GPS-Tracker haben sich als nützliche Hilfsmittel in verschiedenen Bereichen erwiesen, vom Auffinden entlaufener Haustiere bis hin zum Schutz von Fahrzeugen vor Diebstahl. Insbesondere für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen können GPS-Schlüsselanhänger eine wertvolle Unterstützung sein, die sowohl Sicherheit als auch ein Stück Selbstständigkeit ermöglicht.
GPS-Tracker: Eine Übersicht
Ein GPS-Tracker ist ein kleines, mobiles Gerät, das mithilfe des Global Positioning Systems (GPS) die genauen Koordinaten seines Trägers ermitteln und diese Informationen über das Mobilfunknetz an einen Empfänger übermitteln kann. Diese Technologie, auch als Geo-Tracking oder Geolokalisierung bekannt, ermöglicht es, den Standort von Personen, Tieren oder Gegenständen weltweit zu verfolgen.
Wie funktioniert GPS-Tracking?
GPS-Tracker nutzen ein GPS-Modul zur Satellitenkommunikation und einen Mobilfunksender. Das Gerät empfängt Signale von mindestens vier der 24 aktiven Satelliten, um seine Position zu bestimmen. Diese Koordinaten werden dann per SMS oder App an einen Empfänger gesendet. Im Freien ist die Standortbestimmung in der Regel sehr genau, während sie in Gebäuden oder unterirdisch eingeschränkt sein kann.
Vielfältige Einsatzmöglichkeiten
GPS-Tracker können in verschiedenen Situationen eingesetzt werden:
- Ortung von Fahrzeugen und Gegenständen: Durch ihre kompakte Größe können GPS-Tracker unauffällig in Fahrzeugen oder an Wertgegenständen versteckt werden, um im Falle eines Diebstahls wertvolle Hinweise auf den Standort zu liefern.
- Ermittlung des Aufenthaltsortes von Haustieren: GPS-Tracker, die in Halsbänder integriert sind, ermöglichen es, den Aufenthaltsort von Haustieren zu überwachen.
- Nachverfolgung des Weges von Kindern und anderen Personen: Mit Zustimmung der überwachten Person können GPS-Tracker dazu verwendet werden, den Schulweg von Kindern zu verfolgen oder die Sicherheit von pflegebedürftigen Personen zu gewährleisten.
GPS-Tracker für Demenzkranke: Mehr Sicherheit und Freiheit
Für Angehörige von Menschen mit Demenz ist es oft eine große Sorge, wenn diese das Haus verlassen und sich verirren. GPS-Tracker können in solchen Fällen eine wertvolle Alltagshilfe sein, die für mehr Sicherheit sorgt, ohne die Selbstständigkeit des Betroffenen unnötig einzuschränken.
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Warum sind GPS-Tracker für Demenzkranke sinnvoll?
- Standortabfrage: Angehörige können jederzeit den aktuellen Standort des Demenzkranken abfragen und sich so vergewissern, dass er sich in Sicherheit befindet.
- SOS-Knopf: Viele GPS-Tracker verfügen über einen SOS-Knopf, mit dem der Demenzkranke im Notfall schnell und unkompliziert Hilfe rufen kann.
- Geofencing: Durch die Festlegung eines Sicherheitsbereichs (Geofence) können Angehörige benachrichtigt werden, wenn der Demenzkranke diesen Bereich verlässt.
Worauf sollte man beim Kauf eines GPS-Trackers für Demenzkranke achten?
- Präzision: Eine exakte Ortung ist entscheidend, um im Notfall schnell Hilfe leisten zu können.
- Gewicht und Größe: Der Tracker sollte leicht und klein sein, damit er den Demenzkranken nicht behindert.
- Akkulaufzeit: Eine lange Akkulaufzeit ist wichtig, damit der Tracker nicht ständig aufgeladen werden muss.
- Einfache Bedienung: Der Tracker sollte einfach zu bedienen sein, sowohl für den Demenzkranken als auch für die Angehörigen.
- Robustheit und Wasserdichtigkeit: Der Tracker sollte robust und wasserdicht sein, um den täglichen Belastungen standzuhalten.
Verschiedene Arten von GPS-Trackern für Demenzkranke
Es gibt verschiedene Arten von GPS-Trackern, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz zugeschnitten sind:
- GPS-Uhren: Diese sehen aus wie normale Digitaluhren und verfügen über einen GPS-Tracker sowie zusätzliche Funktionen wie einen Notrufknopf.
- GPS-Schlüsselanhänger: Diese handlichen Tracker können am Schlüsselbund befestigt werden und verfügen über Basisfunktionen.
- GPS-Armbänder: Diese wasserfesten Armbänder werden am Handgelenk getragen und können zusätzliche Funktionen bieten.
- GPS-Halsketten: Diese Tracker werden um den Hals getragen und sind oft unauffällig unter der Kleidung versteckt.
- GPS-Handgeräte: Diese flexiblen Geräte können in der Handtasche oder am Hosenbund getragen werden.
- GPS-Tracker mit Sturzsensor: Diese Geräte erkennen Stürze und können automatisch einen Notruf absetzen.
Rechtliche Aspekte
Es ist wichtig zu beachten, dass die Nutzung eines GPS-Trackers ohne Zustimmung der betroffenen Person einen Eingriff in ihr Persönlichkeitsrecht darstellt. Daher sollte die Nutzung eines GPS-Trackers immer mit dem Einverständnis des Demenzkranken erfolgen, solange dieser noch geschäftsfähig ist. Andernfalls ist die Zustimmung eines rechtlichen Vertreters erforderlich.
Beliebte GPS-Tracker-Modelle
Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl von GPS-Trackern, die sich für den Einsatz bei Demenzkranken eignen. Einige beliebte Modelle sind:
- PAJ GPS Easy Finder 4G: Dieser Mini-GPS-Tracker verfügt über einen SOS-Notrufknopf und eine Akkulaufzeit von bis zu 14 Tagen.
- Incutex GPS Tracker TK104: Dieser Peilsender eignet sich sowohl für Personen als auch für Fahrzeuge und verfügt über einen Erschütterungssensor und eine lange Betriebslaufzeit.
- Apple AirTag: Dieser Bluetooth-Tracker eignet sich gut zum Auffinden von Schlüsseln, Geldbörsen und anderen Gegenständen im Nahbereich.
- Onntrack Portable Pro+: Dieser Tracker zeichnet sich durch Live-Tracking, LTE-Funk und einen ausdauernden Akku aus.
- Salind 01: Dieser kompakte und zuverlässige GPS-Tracker wird direkt an die Autobatterie angeschlossen.
- Salind 11: Dieser Tracker verfügt über einen eigenen Akku und ermöglicht eine exakte Positionsbestimmung.
- PAJ Vehicle Finder 4G 2.0: Dieser kompakte GPS-Tracker wird fest mit der Autobatterie verkabelt und bietet viele Funktionen.
Kosten und Finanzierung
Die Kosten für einen GPS-Tracker variieren je nach Modell und Ausstattung. Basismodelle sind bereits ab 50 Euro erhältlich, während Geräte mit mehr Funktionen auch teurer sein können. Zusätzlich zu den Anschaffungskosten fallen in der Regel Mobilfunkkosten für die SIM-Karte an.
In einigen Fällen ist es möglich, eine Kostenübernahme durch die Pflege- oder Krankenkasse zu beantragen. Das Landessozialgericht Bremen hat entschieden, dass GPS-Systeme, die eine Alarmfunktion haben und eine Ortung ermöglichen, von der Krankenkasse getragen werden müssen, da sie das Grundbedürfnis nach Mobilität bei Menschen mit Weglauftendenz und Orientierungsstörungen unterstützen. Voraussetzung ist jedoch eine ärztliche Verordnung.
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Schlüsselfinder als Ergänzung
Neben GPS-Trackern können auch Schlüsselfinder eine nützliche Ergänzung sein, um das Auffinden von Schlüsseln und anderen Gegenständen zu erleichtern. Schlüsselfinder bestehen aus einem Sender und einem Empfänger, wobei der Empfänger in Form eines Anhängers am Schlüsselbund oder an einem Wertgegenstand befestigt wird. Moderne Schlüsselfinder nutzen GPS- und/oder Bluetooth-Technologie, um den Standort des gesuchten Gegenstands zu ermitteln.
Arten von Schlüsselfindern
- Funk-Schlüsselfinder: Diese eignen sich gut für Senioren, da keine weitere Technik benötigt wird. Sie nutzen Radiowellen, um den Empfänger zu orten.
- GPS-Schlüsselfinder: Diese nutzen Satelliten zur Positionsbestimmung und können per Smartphone den letzten Standort anzeigen.
- Bluetooth-Schlüsselfinder: Diese bauen per Smartphone-App eine Verbindung zum Schlüsselanhänger auf und haben eine Reichweite von bis zu 30 Metern.
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