Notfall-Schlüsselanhänger und Armbänder: Wichtige Informationen für Menschen mit Alzheimer und Demenz

Demenz ist eine Erkrankung, die nicht nur das Leben der Betroffenen, sondern auch das ihrer Angehörigen stark beeinflusst. Mit fortschreitendem Krankheitsverlauf kann die Orientierung zunehmend verloren gehen, was im Alltag gefährliche Situationen hervorrufen kann. In solchen Momenten ist es wichtig, dass Betroffene schnell identifiziert und versorgt werden können. Hier kommen Notfall-Schlüsselanhänger und Armbänder ins Spiel, die speziell für Menschen mit Alzheimer oder anderen Formen von Demenz entwickelt wurden.

GPS-Tracker für Demenzkranke

GPS-Tracker für Demenzkranke sind kleine Sender, die von Demenzkranken am Körper getragen werden können. Es gibt sie in verschiedenen Ausführungen, beispielsweise als Schlüsselanhänger, Armband, Halskette oder zum Anklippen. Diese Geräte senden den Standort des Trägers an einen Empfänger, meist eine App auf dem Smartphone der pflegenden Personen oder Angehörigen.

Funktionen von GPS-Trackern

Viele Demenz-Tracker lösen einen Alarm aus, wenn sie eine Erschütterung wahrnehmen, beispielsweise bei einem Sturz. Einige Modelle ermöglichen es, einen virtuellen Zaun (Geofence) einzustellen. Wird dieser Bereich verlassen, sendet der Tracker ein Signal an den Empfänger. Zudem verfügen GPS-Tracker oft über einen gut erkennbaren SOS-Knopf, mit dem schnell Hilfe gerufen werden kann. Manche Tracker haben sogar einen Lautsprecher und ein Mikrofon und können als Telefon benutzt werden.

Arten von GPS-Trackern für Senioren

  • GPS-Tracker in Seniorenuhr: Sieht aus wie eine gewöhnliche Digitaluhr und verfügt über einen GPS-Tracker und optionale Zusatzfunktionen wie einen Notrufknopf oder eine Telefonfunktion.
  • GPS-Tracker für Senioren mit Demenz als Schlüsselanhänger: Handlicher GPS-Tracker, der am Schlüsselbund befestigt werden kann und über Basisfunktionen sowie optionale Zusatzfunktionen verfügt.
  • GPS-Tracker als Seniorenarmband: Wird am Handgelenk getragen, ist in der Regel wasserfest und kann stets am Körper verbleiben. Auch hier gibt es neben der Basisversion zusätzliche Funktionen.
  • GPS-Tracker als Halskette: Wird um den Hals getragen, meist als einfache Basisversion. Vorteil: Der GPS-Tracker verschwindet unter der Kleidung, verbleibt aber eng am Körper.
  • GPS-Tracker als Handgerät: Besonders flexibel, da er in der Handtasche, im Jackenmantel oder am Hosenbund positioniert werden kann.
  • GPS-Tracker mit Notrufknopf: Verfügt neben der Ortungsfunktion auch über einen Notrufknopf, der beispielsweise vordefinierte Kontakte benachrichtigt.
  • GPS-Tracker mit Geofence: Ermöglicht die Festlegung eines Gebietes, in dem sich der Pflegebedürftige bewegen darf. Überschreitet dieser den virtuellen Zaun, werden Angehörige benachrichtigt.
  • GPS-Tracker mit Sturzsensor: Erkennt ruckartige Bewegungen bei Stürzen und kann im Anschluss einen Notruf absetzen.

Wie funktioniert ein GPS-Tracker für Senioren?

Der GPS-Tracker übermittelt die exakten GPS-Daten mittels Mobilfunknetz an einen Onlineserver und danach an ein Smartphone. Auf einer digitalen Landkarte kann die genaue Position des Angehörigen, das Datum und die Uhrzeit abgelesen werden. Bei Überschreitung eines festgelegten virtuellen Zauns (Geofence) wird automatisch eine Benachrichtigung auf das Smartphone gesendet.

Rechtslage bei GPS-Trackern für Senioren

Es ist verboten, eine Person gegen ihren Willen oder ohne ihr Wissen mit einem Ortungsgerät zu versehen, da dies einen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht darstellt. Die betroffene Person muss der Ortung mit einem GPS-Tracker zustimmen. Bei Entmündigung reicht eine Unterschrift des gesetzlichen Vormunds aus.

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Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Das Landessozialgericht Bremen hat entschieden, dass GPS-Systeme mit Alarmfunktion und Ortungsmöglichkeit von der Krankenkasse getragen werden müssen, da sie das Grundbedürfnis nach Mobilität bei Personen mit Weglauftendenz und Orientierungsstörungen unterstützen. Voraussetzung ist jedoch eine Verordnung vom Arzt.

Notfallarmbänder für Demenzkranke

Notfallarmbänder für Demenzkranke sind eine weitere Möglichkeit, die Sicherheit von Betroffenen zu erhöhen. Sie bieten die Möglichkeit, wichtige Informationen wie den Namen des Trägers, den Krankheitsstatus und einen Notfallkontakt dauerhaft zu gravieren.

Vorteile von Notfallarmbändern

  • Schnelle Identifizierung: Im Notfall können Passanten, Polizei oder Rettungsdienste schnell die notwendigen Informationen ablesen und Kontakt zu Angehörigen oder Betreuern aufnehmen.
  • Erhöhte Sicherheit: Das Armband gibt Angehörigen die Gewissheit, dass ihre Liebsten in einer Notsituation nicht allein gelassen werden.
  • Diskretion: Die persönliche Gravur ist klar und leicht verständlich, aber dennoch dezent.
  • Tragekomfort: Die Armbänder sind aus hautfreundlichen Materialien hergestellt und für den langfristigen Einsatz im Alltag konzipiert. Sie sind robust, wasserfest und langlebig.

Informationen für die Gravur

Folgende Informationen können auf dem Armband graviert werden:

  • Name des Trägers
  • Hinweis auf die Demenzerkrankung (z.B. "Demenz-Patient")
  • Notfallnummer einer Vertrauensperson
  • Weitere Informationen (z.B. Allergien, Medikamente)

Materialien und Design

Notfallarmbänder sind in verschiedenen Materialien und Designs erhältlich, darunter:

  • Edelstahl oder Titan: Diese Materialien sind robust, langlebig und elegant. Sie sind in verschiedenen Farben wie Silber, Gold, Roségold und Schwarz erhältlich.
  • Segeltau: Ein robustes Material, das in vielen auffälligen Farben erhältlich ist und mit einem SOS-Hinweis sofort ins Auge fällt.
  • Leder: Bietet einen klassischen und stilvollen Look.
  • Silikon: Hautfreundlich und in verschiedenen Designs erhältlich, besonders beliebt für Kinder.

Notfallanhänger

Neben Armbändern gibt es auch Notfallanhänger, die mit einem internationalen roten Notfallsymbol (Notfallkreuz mit Äskulapstab) versehen sind. Diese Anhänger können aus Edelstahl oder Aluminium gefertigt sein und bieten Platz für wichtige medizinische Daten.

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Zusätzliche Hilfsmittel für Menschen mit Demenz

Neben GPS-Trackern und Notfallarmbändern gibt es eine Vielzahl weiterer technischer Hilfsmittel, die den Alltag von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen erleichtern können:

  • Erinnerungshilfen: Kalender, Uhren mit großer Anzeige, Erinnerungs-Apps
  • Sicherheitshilfen: Automatische Abschaltfunktionen für Herd, Wasserkocher oder Bügeleisen, Wassersensoren, Überlaufschutzsysteme, Sensorleuchten, Haltegriffe, rutschfeste Matten, Duschsitze
  • Kommunikationshilfen: Intelligente Uhren, Kommunikations-Apps, Gesprächs-Apps mit künstlicher Intelligenz
  • Seniorenhandys: Geräte mit großen Tasten, hellem Display und lautem Klingelton

Wichtige Überlegungen bei der Auswahl von Hilfsmitteln

  • Individuelle Bedürfnisse: Nicht jede Lösung passt automatisch in jede Lebenssituation. Es ist wichtig, gemeinsam mit dem Betroffenen und den Angehörigen zu überlegen, in welchen Bereichen Unterstützung sinnvoll ist.
  • Selbstständigkeit fördern: Aufgaben sollten nicht vorschnell abgenommen werden, um die Selbstständigkeit des Betroffenen so lange wie möglich zu erhalten.
  • Persönliche Vorlieben: Hilfsmittel sollten sich gut in den Alltag einfügen und regelmäßig überprüft werden.
  • Technische Vorkenntnisse: Besonders beruhigend ist, dass keine technischen Vorkenntnisse notwendig sind, um einen GPS-Tracker in Betrieb zu nehmen.

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