Apoplex-Definition: Ein umfassender Überblick

Ein Apoplex, umgangssprachlich auch als Schlaganfall, Hirninfarkt oder Hirnschlag bekannt, ist eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn. Diese Störung führt zu einem Sauerstoffmangel, der den Untergang von Gewebe in einer oder mehreren Gehirnregionen zur Folge hat. Die Ausprägung eines Schlaganfalls hängt davon ab, welcher Bereich des Gehirns betroffen ist. Die Folgen können dauerhaft sein. Der Apoplex ist eines der häufigsten Krankheitsbilder in der außerklinischen Intensivpflege.

Was ist ein Apoplex?

Der medizinische Fachbegriff für einen Schlaganfall ist Apoplex cerebri, wird aber oft nur als Apoplex bezeichnet. Andere Bezeichnungen sind Apoplexie, Apoplexia cerebri, Hirninfarkt, Hirnschlag, Schlaganfall, apoplektischer Insult, zerebraler Insult, zerebrovaskulärer Insult oder ischämische Attacke. Jährlich erleiden etwa 270.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall.

Ein Schlaganfall ist eine akute Durchblutungsstörung eines Organs. Für eine Durchblutungsstörung im Gehirn gibt es verschiedene Gründe. Die häufigste Ursache des Apoplex stellen Gefäßverschlüsse dar. Außerdem können Blutungen für einen akuten Schlaganfall ursächlich sein.

Ursachen eines Apoplex

Gefäßverschlüsse, die einen Apoplex auslösen, entstehen in den meisten Fällen durch Blutgerinnsel. Dafür sind häufig Vorhofflimmern oder die Arteriosklerose der hirnversorgenden Gefäße verantwortlich. Beim Vorhofflimmern kontrahiert sich der linke Vorhof nicht mehr vollständig, sodass das Blut im Herzen zirkuliert. Die Arteriosklerose - das ist die krankhafte Einlagerung sogenannter Cholesterinester und anderer Fette in der inneren Wandschicht arterieller Glutgefäße - verengt Blutgefäße. Die Ablagerungen können sich lösen und im Blutstrom mitgeschwemmt werden. Eine Fettembolie kann durch einen größeren Knochenbruch oder eine OP verursacht werden. In selteneren Fällen werden Gefäßverschlüsse durch eine Vaskulitis (Entzündung der Gefäßwände) verursacht.

Die Gefäßverschlüsse können durch Blutgerinnsel oder im Rahmen einer Fettembolie auftreten. Blutgerinnsel oder, im Falle einer Fettembolie, Fettpfropfen verstopfen die Blutgefäße, sodass in den Bereichen hinter dem Verschluss keine Sauerstoff- und Glukoseversorgung mehr stattfindet. Ist die Apoplex-Ursache eine Hirnblutung, wird er auch als blutiger Schlaganfall, hämorrhagischer Schlaganfall, blutiger Apoplex oder hämorrhagischer Apoplex betitelt. Eine weitere seltene Ursache für den Schlaganfall ist eine Luftembolie. Hierbei gelangt Luft in die Blutbahn, wodurch das Gehirn ebenfalls nicht mehr mit Sauerstoff und Glukose versorgt wird.

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Ein hämorrhagischer Schlaganfall wird durch eine Hirnblutung ausgelöst. Solche Blutungen können durch ein geplatztes Aneurysma, Verletzungen wie ein Schädel-Hirn Trauma, Drogenmissbrauch oder Bluthochdruck (Hypertonie) entstehen. Aneurysmen sind sackartige Ausweitungen der Blutgefäße. Sie sind entweder angeboren oder entwickeln sich im Laufe der Jahre. Da die Gefäßwand sehr dünn ist und durch die Erweiterung die Elastizität verliert, können sie bei Blutdruckschwankungen spontan reißen.

Pathophysiologie des Apoplex

Das Gehirn ist das Gewebe, welches am empfindlichsten auf eine unterbrochene Sauerstoffversorgung reagiert. Nervenzellen sterben bereits innerhalb von kürzester Zeit ab. Je größer das betroffene Blutgefäß, desto größer ist der Bereich, der nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird. Durch den Circulus arteriosus cerebri kann die plötzliche Durchblutungsstörung teilweise kompensiert werden, jedoch häufig nicht in dem Ausmaß, in dem es nötig wäre.

Das Gehirn ist von drei Hirnhäuten und dem Schädelknochen umgeben. Bei einer intrazerebralen Blutung kann sich das Gehirn nicht ausdehnen. So kommt es durch die Blutung zu einem erhöhten intrazerebralen Druck und damit zu einer Quetschung der Blutgefäße. Auch hier wird nach gewisser Zeit die Blutversorgung durch eingeengte Arterien unterbrochen. Dazu kommt, dass das Gewebe hinter dem blutenden Gefäß ebenfalls nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird. Blutungen innerhalb der Hirnhäute verursachen einen immer weiter ansteigenden Druck auf das Gehirn und damit auch auf die Blutgefäße.

Formen des Apoplex

Es gibt verschiedene Formen des Apoplex, darunter:

  • Transitorische ischämische Attacke (TIA): Die transitorische ischämische Attacke, kurz TIA, wird auch als stiller oder unbemerkter Apoplex oder als Mini-Schlaganfall bezeichnet. Dahinter verbirgt sich eine Durchblutungsstörung, die in einem Areal auftritt, in dem die Symptome nicht bemerkbar sind oder sich die Symptome innerhalb von längstens 24 Stunden zurückbilden. Sie gilt als Vorbote eines Schlaganfalls, da etwa ein Viertel der Betroffenen, die eine TIA erlitten, im Verlauf einen Hirninfarkt entwickeln.
  • Prolongiertes reversibles ischämisches neurologisches Defizit (PRIND): Das prolongierte reversible ischämische neurologische Defizit, auch PRIND genannt, ist wie die TIA ein Vorbote des ischämischen Insults. Die Symptome entstehen bis zu 28 Stunden nach dem Ereignis. Diese bilden sich innerhalb von 3 Wochen wieder zurück. TIA und PRIND werden in der Regel durch winzige Blutgerinnsel ausgelöst. Dadurch zeigen sich die auftretenden Symptome rückläufig.

Symptome eines Apoplex

Die Symptome können so vielfältig sein, wie die eines schweren Schlaganfalls. Sie hängen davon ab, in welchem Areal die Durchblutungsstörung auftritt. Auch wenn diese Symptome des schleichenden Schlaganfalls teilweise nach wenigen Minuten bis wenigen Tagen rückläufig sind, sollte ein*e Arzt/Ärztin hinzugezogen werden.

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Vor allem die Schlaganfall-Symptome einer Frau lassen auf den ersten Blick häufig nicht auf einen Apoplex schließen, während die Apoplex-Symptome eines Mannes meist eindeutiger sind. Bei Frauen zeigen sie sich die Symptome des Apoplex teilweise in Form von starken Kopfschmerzen, Verwirrtheit oder Kurzatmigkeit. Die Symptome eines Schlaganfalls hängen neben dem Geschlecht vorrangig davon ab, welches Areal im Gehirn betroffen ist. Zudem kann sich der Apoplex in den hirnnahen Organen zeigen. Ein Schlaganfall im Auge zeigt sich besonders durch Sehstörungen bis hin zur akuten Erblindung eines oder beider Augen.

Das schnelle Erkennen eines Schlaganfalls ist für die weitere Prognose und somit die Zukunft der Betroffenen ausschlaggebend. Da sich die Apoplex-Symptome einer Frau häufig versteckt zeigen, haben sie häufig schwerwiegendere Krankheitsverläufe als Männer, deren Schlaganfall-Symptome meist schneller erkannt werden.

Einige der häufigsten Symptome sind:

  • Plötzliche Schwäche oder Taubheit im Gesicht, Arm oder Bein, meist auf einer Körperseite
  • Plötzliche Sprach- oder Verständnisprobleme
  • Plötzliche Sehstörungen auf einem oder beiden Augen
  • Plötzlicher Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen
  • Plötzliche, heftige Kopfschmerzen unbekannter Ursache

Epidemiologie des Apoplex

In Deutschland erleiden jährlich etwa 270.000 Personen einen Apoplex. Dabei sind häufiger Frauen von einem Schlaganfall betroffen als Männer: Der Anteil liegt bei etwa 55 %. Das liegt daran, dass Frauen statistisch mehreren Risikofaktoren ausgesetzt sind. Zudem zählen Hormonpräparate wie die Anti-Baby-Pille oder Hormonersatzpräparate, die in den Wechseljahren eingenommen werden, zu den Risikofaktoren eines Apoplex. Dieses Risiko steigert sich bei Frauen, die zusätzlich an Bluthochdruck und einer Aura-Migräne leiden, übergewichtig sind und rauchen. Jährlich treten etwa 250 Hirnschläge bei Kindern auf. Die Risikofaktoren für einen kindlichen Apoplex liegen vor allem in erblich bedingten Erkrankungen oder der Neigung zur Bildung von Blutgerinnseln. Auch Autoimmunerkrankungen erhöhen das Risiko für Kinder.

Risikofaktoren für einen Apoplex

Es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit eines Apoplex erhöhen können. Einige dieser Risikofaktoren können beeinflusst werden, während andere nicht beeinflussbar sind.

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Zu den beeinflussbaren Risikofaktoren gehören:

  • Bluthochdruck: Der größte Risikofaktor ist der Bluthochdruck.
  • Erhöhte Cholesterinwerte (Blutfettwerte)
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Rauchen: Vor allem Rauchen birgt ein hohes Risiko, da es den Blutdruck erhöht, Arteriosklerose begünstigt und die Blutgerinnung beeinflusst. Ehemalige Raucher haben nach fünf Jahren etwa dasselbe Risiko, einen Apoplex zu entwickeln, wie Personen, die noch nie geraucht haben.
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • Vorhofflimmern: Die Hauptrisikofaktoren für einen Schlaganfall sind Bluthochdruck und das sogenannte Vorhofflimmern.
  • Hormonpräparate: Zudem zählen Hormonpräparate wie die Anti-Baby-Pille oder Hormonersatzpräparate, die in den Wechseljahren eingenommen werden, zu den Risikofaktoren eines Apoplex. Dieses Risiko steigert sich bei Frauen, die zusätzlich an Bluthochdruck und einer Aura-Migräne leiden, übergewichtig sind und rauchen.
  • Drogenmissbrauch: Solche Blutungen können durch ein geplatztes Aneurysma, Verletzungen wie ein Schädel-Hirn Trauma, Drogenmissbrauch oder Bluthochdruck (Hypertonie) entstehen.
  • Alkohol: Alkohol ist zwar nicht komplett verboten, aber nur in sehr geringen Mengen.

Zu den nicht beeinflussbaren Risikofaktoren gehören:

  • Alter: Eine Person über 70 Jahre hat ein höheres Schlaganfall-Risiko als eine Person mit 60 Jahren. Mit 80 Jahren ist das Risiko wiederum größer als mit 70 und so weiter.
  • Geschlecht: Dabei sind häufiger Frauen von einem Schlaganfall betroffen als Männer: Der Anteil liegt bei etwa 55 %.
  • Genetische Vorbelastungen
  • Erbliche bedingte Erkrankungen: Die Risikofaktoren für einen kindlichen Apoplex liegen vor allem in erblich bedingten Erkrankungen oder der Neigung zur Bildung von Blutgerinnseln. Auch Autoimmunerkrankungen erhöhen das Risiko für Kinder.

Prävention eines Apoplex

Um die Wahrscheinlichkeit zu senken, einen Apoplex zu entwickeln, gilt es, die Risikofaktoren weitestgehend zu minimieren. Experten gehen davon aus, dass bis zu 70 % aller Fälle durch gezielte Prävention verhindert werden könnten.

Die besten Tipps zur Prävention eines Schlaganfalls sind letztendlich immer die Vermeidung von Risikofaktoren. Das heißt: Maßnahmen, die effektiv einem Bluthochdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel und letzten Endes auch Diabetes vorbeugen und verhindern. Dazu gehört im ersten Schritt, dass man sich vernünftig ernährt, das heißt eine balancierte, ausgewogene zum Beispiel mediterrane Diät zu sich führt. Also überwiegend Gemüse, nicht zu viel Fleisch. Und natürlich ist ausreichende Bewegung sehr wichtig. 20 bis 30 Minuten Bewegung pro Tag, bei der man leicht schwitzt, ist ideal. Und wenn Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck vorliegen, sollte man die natürlich auch behandeln.

Einige konkrete Maßnahmen zur Prävention sind:

  • Gesunde Lebensweise: Dieser lässt sich beispielsweise durch einen gesunden Lebensstil mit ausreichend Bewegung sowie gesunder, abwechslungsreicher Ernährung entgegenwirken. Durch diesen Lebensstil lassen sich auch weitere Risikofaktoren wie Diabetes mellitus und Übergewicht eingrenzen.
  • Verzicht auf Zigaretten und Alkohol: Der Verzicht von Zigaretten und Alkohol stellt eine weitere Maßnahme dar, um einen Schlaganfall vorzubeugen.
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen: Durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufdecken, lassen sich bereits viele Risikofaktoren frühzeitig erkennen und therapieren. Dazu zählen Blutuntersuchungen wie das LDL-Cholesterin, ein Langzeit-EKG zur Erkennung von Herzrhythmusstörungen oder aber regelmäßige Blutdruckkontrollen, mithilfe derer ein erhöhter Blutdruck festgestellt werden kann.
  • Risikotest: Sie sind Mitglied der Deutschen Schlaganfall Gesellschaft, die auf ihrer Seite einen Schlaganfall-Risikotest anbietet. Damit sollen Personen ihr persönliches Schlaganfall-Risiko einschätzen können. Ja, diesen Selbsttest empfehlen wir ausdrücklich. Wissen Sie, diese Tests sind ja eine Art Screening. Sie ersetzen keine ärztliche Untersuchung, aber jemand, der zum Beispiel familiär vorbelastet ist, vielleicht sogar den ein oder anderen Risikofaktor hat und älter wird, für den ist solch ein Test eine Chance. Wenn der Test auffällig ist, sollte er unbedingt immer zum Arzt gehen und dann können Risikofaktoren frühzeitig überprüft und entsprechende Behandlungen eingeleitet werden.

Diagnose eines Apoplex

Den ersten Verdacht auf einen Apoplex stellen die Angehörigen und anschließend der eingetroffene Notarzt/ die eingetroffene Notärztin. Die endgültige Schlaganfall-Diagnose wird in der Klinik meist durch einen Neurologen/ eine Neurologin gestellt. Diese führen eine neurologische Untersuchung durch, bei der die Reflexe, das Berührungsempfinden, Bewegungsabläufe, die Sprache, Koordination und das Sehen untersucht werden. Erhärtet sich der Verdacht, wird ein bildgebendes Verfahren zur Diagnostik wie ein cranieles CT durchgeführt, um einen ischämischen Schlaganfall von einem hämorrhagischen Schlaganfall zu unterscheiden. Dies ist wichtig, um die richtige Therapie zu wählen. Dazu wird eine CT-Angiographie durchgeführt, bei der Gefäße dargestellt werden und so Blutungen deutlicher sichtbar werden. Doppler-Sonographie (Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Gefäße) - um Arteriosklerose der A. Zudem wird eine Blutuntersuchung durchgeführt. Hierbei spielen der Blutzucker, die Blutgerinnung und Nierenwerte eine große Rolle.

Für die erste Diagnostik eignet sich der FAST-Test. Hierbei bitten Angehörige oder das Umfeld den Betroffenen, zu lächeln, beide Arme zu heben und einen einfachen Satz nachzusprechen.

Therapie eines Apoplex

Die therapeutischen Maßnahmen sollten so früh wie möglich durchgeführt werden, da die Gehirnzellen mit jedem Augenblick des Sauerstoffmangels mehr Schaden nehmen und absterben. Deshalb ist es wichtig, dass die Angehörigen oder das Umfeld so früh wie möglich den Rettungsdienst verständigt, damit in der Klinik die nötigen Maßnahmen eingeleitet werden können. Der erste Schritt der Therapie besteht darin, die Vitalfunktionen zu stabilisieren, da diese häufig aus dem Gleichgewicht geraten.

Die Therapie des Hirninfarkts richtet sich nach der Ursache. Ein Apoplex aufgrund eines Blutgerinnsels kann mit der so genannten systemische Lyse-Therapie behandelt werden. Hierbei wird ein Medikament verabreicht, welches den Blutpfropf auflösen soll, sodass das Gehirngewebe wieder durchblutet wird. Diese Therapie muss innerhalb der ersten viereinhalb Stunden nach dem Ereignis durchgeführt werden. In diesem Fall kann eine lokale Lyse-Therapie zum Einsatz kommen. Ein Katheter wird dabei über eine Arterie eingeführt und bis zum Blutgerinnsel vorgeschoben. Die Ärzt*innen verabreichen dort direkt ein Medikament, welches das Blutgerinnsel auflösen soll. Diese Methode kann nur bei einem Apoplex im Hirnstamm eingesetzt werden. Eine weitere Möglichkeit stellt die Thrombektomie dar. Auch hier wird ein Katheter bis zum Blutgerinnsel vorgeschoben.

Die Schlaganfall-Behandlung im Falle einer Hirnblutung besteht in der konservativen Behandlung oder einer Operation. Je nachdem wie stark die Blutung ist, variiert die jeweilige Behandlungsmethode. Die konservative Schlaganfall-Behandlung besteht aus Bettruhe und dem Vermeiden jeglicher Anstrengung. Zudem wird auf einen niedrig-normalen Blutdruck geachtet, um die Blutung nicht zu verstärken. Einen weiteren wichtigen Teil in der Therapie eines Hirninfarkts nimmt die Behandlung eventueller Komplikationen ein. Grundlegend sind Fachärztinnen für Neurologie für die Behandlung eines Apoplex zuständig. Wie lange ein Apoplex-Klient in der Klinik bleiben muss, hängt vom Ausmaß der Apoplex-Symptome und dem Auftreten eventueller Komplikationen ab. Grundlegend sollten die erkrankten Personen so schnell wie möglich in die anschließende Rehabilitation verlegt werden, sodass Bewegungen oder die Sprache wieder neu erlernt werden können. Der erste Teil der Reha findet bereits in der Klinik durch Physio- und Ergotherapeutinnen und Logopäd*innen statt.

Stroke Units

In den Stroke Units, Spezialeinheiten für Schlaganfall-Patienten, werden die Betroffenen schnell, umfassend und fachübergreifend behandelt. Der englische Begriff „stroke" lässt sich mit dem deutschen „Schlag" übersetzen, „unit" bedeutet so viel wie „Einheit". Eine Stroke Unit hat die apparativen und die personellen Voraussetzungen für die notwendigen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen. Die lebensnotwendigen Funktionen der Betroffenen können rund um die Uhr überwacht werden, ein erfahrenes Team unterschiedlicher Fachärzte, bestehend aus Neurologen, Kardiologen sowie Radiologen und teilweise auch Neuro- und Gefäßchirurgen arbeitet zusammen.

Eine Stroke Unit ist grundsätzlich dafür ausgerichtet, Patienten mit akuten Schlaganfällen zu behandeln. Das bedeutet unter anderem, dass die entsprechenden bildgebenden Verfahren vorhanden sein müssen und außerdem ein spezialisiertes fachärztliches Team vor Ort ist oder in Bereitschaft abrufbar. Außerdem ist es auf Stoke Units möglich, Medikamente zu verabreichen, die ein Blutgerinnsel im Gehirn lösen können - also eine Thrombolyse vorzunehmen. Auf immer mehr Schlaganfall-Stationen ist es zudem möglich, eine Thrombektomie, also eine mechanische Entfernung des Gerinnsels, durchzuführen. Größere Kliniken verfügen zudem über eine Neurochirurgie, in der Notoperationen - etwa bei schweren Hirnblutungen - durchgeführt werden können. In seltenen Fällen kann es daher zu einer Verlegung in ein anderes Krankenhaus kommen. Nach einem Schlaganfall ist die frühe Mobilisation und Rehabilitation wichtig für die Rückbildung von Behinderungen. Deshalb müssen Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden vor Ort oder abrufbar sein.

Erste Hilfe bei Schlaganfall

Sie rufen sofort die 112. Das Wichtigste ist, dass der Rettungsdienst alarmiert wird und so schnell wie möglich Hilfe eintrifft. Erste Hilfe nach Schlaganfall? Das Wichtigste ist die Aktivierung des Rettungssystems mit großem Abstand zu allen anderen Maßnahmen. Aber das ist alles eigentlich zweitranging. Sie können denjenigen natürlich beruhigen und darauf achten, dass er nicht stürzt, falls er eine Gangstörung hat. Aber all das sind Dinge, die dem gesunden Menschenverstand entsprechen. Das Wichtigste ist die Aktivierung des Rettungssystems mit großem Abstand zu allen anderen Maßnahmen.

Prognose nach einem Apoplex

Der Apoplex ist in Deutschland die dritthäufigste Todesursache. 20 % der Betroffenen versterben im ersten Monat nach dem Ereignis. Jüngere Schlaganfall-Klient*innen haben eine höhere Lebenserwartung als ältere Personen. Bei Älteren kann sich die Lebenserwartung um mehr als 50 % senken.

Die Folgen des Schlaganfalls sind davon abhängig, welches Areal betroffen ist und wie groß das Blutgefäß ist, das durch ein Blutgerinnsel verschlossen wurde bzw. geblutet hat. Generell verursachen größere Blutgefäße schwerwiegendere Folgen. Jedoch kann ein Apoplex im Hirnstamm schon bei kleinen Verschlüssen große Auswirkungen haben. Zudem spielt die Dauer der plötzlichen Durchblutungsstörung und der Zeitpunkt der Therapie eine Rolle, welche Schlaganfall-Folgen auftreten.

Nach einem Schlaganfall sollten Betroffene in der neurologischen Reha-Klinik dahin geführt werden, ihren Alltag wieder selbstständig zu bewältigen. Etwa ein Drittel der Erkrankten benötigt dank der Reha-Maßnahmen keine weitere Hilfe mehr im Alltag. Zwei Drittel der Schlaganfall-Klientinnen benötigen hingegen dauerhafte Unterstützung, da sie bleibende Gesundheitsschäden davongetragen haben. Viele Klientinnen werden nach Hause entlassen und durch die Familienangehörigen oder einem ambulanten Pflegedienst versorgt. Auch der Umzug in eine ambulante oder stationäre Einrichtung ist möglich. Wichtig ist, dass Maßnahmen ergriffen werden, um einen erneuten Apoplex zu verhindern. Dazu zählt die Einnahme von Medikamenten, die die Blutgerinnung beeinflussen, den Blutdruck senken oder das Risiko der Arteriosklerose mindern.

Die Folgeschäden eines Apoplex zeigen sich oft in halbseitigen Lähmungen sowie Schluck- oder Sprachstörungen. Auch nach erfolgter Reha und weiterer rehabilitativer Maßnahmen können viele Betroffene ihren Alltag nicht mehr allein bewältigen und sind nach dem Schlaganfall auf Pflege von Familienangehörigen oder eines Pflegedienstes angewiesen. Oftmals sind die Bewegungen unkoordiniert oder die Betroffenen können eine Körperhälfte nicht mehr vollständig steuern. Hierbei ist es bei der Apoplex-Pflege wichtig, verschiedene therapeutische Methoden anzuwenden, damit das Bewusstsein dahingehend wieder geschult wird. Teilweise fallen die Betroffenen in schweren Fällen in ein Wachkoma oder benötigen eine dauerhafte maschinelle Atemunterstützung. Je nachdem,.

Heilungschancen

In der Regel verbessern sich die aufgetretenen Symptome durch Selbstheilungsprozesse im Körper (Spontanremission) und Training. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im Akutkrankenhaus beträgt ca. 2 Wochen. Auch hier muss jeder Mensch individuell betrachtet werden. Junge Menschen ohne Restsymptomatik tendieren bei behandelter Ursache und behobenen Risikofaktoren zu einer guten Prognose. und/oder die Risikofaktoren nicht behandelt werden. Durch den steigenden medizinischen Standard nimmt die Sterblichkeitsrate über die Jahre gesehen im Allgemeinen jedoch ab. Es gibt tatsächlich Heilungserfolge, die an Wunderheilung grenzen kann: Es gibt Fälle, in denen der Patient mit einer schwerstgradigen Lähmung in die Klinik kommt und bei Entlassung eine Woche später keinerlei Einschränkungen mehr hat - sofern er nach dem Schlaganfall schnell in die Klinik gebracht wurde. Das ist gar nicht mal so selten und natürlich ein riesiger Erfolg der medizinischen Therapie.

Rezidiv-Risiko

Es gibt eine Reihe an Rezidiv-Schlaganfällen (Anmerkung der Redaktion: wiederholte Schlaganfälle) und die Zahl liegt bei rund 50.000 bis 70.000 pro Jahr. Dass jeder Patient nach einem ersten Schlaganfall einen zweiten Schlaganfall erleidet, stimmt nicht, weil das im Wesentlichen von der jeweiligen Situation des Patienten abhängt. Auch wegen dieses hohen Rezidiv-Risikos ist aber so wichtig, nach dem ersten Schlaganfall die genauen Ursachen zu erforschen, um daraus eine gute Sekundär-Prävention aufbauen zu können. Andererseits gibt es aber auch Patienten, bei denen man keine Ursache findet, obwohl man sie sorgfältig untersucht, und deren Risikopotential dennoch sehr gering ist. Man kann keinem Patienten sagen ‚Ich garantiere Ihnen, dass Sie keinen Schlaganfall mehr bekommen‘. Dabei gelten die selben Präventionsmaßnahmen wie vor Erstschlaganfällen. Die entscheidenden Faktoren sind einfach eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, kein Diabetes, kein Bluthochdruck usw.

Die Mortalität von Patienten nach einem ersten Schlaganfall liegt bei 25 bis 30 Prozent. Das betrifft allerdings nur die Subgruppe der sehr schweren Schlaganfälle. Das sind ja letztlich Patienten, die schwerste Lähmungen, schwerste Sprachstörungen, schwerste Sehstörungen haben und die nach dem ersten Schlaganfall in der Regel bettlägerig und stark pflegebedürftig sind. Von diesen schwerwiegenden Fällen stirbt eine sehr hohe Zahl innerhalb des ersten Jahres.

Forschung und Zukunftsperspektiven

Ein Bereich der Forschung dreht sich aktuell um die Verbesserung der Akuttherapie. Da haben wir ja mit der Thrombektomie eine sensationell wirksame neue Therapiemethode hinzugewonnen. Auf dem Gebiet der Schlaganfall-Früherkennung wird natürlich auch viel an der Genetik des Schlaganfalls geforscht. Warum treten Schlaganfälle zum Beispiel in manchen Familien häufiger auf als in anderen? Woran kann man eine Art Veranlagung erkennen? An diese und ähnlichen Fragen wird stark geforscht. Zuletzt gibt es auch viele Forschungsprojekte zur Verbesserung der Regeneration und Rehabilitation nach Schlaganfall.

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