Gehörgang Hustenreiz Ursachen: Ein umfassender Überblick

Ohrenschmerzen, Druck im Ohr und ein unangenehmes Gefühl während einer Erkältung sind weit verbreitete Beschwerden. Doch was steckt hinter dem Gehörgang Hustenreiz und welche Ursachen können dafür verantwortlich sein? Dieser Artikel bietet einen detaillierten Einblick in die Thematik, von den anatomischen Grundlagen bis hin zu Behandlungsmöglichkeiten und präventiven Maßnahmen.

Grundlagen und Anzeichen: Warum schmerzt das Ohr bei einer Erkältung?

Ohrenschmerzen oder ein Druckgefühl in den Ohren sind keine Seltenheit bei grippalen Infekten. Der Grund dafür ist die sogenannte Ohrtrompete (Eustachische Röhre), ein direkter Verbindungsgang zwischen Mittelohr und Nasen-Rachen-Raum. Dieser etwa 3 bis 3,5 cm lange röhrenförmige Gang sorgt für den Druckausgleich zwischen Ohr und Rachen.

Im Rahmen einer Erkältung kommt es zu einer Entzündung der Schleimhaut im Nasenrachenraum. Diese kann sich auch weiter in die Ohrtrompete ausbreiten, wodurch der schmale Gang anschwillt und sich verschließt. Betroffene verspüren dann ein unangenehmes Druckgefühl hinter dem Trommelfell, weil kein Druckausgleich mehr möglich ist. Das fühlt sich ähnlich an wie beim Starten und Landen in einem Flugzeug oder in einem Fahrstuhl - nur, dass man den Druck nicht durch Gähnen, Schlucken oder ähnliches abbauen kann. Klingt die Entzündung ab, lässt auch die Schleimhautschwellung nach und die Ohrtrompete öffnet sich wieder.

Mittelohrentzündung vor allem bei Kindern

Bei einer Erkältung können sich auch die Krankheitserreger selbst über den Verbindungsgang bis ins Mittelohr ausbreiten und dort eine Mittelohrentzündung verursachen. Diese ist für Betroffene in der Regel mit Schmerzen und einem unangenehmen Druckgefühl im Ohr verbunden. Eine Mittelohrentzündung tritt bei Erwachsenen relativ selten auf, Babys und Kleinkinder leiden wesentlich öfter darunter. Das hat mehrere Gründe:

  • Die Ohrtrompete ist bei kleinen Kindern noch deutlich kürzer.
  • Der Gang liegt bei Kleinkindern zunächst noch eher horizontal, wodurch das Sekret schlechter abfließen kann. Später in der Entwicklung wird die Ohrtrompete dann deutlich steiler.
  • Die Nasennebenhöhlen sind bei Kleinkindern noch nicht vollständig ausgereift, was ebenfalls die Ausbreitung der Entzündung in die Ohrtrompete begünstigt.
  • Kleinkinder sind generell anfälliger für verschiedenste Infekte, da sich das Immunsystem erst noch vollständig entwickeln muss.

Stechende, pulsierende Schmerzen als Anzeichen für einen Paukenerguss

In schweren Fällen kann durch die Schwellung in der Ohrtrompete das im Rahmen einer Mittelohrentzündung entstehende Sekret nicht mehr abfließen. Der Verbindungsgang sorgt nämlich nicht nur für den Druckausgleich, sondern dient auch als Drainage von Flüssigkeiten aus dem Mittelohr. Ist dies nicht mehr möglich, kommt es zu einer Ansammlung von Sekret hinter dem Trommelfell, einem sogenannten Paukenerguss. Betroffene leiden durch den Druckanstieg im Ohr häufig unter starken, stechenden bzw. pulsierenden Schmerzen. Auch das Hörvermögen ist manchmal vorübergehend eingeschränkt. In diesen Fällen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, um der Entzündung entgegenzusteuern.

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Ursachen für Gehörgangsentzündungen

Eine Gehörgangsentzündung (Otitis externa) ist eine Entzündung der Haut des Gehörgangs, die oft starke Schmerzen und Juckreiz verursacht. Die Ursachen sind vielfältig:

  • Bakterien: Häufigste Ursache, oft durch Staphylokokken.
  • Pilze: Können ebenfalls eine Entzündung verursachen.
  • Reizungen: Durch In-Ear-Geräte (Kopfhörer, Hörgeräte, Ohrstöpsel), Pickel oder Furunkel.
  • Verletzungen: Durch Reinigungsversuche mit Fingern oder Wattestäbchen.
  • Wasser: Beim Baden oder Tauchen (Badeotitis).
  • Grunderkrankungen: Diabetes oder Grippe können das Risiko erhöhen.
  • Allergien: Reaktionen auf Shampoos oder andere Produkte.

Formen der Gehörgangsentzündung

  • Otitis externa diffusa: Allgemeine Gehörgangsentzündung.
  • Otitis externa circumscripta: Punktuelle Entzündung, oft als Gehörgangs-Pickel oder -Furunkel bezeichnet.
  • Otitis externa necroticans: Seltene, bösartige Sonderform, die sich auf den Schädelknochen und Hirnnerven ausbreiten kann.
  • Grippeotitis (Otitis externa bullosa haemorrhagica): Tritt typischerweise nach einer Grippe auf und wird von Influenzaviren ausgelöst.

Ansteckung

Da eine Otitis externa vor allem durch Bakterien ausgelöst wird, können sich diese Erreger auch durch Schmierinfektion verbreiten. Gleiches gilt, wenn eine Pilzinfektion Auslöser ist. In gemeinsamen Haushalten kann die Infektion über gemeinsam benutzte Gegenstände ablaufen: beispielsweise Handtücher, mit denen auch das Ohr abgewischt wird, oder Kopfhörer, die von mehreren verwendet oder berührt werden.

Tubenkatarrh: Ursache für Druckgefühl im Ohr

Von einem Tubenkatarrh (Tubenmittelohrkatarrh, Syringitis) spricht man, wenn die Schleimhaut der Eustachi-Röhre (Ohrtrompete, Tuba auditiva) entzündet ist. Dies kann zum Beispiel im Rahmen einer Erkältung auftreten. Kinder sind dafür anfälliger als Erwachsene, da die kindliche Eustachi-Röhre recht kurz ist und horizontal liegt.

Symptome des akuten Tubenkatarrhs

  • Plötzlich auftretendes Druckgefühl im Ohr.
  • Rauschen oder Pulsieren im Ohr.
  • Gedämpfte Töne ("wie unter einer Glasglocke").
  • Vorübergehende Schwerhörigkeit.
  • Manchmal Schwindelgefühle.

Ursachen des Tubenkatarrhs

Die Schleimhaut in der Eustachi-Röhre kann sich aus verschiedenen Gründen entzünden:

  • Schnupfen (Erkältungen).
  • Allergische Reaktionen.
  • Entzündete Nasennebenhöhlen.
  • Vergrößerte Rachenmandeln.
  • Tumoren des Nasen-Rachen-Raums.

Chronischer Tubenkatarrh

Wenn die Eustachi-Röhre längere Zeit nicht gut durchlüftet ist, verdickt sich der anfangs dünne Schleim im Mittelohr und es kommt zum Paukenerguss. Durch die länger anhaltende Entzündung verfärbt sich das Sekret, auch Einblutungen sind möglich. Im weiteren Verlauf verdickt sich eventuell das Trommelfell und kann verkalken. Auch die Gehörknöchelchen können verwachsen und sich versteifen (Paukensklerose).

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Paukenerguss: Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr

Ein Paukenerguss ist eine Ansammlung von Sekret im Bereich des Mittelohrs. Als Mittelohr bezeichnet man den Abschnitt des Ohres, der sich hinter dem Trommelfell und vor dem Innenohr befindet. Der Hohlraum, den man in der medizinischen Fachsprache Paukenhöhle oder Tympanon nennt, ist über die Eustachische Röhre (Ohrtrompete) mit dem Nasen-Rachenraum verbunden und ist Sitz der Gehörknöchelchen.

Ursachen für einen Paukenerguss

  • Belüftungsstörung der Ohrtrompete (Eustachische Röhre).
  • Nasennebenhöhlenentzündungen oder Rachenentzündungen.
  • Mittelohrentzündung.
  • Heuschnupfen oder Hausstaubmilbenallergie.
  • Vergrößerte Rachenmandeln (Polypen).
  • Fliegen, Tauchen oder Bergsteigen.
  • Kinder von rauchenden Eltern sind weitaus häufiger betroffen.

Symptome eines Paukenergusses

  • Flüssigkeit im Mittelohr, meist hinter dem Trommelfell.
  • Dumpfes Druckgefühl oder das Gefühl, als wäre das Ohr „verstopft“.
  • Beidseitige Hörminderung, die vor allem bei Kindern leicht übersehen wird.
  • Das Hören klingt „gedämpft“ oder „wie unter Wasser“.
  • Rauschen oder Brummen im Ohr.
  • Beeinträchtigung des Gleichgewichts.

Diagnose von Ohrproblemen

  • Otoskopie (Ohrenspiegelung): Der Arzt beurteilt den äußeren Gehörgang und das Trommelfell und achtet auf Flüssigkeitsansammlungen.
  • Tympanometrie: Die Elastizität des Trommelfells wird gemessen.
  • Hörtest (Tonaudiogramm): Stellt das Hörvermögen grafisch dar.
  • Spiegelung von Nasenhöhle, Nasenrachen und Nebenhöhlen: Um Infektionen, vergrößerte Rachenmandeln oder Schleimhautschwellungen zu erkennen.

Behandlungsmöglichkeiten

Behandlung der Gehörgangsentzündung

Die Art der Behandlung hängt von der genauen Art (Erreger) und dem Umfang der Entzündung im Gehörgang ab.

  • Desinfizierende Ohrentropfen: Oft mit Alkohol, weißem Essig und Kortikosteroiden.
  • Antipilzmittel (Antimykotikum): Bei Pilzinfektionen.
  • Antibiotika: Bei schwereren Gehörgangsinfektionen.
  • Schmerzmittel: Zur Linderung der Schmerzen.
  • Hausmittel: Zwiebeln (entzündungshemmend), Wärme am Ohr.

Behandlung des Tubenkatarrhs

  • Schlucken, Gähnen, Kauen und die Kiefer bewegen, um den Durchgang zur Ohrtrompete wieder zu öffnen.
  • Nasentropfen mit abschwellenden Wirkstoffen.
  • Wärmebehandlungen und Nasenduschen.
  • Behandlung der Grunderkrankung.

Behandlung des Paukenergusses

  • Schleimlösende Medikamente und abschwellende Nasentropfen.
  • Antibiotika oder Schmerzmittel bei bakterieller Infektion.
  • Physiotherapeutische Maßnahmen (Inhalations- und Dampfbäder, Wärmebehandlung oder Spülungen der Nase).
  • Paukenröhrchen (Tympanostomie) bei chronischem Paukenerguss.
  • Adenotomie (operative Entfernung der Rachenmandeln) bei vergrößerten Rachenmandeln.
  • Trommelfellschnitt (Parazentese) zum Absaugen des Sekrets.

Operative Maßnahmen

  • Paukendrainage: Bei hartnäckigen Paukenergüssen wird ein Röhrchen in das Trommelfell eingelegt, damit der Erguss abfließen kann.
  • Ballondilatation der Tuba Eustachii: Die Engstelle in der Ohrtrompete wird mit Hilfe eines Katheters gedehnt.

Hausmittel bei Paukenerguss

  • Abschwellende Nasensprays: Um die Ohrtrompete (Tuba Eustachii) abzuschwellen.
  • Inhalationen mit ätherischen Ölen: Warmer Dampf hilft dabei, die Atemwege zu befeuchten und Schleim zu lösen.
  • Infrarotlicht: Kann die Durchblutung im Bereich der Ohren und Nebenhöhlen anregen.
  • Salzhaltige Spüllösungen: Helfen dabei, die Nasenschleimhäute sanft zu reinigen und Krankheitserreger auszuspülen.

Vorbeugende Maßnahmen

  • Den Gehörgang nicht zu reizen oder zu verletzen.
  • Keine spitzen Gegenstände in den Gehörgang einführen.
  • Verletzungen durch Wattestäbchen vermeiden.
  • Beim Schwimmen eine gut sitzende Badekappe tragen.
  • Ohrstöpsel beim Schwimmen sollten weich sein und gut sitzen.
  • Bei empfindlichen Gehörgängen nicht zu oft Ohrstöpsel zum Schutz vor Lärm, Staub oder Wasser verwenden.
  • Mehrwegohrstöpsel regelmäßig reinigen.
  • Behandlung von Allergien.
  • Vermeiden von Erkältungen.
  • Regelmäßige Kontrolle bei Kindern, die häufig unter Mittelohrentzündungen leiden.
  • Stressmanagement.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

  • Bei starken Schmerzen, heftigem Ohrendruck oder hohem Fieber.
  • Wenn die Beschwerden länger als ein paar Tage anhalten oder sich verschlimmern.
  • Bei Hörverlust.
  • Bei anhaltendem Druckgefühl in den Ohren, das nicht durch Schlucken, Gähnen oder Zuhalten der Nase ausgeglichen werden kann.
  • Vor Flugreisen oder Tauchgängen bei chronischen oder wiederkehrenden Paukenergüssen.

Mögliche Komplikationen

  • Ausbreitung der Entzündung auf naheliegende Bereiche (Gehirnhautentzündung, Warzenfortsatzentzündung).
  • Verzögerte Sprachentwicklung bei Kindern aufgrund längerer Hörminderung.
  • Zerstörung der Gehörknöchelchen.
  • Verkalkung oder Vernarbung der Mittelohrschleimhaut.
  • Bildung von Retentionstaschen im Trommelfell (Cholesteatom).

Zusammenhang zwischen Ohrendruck und Corona

Typische Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus sind Husten, Fieber, Schnupfen und Geschmacks- oder Geruchsverlust. Ohrenschmerzen und Ohrendruck gelten laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht als Symptome für COVID-19. Im Verlauf einer Infektion können durch den Husten und Schnupfen auch Ohrenschmerzen auftreten, dies ist allerdings eher die Ausnahme.

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