Migräne nach der Geburt: Ursachen und Behandlungen

Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die durch starke Kopfschmerzen, oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, gekennzeichnet ist. Während viele Frauen während der Schwangerschaft eine Besserung ihrer Migräne erfahren, können die hormonellen Veränderungen nach der Geburt bei einigen Frauen zu einem Wiederauftreten oder einer Verschlimmerung der Migräne führen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Migräne nach der Geburt, insbesondere im Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen, und bietet einen Überblick über verschiedene Behandlungsansätze, einschließlich medikamentöser und alternativer Optionen, die während der Stillzeit sicher angewendet werden können.

Hormonelle Schwankungen im Wochenbett als Migräneauslöser

Die Zeit nach der Geburt ist eine Phase intensiver körperlicher und emotionaler Veränderungen. Der Körper heilt, die Gebärmutter bildet sich zurück, und die neuen Erfahrungen müssen verarbeitet werden. In dieser Zeit des Wochenbetts können Hormone und Gefühle Achterbahn fahren. Diese hormonellen Schwankungen können Spannungskopfschmerzen und Migräneattacken auslösen. Bei manchen Frauen, die während der Schwangerschaft von ihrer Migräne verschont blieben, treten die Attacken im Wochenbett wieder auf. Mediziner vermuten, dass die Ursache eventuell im vermehrt ausgeschütteten Hormon Prolaktin liegt, einem Botenstoff, der die Milch in den Brüsten bildet.

Östrogen und Migräne

Hormone sind Botenstoffe, die für die Kommunikation zwischen Organsystemen zuständig sind. Sie werden unter anderem im Gehirn, der Bauchspeicheldrüse oder, wenn es sich um die Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron handelt, in den Eierstöcken beziehungsweise den Hoden gebildet. Hormone übermitteln Informationen und leiten dadurch verschiedene Vorgänge im Körper ein. Verantwortlich für die Kopfschmerzattacken während der Monatsblutung ist wahrscheinlich das Hormon Östrogen. Die Produktion dieses Botenstoffs schwankt im Verlauf des monatlichen Zyklus, der bei den meisten Frauen durchschnittlich 28 Tagen dauert. Bis etwa zur Hälfte des Menstruationszyklus steigt der Östrogenspiegel kontinuierlich an. Anschließend nimmt er leicht ab, um dann ein paar Tage vor der Periode wieder anzusteigen. Mediziner vermuten, dass das plötzliche Absinken des Östrogenspiegels auch den Serotoninspiegel beeinflusst. Das Hormon Östrogen erhöht die Konzentration des Botenstoffs Serotonin im Gehirn. Wird weniger Östrogen produziert, nimmt in der Folge also auch die Menge des „Glückshormons“ Serotonin ab. Zudem schüttet der Körper während der Periode vermehrt Prostaglandin aus, einen Botenstoff, der für das Schmerzentstehen eine wichtige Rolle spielt.

Migräne und der Menstruationszyklus

Migräne während der Periode ist kein Zufall, sondern eine spezielle Form der Migräne, die viele Frauen betrifft. Man spricht von menstrueller Migräne, wenn die Kopfschmerzen in engem Zusammenhang mit der Monatsblutung stehen, also meist ein bis zwei Tage vor Eintritt der Periode bis drei Tage danach. Die Beschwerden sind oft intensiver als bei anderen Migräneformen - mit allem, was dazugehört: pulsierende Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und Übelkeit. Viele Frauen berichten während ihrer Menstruation von besonders intensiven Kopfschmerzen, die länger anhalten als sonst und schwerer zu lindern sind. Häufig beginnt diese menstruelle Migräne ohne Aura - und zieht sich über mehrere Stunden bis hin zu mehreren Tagen. Typisch hierbei sind einseitige, pulsierende Schmerzen, die durch den sinkenden Östrogenspiegel ausgelöst werden. Diese Hormonschwankungen können je nach Alter und Menge des Hormons unterschiedlich starke Beschwerden verursachen. Diese Form der Migräne kann den Alltag spürbar einschränken - gerade dann, wenn man ohnehin schon durch die Periode körperlich gefordert ist. Rund um die Monatsblutung verändert sich im Körper einiges: Insbesondere fällt der Östrogenspiegel kurz vor der Periode rapide ab. Genau dieser Hormonabfall kann das Gehirn empfindlicher für Reize machen und einen Migräneanfall auslösen. Dabei scheint auch der Entzündungsbotenstoff CGRP im Gehirn eine wichtige Rolle zu spielen, da er Schmerzprozesse verstärken kann. Er wird aktuell intensiv in Studien untersucht. Doch nicht nur die Periode selbst wirkt sich aus, sondern auch andere hormonelle Schwankungen, etwa durch die Pille, eine Schwangerschaft, das Alter oder die Wechseljahre, können Einfluss auf die Migräne nehmen. Viele Migränepatientinnen berichten, dass ihre Beschwerden nach der Menopause spürbar abnehmen. Neben den Hormonen gibt es aber auch noch weitere Faktoren, die die Migräne beeinflussen können: Stress, ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus, zu wenig oder unregelmäßige Mahlzeiten - all das kann die Regelmäßigkeit und Stärke der Anfälle zusätzlich beeinflussen.

CGRP und Migräne

Frauen sind dreimal häufiger von Migräne betroffen als Männer. Besonders zahlreiche und heftige Attacken erleben sie rund um die Regelblutung, aber auch bei Eintritt in die Wechseljahre. Dagegen verbessern sich die Symptome in vielen Fällen während der Schwangerschaft, und auch mit Abschluss der Menopause werden die Migräneattacken seltener. Dass Hormonschwankungen mit Migräne in Zusammenhang stehen, ist also seit Langem bekannt. „Aus dem Tiermodell haben wir Hinweise, dass Schwankungen von weiblichen Hormonen - insbesondere von Östrogen - zu einer verstärkten Freisetzung des Entzündungsbotenstoffs CGRP im Gehirn führen“, erklärt Dr. Bianca Raffaelli vom Kopfschmerzzentrum der Klinik für Neurologie mit Experimenteller Neurologie am Charité Campus Mitte, die die Studie geleitet hat. „CGRP steht für ‚Calcitonin Gene-Related Peptide‘ und ist eine körpereigene Substanz, die bei Migräne vermehrt ausgeschüttet wird und die Blutgefäße im Gehirn stark erweitert. Anhand von insgesamt 180 Frauen prüfte die Charité-Forschungsgruppe nun, ob der Zusammenhang zwischen weiblichen Hormonen und der Ausschüttung von CGRP auch beim Menschen besteht. Dazu bestimmten die Forschenden bei Migränepatientinnen zweimal im Verlauf des Zyklus den CGRP-Spiegel, und zwar während der Monatsblutung und zum Zeitpunkt des Eisprungs. Ein Vergleich mit Frauen ohne Migräne belegte: Während der Menstruation ist die Konzentration an CGRP bei Migräne-Betroffenen deutlich höher als bei den gesunden Probandinnen. „Wenn also der Östrogenspiegel zur Einleitung der Periode sinkt, schütten die Migränepatientinnen vermehrt CGRP aus“, sagt Dr. Raffaelli, die auch Fellow des Clinician Scientist Programms ist, das die Charité zusammen mit dem Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) unterhält. Bei Frauen, die die Pille einnehmen, gibt es kaum Schwankungen des Östrogenspiegels. Wie die Forschenden in der aktuellen Studie nachwiesen, verändert sich auch die CGRP-Konzentration im Verlauf des „künstlichen Zyklus“ nicht und ist bei Migränepatientinnen vergleichbar mit der gesunder Frauen. „Auch wenn diese Daten noch durch größere Studien bestätigt werden müssen: Sie deuten darauf hin, dass beim Menschen die Freisetzung von CGRP abhängig vom hormonellen Zustand ist“, resümiert Dr. Raffaelli. „Tatsächlich kann die Einnahme der Pille und das Ende der Wechseljahre manchen Migränepatientinnen Linderung verschaffen. Wie aber aus unserer Studie ersichtlich wird, gibt es Frauen, die auch ohne Hormonschwankungen Migräne bekommen. Wir vermuten, dass bei ihnen andere Prozesse im Körper eine Rolle bei der Entstehung einer Attacke spielen. Aufgrund der zentralen Funktion von CGRP in der Migräneentstehung sind in den letzten Jahren neue Medikamente entwickelt worden, die sich gegen den Botenstoff richten - sogenannte CGRP-Inhibitoren.

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Menstruelle Migräne

Gemäß internationaler Kopfschmerz-Klassifikation wird die menstruelle Migräne folgendermaßen definiert: Bei mindestens zwei von drei aufeinanderfolgenden Zyklen tritt bei der Frau eine Migräneattacke auf und zwar innerhalb von zwei Tagen vor Einsetzen der Regelblutung bis drei Tage danach. Mit dieser strikten zeitlichen Fixierung trifft das aber nur auf einige Patientinnen mit Migräne zu. Ereignen sich die Kopfschmerzanfälle zusätzlich auch noch zu anderen Zeitpunkten im Zyklusverlauf, lautet der medizinisch korrekte Begriff „menstruell assoziierte Migräne“.Betroffene Frauen leiden unter einem anfallsartigen, meist einseitigen, pulsierenden Kopfschmerz. Der Kopfschmerz kann sich mitunter auch beidseitig manifestieren. Außerdem berichten die betroffenen Frauen zusätzlich von Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen sowie Licht- oder Geräuschempfindlichkeit.Meistens macht sich die menstruelle Migräne bereits im zweiten Lebensjahrzehnt bemerkbar und erreicht um das 40. Lebensjahr herum ihr Maximum.

Migräne mit und ohne Aura

In Europa leidet etwa jede siebte Frau im Alter von 40 Jahren an Migräne. Dabei unterscheidet man zwischen einer Migräne mit Aura und ohne Aura. Von einer Aura spricht man, wenn es vor dem Migräneanfall zu neurologischen Störungen kommt. Das heißt, das Sehvermögen, die Wahrnehmung, das Gleichgewicht oder die Bewegungsfähigkeit sind beeinträchtigt. Gelegentlich kommt es auch zu Wortfindungsstörungen. Eine Aura dauert nur selten länger als eine Stunde an. Ein Zusammenhang zwischen Zyklus und Migräne besteht bemerkenswerterweise vor allem bei der Migräne ohne eine solche Aura. Die Abgrenzung zwischen einer Migräne ohne Aura und Spannungskopfschmerz kann schwierig sein. Deshalb soll die Diagnose „menstruelle Migräne“ laut der ärztlichen Leitlinien frühestens nach fünf erlittenen Attacken erfolgen. Zumal betroffene Frauen auch oft einen Zusammenhang zwischen Menstruation und Migräne sehen, den es gar nicht gibt. Das zeigen wissenschaftliche Studien, in denen die Teilnehmerinnen ein Kopfschmerztagebuch führten. Die menstruelle Migräne ist häufig stärker ausgeprägt, hat mehr Begleitsymptome im Schlepptau und ist schwieriger zu behandeln als andere Migräneformen. Zwei gute Nachrichten gibt es aber auch: Schwangere werden von den Migräneattacken weitgehend verschont, umso mehr, je enger diese an die Menstruation gekoppelt sind. Wenn die Menopause abgeschlossen ist, kann sich das Leiden bessern oder sogar ganz verschwinden. Bei der Entstehung der menstruellen Migräneattacken scheint der - vor der Periode einsetzende - Abfall zuvor hoher Hormonkonzentrationen (Östrogen, Gelbkörperhormone) im Blut eine auslösende Rolle zu spielen. Es gibt außerdem Hinweise auf Störungen in der Schmerzregulierung und im Prostaglandin- und Serotoninstoffwechsel. Inwiefern diese Störungen und die hormonellen Veränderungen aber im Detail für die Schmerzen verantwortlich sind, ist noch unklar. Die Genetik dürfte auch ein Wörtchen mitzureden haben. Ebenso die Epigenetik, also die Umstände, die das Ablesen der Erbinformation beeinflussen. Hier sind unter anderem psychosomatische Aspekte relevant, bei denen es um die Beziehung zwischen Körper und Seele geht - etwa beim Stressverhalten, das individuell sehr unterschiedlich gelebt wird. Stellt man beispielsweise mehreren Frauen die Frage, welchen Einfluss Stress auf ihren Körper hat, wird man keine einheitliche Antwort bekommen. Die einen kommen mit Stress gut zurecht, während bei den anderen Frauen Symptome wie Kopfschmerzen auftreten.

Migräne und Stillzeit

Bei vielen Frauen, die Migräne haben, verringert sich die Schwere und Häufigkeit der Kopfschmerz- oder Migräne-Attacken während der Stillzeit. Der Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, Christian Albring sagt dazu: Bei vielen Migräne-Patient:innen hat Stillen einen positiven Effekt auf die Erkrankung und kann daher auch vor diesem Hintergrund nur empfohlen werden. Das geht allerdings nicht allen so, bei einigen Betroffenen lösen die mit dem Stillen einhergehenden hormonellen Schwankungen zusätzlich Attacken aus. Es scheint also - wie so oft bei Migräne und Kopfschmerzen - sehr unterschiedlich und von Person zu Person anders zu sein.

Medikamentöse Behandlung von Migräne während der Stillzeit

Ebenso wie in der Schwangerschaft, soll man auch in der Stillzeit möglichst auf medikamentöse Methoden zur Migränebehandlung verzichten und auf sanftere Alternativen zurückgreifen. Muss doch ein Schmerzmittel her, sind Ibuprofen oder Paracetamol das Mittel der Wahl. In Ausnahmefällen - und nur unter ärztlicher Überwachung und Anleitung - kann Sumatriptan eingenommen werden. Jegliche Medikamenteneinnahme sollte aber immer immer mit dem Arzt besprochen werden.

Akute Behandlung

Grundsätzlich gilt: Akute menstruell bedingte Migräneattacken werden genauso behandelt wie andere Migräneattacken. Dabei liegt der Fokus auf einer möglichst effektiven und individuellen Schmerzlinderung. Auch haben viele Frauen bei leichten Beschwerden positive Erfahrungen mit nicht-medikamentösen Methoden gesammelt. Bei starken Beschwerden helfen Medikamente, um den Anfall zu unterbrechen und durchzustehen. Dazu zählen Schmerzmittel wie ASS, Ibuprofen oder die Kombination aus ASS, Paracetamol und Koffein, die möglichst am Anfang der Attacke eingenommen werden sollten. Darüber hinaus gibt es auch spezielle Migränemittel wie Triptane. Helfen diese Medikamente nicht, werden sie nicht vertragen oder können sie aus anderen Gründen nicht eingenommen werden, können auch sogenannte CGRP-Inhibitoren in Betracht gezogen werden. Opioide sollten nicht verwendet werden. Zu beachten ist, dass ein übermäßiger Gebrauch von Schmerzmitteln dazu führen kann, dass Kopfschmerzen chronisch werden. Deshalb sollte die Einnahme von Medikamenten immer mit den behandelnden Expertinnen und Experten abgeklärt werden.

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Triptane

Triptane sind Medikamente, die speziell für die Behandlung von Migräne entwickelt wurden. Sie verengen gezielt die Blutgefäße in den Hirnhäuten und unterbrechen damit den Migräneanfall. Dabei wirken sie nicht nur gegen die Schmerzen, sondern auch gegen Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Die Medikamente sind als Tabletten, Zäpfchen, Nasenspray und Injektion erhältlich. Bei anderen Kopfschmerzarten sind sie meist wirkungslos.

Medikamente gegen Übelkeit

Gegen Übelkeit und Erbrechen empfiehlt die Leitlinie Medikamente, die als Wirkstoff Metoclopramid oder Domperidon enthalten. Die beiden sogenannten Antiemetika bessern nicht nur die Begleitsymptome von hormonellen Kopfschmerzen, sondern regen auch die Peristaltik des Magen-Darm-Traktes an.

Alternative Maßnahmen bei Migräne in der Stillzeit

Regelmäßige Bewegung, eine ausgeglichene Lebensführung, regelmäßige Mahlzeiten und Entspannungsübungen können vorbeugend wirken und die Häufigkeit und Schwere von Migräneattacken verbessern.

Regelmäßigkeit

Eine ausgeglichene Lebensführung ist bei Migräne immer von Vorteil. Regelmäßige Schlafzeiten oder eine gute Schlafqualität sind in der Stillzeit eher Glückssache, aber zum Beispiel kann man auf regelmäßige Einschlafzeiten und Mahlzeiten achten. Solche potentiellen Auslöser behält man am besten mit einem Kopfschmerztagebuch im Blick - analog, digital oder per App.

Ernährung

Neuere Studien haben Zusammenhänge zwischen unserem Zuckerstoffwechsel und Migräne festgestellt. Besonders stark schwankende Blutzuckerreaktionen nach dem Essen können auf mehreren Ebenen Migräneanfälle fördern. Eine niedrig-glykämische Ernährung, die den Blutzucker eher niedrig und stabil hält, ist daher eine effektive Migräneprophylaxe.

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Entspannungsübungen

Durch gezieltes Entspannungstraining, wie z.B. Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Autogenem Training oder Atem-Meditation, kann sich die Muskulatur entspannen, Stresshormone abgebaut und körpereigene Schmerzabwehrsysteme regeneriert werden.

Ausdauersport

Ausdauersport ist ebenfalls eine gute Methode, um Migräne- und Kopfschmerz-Attacken vorzubeugen. Mit Schwimmen, Radfahren, Walking oder leichtem Joggen kann man ja bereits in den ersten Monaten nach der Geburt wieder beginnen. Erfolge können sich jedoch bei solchen alternativen Behandlungsmethoden nur dann einstellen, wenn die Übungen regelmäßig über einen längeren Zeitraum ausgeführt werden.

Akupunktur

Akupunktur zeigt bei einigen ebenfalls eine gute Wirksamkeit in der Schwangerschaft und Stillzeit, und kann ohne weitere Bedenken angewandt werden.

Magnesium

Hochdosiertes Magnesium kann ebenso in der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden. Das Nahrungsergänzungsmittel entspannt die Muskeln, wirkt entzündungshemmend, stabilisiert den Blutdruck und beruhigt das Nervensystem. Außerdem können kühlende Kompressen, sanfte Gesichtsmassagen und beruhigende ätherische Öle (wie Pfefferminz- oder Lavendelöl) zur Linderung beitragen.

Ätherische Öle

Ätherische Öle können Babys schaden! Olbas, ein ätherisches Öl bestehend aus Pfefferminz-, Cajeput-, und Eukalyptusöl hilft mir persönlich immer super bei meinen Attacken. Großzügig trage ich das Öl auf meine Stirn, Schläfen und Nacken auf. Das war in der Schwangerschaft, neben Magnesium, das Einzige, das mir half, trotz der Schmerzen in den Schlaf zu finden. Nichts ahnend benutzte ich Olbas weiterhin auch in der Stillzeit. Bis mein Baby einen trockenen Reizhusten bekam. Da es aber sonst keinerlei Erkältungssymptome zeigte, ging ich davon aus, dass eventuell das Öl der Übeltäter sein könnte. Nach Absprache mit meiner Hebamme und meinem Kinderarzt fand ich heraus, dass ätherische Öle wie Eukalyptus-, Menthol-, Thymian-, Kampfer-, Fichten- oder Terpentinöl (die übrigens auch häufig in Erkältungstropfen oder -salben enthalten sind) schwere gesundheitliche Schäden bei Babys und Kleinkindern hervorrufen können. Bereits wenige Tropfen unverdünnter ätherischer Öle in Mund oder Nase des Kleinkindes können die Atemwege reizen und sogar lebensbedrohliche Verkrampfungen des Kehlkopfes und Atemstillstand verursachen.

Natürliche Mittel gegen Kopfschmerzen in der Stillzeit

Kopfschmerzen in der Stillzeit können infolge der hormonellen Umstellungen nach der Geburt vermehrt auftreten. Weitere Faktoren wie Schlafmangel, Stress oder Flüssigkeitsmangel können die Entstehung von Kopfschmerzen zusätzlich begünstigen. Damit Sie Ihrem Baby nicht unnötig schaden, sollten Sie so gut es geht auf Schmerzmittel verzichten und erst einmal zu natürlichen Behandlungsmethoden greifen. Die Zeit nach der Geburt ist für Mütter ohnehin schon von großen Veränderungen und Herausforderungen geprägt: Der Körper erholt sich von den Strapazen der Geburt, der Hormonhaushalt stellt sich um, Schlafmangel ist allgegenwärtig. Je nach Ursache lassen sich die Kopfschmerzen zum Glück gut mit natürlichen Mitteln lindern. Viele der bekannten Hausmittel bei Kopfschmerzen und Migräne können auch in der Stillzeit angewendet werden, da sie Ihrem Baby nicht schaden. Pfefferminzöl ist bekannt für seine positive Wirkung bei Kopfschmerzen. Der schmerzlindernde Effekt konnte bereits in mehreren Studien nachgewiesen werden und gilt sogar als vergleichbar mit der Einnahme von Acetylsalicylsäure oder Paracetamol. Das Pfefferminzöl hat einen kühlenden Effekt, da es die Kälterezeptoren der Haut anregt. Tragen Sie die Pfefferminzlösung vorsichtig auf die Haut im Bereich der Schläfen, der Stirn und im Nacken auf. Alternativ können Sie einige Tropfen ätherisches Pfefferminzöl mit einem neutralen Trägeröl wie zum Beispiel Olivenöl vermischen und auf die Hautstellen auftragen. Bitte beachten Sie, dass der direkte Kontakt mit Ihrem Baby vermieden werden sollte, da es sonst zu Reizungen seiner Haut oder Atemwege kommen kann. Waschen Sie sich also nach dem Auftragen gründlich die Hände. Ein häufiger Grund für Kopfschmerzen ist Flüssigkeitsmangel. Dementsprechend kann es helfen, bei Kopfschmerzen viel zu trinken, vor allem da Sie beim Stillen ohnehin einen erhöhten Flüssigkeitsbedarf haben. Bei Kopfschmerzen und Migräne wird Kälte häufig als angenehm und schmerzlindernd empfunden. Kalte Wickel oder Kompressen im Bereich der Stirn, der Schläfen oder im Nacken können deshalb helfen, die Beschwerden zu lindern. Kopfschmerzen können auch durch Verspannungen im Nacken, Rücken oder Kieferbereich verursacht werden. Grund ist häufig eine Überbeanspruchung oder Verhärtung der Muskulatur, zum Beispiel durch eine Fehlhaltung oder einseitige Belastung, wie es beim Stillen oder Tragen des Babys der Fall sein kann. Eine Wärmflasche oder ein warmes Kirschkernkissen auf der verhärteten Muskulatur fördert die Durchblutung in diesem Bereich und hilft das verkrampfte Gewebe zu entspannen. Ein paar sanfte Dehnübungen und Entspannungstechniken (z. B. Die Traditionelle Chinesische Medizin gilt als ganzheitliche Therapiemethode und wird gerne zur alternativen Behandlung von Schmerzen eingesetzt. Vor allem Akupunktur und Akupressur sollen sich bei Kopfschmerzen positiv auswirken und können auch in der Stillzeit angewendet werden. Dabei werden bestimmte Punkte am Körper gedrückt (Akupressur) oder mit feinen Nadeln stimuliert (Akupunktur), wodurch die Schmerzintensität sowie auch die Häufigkeit von Kopfschmerzanfällen gelindert werden sollen.

Migräneprophylaxe

Eine wichtige Säule in der Behandlung von hormonellen Kopfschmerzen ist die vorbeugende Behandlung. Es ist bekannt, dass bestimmte Auslöser eine Migräne begünstigen können. Folgende Tipps können helfen, Migräneattacken vorzubeugen oder sie abzuschwächen:

  • Kurz vor und während der Periode auf Alkohol verzichten.
  • Auf einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus achten. Also möglichst zur selben Zeit ins Bett gehen und aufstehen. Auch ausreichend Schlaf ist wichtig.
  • Stress vermeiden. Entspannungstechniken wie progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder Yoga können dabei helfen, mit Stress besser umzugehen.
  • Ausdauersportarten wie Radfahren, Joggen oder Schwimmen haben sich als wirksam bei der Vorbeugung von Migräne erwiesen.
  • Das Führen eines Kopfschmerzkalenders kann helfen, auslösende Faktoren zu erkennen und den Erfolg der eingesetzten Medikamente zu bewerten.

Migräneprophylaxe mit der sinCephalea App

Die digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) sinCephalea Migräneprophylaxe möchte dich bei dieser Form der natürlichen Migränevorbeugung unterstützen. Während der Testphase kannst du mittels der App und eines Blutzuckersensors herausfinden, wie dein Blutzucker auf deine Lieblings-Mahlzeiten und auf gewisse Lebensmittel reagiert. Im Anschluß erhältst du individuell auf dich angepasste Ernährungsempfehlungen und kannst die Lebensmittel bevorzugen, die eine optimale, niedrig-stabile Blutzuckerantwort bei dir hervorrufen. Du kannst dir die App auf Rezept sinCephalea von behandelnden Ärzt:innen, Psychotherapeut:innen oder bequem von zuhause per Videosprechstunde von unseren telemedizinischen Partner TeleClinic verschreiben lassen. Die Kosten für die App werden von den Krankenkassen übernommen. Da dein Blutzucker während der Schwangerschaft, der Stillzeit und danach jedoch ganz unterschiedlich reagieren kann, empfehlen wir dir die Testphase ruhig in jeder Phase einmal durchzuführen. Du kannst dir die App auf Rezept alle drei Monate erneut verschreiben lassen.

Was können Frauen noch tun?

Bei einem akuten Migräneanfall kann es helfen, sich zurückzuziehen. Im besten Fall in einen ruhigen Raum, der sich abdunkeln lässt. Ob Radfahren, Joggen oder Schwimmen - probieren Sie aus, was Ihnen guttut.

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