Das Gehirn ist wie ein Muskel: Wer es regelmäßig trainiert, hält es fit und leistungsfähig. Mit gezielten Übungen und einem gesunden Lebensstil lässt sich die geistige Fitness bis ins hohe Alter erhalten. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Online-Tests und Übungen zum Gehirntraining, beleuchtet die wissenschaftlichen Hintergründe und gibt praktische Tipps für den Alltag.
Grundlagen der geistigen Fitness
Schnelligkeit und Konzentrationsdauer sind wichtige Grundlagen der geistigen Fitness. Beide Fähigkeiten nehmen mit den Jahren ab, können aber dennoch trainiert werden. Psychologe Peter Sturm hat gemeinsam mit Siegfried Lehrl den Verein „Gesellschaft für Gehirntraining“ gegründet. Um herauszufinden, wie es um diese beiden Fähigkeiten steht, empfehlen die Experten entsprechende Tests.
Online-Tests zur Ermittlung des aktuellen Stands
Mit einem Gehirnjogging-Test startet in aller Regel der Einstieg in die facettenreiche Welt des Online-Kopftrainings. Dabei soll der persönliche Leistungs-Level des Lernenden ermittelt und dahingehend ein individuelles Trainings-Programm erstellt werden.
Die Übungen bei einem Gehirnjogging-Test ähneln dabei dem Aufbau von Intelligenz- und Eignungstests für Berufe und Studienlehrgänge. Ziel solcher Verfahren ist es immer, die universellen Fähigkeiten der Testperson zu prüfen - und natürlich, wo die Stärken und Schwächen der Probanden liegen.
Der Gehirnjogging-Test ist in mehrere Kategorien unterteilt. Dabei werden einzeln nacheinander verschiedene kognitive Bereiche abgedeckt. Die Merkfähigkeit wird in der Wissenskategorie Gedächtnis auf den Prüfstand gestellt. Gezielte Übungen in Form von kleinen Merkspielen nach altem Memory-Verfahren sollen zum einen herausstellen, wie viele Objekte oder Zahlen sich der Lernende einprägen; und wie lange er sie sich in der korrekten Reihenfolge merken kann. In vielen Gehirnjogging-Tests ist die Rubrik rund um das Gedächtnis und das Erinnerungsvermögen des menschlichen Gehirns besonders breit aufgestellt - weil sie von vielen Nutzern intensiv trainiert wird.
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Im Bereich Logik müssen Nutzer beim Gehirnjogging-Test ihr logisches und strategisches Denken unter Beweis stellen. So gibt es Übungen, in denen Zahlenfolgen mit vorgegebenem Algorithmus sinnvoll zu Ende geführt werden müssen. Häufig überschneiden sich dabei mehrere kognitive Disziplinen: So testen Merk- und Logik-Aufgaben mit Zahlenfolgen gleichzeitig auch das allgemeine Zahlen- und Mathematik-Verständnis. Oftmals sind seriöse Gehirnjogging-Tests so aufgebaut, dass sie binnen kürzester Zeit einen Schnellüberblick der geistigen Fitness geben. Dazu sind in einzelnen Übungen gleich mehrere Fähigkeiten zusammengefasst, die parallel getestet werden - ohne dass der Nutzer es überhaupt merkt. Deshalb können die Ergebnisse in den Analysen häufig von den eigenen Erwartungen abweichen.
Ganz ähnlich verhält es sich im Übrigen auch bei Berufseignungstests und allgemeinen IQ-Tests, für die das Gehirnjogging eine ideale Vorbereitung bietet. Die Teilnehmer werden in verschiedenen Themengebieten getestet, dabei wird in den meisten Fällen noch die Kategorie „Allgemeinwissen“ ergänzt, bei der auch Fragen zum aktuellen Weltgeschehen gestellt werden können. Schema und Aufbau der Tests sind aber in aller Regel immer identisch. Vorlage dafür bieten führende Intelligenztests wie vom Hochbegabten-Verein „Mensa“. Nach deren Vorgaben und Mustern richten sich auch die meisten Gehirnjogging-Tests, die anders als IQ- oder Eignungs-Prüfungsunterlagen jederzeit und von überall aus abgerufen und geübt werden können.
Test 1: Schnelligkeit des Gehirns
- Legen Sie eine Uhr mit Sekundenzeiger bereit oder öffnen Sie eine Stoppuhr-App auf Ihrem Smartphone.
- Gleich sehen Sie eine Abfolge aus 20 Buchstaben.
- Lesen Sie diese so schnell wie möglich halblaut vor und stoppen Sie dabei die Zeit.
Beispiel-Buchstabenfolge: a l w h f z k e v p m g z n r t s b j k
Bewertung:
- 5 Sekunden: Das ist eine extrem gute Leistung! Sie gehören offenbar zu den Menschen, deren Gehirn besonders schnell arbeiten kann.
- 6 bis 7 Sekunden: Das ist ein sehr guter Wert!
- 6 bis 9 Sekunden: Die meisten Menschen liegen in diesem guten Bereich.
- 10 Sekunden oder mehr: Führen Sie den Test an einem anderen Tag zu einer anderen Uhrzeit noch einmal durch. Die Arbeitsgeschwindigkeit des Gehirns variiert je nachdem, wie müde oder wach Sie sind, entspannt oder angespannt. Liegen Sie erneut in diesem Bereich, lohnt es sich, die Schnelligkeit Ihres Gehirns zu trainieren. Dazu eignet sich unter anderem die nachfolgende Übung „Silben-Spurt“.
Test 2: Konzentrationsdauer des Gehirns
- Sie sehen gleich drei Buchstabenreihen.
- Konzentrieren Sie sich zunächst auf die erste Reihe (vier Buchstaben).
- Lesen Sie die Buchstaben, etwa einen pro Sekunde.
- Schließen Sie die Augen und wiederholen Sie die Buchstaben aus dem Gedächtnis in der richtigen Reihenfolge.
- Wiederholen Sie den Vorgang mit der nächsten Reihe (sieben Buchstaben). Lesen Sie wieder alle Buchstaben im Sekunden-Rhythmus, schließen Sie dann die Augen und wiederholen Sie die Buchstaben aus Ihrer Erinnerung.
Die erste Buchstabenreihe sollte Ihnen nicht schwer gefallen sein. Für viele Menschen ist aber bereits die zweite Reihe nicht mehr zu schaffen. Die Gesellschaft für Gehirntraining erklärt dazu: „Die Zeit, die Sie zum Lesen der Buchstaben benötigt haben, war zu lang. Die Merkspanne war abgelaufen, bevor Sie zum Ende der Buchstabenreihe gekommen sind. Sie konnten nicht rechtzeitig zwischenspeichern, was Sie schon gelesen haben, weil Sie ja weiterlesen mussten. So ist der Faden gerissen. In der Erinnerung fehlen Buchstaben und die Reihenfolge ist durcheinander geraten.“
Das ist ein ganz normaler Vorgang. Trotzdem können Sie auch diese Fähigkeit Ihres Gehirns trainieren. Dazu eignet sich unter anderem die folgende Übung.
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Gehirntraining: Übungen für mehr Leistung
Es gibt vielfältige Möglichkeiten, das Gehirn zu trainieren. Wichtig ist, dass die Übungen abwechslungsreich sind und verschiedene kognitive Bereiche ansprechen.
Übung „Silben-Spurt“: Verbessern Sie Ihre Schnelligkeit!
Das folgende Raster zeigt zerstückelte Wörter eines chinesischen Sprichworts. Lesen Sie sich zunächst das Sprichwort durch und tippen Sie dann in der richtigen Reihenfolge auf die im Raster verteilten Buchstabenteile. Beginnen Sie mit dem grün hinterlegten Wort „Tee“.
Chinesisches Sprichwort: Tee erleuchtet den Verstand, schärft die Sinne, verleiht Leichtigkeit und Energie und vertreibt Langeweile und Verdruss.
Im zweiten Schritt können Sie das Sprichwort auswendig lernen. Rufen Sie es dann aus dem Gedächtnis ab, um die richtigen Buchstabenteile nacheinander anzutippen.
Übung „Dreiecke zählen“: Verbessern Sie Ihre Konzentrationsdauer!
Wie viele Dreiecke stecken in der folgenden Abbildung? Notieren Sie sich zunächst, welche Anzahl Sie auf den ersten Blick schätzen. Zählen Sie dann genau nach.
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Gehirnjogging: Digitale Angebote im Überblick
Zahlreiche digitale Angebote in Form von Apps sollen das Gedächtnis trainieren. In den letzten Jahren ist das Gehirnjogging zu einem echten „Trendsport“ geworden. Denn nicht nur die Muskeln, sondern auch das Gehirn lässt sich trainieren.
Kritiker sagen, dass sich mit Gehirnjogging zwar die Gedächtnisleistung bzw. Aufmerksamkeit des Einzelnen verbessern ließe, aber das generelle Denkvermögen dagegen unverändert bliebe. Intelligenter würden Nutzer von Brain Training also nicht.
Zusätzlich seien Aktivitäten, die sich im Alltag umsetzen ließen, wertvoller. Ein Tanzkurs zu besuchen oder eine neue Sprache zu lernen sei zum Beispiel ein besseres Gedächtnistraining, vor allem auch für Senioren.
NeuroNation
Intensives Gehirntraining bietet die App NeuroNation, die vom Bundesministerium für Gesundheit ausgezeichnet wurde - das ist unter den Wettbewerbern bisher einmalig. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern wurden 60 kognitive Übungen erarbeitet, die in der COGITO-Studie vom Max Planck Institut in Berlin evaluiert wurden.
Die Studie hat gezeigt, dass durch intensives Gehirnjogging die generellen kognitiven Fähigkeiten und insbesondere die Aufmerksamkeit und das Gedächtnis der Teilnehmer nachhaltig verbessert wurden und nicht nur die Fähigkeiten, die über die jeweilige Trainingsaufgabe geübt wurden. Was die App so besonders macht? Die Personalisierung auf den Nutzer, die dafür sorgt, dass die Übungen weder über- noch unterfordern. Das Gehirntraining NeuroNation ist sehr anspruchsvoll und hält abwechslungsreiche Übungen bereit.
Gamification-Elemente bringen den nötigen Motivationsschub. Die App gibt direktes Feedback, woraus sich die persönliche Leistung ablesen lässt. Zudem sind Freunde und Familie über ein soziales Netzwerk integriert. So können sich die Nutzer unmittelbar vergleichen und herausfordern. Die App kommt sogar in medizinischen Projekten zum Einsatz, etwa als Gedächtnistraining für Senioren oder zur Rehabilitation von Schlaganfallpatienten.
Lumosity
Lumosity hat einen ähnlichen Ansatz. Mit etwa 70 Millionen Nutzern in 182 Ländern hat sich die App weltweit als Marktführer durchgesetzt.
Zunächst bestimmt der User seinen Ausgangspunkt in drei Testdurchgängen und gibt an, was trainiert werden soll. Das könnte zum Beispiel sein: „effizient zwischen Aufgaben wechseln“ oder „mehrere Informationen im Kopf behalten“. Danach beginnt das Training, das aus täglichen Workouts besteht, die fünf kognitive Kernkompetenzen herausfordern. Auch Lumosity ist personalisiert und passt sich somit an die individuellen Fähigkeiten an.
Der Trainingsverlauf ist einsehbar. Lumosity nimmt sich als Grundlage von Forschern entwickelte Tests zur Messung der kognitiven Fähigkeiten. Diese wurden überarbeitet und in Form von 25 Spielen für den User zum Gehirnjogging aufbereitet. Sie nennen sich beispielsweise Speed Match, Lost in Migration oder Pinball Recall. Der Nutzer muss dabei etwa bestimmen, in welche Richtung ein Vogel auf dem Bildschirm fliegt, Formen einander zuordnen oder schätzen, welche Richtung ein fliegender Ball nehmen wird. Die App wird laufend aktualisiert und dem Bedarf entsprechend optimiert.
Wie sinnvoll ist Gehirnjogging?
Ob all diese Angebote zum Gehirnjogging wirklich helfen und sinnvoll sind, darüber lässt sich streiten. Der allgemeine Tenor: Brain Fitness Angebote helfen das zu verbessern, was wir mit ihnen üben. Vor allem die Aufmerksamkeit und die Konzentration werden intensiver in Verbindung mit körperlicher Aktivität und gesunder Ernährung trainiert.
Also: sich Namen besser merken zu können, Telefonnummern nicht zu vergessen oder zu puzzeln. Gehirnjogging ist eine gute Möglichkeit, um sein eigenes Gehirn zu trainieren, die Konzentration zu verbessern und sich besser an Dinge erinnern zu können. Mit dem Alter nimmt die Bedeutung dieses Trainings zu und es ist wichtig, regelmässig zu üben. Es gibt verschiedene Arten, Gehirnjogging zu betreiben. Wichtig ist es, Rätsel auszusuchen, die beide Hälften des Gehirns trainieren und die Konzentration fördern. Die Aufmerksamkeitsspanne kann damit verlängert werden und je öfter dieses Training betrieben wird, umso länger kann man sich konzentrieren und umso höher ist die Aufmerksamkeitsspanne. Sie werden bereits nach den ersten paar Übungen Erfolge feststellen können und sind motiviert, das Training weiter zu betreiben. Mit gezielten Übungen sind Sie gefordert, ihre gewohnten Denkmuster zu verändern und sich abstrakte Gedanken zu machen. Das hilft, festgefahrene Muster abzulegen und die geistige Fitness zu verbessern. Schauen Sie auch darauf, für beide Gehirnhälften jeweils abwechselnde Übungen für das Gehirnjogging auszusuchen. Wählen Sie auch bewusst knifflige Aufgaben aus, um auch einmal über den Horizont hinaus denken zu müssen. Sie werden sehen, Sie werden motiviert sein, weitere Übungen im Gehirnjogging zu machen. Geben Sie auch nicht so schnell auf, wenn sie einmal nicht sofort auf die gewünschte Lösung stossen. Der Erfolg misst sich auch darin, wie schnell sie eine Übung absolvieren können.
Zusammengefasst helfen folgende 5 Tricks, beim Gehirnjogging zu gewinnen:
- Auf abwechslungsreiche Übungen beim Gehirnjogging achten
- Übungen für beide Gehirnhälften aussuchen und diese abwechselnd durchführen
- Knifflige Übungen auswählen
- Nicht sofort aufgeben und dranbleiben. Machen Sie bei Bedarf eine Pause und kehren sie nach kurzer Zeit mit gelüftetem Kopf an die Aufgabe zurück.
- Versuchen Sie, die Konzentration möglichst lange aufrecht zu halten.
Weitere Übungen und Spiele für das Gehirn
Es gibt noch weitere Übungen und Spiele, die das Gehirn fordern und fördern:
- Rechentest: Beim Rechentest müssen Sie bestimmte Rechenaufgaben lösen. Dabei werden ihre mathematischen Fähigkeiten getestet und sie lernen, auch schwierige Aufgaben erfolgreich zu meistern. Die Aufgaben bestehen darin, dass sie Zahlen erhalten, bei denen aber die Operatoren fehlen.
- Memory: Memory ist ein Gedächtnisspiel. Die im Spiel paarweise vorkommenden Karten werden gemischt und anschliessend auf dem Tisch angeordnet. Der Reihe nach sind nun alle Spieler an der Reihe, zuerst eine Karte und dann noch die zweite aufzudecken. Ziel ist es, dass die zweite Karte jeweils das andere Paar ist, das zum ersten Bild gehört. Wer ein Paar gefunden hat, darf es zu sich nehmen und einen weiteren Spielzug tätigen. Gewonnen hat, wer meisten Paare gesammelt hat. Die Herausforderung bei diesem Spiel ist, sich merken zu können, wo eine bestimmte Karte liegt, wenn der andere Spieler unterschiedliche Karten aufgedeckt hat und sie wieder umdrehen muss. Je weniger Karten im Spiel verbleiben, desto einfacher ist es, die passenden Paare zu finden. Bei diesem Spiel ist grosse Konzentration gefragt, aber auch taktisches Vorgehen. So kann man zum Beispiel den Partner zum Zug zwingen, in dem man extra falsch aufdeckt. So sieht man, wo die Karten liegen und ist dann beim eigenen Spiel sicher, wo die gesuchten Karten liegen und kann abräumen.
- Sudoku: Das Zahlenrätsel aus Japan trainiert Konzentration und logisches Denken.
Gehirn fit halten in allen Lebensbereichen
Nervenzellen sterben im Laufe des Lebens ab, das Gehirn altert. So werden wir mit der Zeit vergesslicher, brauchen länger, um Neues zu lernen, und können komplexe Zusammenhänge nicht mehr so gut erkennen. Trotzdem müssen wir den Alterungsprozess des Gehirns nicht einfach hinnehmen. Die geistige Fitness lässt sich trainieren und so auch im Alter auf einem guten Niveau halten.
Allein mit Sudoku und Kreuzworträtseln gelingt das allerdings nicht, sagt Neurowissenschaftler Martin Korte. „Diese Tätigkeiten machen zwar Spaß, stellen aber für das Gehirn keinen Leistungsgewinn dar“, sagt Martin Korte. „Wir werden dadurch besser darin, spezifische Aufgaben zu lösen. Doch weder unser Zahlen- noch unser Faktengedächtnis verbessert sich, und vor allem wirkt sich dieses hochspezialisierte Training nicht auf andere Denktätigkeiten aus.“
Stattdessen spiele der gesamte Lebensstil eine wichtige Rolle für die Gesundheit und Fitness des Gehirns.
Checkliste: Wie gut sorgen Sie für Ihre geistige Fitness?
Je mehr der folgenden Aussagen Sie bejahen beantworten, desto besser für Ihre geistige Fitness.
- Sie ernähren sich gesund und haben ein Gewicht im Normalbereich. Essen Sie bunt, also möglichst viel Gemüse und Obst, lokal und saisonal, dafür möglichst wenig Fleisch, regelmäßig Fisch und wenig Zucker, empfiehlt Neurobiologe Martin Konte. Sein Tipp: jeden Tag eine Handvoll Blaubeeren, Nüsse und ein bis zwei Mal die Woche ein Gericht mit Forelle. Außerdem sollten Sie mehr Eiweiß als Kohlenhydrate zu sich nehmen. Zu einer richtigen Ernährung zählt auch, Diabetes zu vermeiden beziehungsweise behandeln zu lassen.
- Sie bewegen sich im Schnitt vier bis fünf Mal die Woche für 30 Minuten. Sportliche Aktivitäten führen zu einer besseren Durchblutung des Gehirns. „Wird der motorische Cortex aktiv, bekommt er mehr sauerstoffreiches Blut zugeteilt“, erklärt Korte. „Davon profitiert als 'Mitnahme-Effekt' auch das angrenzende Arbeitsgedächtnis.“
- Sie leiden nicht unter Bluthochdruck oder lassen diesen behandeln.
- Sie schlafen mindestens sieben Stunden pro Nacht. „Schlaf ist wichtig, um das Gelernte im Langzeitgedächtnis zu konsolidieren, aber auch um am nächsten Tag wieder aufmerksam und konzentriert arbeiten, lernen und üben zu können“, erklärt Korte.
- Sie vermeiden Stress und negative Emotionen: „Haben wir das Gefühl, zu viele Dinge gleichzeitig erledigen zu müssen, bedeutet das für unser Hirn eine Art Kontrollverlust. Dieser weckt im Gehirn archaische Ängste, die wiederum die Bedrohungsachse im Gehirn aktivieren“, sagt der Neurobiologe. Dadurch gehe Rechenkapazität verloren, da der Stirnlappen versucht, Stress, Angst und negative Emotionen abzuwehren. In der Folge kann das Hirn weniger Leistung erbringen.
- Sie rauchen nicht. Rauchen stört die Durchblutung, auch im Gehirn. Außerdem versetzt Nikotin das Blut mit Kohlenmonoxid. Im Hippocampus kann dies dazu beitragen, dass sich schlechter neue Nervenzellen bilden.
- Sie pflegen Ihre Zähne.
Gehirnjogging im Alltag
Neben gezielten Übungen und Online-Tests gibt es viele Möglichkeiten, das Gehirn im Alltag zu fordern:
- Lesen: Lesen erweitert den Wortschatz, fördert die Konzentration und regt die Fantasie an.
- Sprachen lernen: Das Erlernen einer neuen Sprache ist eine hervorragende Möglichkeit, das Gehirn herauszufordern und neue neuronale Verbindungen zu schaffen.
- Musizieren: Das Spielen eines Instruments fördert die Koordination, das Gedächtnis und die Kreativität.
- Soziale Kontakte pflegen: Der Austausch mit anderen Menschen hält das Gehirn aktiv und beugt sozialer Isolation vor.
- Neues ausprobieren: Verlassen Sie Ihre Komfortzone und probieren Sie neue Hobbys, Kurse oder Aktivitäten aus.
Gedächtnistests und ihre Bedeutung
Gedächtnistests dienen nicht nur dazu, dein Gedächtnis zu überprüfen. Sie helfen auch, mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen. Wenn du Schwierigkeiten hast, dir Informationen zu merken oder abzurufen, kann ein Gedächtnistest darauf hinweisen und dir einen Überblick darüber verschaffen, wie es um dein Gedächtnis bestellt ist. Das ist wichtig, weil solche Probleme manchmal Anzeichen für Krankheiten sein können. Wenn solche Probleme früh erkannt werden, kann man sie besser behandeln und verhindern, dass sie sich verschlimmern.
Gedächtnistests untersuchen verschiedene Aspekte der Gedächtnisleistung, darunter die Fähigkeit, Informationen zu behalten (Merkfähigkeit) und sie wieder abzurufen (Abruffähigkeit). Basierend auf langjähriger Erfahrung als Gedächtnistrainer testen wir in unserem Gedächtnistest, wie gut du dir Gesichter, Namen, Zahlenkombinationen und vieles mehr merken kannst. So kannst du kostenlos und unverbindlich deine individuellen Stärken und Schwächen erkennen und mit diesen Informationen gezielt arbeiten.
Die verschiedenen Gedächtnisarten
Unser Gedächtnis lässt sich in drei große Gedächtnistypen einteilen: das Ultrakurzzeitgedächtnis, das Kurzzeitgedächtnis und das Langzeitgedächtnis. Das Ultrakurzzeitgedächtnis ermöglicht die vorübergehende Speicherung von Informationen für einige Sekunden. Es ist die direkte Schnittstelle zwischen dem Gedächtnis und unseren Sinnen und wird daher auch als sensorisches Gedächtnis bezeichnet. Wird eine Information als wichtig eingestuft, wird sie im Kurzzeitgedächtnis verarbeitet. Wenn weitere Faktoren zusammenkommen, gelangt die Information ins Langzeitgedächtnis. Hier wird die Information schließlich über einen sehr langen Zeitraum gespeichert. Jede dieser Gedächtnisarten spielt in unserem Alltag eine wichtige Rolle und hat ihre eigene Funktionsweise.
Der Einfluss von Emotionen auf das Gedächtnis
Emotionen spielen eine entscheidende Rolle für unser Gedächtnis und können unsere Denkfähigkeit erheblich beeinflussen. Wenn wir uns glücklich oder fröhlich fühlen, funktioniert unser Gedächtnis oft wie geschmiert. In solchen Momenten können wir uns besser konzentrieren und Informationen aufnehmen. Im Gegensatz dazu können negative Emotionen wie Angst oder Stress unser Gedächtnis beeinträchtigen. Sie lenken unsere Konzentration ab und können unsere Wahrnehmung verzerren. Aus diesem Grund ist es ratsam, einen Gedächtnistest in einem möglichst ruhigen und entspannten Zustand durchzuführen.
Wusstest du, dass du Emotionen gezielt für dein Gedächtnistraining einsetzen kannst? Indem du neue Informationen bewusst mit starken Gefühlen verbindest, zum Beispiel mit Hilfe von Musik oder Sinneseindrücken, kannst du dein Gedächtnis zusätzlich stärken. Diese emotionalen Verknüpfungen bleiben oft besser im Gedächtnis haften und helfen dir, Informationen effektiver zu speichern und abzurufen. Sicher hast du schon einmal erlebt, dass dich ein bestimmtes Lied sofort in eine bestimmte emotionale Situation zurückversetzt hat. Oft können wir uns dann viele Details dieses Erlebnisses wieder lebhaft vorstellen. Bei manchen Menschen funktioniert das auch mit bestimmten Gerüchen.
Tipps für ein effektives Gehirnjogging
Um das Gehirn effektiv zu trainieren, sollten Sie folgende Tipps beachten:
- Abwechslung: Wählen Sie abwechslungsreiche Übungen, die verschiedene kognitive Bereiche ansprechen.
- Regelmäßigkeit: Trainieren Sie Ihr Gehirn regelmäßig, am besten täglich für einige Minuten.
- Konzentration: Konzentrieren Sie sich voll und ganz auf die Übung und vermeiden Sie Ablenkungen.
- Herausforderung: Wählen Sie Übungen, die Sie herausfordern, aber nicht überfordern.
- Spaß: Wählen Sie Übungen, die Ihnen Spaß machen, damit Sie motiviert bleiben.
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