Neurologische Ambulanz Erlangen: Öffnungszeiten und Behandlungsspektrum

Die Neurologische Klinik des Uniklinikums Erlangen und das Klinikum am Europakanal bieten ein breites Spektrum an neurologischer Behandlungskompetenz. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Öffnungszeiten, das Behandlungsspektrum und die verschiedenen Spezialisierungen der neurologischen Ambulanzen in Erlangen.

Kontakt und Terminvereinbarung

Um die Neurologische Hochschulambulanz zu erreichen, wählen Sie die Telefonnummer 09131 85-34455. Dieser Anschluss dient als erster telefonischer Kontakt. Nach dem Gespräch wird Ihnen ein Fragebogen zugesandt, den Sie ausgefüllt zurücksenden sollen. Nach Eingang des Fragebogens wird ein Termin in der Sprechstunde vereinbart. Eine Vorstellung in der Sprechstunde ist nach vorheriger Terminvereinbarung und mit einer Überweisung eines neurologischen Fachkollegen möglich.

Diagnostik und Therapie

Zunächst erfolgt eine ausführliche Anamnese (Krankengeschichte) und eine klinisch-neurologische Untersuchung. Anschließend wird geklärt, ob weitere apparative oder laborchemische Zusatzuntersuchungen erforderlich sind. Es folgt eine ausführliche Beratung über das Krankheitsbild, die Prognose und die Therapieoptionen. Ziel ist es, einen individuellen Therapieplan zu erstellen, der in ambulanter hausärztlicher bzw. fachärztlicher Betreuung weitergeführt werden kann. Mehrere Besuche können erforderlich sein.

Behandlungsspektrum

Im Zentrum für Neurologie und Neurologische Rehabilitation in Erlangen werden alle Bereiche neurologischer Erkrankungen diagnostiziert und behandelt. Das Spektrum reicht von der Akutversorgung über die Frührehabilitation bis hin zur weiterführenden Rehabilitation.

Zu den besonderen Schwerpunkten zählen:

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  • Morbus Parkinson und andere Bewegungsstörungen: Die Neurologische Klinik des Klinikums am Europakanal bietet ein speziell auf die Bedürfnisse von Parkinson-Patienten zugeschnittenes Therapiekonzept an. Dazu gehört die Diagnoseerstellung und die Abgrenzung von atypischen oder symptomatischen Parkinson-Syndromen (MSA, PSP, CBD). Auch Chorea Huntington, Spastische Spinalparalyse (HSP) und das Restless-legs-Syndrom (RLS) werden behandelt. Während der intensiven Therapiezeit überprüfen Neurologen die Parkinsonmedikation und passen sie bei Bedarf an. Logopädische, physiotherapeutische, ergotherapeutische und neuropsychologische Einheiten stehen ebenfalls zur Verfügung. Zertifizierte Therapeuten sind nach den Parkinson-Therapien LSVT®-BIG und LSVT®-LOUD geschult. Ziel ist es, die Selbstständigkeit der Patienten wieder auszuweiten und sie bei der Verbesserung ihrer alltags- und berufsrelevanten Fähigkeiten zu unterstützen.
  • Epilepsie: Das Klinikum am Europakanal bietet eine spezialisierte Epilepsie-Komplex-Behandlung an, bei der neben der Diagnosestellung bzw. Einordnung des Epilepsiesyndroms auch eine Medikamenten-Einstellung oder -Umstellung vorgenommen werden kann. Dieses Konzept beinhaltet eine mindestens 7 Tage dauernde intensive Therapiezeit. Fachärzte für Neurologie prüfen die Medikation und passen sie bei Bedarf an. Physiotherapeutische, ergotherapeutische und neuropsychologische Therapie-Einheiten werden ebenfalls angeboten. Bei Bedarf kann der Aufenthalt individuell verlängert werden.
  • Schlaganfall: Die Neurologische Klinik des Uniklinikums Erlangen verfügt über eine Spezialstation für Schlaganfalltherapie (Stroke Unit), die zu den größten Einrichtungen dieser Art in Deutschland gehört. Die neurologische Notfallambulanz ist der primäre Anlaufpunkt des Rettungsdienstes für Patienten mit neurologischen Akuterkrankungen, insbesondere für die Schlaganfallversorgung in Nordbayern. Essentieller Bestandteil der Akuttherapie bei ischämischem Schlaganfall ist die intravenöse Thrombolyse. Bei Verschluss eines großen Hirngefäßes besteht die Möglichkeit der Thrombektomie, die durch die Neuroradiologische Abteilung durchgeführt wird. Erlangen bildet eines der teleneurologischen Zentren innerhalb des STENO-Netzwerks und übernimmt die Behandlung schwer erkrankter Schlaganfallpatienten, wenn diese in einem der Kooperationskrankenhäuser nicht ausreichend versorgt werden können.

Weitere behandelte Erkrankungen sind:

  • Ataxie
  • Kopfschmerzen (Migräne, Kopfschmerz vom Spannungstyp, Clusterkopfschmerz)
  • Gesichtsschmerzen
  • Neuropathische Schmerzerkrankungen

Spezialsprechstunden

Neben der allgemeinen neurologischen Ambulanz gibt es verschiedene Spezialsprechstunden:

  • Privatsprechstunde (Prof. Dr. J. Kornhuber): Behandlung von Idiopathischem Parkinson-Syndrom, atypischen Parkinson-Syndromen (MSA, PSP, CBD), Chorea Huntington, Spastischer Spinalparalyse (HSP), Ataxie, Restless-legs-Syndrom, M. Epilepsie
  • Privatsprechstunde (Prof. Dr. Epilepsie): Epilepsie, Anfall, Synkope, Bewusstseinsverlust, Krampfanfall, EEG, Epilepsiechirurgie, Vagus-Nerv-Stimulation, Medikamenten-Studie, Genetik.
  • Spezialsprechstunde für Kopfschmerzen: Diese Sprechstunde ist insbesondere für Patienten mit chronischen Kopfschmerzen (Migräne, Kopfschmerz vom Spannungstyp, Clusterkopfschmerz und andere trigemino-autonome Kopfschmerzen) gedacht. Auch Patienten zur differentialdiagnostischen Abklärung von anderen, selteneren Kopfschmerzen, Gesichtsschmerzen und neuropathischen Schmerzerkrankungen können sich vorstellen.
  • Sprechstunde für Erstvorstellungen: Behandelt werden jegliche psychische Beschwerden.

Rehabilitation

Das Zentrum für Neurologie und Neurologische Rehabilitation bietet sowohl eine Akutklinik als auch eine Rehabilitationsklinik. Auf diese Weise ist die Akutbehandlung ideal mit der Rehabilitation verknüpft. Das Ziel der Behandlung ist, die Alltagskompetenz Schritt für Schritt zu verbessern.

  • Frührehabilitation (Phase B): Übernahme schwer hirngeschädigter Patientinnen und Patienten aus dem Bereich der Akutneurologie oder von externen Akutkliniken. Behandlung von Menschen mit schwersten Einschränkungen des Bewusstseins und der Wahrnehmung sowie mit schweren körperlich-neurologischen Beeinträchtigungen.
  • Weiterführende Rehabilitation (Phase C und D): Behandlung von Menschen mit mittelschweren neurologischen Funktionsstörungen. Schwerpunkte sind die Mobilisation und die Behandlung von kognitiven Ausfällen sowie Sprach- und Sprechstörungen. Ziel ist die Partizipation an vorherigen Aktivitäten, auch mit evtl. andauernden körperlichen Einschränkungen.

Therapieangebote im Überblick

Die neurologischen Kliniken in Erlangen bieten ein breites Spektrum an Therapien an, um die Lebensqualität der Patienten zu verbessern:

  • Physiotherapie: Zur Verbesserung der Motorik und zum Erhalt der Selbstständigkeit werden aktive und passive Übungen durchgeführt. Diese orientieren sich an den individuellen Funktions-, Bewegungs- und Aktivitätseinschränkungen. Übungseinheiten der LSVT®-BIG-Therapie werden angeboten, die besonders auf die Schrittlänge, die Bewegungsgeschwindigkeit, das Gleichgewicht sowie Beweglichkeit und Geschicklichkeit abzielt. Mit den MOTOmed®-Bein- und Armgeräten wird ein Bewegungstraining für Parkinson-Patienten angeboten, bei dem vor allem schnelle Bewegungen durchgeführt werden.
  • Logopädie: Um die Kommunikationsfähigkeit und insbesondere die Sprechlautstärke zu erhalten oder zu verbessern, arbeiten speziell ausgebildete Logopäden mit unterschiedlichen Ansätzen. Dazu zählt beispielsweise die LSVT-LOUD®- Therapie. Dabei wird an der Erhöhung der Sprechlautstärke und der damit einhergehenden Steigerung der Verständlichkeit gearbeitet. Auch die Deutlichkeit der Artikulation wird trainiert.
  • Ergotherapie: In der Ergotherapie werden gezielt Funktionen und Bewegungsabläufe geübt, die im Alltag benötigt werden und die für den Erhalt der Selbstständigkeit nützlich sind.
  • Neuropsychologie: Unterstützung bei der Verarbeitung der Krankheit und bei der Stabilisierung der Stimmung. Bei Bedarf werden Testverfahren angewendet, die die Zuordnung zum Epilepsiesyndrom erleichtern. Weiterhin werden Patienten bei der Krankheitsverarbeitung und wenn notwendig bei der Behandlung psychiatrischer Nebenerkrankungen unterstützt.
  • Physikalische Therapie: Fango-Behandlungen und Massagen.

Neurologische Notfallambulanz

Die neurologische Notfallambulanz des Uniklinikums Erlangen ist der primäre Anlaufpunkt für Patienten mit neurologischen Akuterkrankungen, auch über den Raum Erlangen hinaus. Sie ist rund um die Uhr mit einem neurologisch und notfallmedizinisch erfahrenen Arzt und einem Pflegeteam besetzt. Schwerstkranke Patienten werden kontinuierlich apparativ überwacht. In der Notfallambulanz findet die Behandlung jeder akuten neurologischen Erkrankung statt, die einer sofortigen Diagnostik oder Therapie bedarf.

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Klinische Studien

Das Ziel klinischer Studien ist, die Wirksamkeit und Verträglichkeit neuer Therapien unter optimalen Bedingungen und strenger Kontrolle am Patienten zu beobachten.

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