Parkinson ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die vor allem ältere Menschen betrifft und durch den Verlust von Nervenzellen gekennzeichnet ist, die für die Steuerung von Bewegungen zuständig sind. Durch den Dopamin-Mangel kommt es zu typischen Symptomen wie Ruhezittern, Muskelsteifigkeit, Bewegungsarmut und instabile Körperhaltung. Die Erkrankung ist bis heute nicht heilbar, jedoch können Medikamente und nicht-medikamentöse Behandlungen die Symptome lindern und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.
Die Auswirkungen von Parkinson auf das Sexualleben werden oft vernachlässigt, obwohl sie einen erheblichen Einfluss auf die Intimität und Sexualität haben können. Sexuelle Probleme treten bei Menschen mit Parkinson etwa doppelt so häufig auf, und das Risiko dafür ist sogar um das 3,5-Fache erhöht. Es ist wichtig, dieses Thema nicht zu tabuisieren und frühzeitig mit den behandelnden Ärzten und Therapeuten zu besprechen, um Unterstützung in verschiedenen Formen zu erhalten.
Was ist Parkinson?
Parkinson ist eine der häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen, bei der es zu einem fortschreitenden Verlust von Nervenzellen kommt. Insbesondere werden Nervenzellen zerstört, die Bewegungsreize vom Gehirn an die Muskeln weiterleiten. Dies äußert sich vor allem durch Symptome wie verlangsamte Bewegung, Zittern in Ruhe und Muskelsteifigkeit. In Deutschland leben etwa 400.000 Menschen mit Parkinson, wobei Männer etwa doppelt so häufig betroffen sind wie Frauen. Die meisten Betroffenen sind zum Zeitpunkt der Diagnose über 60 Jahre alt, aber auch jüngere Menschen können an Parkinson erkranken.
Ursachen von Parkinson
Bei Parkinson sterben fortschreitend Nervenzellen in der Substantia nigra ab, einem Gehirnareal, das für die Steuerung von Bewegungen zuständig ist. Diese Nervenzellen produzieren den Botenstoff Dopamin, der Reizsignale vom Gehirn an die Muskeln weiterleitet. Durch den vermehrten Verlust dieser Zellen kommt es zu einem Dopamin-Mangel, der unter anderem zu verlangsamter Bewegung, Zittern und Muskelsteifigkeit führt. Die genauen Ursachen für das Absterben der Nervenzellen sind bislang nicht vollständig erforscht.
Mediziner unterscheiden im Wesentlichen fünf Formen der Parkinson-Krankheit:
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- Idiopathisches Parkinson-Syndrom: Hier lässt sich keine Ursache für die Erkrankung finden.
- Symptomatisches Parkinson-Syndrom: Bestimmte Medikamente, Umweltgifte und Erkrankungen wie Gehirnverletzungen oder Gehirntumore können Parkinson auslösen.
- Hereditäres Parkinson-Syndrom: In manchen Fällen wird Parkinson vererbt.
- Sporadische Parkinson-Krankheit: Eine Lewy-Körperchen-Demenz führt zum Parkinson-Syndrom.
- Atypisches Parkinson-Syndrom: Parkinson entsteht durch eine andere neurodegenerative Erkrankung als die Lewy-Körperchen-Demenz.
Symptome von Parkinson
Die ersten Anzeichen von Parkinson machen sich meist Jahre vor den typischen Bewegungsbeschwerden bemerkbar. Diese Frühsymptome werden oft nicht als Krankheitszeichen angesehen, sondern dem Altern zugeschrieben. Neben den vier Hauptsymptomen gibt es eine Vielzahl möglicher Begleitsymptome.
Hauptsymptome
- Bewegungsarmut (Bradykinese): Menschen mit Parkinson bewegen sich langsamer und können Bewegungen schlechter steuern.
- Zittern (Tremor): Typischerweise in Ruhe stark ausgeprägt und bessert sich durch gezielte Bewegung.
- Muskelsteifigkeit (Rigor): Muskeln entspannen sich nicht mehr wie gewohnt und werden steif.
- Körperliche (posturale) Instabilität: Störung der aufrechten Körperhaltung durch fehlende Halte- und Stellreflexe.
Begleitsymptome
Weitere Beschwerden bei Parkinson können den ganzen Körper betreffen, beispielsweise die Haut, das Skelett, die Sinnesorgane und die Psyche:
- Reduzierte Mimik
- Veränderte Handschrift
- Gestörte Augen- und Augenlidbewegungen
- Verschwommene Sicht
- Probleme mit dem Sprechen
- Schluckstörung
- Gebückte Körperhaltung
- Geistige (kognitive) Einschränkungen
- Depression und Angststörungen
- Schlafprobleme
- Probleme mit dem Kreislauf, der Verdauung und der Blasenentleerung
- Riechstörungen
- Missempfindungen oder Schmerzen
- Hautveränderungen
Frühsymptome
Als wichtigste Frühsymptome gelten:
- REM-Schlaf-Verhaltensstörung: Anspannung der Muskulatur während des Traumschlafs (REM-Phase), was zu unwillkürlichen Bewegungen führt.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Frühanzeichen von Parkinson auch mit anderen Erkrankungen zusammenhängen können.
Diagnose von Parkinson
Bei Verdacht auf Parkinson ist ein Facharzt für Neurologie die beste Anlaufstelle. Charakteristisch für die Erkrankung sind Symptome wie Bewegungsarmut, Muskelsteifigkeit, Ruhezittern und körperliche Instabilität.
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Körperliche Untersuchung
Der Arzt prüft vor allem das Gangverhalten und die Beweglichkeit. Das Maß der Bewegungsarmut lässt sich ermitteln, indem man zum Beispiel schaut, wie schnell, häufig und in welchem Rhythmus die betreffende Person mit den Fingern klopft oder die Hand nach innen und außen dreht. Aufschluss gibt auch die Art, wie die Arme beim Gehen mitschwingen. Wie steif die Muskeln sind, kann man durch passive Bewegung der Gliedmaßen herausfinden. Das Zittern lässt sich beurteilen, indem die Patientin oder der Patient die Hände ruhig in den Schoss legt. Wie instabil der Körper ist, lässt sich mithilfe eines „Zug-Tests“ prüfen.
Bildgebende Diagnostik
Um andere Erkrankungen auszuschließen, die sich ähnlich äußern wie Parkinson, nutzen Ärzte die kraniale Magnetresonanztomografie (cMRT). Unter bestimmten Umständen kann der Arzt den Einsatz weiterer Verfahren erwägen, zum Beispiel eine Ultraschall-Untersuchung von Nervenzellgewebe oder bestimmte nuklearmedizinische Untersuchungen wie Positronen-Emissions-Tomografie (PET) oder SPECT.
Genetische Untersuchung
Parkinson kann vererbt sein. Kommt die Erkrankung in der Familie gehäuft vor oder erkrankt die Person recht früh im Leben, liegt der Verdacht sehr nahe. Ärzte können auf Wunsch einen Gen-Test anbieten, wenn entweder zwei Verwandte ersten Grades oder ein Verwandter ersten und ein Verwandter zweiten Grades an Parkinson erkrankt sind oder sich die typischen Parkinson-Symptome vor dem 50. Lebensjahr zeigen.
L-Dopa-Test
Des Weiteren können Ärzte einen L-Dopa-Test durchführen, um die Diagnose zu sichern. L-Dopa ist ein gängiges Parkinson-Medikament. Nimmt man es testweise ein und verbessern sich dadurch die Beschwerden deutlich, bestätigt das den Verdacht.
Behandlungsmöglichkeiten bei Parkinson
Die Therapie bei Parkinson setzt sich zusammen aus einer Behandlung mit Medikamenten und nicht medikamentösen Maßnahmen wie Bewegungstherapie. Ziel der Parkinson-Therapie ist es, die Parkinson-Beschwerden bestmöglich zu lindern, die Lebensqualität und Selbstständigkeit im Alltag sowie in Beruf und Familie so lange wie möglich aufrechtzuerhalten, bestehende Begleiterkrankungen angemessen zu behandeln, Komplikationen und Folgeerkrankungen zu vermeiden und eine Pflegebedürftigkeit so gut es geht zu verhindern.
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Medikamentöse Behandlung
In der Behandlung von Parkinson kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz. Zu den häufig eingesetzten Wirkstoffen zählen Levodopa (L-Dopa), nicht ergoline Dopamin-Agonisten (Non-Ergot-Dopamin-Agonisten) und Monoaminoxidase-Inhibitoren (MAO-B-Hemmer). Die Parkinson-Medikamente dienen dazu, die Botenstoffe im Gehirn ins Gleichgewicht zu bringen und so die Bewegung zu verbessern.
Nicht medikamentöse Behandlungen
- Tiefe Hirnstimulation (THS): Sie kommt infrage, wenn Medikamente gar nicht mehr helfen.
- Pallidotomie: Bei diesem Eingriff wird die Hirnregion zerstört, die die Bewegungen kontrolliert.
- Bewegungstherapie: Physiotherapie, Kraftübungen und sportliches Training tragen dazu bei, die Beweglichkeit, die Balance und den Gang zu verbessern.
- Ergotherapie: Unterstützt dabei, möglichst lange selbstständig den Alltag bewältigen und dem Beruf nachgehen zu können.
- Logopädische Maßnahmen: Sie helfen, ein beeinträchtigtes Sprech- und Schluckvermögen zu verbessern.
- Psychotherapeutische Betreuung: Wenn die Erkrankung emotional stark belastet, kann eine Psychotherapie sinnvoll sein.
Parkinson und Sexualität
Parkinson hat Auswirkungen auf viele Bereiche - auch auf das Sexualleben. Typische motorische Symptome wie Zittern, Muskelsteifheit und verlangsamte Bewegungen erschweren oft die körperliche Intimität. Simple Gesten wie Umarmen oder Streicheln kosten mehr Kraft und können sich auch ungewohnt anfühlen. Doch die Herausforderungen beschränken sich nicht auf die Motorik, denn nicht-motorische Symptome spielen eine ebenso wichtige Rolle. Bei vielen Menschen, die an Parkinson erkrankt sind, treten Depressionen und Angstzustände auf - beides kann das sexuelle Verlangen erheblich verringern. Darüber hinaus kann chronische Erschöpfung, die etwa die Hälfte der Parkinson-Patienten betrifft, die für intime Momente benötigte Energie reduzieren. Der zentrale Mechanismus hinter diesen Problemen ist der Dopaminmangel, der durch das Absterben bestimmter Nervenzellen im Gehirn entsteht. Dopamin spielt eine Schlüsselrolle in der Regulierung von Sexualfunktionen wie Libido und Erektion.
Medikamente zur Behandlung von Parkinson können die Sexualität ebenfalls beeinflussen - positiv wie negativ. Während Dopaminagonisten in manchen Fällen die Libido steigern, führen sie in anderen zu sexuellen Problemen, indem sie etwa Nebenwirkungen wie Hypersexualität oder Schwierigkeiten beim Orgasmus mit sich bringen. Jede Person erlebt Parkinson anders. Dennoch treten bestimmte Veränderungen gehäuft auf. Neben den genannten Problemen zeigen sich vor allem Erektionsprobleme, Trockenheit und Scheidenkrämpfe, Orgasmusschwierigkeiten, Veränderungen in der Libido und sexuelle Unzufriedenheit gehäuft bei Menschen mit Parkinson.
Sexuelle Funktionsstörungen bei Männern
Bis zu 80 % der Männer mit Parkinson haben Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder zu halten. Diese Probleme sind durch gestörte neurologische Signale, Gefäßveränderungen oder Medikamente bedingt.
Sexuelle Funktionsstörungen bei Frauen
Hormonelle Faktoren, insbesondere bei älteren Patientinnen, bei denen zusätzlich die natürliche Östrogenproduktion sinkt, spielen eine Rolle bei sexuellen Funktionsstörungen. Parkinson stört auch das autonome Nervensystem, das für die Regulation der Scheidendurchblutung und Feuchtigkeitsbildung mitverantwortlich ist.
Weitere sexuelle Probleme
Muskelsteifheit kann auch den Beckenboden betreffen. Veränderte Nervenreize oder eine verminderte Wahrnehmung können zu einer erhöhten Anspannung im Intimbereich führen. Während viele Betroffene die Lust verlieren, kann eine dopaminerge Therapie in einigen Fällen auch zu zwanghaftem Sexualverhalten führen. Diese unerwünschte Nebenwirkung tritt häufiger bei Männern auf und kann unter allen Dopaminagonisten auftreten. Außerdem können verlangsamte Nervenreaktionen und unerwünschte Nebenwirkungen von Medikamenten das Erreichen eines Höhepunkts erschweren.
Umgang mit sexuellen Problemen bei Parkinson
Die Kombination aus körperlichen Einschränkungen und emotionalen Belastungen führt oft dazu, dass Betroffene und ihre Partner weniger Freude an Intimität empfinden. All diese Veränderungen beeinflussen auch die Dynamik in der Partnerschaft. Partner fühlen sich manchmal überfordert oder unsicher, wie sie mit der Situation umgehen sollen. Besonders wichtig ist es, sexuelle Veränderungen frühzeitig anzusprechen.
Therapieansätze
- Medikamentenanpassung: Wenn Erektionsprobleme oder Libidoverlust mit Parkinson-Medikamenten zusammenhängen, sollte die Dosierung oder der Medikamententyp überprüft werden. Zudem sind für Männer oft PDE-5-Hemmer hilfreich, für Frauen können sich Gleitmittel oder Hormonbehandlungen eignen.
- Behandlung von Nebenbeschwerden: Depressionen, Angst oder Müdigkeit lassen sich mit Psychotherapie und/oder Medikamenten lindern, was das Sexualleben indirekt verbessern kann.
- Physiotherapie: Gezielte Übungen verbessern die Beweglichkeit und erleichtern körperliche Intimität. Physiotherapeuten können Tipps zu geeigneten Stellungen geben. Spezialisierte Sexualtherapie bietet zudem individuelle Lösungen.
- Timing nutzen: In „On-Phasen“, wenn Medikamente optimal wirken und Symptome geringer sind, fällt Sexualität oft leichter. Offene Gespräche sind essenziell, um Bedürfnisse, Ängste und Wünsche zu teilen. Partner können nur ermutigt werden, viel nachzufragen. Die Symptome von Parkinson verändern sich im Krankheitsverlauf und somit auch die sexuellen Bedürfnisse. Daher sind Flexibilität und laufende Kommunikation besonders gefragt.
Kommunikation in der Partnerschaft
Die Beeinträchtigung der Sexualität kann Partnerschaften belasten, doch Studien zeigen, dass positive Aspekte wie Kommunikation, Zärtlichkeit und gemeinsame Aktivitäten nach der Diagnose an Bedeutung gewinnen - besonders bei Frauen. Manche Paare entdecken neue Formen der Intimität wie Kuscheln oder Massagen, die weniger von körperlicher Leistung abhängen.
Hypersexualität bei Parkinson
Bei jüngeren Patienten mit Morbus Parkinson kann durch die Einnahme von Dopaminrezeptor-Agonisten problematische Hypersexualität ausgelöst werden, während sie bei älteren Menschen häufiger mit Demenz in Verbindung gebracht wird. Sexuelle Störungen sind bei Parkinson-Patienten sehr häufig und äußern sich vor allem in einer verminderten sexuellen Aktivität. Ein Dopaminmangel führt zu einer Verringerung der Libido und zu sexuellen Funktionsstörungen. Hypersexualität ist weniger häufig, kann aber das Leben der Patienten und ihrer Familien erheblich beeinträchtigen. Bei jüngeren Patienten wird dieser gesteigerte Sexualtrieb mit der Entwicklung von Impulskontrollstörungen in Verbindung gebracht.
Ursachen und Risikofaktoren
Diese Agonisten wirken auf bestimmte Dopaminrezeptoren in Hirnregionen, die mit der Entwicklung dieser Störungen in Zusammenhang stehen. Diese Medikamente wirken sich eindeutig auf das Belohnungssystem aus, was zu einem fast unwiderstehlichen Drang führt, lustbetonte Verhaltensweisen zu wiederholen. Impulskontrollstörungen treten häufiger bei Männern sowie bei jüngeren und alleinstehenden Personen auf. Eine frühere Sucht, wie Glücksspiel-, Tabak- oder Alkoholsucht, stellt ebenfalls einen bedeutenden Risikofaktor dar, ebenso wie bestimmte Persönlichkeitsmerkmale wie Impulsivität oder eine Vorliebe für Neues und die Suche nach Nervenkitzel.
Prävention und Behandlung
Die Bekämpfung von Hypersexualität bei Patienten mit Morbus Parkinson beginnt mit der Prävention. Bevor ein Dopamin-Agonist verschrieben wird, sollten Risikofaktoren für Impulskontrollstörungen berücksichtigt werden. Patienten, die Dopamin-Agonisten einnehmen, sollten über das Risiko von Impulskontrollstörungen aufgeklärt werden, und ihre Partner sollten konsultiert werden, um frühe Symptome zu erkennen. Treten Impulskontrollstörungen auf, sollte die Behandlung mit Agonisten allmählich reduziert und möglicherweise abgesetzt werden. In Fällen von kriminellen Handlungen sollte eine chemische Kastration durch eine antiandrogene Hormontherapie in Betracht gezogen werden.
Hypersexualität bei älteren Patienten
Hypersexualität tritt auch bei älteren Patienten mit Morbus Parkinson auf, in diesem Fall aufgrund einer Demenz, die zu einer sexuellen Enthemmung führt. Der Betroffene macht möglicherweise unangemessene Bemerkungen, verlangt unnötige Genitalpflege und macht dem Pflegepersonal oder anderen Bewohnern aufdringliche sexuelle Avancen. Es kann ausreichen, den Patienten einfach darauf hinzuweisen, was in seinem Verhalten nicht akzeptabel ist. Ablenkende Aktivitäten, um Langeweile zu vermeiden, können ebenfalls Wirkung zeigen und unangemessene sexuelle Verhaltensweisen verhindern. Es wird empfohlen, Agonisten und MAO-B abzusetzen, auch wenn ältere Patienten mit Demenz im Zusammenhang mit Parkinson im Allgemeinen nur mit L-Dopa behandelt werden.
Erektionsstörungen bei Parkinson
Erektionsstörungen sind eine häufige Begleiterscheinung der Parkinson-Krankheit und betreffen viele Männer. Diese Störungen können nicht nur die Lebensqualität beeinträchtigen, sondern auch die Beziehung zum Partner belasten. Ein besseres Verständnis der Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten kann helfen, besser damit umzugehen.
Ursachen
Sexuelle Funktionsstörungen bei Parkinson können durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht oder verstärkt werden. Ein Mangel am Neurotransmitter Dopamin, Störungen im vegetativen Nervensystem und psychische Faktoren wie Depression, Angst und Stress können Erektionsstörungen verstärken. Auch Medikamente, die zur Behandlung der Parkinson-Krankheit eingesetzt werden, können Erektionsstörungen als Nebenwirkung haben.
Behandlung
Parkinsonbedingte Erektionsstörungen werden häufig durch eine Anpassung der Parkinson-Medikamente mit begleitender Psychotherapie behandelt. Ein wichtiger Durchbruch in der Behandlung dieser spezifischen Probleme war der Einsatz von Sildenafil. Sildenafil hemmt das Enzym PDE-5 und führt zu einer Erweiterung der Gefäße und einer besseren Durchblutung. Die Fähigkeit, eine Erektion zu bekommen und aufrechtzuerhalten, sowie die Qualität des Sexuallebens werden deutlich verbessert. Die Einnahme von PDE-5-Hemmern sollte immer in Absprache mit einer Ärztin oder einem Arzt erfolgen.
Was hilft Menschen mit Parkinson im Alltag?
Parkinson ist eine Erkrankung, die für immer bleibt. Um bestmöglich mit der Erkrankung zu leben, ist eine enge ärztliche Betreuung und der Austausch mit anderen Menschen wichtig. Neben Gesprächen mit Menschen, die einem nahestehen, hilft es, mit Menschen zu reden, die in einer ähnlichen Situation stecken. Eine gute Anlaufstelle dafür sind Selbsthilfegruppen. Kommt man mit bestimmten Dingen allein nicht zurecht, sollte man sich nicht scheuen, andere Menschen um Hilfe zu bitten. Es gibt verschiedene Hilfsmittel, die es ermöglichen, den Alltag selbstständig zu bestreiten.
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