Das Gehirn ist die Kontrollzentrale unseres Körpers und steuert alle Aktivitäten. Es besteht aus etwa 100 Milliarden Nervenzellen (Neuronen), die über Synapsen miteinander verbunden sind. Diese Verbindungen ermöglichen es uns, Informationen zu empfangen, zu verarbeiten und weiterzuleiten. Im Laufe des Lebens muss der Mensch viele Fähigkeiten erlernen, und das Gehirn ist darauf vorbereitet. Um Neues zu lernen, abzuspeichern und die Informationen schnell abrufen zu können, bildet sich ein Netzwerk von Neuronen, in dem immer wieder neue synaptische Verbindungen entstehen.
Ein gesunder Körper und ein gesunder Geist sind durch den Alterungsprozess gefährdet. Doch es gibt Möglichkeiten, sowohl körperlich als auch geistig fit zu bleiben. In diesem Artikel werden verschiedene Anleitungen und Tipps vorgestellt, wie Sie Ihr Gehirn trainieren, seine Leistungsfähigkeit steigern und es gesund erhalten können.
Wie das Gehirn funktioniert und sich verändert
Die Fähigkeit des Gehirns, seine Struktur und Funktionen durch die Bildung von Zellen und Synapsen zu verändern, wird als Neuroplastizität bezeichnet. Diese Fähigkeit ermöglicht es dem Gehirn, sich immer wieder auf Einflüsse von außen einzustellen. Die Neuroplastizität lässt sich auch im Alter noch gezielt fördern.
Die Entwicklung des Gehirns im Laufe des Lebens
In den ersten Lebensjahren lernen Kinder sehr viel, wodurch sich in kurzer Zeit viele Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen bilden. Das gut vernetzte Gehirn schafft es leichter, Informationen schnell abzurufen und Neues zu lernen. Im jungen Erwachsenenalter ist das Gehirn voll ausgebildet, hervorragend vernetzt und besonders leistungsfähig.
Mit zunehmendem Alter nimmt die Hirnleistung jedoch langsam ab, Lernen und Denken verlangsamen sich. Eine Ursache hierfür ist, dass Neuronen absterben. Der altersbedingte Verlust von Nervenzellen im Gehirn beeinträchtigt die Denkleistung. Neuere Forschungen gehen jedoch davon aus, dass der Verlust der Neuronen nur für einen Teil des Leistungsverlustes verantwortlich ist. Viel entscheidender sei, dass die Verbindungen zwischen den Nervenzellen, also die Synapsen, im Alter abgebaut werden.
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Die gute Nachricht: Das Gehirn ist trainierbar
In jedem Alter und zu jedem Zeitpunkt des Lebens können Sie das Gehirn trainieren, damit sich Synapsen neu bilden. Wer sich im Alter geistig fit halten möchte, kann dafür sorgen, dass die Verbindungen zwischen den Nervenzellen aktiv bleiben, indem er sie beansprucht. Werden Synapsen nicht benutzt, sterben sie ab und kognitive Fähigkeiten gehen verloren.
Selbst die Neubildung der Nervenzellen scheint beeinflussbar zu sein. Grundsätzlich ist der Mensch bereits im Mutterleib mit einem vollständigen Set an Neuronen im Gehirn ausgestattet. Sie werden im Alter zunehmend abgebaut und es kommen im Laufe des Lebens keine neuen Neuronen in nennenswertem Maß dazu - mit einer Ausnahme: Der Hippocampus, der auch als das „Tor zum Gedächtnis“ bezeichnet wird, ist der einzige Bereich im Gehirn, in dem lebenslang neue Neuronen entstehen.
Wie kann ich mein Gehirn trainieren?
Wer rastet, der rostet - das gilt auch für das Gehirn. Werden Synapsen nicht benutzt, baut der Körper sie ab oder schwächt sie. Andersherum bleiben Verbindungen zwischen den Nervenzellen im Gehirn erhalten, wenn sie häufig beansprucht werden oder das Gehirn baut sie sogar aus, wenn neue Verbindungen sinnvoll erscheinen. Die Antwort auf die Frage „Was tun für geistige Fitness?“ lautet also ganz einfach: Neues lernen.
Forscher haben bereits verschiedene Möglichkeiten entdeckt, wie sich das Gehirn trainieren und die geistige Fitness verbessern lässt:
Musik
Musik beflügelt Körper und Geist. Sie wird im Rahmen der Therapie bei einer Vielzahl von psychischen Störungen und Nervenerkrankungen eingesetzt. Musik stimuliert die Hirnnerven, sowohl bei ungeborenen Föten als auch bei Kindern und Erwachsenen. Außerdem wirkt sie sich auf die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe wie Cortisol, Testosteron und Östrogen aus. Diese sogenannten Steroidhormone beeinflussen die Neuroplastizität und somit die Anpassungsfähigkeit des Gehirns.
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Fremdsprachen
Wer eine neue Sprache lernt, nutzt eine Vielzahl umfangreicher Nervennetzwerke im Gehirn. Das fördert die Neuroplastizität und kann die Gehirnleistung verbessern - und zwar in jedem Alter. Italienische Forscher untersuchten Senioren, die zuvor noch keine Fremdsprache erlernt hatten, vor und nach einem Englischkurs. Nach einem Zeitraum von vier Monaten erhöhten sich bei den Senioren, die einen Sprachkurs absolviert hatten, bestimmte kognitive Leistungen und die einzelnen Gehirnregionen waren enger miteinander vernetzt.
Körperliches Training
Wer Sport treibt und aktiv lebt, tut auch etwas für seine geistige Fitness. Körperliche Aktivität begünstigt ein gesundes Gehirn. Regelmäßige Bewegung und Sport kann die Hirngesundheit fördern und den Alterungsprozess verlangsamen: Menschen, die regelmäßig Sport treiben, haben ein geringeres Risiko für kognitive Einbußen als ihre unsportlichen Altersgenossen. Selbst einfache Bewegung, zum Beispiel Spaziergänge, Treppensteigen statt Fahrstuhlfahren, Fahrradfahren oder Gartenarbeit können sich positiv auf das Gehirn auswirken. Da das Gehirn von vielfältiger und abwechslungsreicher Bewegung vermutlich am meisten profitiert, ist ein aktiver Lebensstil in Kombination mit Sporteinheiten empfehlenswert. Bereits drei Sporteinheiten von weniger als einer Stunde pro Woche können das Gehirn beflügeln. Bewegung wirkt sich vor allem positiv im Hippocampus aus, wo der Körper auch im hohen Alter noch neue Nervenzellen bilden kann.
7 Tipps zur Steigerung der Gehirnleistung
In der heutigen Arbeitswelt wird unserem Gehirn immer mehr abverlangt. Komplexere Berufsfelder und daraus resultierende höhere Anforderungen machen eine gute Gehirnleistung zu einem Schlüsselfaktor für beruflichen Erfolg. Die geistige Leistungsfähigkeit ist also ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Karriere. Zum Glück lässt sich die Gehirnleistung steigern. Hier sind 7 Tipps, die Ihnen dabei helfen können:
- Regelmäßiger Sport: Bewegung fördert die Durchblutung im Gehirn, was die Konzentration der Botenstoffe verändert und Wachstumsstoffe ausschüttet. Dadurch entstehen neue Verknüpfungen in der Großhirnrinde, im Kleinhirn und im Hippocampus. Außerdem hilft Sport aktiv dabei, Stress abzubauen.
- Gesunde Ernährung: Das Gehirn verbraucht ca. 20 % der Gesamtenergie eines Menschen, wobei es nur 2 % des Körpergewichts ausmacht. Die Qualität der Lebensmittel hat also einen unmittelbaren Effekt auf unsere Gehirnleistung.
- Genügend Schlaf: Unser Gehirn kann nur ohne Einschränkung funktionieren, wenn es genügend Erholung bekommt. In der Regel sind 7 - 8 Stunden Schlaf notwendig, damit der Körper erholt ist. Auch die Qualität des Schlafes ist wichtig.
- Nahrungsergänzungsmittel: Einige Nährstoffe sind für unser Gehirn besonders wichtig. Die B-Vitamine tragen zur Gewährleistung einer normalen Hirnfunktion bei. Vitamin D ist für fast alle Bereiche unserer Gesundheit wichtig. Die Inhaltsstoffe von Fisch- oder Algenöl sorgen neben weiteren positiven Effekten ebenfalls für die optimale Gehirnfunktion und senken das Risiko an Alzheimer zu erkranken.
- Strukturierter Alltag: Wenn Sie gewisse Prozesse Ihres Lebens einfach automatisieren, können Sie mit der dadurch eingesparten mentalen Energie Ihre Gehirnleistung steigern. Eine beliebte Methode, die auf dem gleichen Prinzip basiert, ist die sogenannte Morgenroutine.
- Medienkonsum einschränken: Jede neue Information, der wir am Tag ausgesetzt werden, nimmt uns einen Teil unseres Fokus. Bei emotionaleren Neuigkeiten kann eine einzige Information bereits den Fokus für den gesamten Tag stören, was sich negativ auf die Gehirnleistung auswirkt.
- Gehirntraining: Gehirntraining kann die Gehirnleistung steigern. Es bietet sich an, um das maximale Potential Ihres Verstandes zu entfalten.
Gehirn selber machen: Kreative Anleitungen
Neben den wissenschaftlich fundierten Methoden zur Steigerung der Gehirnleistung gibt es auch kreative Möglichkeiten, sich mit dem Thema Gehirn auseinanderzusetzen. Hier sind einige Anleitungen, wie Sie ein Gehirn selber machen können:
Gehäkeltes Gehirn
Eine Anleitung zum Häkeln eines Gehirns:
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- Grundkörper häkeln: In Spiralrunden ausschließlich feste Maschen häkeln.
- 1. Runde: Beginnen Sie mit einem Fadenring oder 6 festen Maschen in einen Magic Ring.
- 2. Runde: Jede Masche verdoppeln.
- 3. Runde: Jede 2. Masche verdoppeln.
- 4. Runde: Jede 3. Masche verdoppeln.
- 5. Runde: Jede 4. Masche verdoppeln.
- 6. - 11. Runde: Feste Maschen häkeln, ohne Zunahmen.
- 12. Runde: Jede 4. und 5. Masche zusammenhäkeln (abnehmen).
- 13. Runde: Jede 3. und 4. Masche zusammenhäkeln.
- 14. Runde: Jede 2. und 3. Masche zusammenhäkeln.
- 15. Runde: Jede 1. und 2. Masche zusammenhäkeln.
- Wulste häkeln: Zwei Wulste für die rechte und linke Gehirnhälfte häkeln.
- Wulste aufnähen: Die Wulste in Schlaufen auf den Grundkörper nähen. Zwischen den beiden Hälften eine kleine Lücke lassen.
Gehirn-Pudding
Eine Anleitung zur Herstellung eines Gehirn-Puddings:
- Form vorbereiten: Eine ovale oder kreisrunde Schüssel mit Aluminiumfolie auslegen, um die Rillen des Gehirns zu formen.
- Pudding kochen: Puddingpulver für 1,5 l Milch in 1 l Milch kochen.
- Pudding einfüllen: Den heißen Pudding in die vorbereitete Form füllen.
- Abkühlen lassen: Die Pudding-Form kurz in ein heißes Wasserbad stellen und anschließend stürzen.
- Verzieren: Die Vertiefungen des Gehirns mit roter Zuckerschrift oder Lebensmittelfarbe betonen.
Gehirn aus Styropor und Papier
Eine Anleitung zur Herstellung eines Gehirns aus Styropor und Papier:
- Styroporkugel vorbereiten: Eine Styroporkugel halbieren und die Hälften oval abformen.
- Hirnstruktur aufdrucken: Ein Hirnbild in Farbe ausdrucken und mit einer Kleistermischung auf die Styroporhälften kleben.
- Hälften zusammenfügen: Die beiden Hälften mit einem kleinen Pappstück aneinanderkleben, sodass ein Spalt dazwischen entsteht.
Gehirn aus Montageschaum
Eine Anleitung zur Herstellung eines Gehirns aus Montageschaum:
- Wülste sprühen: Montageschaum gegen einen aufrechten Karton sprühen und beim Sprühen geschickt übereinander führen, um Wülste zu erzeugen.
- Hälften zusammensetzen: Zwei spiegelbildliche Hälften mit Schaschlikstäben aneinanderstecken.
- Bemalen: Das Gehirn leicht rosa bemalen.