Der Kampf gegen den Krebs, insbesondere gegen aggressive Formen wie das Glioblastom, ist oft von Leid, Verzweiflung und dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Ende geprägt. Gedichte, Musik und Kunst können in dieser schweren Zeit Trost spenden, zum Nachdenken anregen und den Fokus auf die Schönheit des Lebens lenken, selbst wenn der Tod unausweichlich scheint.
Kunst und Kultur als Trost in der Palliativmedizin
Konstantin Wecker, ein bekannter Liedermacher, Schauspieler und Autor, besuchte das Dr. Mildred Scheel Haus und begeisterte Patienten, Angehörige und Mitarbeiter mit seiner Poesie und Musik. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kunst und Kultur im Dr. Mildred Scheel Haus“ präsentierte er Klassiker wie „Wenn der Sommer nicht mehr weit ist“ und „Liebeslied“. Seine Zitate aus der Autobiographie „Das ganze schrecklich schöne Leben“ trafen den Nerv der Zeit und regten zum Nachdenken an. Wecker trug auch sein Gedicht „Jeder Augenblick ist ewig“ vor, das mit den Worten schließt: „Wenn du stirbst, stirbt nur dein Werden. Gönn ihm keinen Blick zurück.“ Diese Worte ermutigen dazu, jeden Moment bewusst zu erleben und sich nicht von der Angst vor dem Tod beherrschen zu lassen.
Der Fall Brittany Maynard: Selbstbestimmung am Lebensende
Die Geschichte von Brittany Maynard, einer 29-jährigen Krebspatientin, die sich für ein selbstbestimmtes Sterben entschied, berührte die Weltöffentlichkeit. Ihr Youtube-Video, in dem sie erklärte, ihr Leben beenden zu wollen, löste eine Debatte über Sterbehilfe und das Recht auf einen würdevollen Tod aus. Ihre Mutter, Deborah Ziegler, berichtete über den letzten Weg ihrer Tochter.
Im Alter von 29 Jahren wurde bei Brittany ein aggressiver Hirntumor diagnostiziert. Der Krebs hatte sich bereits in drei der vier Gehirnlappen ausgebreitet. Brittany kämpfte zunächst für ein längeres Leben und willigte in eine Kraniotomie ein. Sie verstand jedoch schnell die Bedeutung ihrer Krankheit und stellte dem Neurologen die Frage: „Also, dieses Ding wird mich töten, richtig?“ Der Arzt bestätigte dies.
Brittany hatte durch ihr Psychologiestudium von dem Gesetz „Death with Dignity“ erfahren, das in einigen amerikanischen Staaten unheilbar kranken Patienten den Zugang zu Medikamenten ermöglicht, um ihr Leiden zu beenden. Als Brittany den Wunsch äußerte, nach Oregon zu ziehen, wo dieses Gesetz Gültigkeit hatte, war ihre Mutter zunächst schockiert. Doch sie unterstützte schließlich die Entscheidung ihrer Tochter.
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Zehn Wochen nach der Kraniotomie zeigte ein genetischer Test, dass Brittany nicht für eine Chemotherapie geeignet war. Ein MRT bestätigte, dass der Tumor in kurzer Zeit stark gewachsen war. Brittany litt unter Übelkeit, unerträglichen Kopfschmerzen und der Angst vor Krampfanfällen, Lähmung und dem Verlust ihrer Fähigkeiten. Sie bat ihre Mutter, sie nicht so sterben zu lassen.
In Oregon sprachen die Ärzte offen mit Brittany über ihre Möglichkeiten. Sie organisierte Termine mit verschiedenen Spezialisten und plante Reisen, um die letzten Monate ihres Lebens zu genießen. Brittany konzentrierte sich auf die schönen Dinge im Leben und fand Frieden in der Gewissheit, selbst über ihr Sterben bestimmen zu können.
Kurz vor ihrem Tod sagte Brittany zu ihrer Mutter: „Mama, wenn ich sterben muss, besser als das hier wird es nicht.“ Sie starb im Kreise ihrer Freunde und Familie, nachdem sie ein Glas Medizin getrunken hatte, um ihren Schmerzen ein Ende zu setzen.
Deborah Ziegler setzt sich seitdem für die Rechte unheilbar kranker Menschen ein, einen friedlichen Tod zu sterben. Sie betrachtet dies als Vermächtnis ihrer Tochter.
Ein persönlicher Einblick in den Kampf gegen das Glioblastom
Ein persönlicher Bericht schildert die Erfahrungen einer Freundin, die mit einem Glioblastom diagnostiziert wurde. Die Diagnose kam vor drei Monaten, und die Prognose war düster. Die Freundin wurde in ein Hospiz gebracht, wo sie zunehmend abbaut und nicht mehr sprechen kann.
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Die Autorin des Berichts liest der Freundin Minitexte vor und zeigt ihr Bilder, um ihr die verbleibende Zeit zu verschönern. Sie sucht nach Büchern, die in eine ähnliche Richtung gehen, und bietet ihre Unterstützung an.
Andere Freunde und Bekannte teilen ihre Erfahrungen mit dem Glioblastom und geben Ratschläge. Einige empfehlen Bücher wie „Brüder Löwenherz“, die Trost spenden können. Andere betonen die Bedeutung von zwischenmenschlicher Unterstützung und der Akzeptanz des Unvermeidlichen.
Die Autorin des Berichts beschreibt die Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert ist, einschließlich der Schwierigkeit, mit dem Leid der Freundin und ihrer Familie umzugehen. Sie findet Trost in der Erinnerung an ihren verstorbenen Mann und in der Gewissheit, dass er im Universum gut aufgehoben ist.
Gedichte und Fragmente eines Hirntumorpatienten
Ein weiterer Textausschnitt bietet einen fragmentarischen Einblick in das Leben eines Patienten mit einem Glioblastom. Die Einträge sind datiert und protokollieren Gedanken, Erfahrungen und Ängste im Zusammenhang mit der Krankheit.
Der Patient berichtet von Anfällen, Wortfindungsstörungen, Halluzinationen und dem Gefühl der Auflösung der Außenwelt. Er reflektiert über den Tod, die Vergänglichkeit des Lebens und die Bedeutung von Freundschaft und Erinnerungen.
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In einem Traum wird ihm die „Schweizer Lösung“ angeboten, eine Möglichkeit zum assistierten Suizid. Er ist verwirrt und unsicher, ob er diesen Weg gehen soll.
Der Patient sucht medizinische Hilfe und erhält verschiedene Behandlungen. Er erfährt, dass das Glioblastom wächst und dass er nur noch begrenzte Möglichkeiten hat. Er empfindet Erleichterung über die Klarheit, aber auch Angst vor dem, was kommt.
Trotz der Herausforderungen versucht der Patient, weiterzuarbeiten, Gedichte zu lernen und sein Leben so gut wie möglich zu gestalten. Er findet Trost in der Musik, der Natur und den Begegnungen mit anderen Menschen.
David Servan-Schreiber: Ein Arzt, der gegen den Krebs kämpfte
David Servan-Schreiber war ein Arzt und Autor, der selbst an einem Gehirntumor erkrankte. Er setzte sich intensiv mit den Selbstheilungskräften des Körpers auseinander und entwickelte einen „Antikrebs-Lebensstil“.
In seinen Büchern „Die Neue Medizin der Emotionen“ und „Das Antikrebs-Buch“ beschrieb er, wie man durch gesunde Ernährung, Bewegung und Stressabbau die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers aktivieren kann.
Servan-Schreiber starb im Alter von 50 Jahren an seinem Gehirntumor. Er hinterließ jedoch ein Vermächtnis an Wissen und Inspiration für Menschen, die mit Krebs leben.
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