Nervus Vagus und Hustenreiz: Ursachen, Diagnose und Therapie

Akuter Husten ist ein häufiges Symptom, das oft im Zusammenhang mit Erkältungen auftritt, aber auch ein Anzeichen für schwerwiegendere Erkrankungen sein kann. In Europa erlebt etwa ein Drittel der Bevölkerung regelmäßig Husten (1), der vielfältige Ursachen haben kann. Während eine einfache symptomatische Behandlung oft ausreicht, ist es in manchen Fällen notwendig, die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren und gezielt zu behandeln.

Die Physiologie des Hustenreflexes

Um Husten effektiv zu behandeln, ist es wichtig, die physiologischen Mechanismen zu verstehen, die den Hustenreflex auslösen (2). Im Epithel von Nase, Rachen, Kehlkopf und Bronchien befinden sich Aδ- und C-Fasern des Nervus (N.) vagus. Diese Nervenfasern reagieren auf mechanische und chemische Reize und leiten die entsprechenden Signale an das Hustenzentrum im Hirnstamm (Medulla oblongata) weiter. Das Großhirn erhält ebenfalls diese Information.

Ab einer bestimmten Reizschwelle wird eine tiefe Inspiration ausgelöst. Anschließend verschließen Epiglottis (Kehldeckel) und Stimm­lippen den Kehlkopf. Die Exspirationsmuskulatur baut Druck auf, und mit der plötzlichen Öffnung des Kehlkopfs strömt ein sehr schneller Luftstrom nach außen - ein Hustenstoß. Fremdkörper und Sekret werden mitgerissen und ausgeworfen (Expektoration).

Ein anderer Mechanismus liegt bei einer Rhinosinusitis vor. Die ältere Hypothese geht von einer Schleimstraße an der Rachenhinterwand aus, die ­Nervenendigungen reizt (postnasal drip). Der Rachen (Pharynx) ist über den N. vagus, N. glossopharyngeus und N. trigeminus innerviert. Die neuere Hypothese postuliert einen Entzündungsprozess, der über Mediatoren die Fasern des N. Auch chronische Herzerkrankungen können zum Husten führen. Entzündungsmediatoren wie Tachykinine, Bradykinin oder Prostaglandine können auf verschiedenen Ebenen die Sensitivität des Reflexes erhöhen oder senken.

Einteilung des Hustens nach Dauer

Die neue Leitlinie der Deutschen ­Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin zur »Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit Husten« (2) teilt das Symptom nach seiner Dauer ein:

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  • Akuter Husten: Dauert weniger als zwei Wochen und tritt häufig bei viralen Erkältungen, allergischer Rhinokonjunktivitis, Asthma bronchiale, Aspiration, Inhalation von Giften und Reizstoffen sowie bei Lungenembolie, Pneumothorax und Herzinsuffizienz auf.
  • Subakuter Husten: Hält zwischen zwei und acht Wochen an und kann nach viraler Rhinosinusitis, nach infektiöser Bronchitis mit bronchialer Hyperreaktivität, nach Pertussis-, Adenoviren- oder Mykoplasmen-Infektion sowie bei Pneumonie mit und ohne Pleuritis auftreten.
  • Chronischer Husten: Besteht länger als acht Wochen und kommt bei allen chronischen Atemwegs- und Lungenkrankheiten vor, aber zum Beispiel auch bei gastro-ösophagealem Reflux, Lungenstauung und Endokarditis.

Ursachenforschung und Diagnostik

Die Vielfalt möglicher Ursachen, einschließlich lebensbedrohlicher Zustände, erfordert eine umfassende Diagnostik beim Arzt - zumindest bei Patienten mit subakutem und chronischem Husten. Sobald eine Ursache gefunden ist, steht die kausale The­rapie im Vordergrund.

Es gibt bedrohliche Befunde, die umgehend eine weitere Diagnostik und Therapie erfordern, zum Beispiel Bluthusten, Ruhedyspnoe, Heiserkeit, Fieber über 38,5 °C oder Zyanose. Dies gilt natürlich auch bei Verdacht auf Tuberkulose oder Herzinsuffizienz. Bei subakutem Husten sucht der Arzt nach Umweltfaktoren und nach exazerbierten Vorerkrankungen wie Asthma, Sinusitis oder COPD. Die Diagnostik bei chronischem Husten ist umfangreicher (Grafik). Die häufigsten Ursachen sind kardiale und neurologische Krankheiten sowie Medikamente, zum Beispiel ACE-Hemmer oder Gliptine. Bei einem negativen Test auf bronchiale Hyperreaktivität kann man ein Asthma nahezu ausschließen. Auch ein exspiratorisches Stickstoffmonoxid (FeNO) unter 50 ppb spricht dagegen.

Bei Eosinophilie im Sputum und erhöhten FeNO-Werten ohne Asthma kommt eine (seltene) eosinophile Bronchitis in Betracht (Grafik). Wenn immer noch Fragen offen sind, kann eine thorakale Computertomografie (CT) weitere Krankheiten aufdecken und bei Bedarf eine Bronchoskopie erfolgen.

Häufige Ursachen und ihre Behandlung

  • Akute virale Erkältung: Die häufigste Ursache für akuten Husten sind virale Infektionen wie Rhinitis, Sinusitis, Pharyngitis, Laryngitis oder Bronchitis. Eine antibio­tische Therapie ist nur bei diagnostisch gesicherter bakterieller Infektion indiziert.
  • Postvirale Rhinosinusitis: Kann bis zu zwölf Wochen andauern und wird somit als »subakut« oder »chronisch« eingestuft. Meist heilt sie ohne weitere Therapie aus (2).
  • Postinfektiöser Husten: Klingt üblicherweise innerhalb von acht Wochen ohne weitere kausale Therapie ab. Falls er persistiert, kann der Arzt inhalative Corticosteroide (ICS) verordnen.
  • Pertussis (Keuchhusten): Eine häufige Ursache von subakutem postinfektiösem Husten - auch bei Erwachsenen. Stakkato-ähnliche Hustenattacken mit Erbrechen sind das Leitsymptom. Antibiotika der ersten Wahl sind Makrolide, die aber nur in der Anfangsphase (zehn Tage) der Infektion wirksam sind (3).
  • Allergische Rhinopathie: Allergenkarenz und Hyposensibilisierung (spezifische Immuntherapie) bieten einen kausalen Ansatz.
  • Aspiration: Bei kleinen Kindern und alten Menschen, die akut husten, sollte man auch an verschluckte Gegenstände (Aspirationen) denken und die Patienten sofort an den Arzt verweisen.
  • Inhalative Unfälle: Vorsicht ist geboten bei Unfällen mit Gasen, Dämpfen, Stäuben oder Rauch: Es kann noch Stunden nach dem Unfall zum toxischen Lungenödem kommen.
  • Asthma: Akuter und chronischer trockener Husten kann auch bei Asthma auftreten. Hier hilft die übliche antiasthmatische Stufentherapie inklusive ICS, die innerhalb von vier Wochen deutliche Linderung bringen wird. An eine gleichzeitige Rhinitis-Sinusitis ist zu denken.
  • COPD: Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist durch chronischen Husten, Auswurf und Atemnot unterschiedlichen Ausmaßes gekennzeichnet. Dringend erforderlich sind Nikotinkarenz sowie eine antiobstruktive Therapie nach Stufenplan. Bei der COPD-Exazerbation (Verschlimmerung) kann der chronische von einem akuten Husten abgelöst werden.
  • Pneumonie (Lungenentzündung): Die Symptomkon­stellation Husten, gelegentlich mit ­blutigem Auswurf, sowie mit Fieber, Atemnot, Thoraxschmerz und Zyanose erlaubt die Verdachtsdiagnose. Beweisend ist eine Röntgen-Thorax-Aufnahme. Bei einer Pneumonie sind unbedingt und möglichst frühzeitig Antibiotika erforderlich.
  • Lungenembolie: Akuter Husten kann auch ein Symptom einer Lungenembolie sein, wobei die übrigen Symptome deutlich überwiegen. Das Kreislaufversagen ist unter Umständen tödlich. Daher steht die kurative Therapie ganz im Vordergrund.
  • Chronische Erkrankungen der oberen Atemwege: Bei chronischen Krankheiten der oberen Atemwege wie der Nase und deren Nebenhöhlen, des Pharynx, der Tonsillen oder des Larynx, ist eine HNO-ärztliche Sanierung, bei Bedarf auch operativ, erforderlich.
  • Chronische nicht-obstruktive Bronchitis: Nikotinkarenz ist die Voraussetzung für eine Besserung.
  • Non-CF-Bronchiektasen: Physiotherapeutische Atemtherapie mit schleimmobilisierenden Geräten ist hilfreich. Auch langwirksame β2-Agonisten oder Anticholinergika sind wirksam.
  • Mukoviszidose: Hier entstehen Bronchiektasen mit extrem zähem Schleim.
  • Interstitielle Lungenerkrankungen: Diese Erkrankungen haben vielfältige Ursachen und gehen oft mit trockenem Hüsteln und Belastungsdyspnoe einher.
  • Gastro-ösophagealer Reflux: Kann Hustenattacken auslösen, aber nur wenn bereits ein hypersensitiver Hustenreflex vorliegt.
  • Medikamentös ausgelöster Husten: Alle ACE-Hemmer steigern die Sensitivität des Hustenreflexes, aber nur 5 bis 10 Prozent der Patienten leiden unter chronischem Husten. Cave: Nach Absetzen des ACE-Hemmers kann der Husten drei Wochen persistieren.

Symptomatische Behandlung

Husten wird häufig als banal angesehen und rein symptomatisch behandelt. Bleibt eine ernste Ursache unentdeckt, können sich dauerhafte Gesundheitsschäden entwickeln. Dann kann man versuchen, das Bronchialsekret zu lockern, um das Abhusten zu erleichtern (Expektoranzien), oder den Hustenreflex zu dämpfen (Antitussiva). Das Abhusten kann durch eine physiotherapeutische Atemtherapie deutlich erleichtert werden, zum Beispiel bei Patienten mit Bronchiektasen, Mukoviszidose, COPD oder hypersekretorischer Bronchitis.

Zu den medikamentösen Expektoranzien gehören Sekretolytika, die das Sekretvolumen erhöhen, und Mukolytika, die die Sekretviskosität reduzieren. Einigen Präparaten werden antientzündliche Wirkungen zugeordnet. Weit verbreitet sind beispielsweise Ambroxol und Bromhexin zur Sekretolyse sowie N-Acetylcystein zur Mukolyse. Deren Wirksamkeit ist offensichtlich individuell sehr unterschiedlich. Bei obstruktiver Ventilationsstörung wirken β2-Adrenergika und Theophyllin sekretfördernd, wahrscheinlich weil sie die mukoziliäre Clearance steigern. Ein gutes Hausmittel sind zuckerhaltige Sirupe, Lutschtabletten und Bonbons, die die Hustenrezeptoren des Rachens »einzuhüllen« scheinen. Sie können den Hustenreiz 20 bis 30 Minuten lindern. Viele Patienten nehmen Phytopharmaka, die teilweise über­raschend gute Effekte beim akuten Husten aufweisen.

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Medikamentöse Antitussiva wirken am Hustenrezeptor, am Reflexbogen, im Gehirn oder an der peripheren Muskulatur. Opioide binden an Hustenrezeptoren im Hirnstamm, zum Beispiel am µ2-Rezeptor, und sind die potentesten Antitussiva. Beispiele sind Morphinsulfat, Codein, Dihydrocodein, Dextromethorphan oder Noscapin. Alle Opioide haben Suchtpotenzial, ­reduzieren den Atemantrieb, wirken sedierend und führen zur Obstipation. Nicht-opioide Antitussiva sind diverse Phytopharmaka, zum Beispiel aus Thymian, Efeu, Primel, Eukalyptus und Spitzwegerich, oder chemisch ­definierte Stoffe wie Pentoxyverin, ­Levodropropizin oder Benproperin.

Die Rolle des Nervus Vagus

Der Nervus Vagus spielt eine zentrale Rolle bei der Auslösung des Hustenreflexes. Sinneszellen in den Atemwegen, die durch mechanische oder chemische Reize aktiviert werden, senden Signale über den Nervus Vagus an das Hustenzentrum im Gehirn. Eine Reizung oder Schädigung des Nervus Vagus kann daher zu chronischem Husten führen.

Neurogener Husten

Trockener H. kann auch die Folge einer Schädigung des Vagusnervs sein. Es handelt sich dann um einen nervlich bedingten Husten. Man spricht vom neurogenen Husten. Oft tritt er als Folgeerscheinung eines Virusinfektes der Atemwege auf (Erkältung, grippaler Infekt, Covid-19). Der Vagusnerv durchzieht den Körper vom Gehirn bis in den Bauchraum. Er ist u. a. an den Atmungsfunktionen beteiligt und sorgt dafür, dass wir sprechen, schlucken und auch singen können. Wenn irgendein reizender Stoff in die Atemwege gelangt, dann melden das die lokalen Zellen, die den Reiz des Stoffes wahrnehmen, an den Vagusnerv, der den Reiz weiter an das Gehirn leitet - und zwar an das Hustenzentrum. Dieses sendet nun den Befehl zum Husten an die Atemmuskulatur.

Die Diagnose des neurogenen Hustens, den man auch als postvirale Vagusneuropathie (PVVN) bezeichnet, stellt der HNO-Arzt. Oft sind hierbei auch die Stimmbandnerven betroffen (die zum Vagusnerv gehören) und es kann eine sog. Stimmlippenparese (Stimmlippenlähmung) vorliegen. Bei einer Stimmlippenparese sind der Nervus laryngeus inferior und der Nervus laryngeus recurrens (Nervenstränge, die zum Vagusnerv gehören) geschwächt bzw. ganz oder teilweise gelähmt. Husten beim Einatmen von Parfüm oder anderen starken Gerüchen oder auch aufgrund von Temperaturveränderungen, auch in klimatisierten Räumen, die Symptome werden besser, sobald man den Raum verlässt und ins Freie geht.

Bei der neurogenen Form verordnen Ärzte meist Amitriptylin, ein trizyklisches Antidepressivum, das normalerweise gegen Ängste, Migräne und chronische Schmerzen gegeben wird, also kaum noch bei Depressionen. Bei neurogenem Husten gilt es als Mittel der ersten Wahl und wirkt offenbar schon in kleinen Dosen von z. B. Die Therapie des trockenen H. mit Amitriptylin kann laut Dr. Koufman schon nach wenigen Tagen anschlagen, müsse aber noch etliche Monate weiter erfolgen, da der Vagusnerv das medikamentöse Stoppsignal 3 bis 9 Monate lang erhalten sollte, bis er wieder umprogrammiert sei und keine ständigen Hustenattacken verursache.

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Naturheilkundliche Ansätze bei neurogenem Husten

Wenn beim neurogenen Husten eine Störung des Vagusnervs vorliegt, bieten sich aus naturheilkundlicher Sicht verschiedene Massnahmen an, die zur Erholung des Vagusnervs bzw. Der Vagusnerv gehört zum Parasympathikus, jenem Nervensystem in unserem Körper, das auch als Ruhe- oder Entspannungsnerv bezeichnet wird. Will man also den Vagusnerv wieder in ein gesundes Gleichgewicht befördern, dann ist ein gut durchdachtes Stressmanagement der Weg zum Ziel.

  • Atemübungen: Die einfachste Atemübung ist, tief und langsam in den Bauch atmen, den Bauch dabei heben und bei der langsamen Ausatmung wieder senken. Atmen Sie in dieser Art 1 bis 2 Minuten immer wieder zwischendurch - gerne auch wenn der Husten auftritt. Auch die 4-7-8-Atemtechnik wirkt entspannend und kann sogar Angststörungen lindern helfen.
  • Singen: Singen Sie, wann immer möglich, laut und fröhlich Ihr Lieblingslied, nutzen Sie z. B. Karaoke-Angebote bei Youtube.
  • Wechselduschen: Der Vagusnerv liebt Temperaturreize.
  • Entspannende Massagen: Es gibt auch konkrete Vagusnerv-Massagen, die wir in Kürze vorstellen werden.
  • Yoga und Pilates: Bei beiden Sportarten werden Bewegung mit bewusster Atmung kombiniert - ideal für den Vagusnerv.
  • Lachen und guter Dinge sein!

Gezielte Übungen & Vagus-Meditation

Wie bereits erwähnt, kann der Vagusnerv durch seine Verbindungen zum Gehirn auch Einfluss auf unsere Stimmung und unser allgemeines Wohlbefinden haben. Um letzteres zu steigern, hilft gezielte Übung - zum Beispiel diverse Anti-Stressmaßnahmen oder Übungen aus der neurobiologisch begründeten Vagus-Meditation. Mit Hilfe dieser Vagus-Meditation kannst du deine Verdauung verbessern, deine Herzfrequenz und deinen Blutdruck senken, gesünderen Schlaf genießen, deine Konzentration sowie Kreativität fördern und - ganz wichtig - Stress reduzieren. Durch praktische Übungen zur Stimulation des Vagusnervs kannst du ihn aktivieren. Auch kurze Ruhepausen und Momente der Entspannung in unserem oft stressigen Alltag sind Teil der Vagus-Meditation.

Vagusnerv aktivieren: 4 effektive Methoden für ein besseres Körpergefühl:

  • Bewusste Atmung: Eine bewährte Methode der Vagus-Meditation ist die bewusste Atemtechnik. Durch langsame und tiefe Atmung kannst du den Vagusnerv aktivieren und eine beruhigende Wirkung auf deinen Körper und Geist erzielen. Eine tiefe Bauchatmung, bei der du bewusst in den Bauch atmest und den Atem langsam wieder ausatmest, kann besonders effektiv sein.
  • Meditation und Yoga: Meditation und Yoga sind wirkungsvolle Praktiken, um den Vagusnerv positiv zu beeinflussen. Diese Disziplinen helfen dir, deinen Geist zur Ruhe zu bringen und Stress abzubauen. Indem du dich auf deine Atmung konzentrierst und deine Gedanken zur Ruhe kommen lässt, kannst du eine tiefe Entspannung erreichen.
  • Massieren: Eine weitere Möglichkeit, den Vagusnerv zu stimulieren, besteht in sanften Berührungen. Massagen bestimmter Punkte am Körper, insbesondere im Nacken- und Halsbereich sowie am Cannon-Böhm-Punkt, können eine entspannende Wirkung auf den Vagusnerv haben und so zur allgemeinen Entspannung beitragen.
  • Bäder und Wechselduschen: Anwendungen und wohltuende Rituale wie diese können den Vagusnerv stimulieren und dein Wohlbefinden steigern.

Neue Therapieansätze

In der Annahme, dass hypersensible Nervenfasern im Bereich der Signalleitung für chronischen Hustenreiz verantwortlich sein können, sind P2X3 Antagonisten in der Erprobung und können bei verschiedenen geeigneten Patienten dann zum Einsatz kommen.

Gefapixant

Gefapixant ist ein peripher wirksamer, selektiver Antagonist an P2X3-Rezeptoren, die sich auf afferenten, sensorischen Fasern des Nervus vagus in den Atemwegen finden. Eine Aktivierung dieser Rezeptoren durch extrazelluläres ATP bewirkt Hustenreiz. Folglich stellt ein selektiver Antagonismus am P2X3-Rezeptor eine naheliegende Strategie in der Behandlung des chronischen Hustens dar. Die Zulassung von Gefapixant beruht auf den beiden doppelblinden, randomisierten, placebokontrollierten Phase-III-Studien COUGH-1 und COUGH-2 mit insgesamt mehr als 2000 Probanden, die seit mindestens einem Jahr unter refraktärem oder unerklärbarem chronischem Husten litten. Die Studien zeigten eine relative Reduktion der Hustenfrequenz im Vergleich zu Placebo von -18,45 % in COUGH-1 und -14,64 % in COUGH-2.1 In der Folge wurde eine Phase-IIIb-Studie (ROCC) durchgeführt, in die Patienten mit neu diagnostiziertem chronischem Husten, definiert durch eine Krankheitsdauer von mindestens 8 Wochen und weniger als einem Jahr eingeschlossen wurden.

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