Der Artikel untersucht das Thema außerirdischer Intelligenz und deren Darstellung in verschiedenen Science-Fiction-Filmen, wobei Bezüge zur realen wissenschaftlichen Debatte um den Kontakt mit Außerirdischen hergestellt werden.
Einführung: Die Faszination des Unbekannten
Die Frage, ob es Leben außerhalb der Erde gibt, beschäftigt die Menschheit seit Jahrhunderten. Science-Fiction-Filme haben diese Faszination aufgegriffen und unzählige Szenarien des Kontakts mit außerirdischen Zivilisationen entworfen. Diese reichen von freundschaftlichen Begegnungen bis hin zu feindseligen Invasionen. Die Diskussion um die Suche nach außerirdischer Intelligenz (Search for Extraterrestrial Intelligence, SETI) und das gezielte Senden von Nachrichten (Messaging Extraterrestrial Intelligence, METI) spiegelt sich auch in der filmischen Auseinandersetzung mit dem Thema wider.
"Battleship": Eine filmische Auseinandersetzung mit dem Erstkontakt
Der Science-Fiction-Blockbuster "Battleship" aus dem Jahr 2012 bietet einen unterhaltsamen, wenn auch nicht immer ganz ernst zu nehmenden Beitrag zur Debatte um den Kontakt mit Außerirdischen.
Die Handlung: Ein Funksignal und seine Folgen
Der Film beginnt mit dem Senden eines Funksignals an einen erdähnlichen Exoplaneten. Sechs Jahre später taucht als Antwort eine außerirdische Militärmacht auf der Erde auf. Dieses Szenario greift die Warnungen prominenter Wissenschaftler auf, die vor den potenziellen Gefahren eines unbedachten Kontakts mit Außerirdischen warnen.
Wissenschaftliche Beratung und realistische Elemente
Obwohl "Battleship" in erster Linie ein Actionfilm ist, haben sich die Produzenten zumindest ansatzweise wissenschaftlich beraten lassen. Die Darstellung der Aliens als humanoide Zweibeiner, die unter einem schwächeren Zentralgestirn aufgewachsen sind, und ihre quadratischen Handflächen mit je einem Finger an jeder Ecke sind biomechanisch durchaus denkbar. Zudem sind die Aliens nicht von blindem Zerstörungswillen getrieben, sondern agieren diszipliniert und zielstrebig.
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Was wir aus "Battleship" lernen können
"Battleship" zeigt auf unterhaltsame Weise, dass auch Aliens "nur Menschen" sind. Ihre Invasion scheitert, weil eines ihrer Raumschiffe abstürzt und sie improvisieren müssen. Die beeindruckende CGI-Technik trägt zur Glaubwürdigkeit des Films bei.
Die Debatte um METI: Ein riskantes Unterfangen?
Die im Film dargestellte Situation spiegelt die aktuelle Debatte um METI wider. Während Douglas Vakoch, Gründer von METI International, einen Gruß an mögliche Aliens ins All schicken will, warnen andere Experten vor den unvorhersehbaren Folgen.
Die Ureinwohner-Perspektive: Eine Warnung vor blauäugigem Optimismus
Im Februar 2015 nahmen unter anderem Elon Musk und der Science-Fiction-Autor Gregory Benford die Ureinwohner-Perspektive ein und plädierten dafür, keine Einladungen ins Weltall zu verschicken, ohne vorher eine ausführliche gesellschaftliche Debatte zu initiieren. Sie betonten, dass die Reaktionen außerirdischer Intelligenzen auf eine Nachricht von der Erde unvorhersehbar seien und man nichts über ihre Absichten und Fähigkeiten wisse.
Die Risiken einer Kontaktaufnahme: Ein Blick in mögliche Szenarien
Auch Stephen Hawking wies bereits 2010 darauf hin, dass der Kontakt mit Europäern auch für die Ureinwohner Amerikas kein gutes Ende genommen habe. Douglas Vakoch hingegen will Aliens an unseren Tisch bitten, ohne zu wissen, ob sie uns als Gastgeber oder als Hauptgericht betrachten. In der Realität sind auch schlimmere Szenarien denkbar, da der immense Energieaufwand für eine solche Reise kaum allein durch den Wunsch nach Kontaktaufnahme zu neuen Nachbarn zu rechtfertigen wäre.
Aliens als Spiegel der menschlichen Ängste und Hoffnungen
Science-Fiction-Filme spiegeln oft die Ängste und Hoffnungen ihrer Entstehungszeit wider. Die Darstellung von Aliens als Bedrohung des menschlichen Willens oder als glibbrige Masse, die sich von Menschen ernährt, findet sich in Klassikern wie "Blob - Schrecken ohne Namen" und "Invasion der Körperfresser". Freundliche Außerirdische, die der Menschheit zu einer höheren Daseinsebene verhelfen, werden hingegen in Filmen wie "Die unheimliche Begegnung der dritten Art" und "Contact" dargestellt.
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"Skyline": Eine Alieninvasion aus der Froschperspektive
Der Science-Fiction-Film "Skyline" aus dem Jahr 2010 zeigt eine Alieninvasion aus der Perspektive einer Gruppe von Menschen, die in Los Angeles festsitzen.
Handlung und Effekte: Ein Low-Budget-Spektakel
Der Film wurde mit einem relativ geringen Budget produziert, was sich in den Effekten bemerkbar macht. Trotzdem bietet "Skyline" einige beeindruckende Bilder von Mutterschiffen, Alien-Panzern und fliegenden Tentakel-Erntern.
Kritik und Vorbilder: Ein Sammelsurium bekannter Motive
"Skyline" wurde von Kritikern oft als einfallslos und zusammengeklaut kritisiert. Der Film bedient sich bekannter Motive aus "Independence Day", "Krieg der Welten" und "Cloverfield". Die Charaktere sind blass und die Dialoge hölzern.
Die Aliens: Gehirne als Steuerungseinheiten
In "Skyline" werden die Gehirne der entführten Menschen als Steuerungseinheiten für die Alien-Maschinen verwendet. Dieses Motiv des "Alien-Gehirns" findet sich auch in anderen Science-Fiction-Filmen.
"Alien vs. Predator": Wenn zwei Monster aufeinander losgelassen werden
Der Film "Alien vs. Predator" vereint die Weltraummonster aus der "Alien"-Reihe mit den High-Tech-Metzlern aus den "Predator"-Filmen.
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Handlung und Kritik: Trashiges Spektakel mit Schwächen
"Alien vs. Predator" ist ein trashiges und völlig sinnfreies Spektakel, das aber über weite Strecken unterhaltsam ist. Der Film wurde von Kritikern jedoch auseinandergenommen.
Die Jagd in der Pyramide: Eine tödliche Falle
In "Alien vs. Predator" entdecken Wissenschaftler in der Antarktis eine Pyramide, in der Aliens und Predators aufeinandertreffen. Die Forscher geraten in eine tödliche Falle.
"Planet des Grauens": Ein riesiges Gehirn im All
Der Horrorfilm "Planet des Grauens" (auch bekannt als "The Green Slime") aus dem Jahr 1968 erzählt die Geschichte eines riesigen Gehirns, das im All entdeckt wird und die Erde bedroht.
Handlung: Ein Planet als Lebewesen
Ein unbekannter Planet rast auf die Erde zu und löst Naturkatastrophen aus. Commander Rod Jackson und seine Crew erhalten die Aufgabe, den Planeten zu erkunden. Dabei stellt sich heraus, dass der Planet eine Art riesiges Gehirn ist, das alles verschlingt, was ihm zu nahe kommt.
Die Zerstörung des Planeten: Eine Antimaterie-Bombe als Lösung
Commander Jackson beschließt, den bedrohlichen Planetoiden mit einer Antimaterie-Bombe zu zerstören. Dieses Szenario des "Alien-Gehirns" als Bedrohung für die Erde ist ein wiederkehrendes Motiv in der Science-Fiction.
"Arrival": Sprache als Schlüssel zur Verständigung
Der Film "Arrival" aus dem Jahr 2016 erzählt die Geschichte der Linguistin Louise Banks, die im Auftrag des US-Militärs Kontakt zu Außerirdischen herstellen soll.
Handlung: Zwölf Raumschiffe und eine fremde Sprache
Zwölf muschelförmige Raumschiffe landen gleichzeitig in unterschiedlichen Regionen der Welt. Es gibt keine Verständigung mit den Aliens. Louise Banks und der Mathematiker Ian Donnelly sollen im Auftrag des US-Militärs Kontakt herstellen.
Sprache als Grundlage der Zivilisation: Ein alternativer Zeitbegriff
Louise Banks entdeckt, dass die Sprache der Aliens ein anderes Verständnis von der Natur der Zeit hat. Sie lernt, die Logogramme der Aliens zu dechiffrieren und verändert dadurch ihr Bewusstsein.
Die Gabe der Erinnerung an die Zukunft: Ein dramatisches Finale
Louise Banks erhält die Gabe, sich an die Zukunft zu erinnern. Sie erkennt, dass sie die Menschen dazu bringen kann, die Aliens in 3000 Jahren vor dem Aussterben zu bewahren.
Ein menschliches, universales Thema: Liebe und Verständigung
"Arrival" verarbeitet auf überzeugende Weise ein sehr menschliches, universales Thema: Ist ein Leben noch lebenswert, das vor einem unabwendbaren Verlust steht? Der Film zeigt, dass Liebe und Verständigung der Weg zur Erfüllung sind.
"Paul - Ein Alien auf der Flucht": Humorvolle Begegnung der dritten Art
Der Film "Paul - Ein Alien auf der Flucht" (2011) erzählt die Geschichte zweier britischer Comic-Fans, die in den USA ein Alien namens Paul treffen.
Handlung: Ein Alien auf der Flucht und zwei Nerds als Helfer
Zwei britische Nerds treffen auf der Comic-Con in San Diego ein Alien namens Paul, das seit 60 Jahren in Militärgewahrsam ist und nun auf der Flucht ist. Die beiden Comic-Fans helfen Paul, zu seinem Mutterschiff zurückzukehren.
Klischees und Humor: Eine Persiflage auf Science-Fiction-Motive
"Paul" ist eine humorvolle Persiflage auf Science-Fiction-Motive und amerikanische Klischees. Das Alien Paul benimmt sich wie ein sorgloser Hippie und erweitert das Bewusstsein seiner beiden Fahrer.
Die Rolle des Aliens: Berater der Filmindustrie und Erfinder von Fox Mulder
Paul gibt an, seit sechzig Jahren mit den Menschen zu kollaborieren und die amerikanische Filmbranche zu beraten. Er behauptet, Spielberg beraten und den "Akte-X"-Agenten Fox Mulder erfunden zu haben.
DDR-Science-Fiction: Ein sozialistisch geprägter Blick in die Zukunft
Die Zeise-Kinos zeigten im Rahmen einer Filmreihe auch zwei selten gezeigte DDR-Produktionen, die ihren eigenen, sozialistisch geprägten Blick in die Zukunft werfen: "Eolomea" und "Der schweigende Stern".
"Eolomea": Das rätselhafte Verschwinden von Sternenschiffen
"Eolomea" (1972) handelt von dem rätselhaften Verschwinden mehrerer Sternenschiffe.
"Der schweigende Stern": Eine Expedition zur Venus
"Der schweigende Stern" (1959) erzählt von der Expedition einer internationalen Raumschiff-Crew zur Venus, von wo Funksignale empfangen worden sind, die auf einen bevorstehenden Angriff hindeuten. Die Literaturvorlage zu diesem Film stammt von Stanislaw Lem.