Geplatzte Ader: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Eine geplatzte Ader, auch wenn der Begriff medizinisch nicht ganz korrekt ist, kann in verschiedenen Körperbereichen auftreten und unterschiedliche Beschwerden verursachen. Während der Begriff oft im Zusammenhang mit sichtbaren Rötungen oder Blutungen verwendet wird, handelt es sich in vielen Fällen nicht um tatsächlich geplatzte Adern, sondern um erweiterte oder beschädigte Blutgefäße. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten, um Betroffenen ein umfassendes Verständnis dieser Thematik zu ermöglichen.

Ursachen einer geplatzten Ader

Die Ursachen für eine geplatzte Ader sind vielfältig und hängen stark vom betroffenen Körperbereich ab. Hier eine Übersicht über die häufigsten Ursachen:

  • Erhöhter Druck: Starkes Husten, Niesen oder Pressen beim Stuhlgang können den Druck in den Blutgefäßen erhöhen und zu kleinen Blutungen führen, insbesondere im Auge oder in der Nase.
  • Verletzungen: Stürze, Schläge oder andere Traumata können die feinen Blutgefäße schädigen und zum Platzen bringen.
  • Bluthochdruck: Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck kann die Gefäßwände schwächen und das Risiko von Blutungen erhöhen.
  • Blutgerinnungsstörungen: Erkrankungen, die die Blutgerinnung beeinträchtigen, oder die Einnahme blutverdünnender Medikamente können das Risiko von geplatzten Äderchen erhöhen.
  • Hauterkrankungen: Bestimmte Hauterkrankungen wie Rosacea können zu erweiterten Äderchen im Gesicht führen, die fälschlicherweise als geplatzte Adern wahrgenommen werden.
  • Gefäßentzündungen (Vaskulitis): Eine Vaskulitis ist eine krankhafte chronische Entzündung überwiegend kleiner Blutgefäße, die im gesamten Körper auftreten kann und die Gefäßwände schädigt.
  • Sonstige Faktoren: Alterungsprozesse, extreme Temperaturen, bestimmte Medikamente, Alkohol- und Nikotinkonsum sowie genetische Veranlagung können ebenfalls eine Rolle spielen.

Geplatzte Ader im Auge (Hyposphagma)

Ein häufiges Phänomen ist die geplatzte Ader im Auge, die von Medizinern als Hyposphagma bezeichnet wird. Kennzeichnend ist eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Augenrötung, je nachdem, ob ein oder mehrere Äderchen betroffen sind.

Ursachen

Eine kleine Blutung in der Bindehaut kann schnell auftreten, oft reicht schon kräftiges Husten oder Niesen im Rahmen einer Erkältung oder Pollenallergie (Heuschnupfen), da die kleinen Blutgefäße durch den entstehenden Druck schnell zerstört werden können. Weitere Ursachen können sein:

  • Verletzungen: Direkte Verletzungen des Auges
  • Bluthochdruck: Erhöhter Druck auf die Gefäße
  • Blutgerinnungsstörungen: Erhöhte Blutungsneigung
  • Medikamente: Blutverdünnende Medikamente wie Aspirin

Symptome

Auch wenn eine blutunterlaufene Bindehaut besorgniserregend aussieht, ist ein geplatztes Blutgefäß im Auge normalerweise harmlos und verschwindet nach etwa ein bis zwei Wochen wieder von alleine. In der Regel bleibt es bei der Rotfärbung, und es zeigen sich keine anderen Symptome wie Augenschmerzen, Sehbeeinträchtigungen oder brennende oder juckende Augen.

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Wann zum Arzt?

Dennoch sollte zur genauen Abklärung vorsichtshalber immer ein Arzt aufgesucht werden - vor allem, wenn es häufiger zu geplatzten Äderchen im Auge kommt oder der „rote Fleck“ innerhalb von ca. 14 Tagen nicht verschwunden bzw. sogar größer geworden ist. Denn in diesem Fall können ernste Hintergründe wie z.B. Bluthochdruck oder Infektionskrankheiten vorliegen. Gleiches gilt, wenn begleitende Symptome wie z.B. Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit, eingeschränktes Sehvermögen, brennende, juckende oder tränende Augen auftreten. Ebenso ist ein Arztbesuch unerlässlich, wenn die Blutung durch eine Verletzung (z.B. einen Schlag) verursacht wurde.

Behandlung

Ein geplatztes Äderchen im Auge bedarf normalerweise keiner speziellen Behandlung. Liegt ein anderweitiger Grund für die Rötung vor, hängt es von der konkreten Art der Ursache bzw. der Grunderkrankung ab, welche Therapiemaßnahmen eingesetzt werden. Ist z.B. eine Überanstrengung des Auges der Auslöser, ist es oft schon hilfreich, für ausreichend Schonung zu sorgen, indem z.B. für eine Zeitlang eine Augenklappe getragen wird und anstrengende Reize wie lange PC-Arbeit oder Fernseher vermieden werden. Liegt ein Infekt oder eine Allergie vor, ist häufig eine Behandlung mit entsprechenden Medikamenten, Augensalbe oder -tropfen angezeigt.

Hausmittel

Ein roter Fleck im Auge durch eine geplatzte Ader kann auch mit einfachen Hausmitteln wirkungsvoll behandelt werden. In Frage kommt z.B. eine Salbeikompresse, denn diese wirkt beruhigend und entzündungshemmend und kann dadurch den Heilungsprozess unterstützen. Für die Zubereitung wird zunächst ein Tee aus einem viertel Liter Wasser und einem Esslöffel Salbei zubereitet. Ist dieser abgekühlt, wird ein Wattepad mit dem Tee benetzt und für eine Weile auf das betroffene Auge gelegt. Aus dem Bereich der Homöopathie haben sich bei Blutungen der Bindehaut vor allem Arnica planta tota Rh D3 Augentropfen bewährt, von denen üblicherweise ein bis drei Mal täglich je ein Tropfen in den Bindehautsack geträufelt werden.

Rötungen und Äderchen im Gesicht

Viele Menschen leiden unter Rötungen und sichtbaren Äderchen im Gesicht. Für diese kommen vielfältige Ursachen in Betracht, dementsprechend können sie auch ganz unterschiedlich stark ausgeprägt sein. In den meisten Fällen sind die Adern dabei jedoch nicht tatsächlich „geplatzt“, sondern lediglich erweitert und daher im Normalfall aus medizinischer Sicht harmlos.

Ursachen

  • Fehlbildungen der Gefäße (Angiome): Diese können tumorartig oder entwicklungsbedingt und angeboren sein. Ein bekanntes Beispiel sind die so genannten „Blutschwämmchen“ (Hämangiome).
  • Tardives Hämangiom: Kleine runde, hell- bis dunkel-rote Knötchen in oder auf der Haut, die sich meist über den Oberkörper verteilen, können aber auch im Gesicht auftreten.
  • Rosacea: Eine chronisch-entzündliche Hautkrankheit, die durch sichtbare Gefäßerweiterungen im Gesicht (Couperose) sowie schuppige Hautstellen, eitrige Pusteln und entzündliche Papeln gekennzeichnet ist.
  • Äußere Einflüsse: Regelmäßige Arbeit an der frischen Luft, Kälte, Hitze, Alkohol, Nikotin, Stress und bestimmte Kosmetika können die Entstehung von roten, geplatzten Äderchen im Gesicht fördern.
  • Erbkrankheiten: Seltene Erbkrankheiten wie Morbus Osler und das Louis-Bar-Syndrom kommen als Ursache in Betracht, ebenso wie z.B. die seltene Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes.
  • Feuermal (Naevus flammeus): Eine angeborene Erweiterung von Blutgefäßen in der Haut, die sich in Form eines roten, scharf begrenzten Flecks bemerkbar macht.
  • Storchenbiss (Naevus flammeus simplex): Ein roter Fleck in der Mittellinie des Nackens oder auf der Stirn bei Neugeborenen, der durch einen verzögerten Reifungsprozess der gefäßversorgenden Nerven entsteht.

Behandlung

Die Behandlung von roten Äderchen im Gesicht richtet sich nach ihrer Ursache.

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  • Hämangiome: In der Regel ist keine Behandlung erforderlich. Bei Blutschwämmchen im Bereich der Augen, Lippe und Nase erfolgen jedoch meist frühzeitige Behandlungsmaßnahmen, sobald sie zu wachsen beginnen. Bei der Therapie kommen je nach Fall verschiedene örtlich wirksame Verfahren wie z.B. Kälteanwendungen oder eine Laserbehandlung zum Einsatz, eine Operation ist hingegen nur in seltenen Fällen notwendig.
  • Feuermal: Im Regelfall völlig harmlos, aber oft eine kosmetische Belastung. Abhilfe kann das Abdecken der Stelle mit speziellem Make-up („Camouflage“) bringen, alternativ kann der Arzt die dauerhaft erweiterten Gefäße im Rahmen einer mehrwöchigen Laserbehandlung zerstören und damit den Naevus flammeus beseitigen bzw. deutlich aufhellen.
  • Rosacea: Zwar nicht heilbar, aber mit der richtigen und konsequent durchgeführten Therapie in den meisten Fällen gut in den Griff zu bekommen. Häufig kommen zur oralen und/oder äußerlichen Anwendung Antibiotika zum Einsatz, ist die Erkrankung stärker ausgeprägt, kann auch die Gabe des Vitamin-A-Säure-Derivats Isotretinoin sinnvoll sein. Neben der ärztlichen Behandlung ist bei einer Kupferrose auch eine gründliche Hautpflege mit milden, seifen-freien Reinigungsmitteln wichtig. Zudem sollte darauf geachtet werden, das Gesicht gut vor Hitze zu schützen und dementsprechend möglichst auf z.B. heiße Gerichte und Getränke, scharfe Gewürze, heißes Baden, Duschen und Saunieren zu verzichten.
  • Naturheilkunde bei Rosacea: Bei leichteren Formen hat es sich beispielsweise bewährt, wenn das Gesicht täglich für etwa fünf bis zehn Minuten mit den Fingerkuppen sanft und mit kreisenden Bewegungen massiert wird. In der Homöopathie wird zur Behandlung der entzündlichen Erkrankung z.B. Abrotanum eingesetzt, vor allem, wenn der Betroffene über eine Lymphknotenschwellung, Abgeschlagenheit und Appetitlosigkeit klagt. Treten im Zusammenhang mit den Hautbeschwerden innere Unruhe, schwache Nerven, Erschöpfung, Durchfall oder Magenprobleme auf, kann Kalium phosphoricum das homöopathische Mittel der Wahl sein. Eine weitere Möglichkeit zur alternativen Therapie sind Schüssler Salze. Hier kommt “Natrium phosphoricum” (Nr. 9) in Frage, welches als das „Salz des Stoffwechsels“ gilt und durch seine entgiftende Wirkung unter anderem Probleme der Haut lindern kann. Auch das so genannte „Klärsalz“ Natrium sulfuricum (Nr.10) kann bei Rosacea helfen, ebenso wird vor allem bei Entzündungen ab dem zweiten Stadium oft das Salz Nr. 12 (Calcium sulfuricum) eingesetzt.
  • Vermeidung von Triggern: Da seelischer Stress als einer der stärksten Triggerfaktoren für Rosacea gilt, sollte auch der Vermeidung von psychischen Belastungen eine hohe Bedeutung zukommen. Betroffenen stehen hier eine Vielzahl von Entspannungstechniken und Möglichkeiten zum Stressabbau zur Verfügung, die dabei helfen, äußere Reize besser bewältigen zu können und das innere Gleichgewicht zu stärken. In Frage kommen zum Beispiel „Klassiker“ wie Yoga, Atemübungen oder autogenes Training, immer beliebter werden aber auch traditionelle, chinesische Bewegungslehren wie das Taijiquan (auch „Tai-Chi Chuan“) oder Qigong.

Tipps zur Minimierung von Rötungen

Um die roten bzw. geplatzten Äderchen im Gesicht zu minimieren, empfiehlt es sich, genau hinzuschauen und herauszufinden, welche Einflüsse einen positiven bzw. negativen Effekt auf das Hautbild haben. Häufig führt z.B. Wärme durch heißes Essen, scharfe Gewürze, Sauna oder eine warme Dusche zu einer Verstärkung der sichtbaren Äderchen. Andere Betroffene reagieren besonders heftig auf Ärger bzw. Stress.

Geplatzte Ader in der Hand/Finger (Achenbach-Syndrom)

In der Handinnenfläche bzw. im Finger kann es ebenfalls dazu kommen, dass ein kleines Blutgefäß bzw. eine kleine Vene (Venole) platzt und infolgedessen ein Bluterguss an der entsprechenden Stelle auftritt. Typischer Auslöser des so genannten „Paroxysmalen Finger- bzw. Handhämatoms“ (auch als „Achenbach-Syndrom“ bekannt) ist das Tragen einer schweren Einkaufstasche, aber auch ein kleiner Stoß kann bereits dazu führen, dass eine Venole platzt.

Symptome

Durch die Ruptur des Blutgefäßes kommt es zu starken, stechenden Hand- bzw. Fingerschmerzen sowie zu einer bläulichen Verfärbung der Haut.

Behandlung

Frauen in mittlerem Alter sind besonders oft vom Achenbach-Syndrom betroffen, die genaue Ursache ist jedoch bislang nicht bekannt. Vermutet werden unter anderem hormonelle Störungen sowie eine Instabilität bzw. Schädigung der Gefäßwand. Da das Paroxysmale Finger- bzw. Handhämatom an sich harmlos ist, benötigt es normalerweise keiner Behandlung. Hilfreich und wohltuend kann es sein, die betroffene Stelle zu kühlen und zu schonen. Gehen die Schmerzen nach einigen Tagen nicht zurück und treten begleitende Symptome wie starke Bewegungseinschränkungen, Überwärmung der Hand bzw. des Fingers, Schüttelfrost oder Fieber auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Weitere Ursachen für Gefäßveränderungen

Neben den bereits genannten Ursachen gibt es weitere Erkrankungen und Zustände, die mit Gefäßveränderungen einhergehen können und fälschlicherweise als "geplatzte Ader" interpretiert werden:

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  • Arteriosklerose: Ablagerungen (Plaques) verstopfen dabei Arterien. Meist bleibt die Krankheit lange unentdeckt.
  • Aneurysma: Eine krankhafte Gefäßausstülpung - also eine örtlich begrenzte Erweiterung einer Arterie.
  • Aortendissektion: Wenn die innere Auskleidung der Hauptschlagader (Aorta) einreißt und das Blut in die Gefäßwand eindringt.

Vorbeugung

Um geplatzten Äderchen vorzubeugen, ist es wichtig, einen gesunden Lebensstil zu führen. Dazu gehören:

  • Ausgewogene Ernährung: Eine Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten stärkt die Gefäßwände.
  • Regelmäßige Bewegung: Sport und Bewegung fördern die Durchblutung und halten die Gefäße elastisch.
  • Vermeidung von Übergewicht: Übergewicht belastet die Gefäße und erhöht das Risiko von Bluthochdruck.
  • Verzicht auf Nikotin und übermäßigen Alkoholkonsum: Nikotin und Alkohol schädigen die Gefäße und fördern Entzündungen.
  • Stressmanagement: Stress kann den Blutdruck erhöhen und die Gefäße belasten. Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen.
  • Vermeidung extremer Temperaturen: Starke Hitze oder Kälte können die Gefäße belasten und zu erweiterten Äderchen führen.
  • Tragen von Stützstrümpfen: Das Tragen von Stützstrümpfen ist nicht nur in der Schwangerschaft zu empfehlen.

Behandlung durch Lasertherapie

Eine weitere Möglichkeit ist die Lasertherapie, bei der die betroffenen Äderchen gezielt verödet werden.

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