eine gute Alternative in der Schmerzbehandlung bieten.

Risiken und Nebenwirkungen der TENS-Therapie

Die Schmerztherapie durch TENS ist nicht ganz frei von unerwünschten Nebenwirkungen und muss - ebenso wie die medikamentöse Schmerztherapie - genau erwogen werden. Eine dauerhafte TENS-Behandlung darf eine kausale Klärung von Schmerzursachen nicht ersetzen. Langfristig kann die TENS-Behandlung zu Verspannung und Verhärtung von Geweben und Muskulatur führen. TENS sollte nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden. Als Wellness-Gerät für den Freizeitbereich ist ein TENS-Reizstromgerät nicht zu empfehlen.

Die Transkutane Elektrische Nervenstimulation ist ein konservatives Therapieverfahren, das praktisch nebenwirkungsfrei ist. In wenigen Fällen kann es zum sogenannten Überstimulationssyndrom kommen. Dabei verstärkt das TENS-Gerät aufgrund einer schlecht eingestellten Intensität die Schmerzen. Wenn Sie derartige Symptome beobachten, wenden Sie sich an Ihren Arzt, um die Stimulationsparameter anzupassen.

Funktionelle Elektrostimulation (FES) bei Fußheberschwäche

Einer Fußheberschwäche können verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Aufgrund einer gestörten Übertragung der Nervenimpulse vom Gehirn auf den Wadenmuskel (Musculus peroneus) kommt es zu Lähmungserscheinungen im Bereich des Fußes. Die mit der TENS verwandte funktionelle Elektrostimulation (FES) stimuliert den nicht mehr angesprochenen Nerven, wodurch es zu einer Muskelkontraktion des Wadenmuskels kommt. Das Gerät wird dabei in Form einer Manschette um das betroffene Bein gelegt. So verhindert es Stürze und trägt zu einem normalen Gangbild bei.

Weitere Formen der Elektrobehandlung

Neben TENS gibt es weitere Formen der Elektrobehandlung, die in der Ergotherapie eingesetzt werden:

  • Galvanische Ströme: Diese Ströme bewirken eine Ionenverschiebung, Hyperämie im Bereich der Elektroden, Analgesie, Herabsetzung der motorischen Schwelle und Verbesserung der Trophik. Sie werden bei lokalen Schmerzen sowie funktionellen und organischen Durchblutungsstörungen eingesetzt.
  • Niederfrequente Wechselstromimpulsströme: Diese Ströme reizen Nervenfasern und beeinflussen dadurch den Schmerz, fördern die Resorption und verbessern die Durchblutung. Sie werden bei umschriebenen Schmerzen, nicht entzündlichen akuten/subakuten Ödemen und Hämatomen eingesetzt.
  • Mittelfrequente Wechselströme/Interferenzströme: Je nach Amplitudenmodulation überwiegt die analgetische oder die motorische Wirkung mit Muskelkontraktion und anschließender Muskelerschlaffung sowie Sympathikusdämpfung. Sie werden bei lokalen Schmerzen, Muskelschwäche, Muskelverspannungen und erhöhtem Sympathikustonus eingesetzt.

Kontraindikationen für Elektrobehandlungen

Es gibt bestimmte Kontraindikationen, bei denen Elektrobehandlungen nicht angewendet werden sollten:

  • Fieberhafte Erkrankungen
  • Akute eitrige Prozesse
  • Träger von Herzschrittmachern
  • Herzerkrankungen, besonders Herzrhythmusstörungen
  • Thrombose, Thrombophlebitis
  • Blutungen und Blutungsneigung
  • Gravidität und Menstruation (örtliche Behandlung)
  • Metallische Fremdkörper und Osteosynthesen, wenn sie ins Überlagerungsgebiet des Stromes kommen
  • Spastische Paresen

Applikation und Dosierung von Elektrobehandlungen

Die Applikation von Elektrobehandlungen kann bipolar (zwei gleichgroße Elektroden) oder monopolar (eine kleine aktive, eine größere inaktive Elektrode) erfolgen. Die Elektroden werden entweder quer durch ein Gelenk oder längs mit einem Zwischenabstand von 3 bis 4 cm angebracht. Die Kathode wird auf die schmerzende Region gelegt. Die Intensität wird je nach Verträglichkeit 15 Minuten an der Toleranzgrenze bleibend gesteigert. Es darf nicht zu Muskelzuckungen dabei kommen. Nach der Behandlung muss Schmerzlinderung eingetreten sein. Sollte dies nicht der Fall sein, müsste eine andere Applikation versucht werden. Die ersten 4 Behandlungen werden täglich durchgeführt, danach 3-mal wöchentlich. 4 bis 8 Behandlungen sind als Serie zu verordnen.

Kombination mit anderen Therapieformen

Elektrobehandlungen können gleichzeitig mit Ultraschall- oder niederfrequenten Reizstromtherapien kombiniert werden. Wenn die gleichzeitige Therapie nicht zur Verfügung steht, behandelt man erst mit Ultraschall im neuraltherapeutischen Aufbau und örtlich, anschließend mit CP oder LP über den schmerzhaften Arealen. Bei der Befundaufnahme wird vor allem nach druckempfindlichen motorischen Reizpunkten gesucht. Dann werden diese Areale aus entspannter Dehnstellung des Muskels mit dem Schallkopf im Muskelfaserverlauf überstrichen. Zuerst wird die Ultraschall-Intensität (0,1 bis 0,3 W/cm² einreguliert, danach die Stromintensität bei der gewünschten Stromform (DF, CP, LP, Träbert, neofaradischer Schwellstrom). Je nach Ausdehnung des Befundes werden 5 bis 10 Minuten örtlich kombiniert behandelt.

Hochvolt-Therapie

Bei der Hochvolt-Therapie handelt es sich um die therapeutische Nutzung von Doppelspitzenimpulsen zu therapeutischen Zwecken von bis zu 250 Volt, bei der sehr tiefliegende Gewebeschichten erreicht werden können. In diesen Bereichen wird die Sauerstoffzufuhr und der Stoffwechsel erhöht.

Iontophorese

Die Iontophorese ist eine Behandlungsform, bei der krankhaftes Schwitzen durch das Einsetzen von Schwachstrom therapiert wird. Bei dieser Behandlungsform überlagern sich zwei mittelfrequente Ströme, was im Inneren des Körpers zu einer Interferenz führt.

Behandlung von Nervenläsionen in der Ergotherapie

Die Behandlung von Nervenläsionen in der Ergotherapie beginnt mit einer umfassenden Einschätzung der Beeinträchtigungen und Bedürfnisse des Patienten. Basierend auf dieser Bewertung entwickeln die Therapeuten einen personalisierten Behandlungsplan, der spezifische Übungen zur Nervenregeneration und zur Steigerung der Muskelkraft, Aktivitäten zur Verbesserung der sensorischen Wahrnehmung und Techniken zur Schmerzreduktion umfasst. Ein wichtiger Bestandteil der Therapie ist das Training im Umgang mit Hilfsmitteln, die die Ausführung alltäglicher Aufgaben erleichtern, sowie die Anleitung zur Selbsthilfe, um die Selbstständigkeit der Patienten zu maximieren.

Fallbeispiel: Thomas' Weg zur Verbesserung nach einer Nervenläsion

Ein Beispiel für den Erfolg ergotherapeutischer Behandlungen ist der Fall von Thomas, der seit seinem Unfall an einer partiellen Lähmung seines rechten Arms, begleitet von Schmerzen und Sensibilitätsstörungen, litt. Als Informatiker war er auf die vollständige Funktionsfähigkeit seiner Hände angewiesen, um zu tippen und mit Präzisionswerkzeugen zu arbeiten. Über einen Zeitraum von sechs Monaten zeigte Thomas deutliche Verbesserungen. Seine Schmerzen konnten erfolgreich reduziert werden, und er erlangte einen Großteil der motorischen Funktion seines Arms zurück. Die Sensibilität verbesserte sich stetig, und er fand effektive Wege, seine sensorischen Einschränkungen zu kompensieren.

Innovative Neuromodulationstechniken

Neben den etablierten Methoden gibt es auch innovative Neuromodulationstechniken, die in der Ergotherapie eingesetzt werden können:

  • Neurofeedback: Diese sanfte Alternative ohne Medikamente ist wirksam bei ADHS, Angststörungen, chronischen Schmerzen und zur Steigerung der mentalen Leistungsfähigkeit.
  • tDCS (transkranielle Gleichstromstimulation): Diese Technik bietet wirksame Unterstützung bei neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall, Migräne und Parkinson, bei chronischen Schmerzzuständen wie Fibromyalgie, bei psychiatrischen Störungen wie Schizophrenie und Angststörungen sowie zur Förderung kognitiver Fähigkeiten. In Kombination mit Ergotherapie können oft kürzere Behandlungszeiten und bessere Therapieergebnisse erzielt werden.
  • taVNS (Transkutane aurikuläre Vagusnervstimulation): Diese sanfte, nicht-invasive Therapiemethode hat sich besonders bei Epilepsie, chronischer Migräne, Depression, Angststörungen und chronischen Schmerzen bewährt. Auch bei Schlafstörungen, Long COVID-Symptomen und chronischen Entzündungserkrankungen zeigt taVNS vielversprechende Erfolge.

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