Die neurologische Versorgung in Pforzheim und Umgebung wird durch verschiedene Facharztpraxen und Kliniken gewährleistet. Diese bieten ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen für Patienten mit neurologischen Erkrankungen. Dieser Artikel soll einen Überblick über die verschiedenen Aspekte der neurologischen Versorgung in der Region geben.
Neurologische Facharztpraxen in Pforzheim
In Pforzheim und Umgebung gibt es mehrere neurologische Facharztpraxen, die eine ambulante Versorgung anbieten. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg bietet eine detaillierte Recherchemöglichkeit, um niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten zu finden, die gesetzlich versicherte Patienten behandeln.
Ein Beispiel für eine solche Praxis ist die Facharztpraxis für Neurologie und Psychiatrie von Dr. Andreas Stockert in Pforzheim. Die Praxis legt Wert auf Barrierefreiheit und bietet rollstuhlgerechte Zugänge, Parkplätze und WCs sowie eine Unisex-Toilette. Das Team ist LGBTQ+-freundlich und bietet Unterstützung in verschiedenen Sprachen. Termine werden ausschließlich nach Vereinbarung vergeben, um eine individuelle und ungestörte Behandlung zu gewährleisten.
Dr. Andreas Stockert & Dr. med. Rettenmayr
Die Gemeinschaftspraxis von Dr. Andreas Stockert & Dr. med. Rettenmayr in der Mühlstr. bietet neurologische und psychiatrische Versorgung.
Diagnostische Verfahren in der Neurologie
Neurologische Fachärzte setzen verschiedene diagnostische Verfahren ein, um neurologische Erkrankungen zu erkennen und zu beurteilen. Zu den wichtigsten gehören:
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- Elektroenzephalographie (EEG): Eine Methode zur Ableitung der elektrischen Hirnströme. Elektroden werden auf der Kopfhaut platziert, um die elektrischen Ströme des Gehirns zu erfassen. Das EEG ist die wichtigste Untersuchung zur Diagnosestellung von Epilepsien.
- Elektromyographie (EMG): Eine Untersuchung zur Funktionsfähigkeit des Muskels. Mit einer dünnen Nadel wird in den Muskel eingestochen, um elektrische Ladungen abzuleiten und zu untersuchen. Diese Methode wird bei verschiedenen Muskelkrankheiten eingesetzt, wie z.B. ALS oder Myopathien. Das elektromyographisch gemessene Aktivitätsmuster hilft bei der Unterscheidung und Zuordnung von muskulär und nervlich bedingten Erkrankungen.
- Elektroneurographie (NLG): Messung der Nervenleitgeschwindigkeit zur Untersuchung von Nerven an Armen und Beinen, z.B. beim Karpaltunnelsyndrom. Die Elektroneurographie hilft bei der Untersuchung, Zuordnung und Verlaufsbeobachtung von verschiedenen Nerven- und Muskelerkrankungen. Im Bedarfsfall wird sie mit der Elektromyographie kombiniert.
- Evozierte Potentiale (SEP, VEP, AEP): Elektrische Spezialuntersuchungen für komplexere Schäden an Nerven, am Rückenmark oder auch am Sehnerv. SEP steht für Sensibel-evozierte-Potentiale, VEP für visuell-evozierte-Potentiale und AEP für akustisch evozierte Potentiale. Besonders Patienten mit MS oder Rückenmarkschädigungen werden mit diesen Methoden untersucht.
- Ultraschall der Halsschlagader: Mit Ultraschalltechnik wird die Halsschlagader untersucht, um nach Verkalkungen oder Verengungen zu suchen, die das Gehirn versorgen. Diese Untersuchung ist wichtig zur Abklärung bei Schlaganfallpatienten. In der neurologischen Gefäßultraschalldiagnostik werden hauptsächlich Verengungen (Stenosen), Verschlüsse, aber auch Umgehungskreisläufe beurteilt.
- Neuropsychologische Testung: Eine Reihe von unterschiedlichen psychologischen Tests zur Abklärung z.B. einer Alzheimer-Krankheit.
Behandlungsschwerpunkte
Die neurologischen Facharztpraxen und Kliniken in Pforzheim und Umgebung behandeln ein breites Spektrum an neurologischen Erkrankungen. Zu den häufigsten gehören:
- Schlaganfall: Als zertifiziertes Schlaganfallzentrum (Stroke Unit) bieten Kliniken in der Region schnelle Diagnostik und individuelle Behandlung von Schlaganfallpatienten. Eine Stroke Unit ist eine Station, auf der ausschließlich Patient:innen mit Schlaganfall versorgt werden. Die Akutbehandlung umfasst Medikamente zur Lösung von Verstopfungen im Gehirn, die innerhalb der ersten vier Stunden nach dem Ereignis verabreicht werden müssen. Manchmal ist auch ein operativer Eingriff notwendig. Die Rehabilitation zielt darauf ab, verlorene Fähigkeiten wiederzuerlangen und weitere Schlaganfälle zu vermeiden.
- Multiple Sklerose (MS): Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems. Es wird das komplette Spektrum der Diagnostik und Therapie bei neurologischen Autoimmunerkrankungen angeboten. Einige Praxen bieten spezielle Sprechstunden mit MS-Nurses an, in denen spezifische Fragen zur Medikation, Behandlung und zum alltäglichen Umgang mit der Erkrankung erörtert werden können.
- Parkinson-Erkrankung: Auch für Patienten mit Parkinson-Erkrankungen gibt es spezielle Sprechstunden mit Parkinson-Nurses, in denen Fragen zur Medikation, Behandlung und zum alltäglichen Umgang mit der Erkrankung beantwortet werden.
- Epilepsie: Die Elektroenzephalographie ist die wichtigste Untersuchung in der Diagnosestellung der Epilepsien.
- Periphere Nervenerkrankungen: Hierzu gehören Nervenverletzungen, -entzündungen und Engpasssyndrome wie das Karpaltunnelsyndrom.
Kooperationen und Netzwerke
Die neurologischen Fachärzte und Kliniken in Pforzheim und Umgebung arbeiten oft mit anderen medizinischen Einrichtungen und Berufsgruppen zusammen, um eine umfassende Versorgung der Patienten zu gewährleisten. Dazu gehören beispielsweise:
- Rehakliniken: Für die Rehabilitation nach einem Schlaganfall oder anderen neurologischen Erkrankungen arbeiten die Kliniken mit Rehakliniken in der Umgebung zusammen.
- Pflegeheime: Einige Ärzte behandeln auch Bewohner in verschiedenen Pflegeheimen in der Umgebung.
- Andere Fachärzte: Die Zusammenarbeit mit anderen Fachärzten, wie z.B. Radiologen oder Psychiatern, ist wichtig für eine umfassende Diagnostik und Behandlung.
Offene Sprechstunden
Einige neurologische Praxen bieten offene Sprechstunden an, in denen Patienten ohne vorherige Terminvereinbarung behandelt werden können. Dies ermöglicht eine schnelle Konsultation bei akuten Beschwerden. Allerdings kann es aufgrund des hohen Andrangs zu längeren Wartezeiten kommen. Einige Praxen haben auch eine Wohngebietseingrenzung für die offene Sprechstunde, um eine Überlastung zu vermeiden.
Digitale Angebote
Viele neurologische Praxen nutzen digitale Technologien, um die Patientenversorgung zu verbessern. Dazu gehören beispielsweise:
- Online-Terminvereinbarung: Viele Praxen bieten die Möglichkeit, Termine online zu vereinbaren.
- Digitaler Telefonassistent: Einige Praxen setzen digitale Telefonassistenten ein, um Anrufe entgegenzunehmen und Anliegen zu bearbeiten.
- Elektronische Patientenakte (ePA): Ab Herbst 2025 soll die neue elektronische Patientenakte für alle Patienten verfügbar sein.
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