Flüssigkeitsmangel: Folgen für das Gehirn und den Körper

Der menschliche Körper ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr angewiesen, um optimal zu funktionieren. Besonders das Gehirn, das zu etwa 75 Prozent aus Wasser besteht, reagiert empfindlich auf Flüssigkeitsmangel. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Folgen von Dehydration für das Gehirn und den gesamten Körper, geht auf Risikogruppen ein und gibt praktische Tipps zur Vorbeugung.

Die Bedeutung von Wasser für den Körper

Der Körper eines Erwachsenen besteht zu 50 bis 60 Prozent aus Wasser, beim Gehirn sind es sogar rund 75 Prozent. Wasser ist an zahlreichen lebenswichtigen Funktionen beteiligt, darunter der Transport von Nährstoffen und Sauerstoff, die Regulierung der Körpertemperatur und die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten. Bereits ein geringer Flüssigkeitsmangel kann diese Prozesse beeinträchtigen und zu verschiedenen Beschwerden führen.

Ursachen und Risikofaktoren für Flüssigkeitsmangel

Flüssigkeitsmangel entsteht, wenn dem Körper mehr Flüssigkeit entzogen wird, als zugeführt wird. Dies kann verschiedene Ursachen haben:

  • Unzureichende Flüssigkeitsaufnahme: Viele Menschen trinken zu wenig, oft weil sie erst bei Durst trinken oder das Trinken im Alltag vergessen. Rund 30 Prozent der Deutschen trinken zu wenig.
  • Erhöhter Flüssigkeitsverlust: Starkes Schwitzen bei Hitze, körperlicher Anstrengung oder Fieber, Durchfall und Erbrechen sowie bestimmte Medikamente (z.B. Diuretika) können zu einem erhöhten Flüssigkeitsverlust führen.
  • Vermindertes Durstgefühl: Insbesondere ältere Menschen haben oft ein vermindertes Durstgefühl, was das Risiko für Dehydration erhöht.
  • Bestimmte Erkrankungen: Diabetes, Nierenerkrankungen und andere chronische Erkrankungen können den Flüssigkeitshaushalt beeinträchtigen.

Risikogruppen:

  • Kinder: Bei Kindern ist der Wasseranteil des Körpers mit rund 75 Prozent am höchsten. Doch beim Toben und Spielen vergessen die Kleinen oft zu trinken. Wenn kleine Kinder zu viel Flüssigkeit verlieren, kann sogar Fieber die Folge sein.
  • Ältere Menschen: Jenseits des 60. Lebensjahres sinkt der Wasseranteil des Körpers um etwa fünf Prozent. Im Alter ist das Durstgefühl oft verringert und die Anpassungsfähigkeit der Niere sinkt.
  • Sportler: Sportler verlieren durch Schwitzen viel Flüssigkeit und müssen diese durch ausreichendes Trinken ausgleichen.
  • Menschen mit bestimmten Erkrankungen: Personen mit Diabetes, Nierenerkrankungen oder anderen chronischen Erkrankungen haben ein erhöhtes Risiko für Dehydration.

Symptome und Folgen von Flüssigkeitsmangel

Die Symptome von Flüssigkeitsmangel können vielfältig sein und hängen vom Grad der Dehydration ab.

Frühe Anzeichen:

  • Durst
  • Mundtrockenheit
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Müdigkeit
  • Dunkler Urin
  • Verstopfung

Weitere Symptome bei stärkerem Flüssigkeitsmangel:

  • Schwindel
  • Muskelkrämpfe
  • Verminderte Hautspannung
  • Verwirrtheit
  • Bewusstseinsstörungen
  • Halluzinationen
  • Blutdruckprobleme
  • Schneller Puls

Auswirkungen auf das Gehirn:

Flüssigkeitsmangel kann die Gehirnfunktion erheblich beeinträchtigen. Bereits eine leichte Dehydration kann zu Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnisstörungen und einer verminderten geistigen Leistungsfähigkeit führen. Eine britische Studie belegt, dass Kopfschmerzen durch Flüssigkeitsmangel ausgelöst werden können. In ihrer Befragung gaben zwei Drittel der Kopfschmerzgeplagten an, dass ihre Beschwerden bereits innerhalb einer halben Stunde nach dem Trinken von einem halben Liter Wasser verschwanden. Eine Umfrage bei Migränepatienten hat außerdem ergeben, dass eine Schmerzattacke mit starken Kopfschmerzen durch Flüssigkeitsmangel ausgelöst werden kann.

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Weitere Folgen:

  • Harnwegsinfektionen und Nierensteine: Flüssigkeitsmangel kann das Risiko für Harnwegsinfektionen und Nierensteine erhöhen.
  • Herz-Kreislauf-Probleme: Dehydration kann zu Blutdruckproblemen und einer erhöhten Herzfrequenz führen.
  • Verstopfung: Flüssigkeit ist für eine gute Verdauung unerlässlich.
  • Erhöhtes Unfallrisiko: Studien haben gezeigt, dass bereits leichte Dehydration die Fahrweise beeinträchtigen und das Unfallrisiko erhöhen kann.

Delirium bei älteren Menschen:

Insbesondere bei älteren Menschen kann eine unzureichende Flüssigkeitszufuhr zu einem Delirium führen, einem akuten Verwirrtheitszustand. Symptome eines Delirs können Störungen des Bewusstseins und der Aufmerksamkeit, der Wahrnehmung, des Denkens, des Gedächtnisses, der Psychomotorik und der Emotionalität sein. Auch ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus sowie körperliche Symptome wie Schwitzen, Bluthochdruck und schneller Puls können vorliegen. Ein Delir ist eine potentiell lebensbedrohliche Situation und erfordert umgehende medizinische Versorgung.

Vorbeugung von Flüssigkeitsmangel

Um Flüssigkeitsmangel vorzubeugen, ist es wichtig, ausreichend zu trinken.

Empfehlungen für die tägliche Flüssigkeitszufuhr:

  • Erwachsene: 2 bis 3 Liter pro Tag
  • Kinder: Die benötigte Flüssigkeitsmenge hängt vom Alter und der Aktivität ab.
  • Sportler: Für jede Stunde Belastung zusätzlich etwa einen Liter trinken.
  • Bei Hitze oder Fieber: Zusätzliche Flüssigkeit trinken.

Tipps für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr:

  • Trinken Sie regelmäßig über den Tag verteilt, auch wenn Sie keinen Durst haben.
  • Stellen Sie sich Ihre Tagesration an Getränken bereit.
  • Trinken Sie zu jeder Mahlzeit ein Glas Wasser.
  • Erinnern Sie sich selbst oder andere ans Trinken.
  • Bevorzugen Sie Wasser, ungesüßte Tees und Saftschorlen.
  • Vermeiden Sie zuckerhaltige Getränke und übermäßigen Alkoholkonsum.
  • Achten Sie besonders bei älteren Menschen auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
  • Berücksichtigen Sie bei der Einnahme von Medikamenten deren Einfluss auf den Flüssigkeitshaushalt.

Geeignete Getränke:

  • Leitungswasser
  • Mineralwasser
  • Fruchtsaftschorlen (Verhältnis 1:1)
  • Ungesüßte Tees

Ungeeignete Getränke:

  • Zuckerhaltige Getränke (Limonaden, Säfte)
  • Alkoholische Getränke (wirken entwässernd)

Was tun bei Flüssigkeitsmangel?

Bei leichten Symptomen von Flüssigkeitsmangel hilft es oft schon, ausreichend zu trinken. Bei stärkeren Symptomen oder bei Risikogruppen (z.B. ältere Menschen, Kinder) sollte ein Arzt aufgesucht werden. In schweren Fällen kann eine intravenöse Flüssigkeitszufuhr erforderlich sein.

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