Der Fußball ist eine Sportart, die von Millionen Menschen weltweit geliebt und gespielt wird. Er erfordert körperliche Fitness, mentale Stärke und die Fähigkeit, unter Druck Höchstleistungen zu erbringen. Für Fußballspieler mit Epilepsie kann die Ausübung dieses Sports jedoch mit besonderen Herausforderungen verbunden sein. Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle können unvorhersehbar auftreten und das Bewusstsein, die Bewegung oder das Verhalten einer Person beeinträchtigen.
Epilepsie: Eine neurologische Erkrankung mit vielen Facetten
Epilepsie ist eine chronische neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle entstehen durch plötzliche, unkontrollierte Entladungen von Nervenzellen im Gehirn. Die Ursachen für Epilepsie sind vielfältig und reichen von genetischen Faktoren über Hirnverletzungen bis hin zu Stoffwechselstörungen.
Die Symptome von Epilepsie können sehr unterschiedlich sein, je nachdem, welcher Bereich des Gehirns betroffen ist. Einige Menschen erleben kurze Bewusstseinsverluste (Absencen), während andere tonisch-klonische Anfälle haben, die mit Muskelzuckungen und Bewusstseinsverlust einhergehen. Wieder andere erleben komplexe partielle Anfälle, die mit Veränderungen des Bewusstseins, des Verhaltens oder der Wahrnehmung einhergehen.
Herausforderungen für Fußballspieler mit Epilepsie
Für Fußballspieler mit Epilepsie können die Anfälle eine Reihe von Herausforderungen darstellen. Während eines Anfalls kann ein Spieler das Bewusstsein verlieren, stürzen und sich verletzen. Die Angst vor einem Anfall kann auch zu Stress und Angstzuständen führen, was die Leistung auf dem Spielfeld beeinträchtigen kann.
Darüber hinaus können einige Antiepileptika, die zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt werden, Nebenwirkungen haben, die sich auf die sportliche Leistung auswirken. Dazu gehören Müdigkeit, Schläfrigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten.
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Erfolgreiche Fußballspieler trotz Epilepsie
Trotz dieser Herausforderungen gibt es viele Beispiele für erfolgreiche Fußballspieler, die mit Epilepsie leben und ihre Karriere erfolgreich gestalten.
Ein Beispiel ist der ehemalige Bundesliga-Stürmer Adam Szalai, der im November 2024 am Rande eines Nations-League-Spiels zusammenbrach. Ungarische Medien berichteten, dass er einen schweren epileptischen Anfall erlitten habe. Szalai hatte sich bereits im Dezember 2021 einer Kopf-OP unterziehen müssen, nachdem bei Routineuntersuchungen Auffälligkeiten im Kopf festgestellt worden waren. Ob der Zusammenbruch mit der damaligen Erkrankung in Verbindung steht, ist bislang reine Spekulation. Szalai selbst gab kurz nach dem Vorfall Entwarnung und bedankte sich für die vielen Genesungswünsche.
Ein weiteres Beispiel ist Isco, ein langjähriger Profi bei Real Madrid, der im Oktober 2024 öffentlich machte, dass er an Epilepsie leidet. Isco berichtete, dass er vor vier Jahren einen schweren Anfall hatte und seitdem eine Tablette einnimmt, um weitere Anfälle zu verhindern. Er ermutigte andere Menschen mit Epilepsie, offen mit der Erkrankung umzugehen und sich behandeln zu lassen.
Luis Zwick, ein deutscher Torhüter, ist ein weiteres Beispiel. Als Kind war er Epileptiker, was aber seiner Karriere nicht im Wege stand. Er übte und übte und bewarb sich per Video. Er spielte in der Sechsten Liga und schaffte es bis in die 2. Liga, wo er für Dundee United spielte.
Diese Beispiele zeigen, dass Epilepsie kein Hindernis für eine erfolgreiche Fußballkarriere sein muss. Mit der richtigen Behandlung, Unterstützung und Einstellung können Fußballspieler mit Epilepsie ihre Ziele erreichen und ihre Leidenschaft für den Sport ausleben.
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Umgang mit Epilepsie im Fußball: Tipps und Empfehlungen
Für Fußballspieler mit Epilepsie ist es wichtig, eng mit ihrem Arzt zusammenzuarbeiten, um einen individuellen Behandlungsplan zu entwickeln. Dieser Plan sollte die Art der Anfälle, die Häufigkeit der Anfälle und die potenziellen Nebenwirkungen der Medikamente berücksichtigen.
Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die Fußballspieler mit Epilepsie ergreifen können, um das Risiko von Anfällen während des Spiels zu verringern:
- Regelmäßige Einnahme von Medikamenten: Es ist wichtig, die verschriebenen Medikamente regelmäßig und in der richtigen Dosis einzunehmen, um die Anfälle zu kontrollieren.
- Ausreichend Schlaf: Schlafmangel kann Anfälle auslösen. Daher ist es wichtig, ausreichend zu schlafen.
- Vermeidung von Stress: Stress kann ebenfalls Anfälle auslösen. Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen.
- Regelmäßige Mahlzeiten: Unregelmäßige Mahlzeiten können den Blutzuckerspiegel beeinflussen und Anfälle auslösen. Daher ist es wichtig, regelmäßig zu essen.
- Vermeidung von Alkohol und Drogen: Alkohol und Drogen können Anfälle auslösen und sollten vermieden werden.
- Information der Trainer und Mitspieler: Es ist wichtig, die Trainer und Mitspieler über die Epilepsie zu informieren, damit sie im Falle eines Anfalls richtig reagieren können.
Der Fall Adam Szalai: Ein Weckruf für mehr Sensibilität
Der Zusammenbruch von Adam Szalai während des Nations-League-Spiels hat die Öffentlichkeit auf die Herausforderungen aufmerksam gemacht, mit denen Menschen mit Epilepsie konfrontiert sind. Es ist wichtig, dass die Gesellschaft ein besseres Verständnis für diese Erkrankung entwickelt und Vorurteile abbaut.
Der Fall Szalai hat auch gezeigt, wie wichtig es ist, dass Sportvereine und -verbände über Notfallpläne für den Umgang mit Anfällen verfügen. Diese Pläne sollten sicherstellen, dass die betroffenen Personen schnell und professionell versorgt werden können.
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