Halswirbelsäule Schmerzen und Kopfschmerzen: Ursachen, Symptome und Behandlungen

Häufiges Arbeiten im Sitzen und eine hohe Bildschirmnutzung im Alltag tragen bei vielen Menschen dazu bei, dass ihre Halswirbelsäule (HWS) immer längere Zeit in der gleichen Stellung verharren muss. Bei 45 Grad Kopfneigung können bis zu 30 Kilo auf die sieben Halswirbel drücken. Der Sammelbegriff HWS-Syndrom beschreibt Nackenschmerzen und begleitende Beschwerden wie Schulterschmerzen, deren Ursachen in der Halswirbelsäule zu finden sind. Klassische Symptome sind Schmerzen und schmerzhaftes Ziehen im Nacken durch Verspannungen. Die Beschwerden können dabei auch in Schultern und Arme ausstrahlen. Die Halswirbelsäule besteht aus den sieben obersten Halswirbeln und gilt als beweglichster Teil der ganzen Wirbelsäule: Sie versetzt uns in die Lage, den Kopf in viele Richtungen zu bewegen und trägt unser wichtigstes Organ, das Gehirn.

Ursachen von Halswirbelsäule Schmerzen und Kopfschmerzen

Wie auch bei Rückenschmerzen sind die Ursachen für das Halswirbelsäulensyndrom sehr vielfältig. Seltener kommt es zum Beispiel durch eine fehlgeschlagene Wirbelsäulen-OP zu Folgeschäden oder durch einen Vitamin-D-Mangel zu einer Erweichung des Knochens (Rachitis) an der Halswirbelsäule. In extremeren Fällen kann das HWS-Syndrom auch zu Taubheitsgefühlen in Armen und Händen führen, vor allem Daumen und Zeigefinger können betroffen sein.

Zervikogener Kopfschmerz

Mit dem Ausdruck „zervikogene Kopfschmerzen“ werden Kopf- und Nackenschmerzen bezeichnet, die ihre Ursache in Veränderungen der Halswirbelsäule oder auch muskulären Verspannungen im Hals- und Nackenbereich haben. Er kann auch kombiniert mit den beiden erstgenannten Kopfschmerzarten auftreten.

Der zervikogene Kopfschmerz tritt in Form von meist einseitigen Attacken über mehrere Stunden auf, aber auch als Dauerschmerz von wechselnder Intensität. Die Drehbewegung des Kopfes ist durch eine Verspannung der Nackenmuskulatur und der oberen Halswirbelsegmente beeinträchtigt, von denen Schmerzen zum Hinterkopf, mitunter bis Stirn, Schläfe und Gesicht, gelegentlich bis zum Auge ausstrahlen. Die genannten Regionen werden von den Nervenbahnen aus den oberen Halswirbeln mitversorgt. Oft bewegt sich der Patient auch bereits in einer ausgeprägten Schonhaltung, zu einer Seite neigend. Nicht selten schmerzen auch Schultern und Arme. Die Symptome verstärken sich durch Druck auf die entsprechenden Muskeln und Dornfortsätze im Gebiet des zweiten und dritten Halswirbels. Tastet man diesen Bereich mit den Fingern ab, während der Patient sich bewegt, so kann man sehr leicht Blockaden feststellen, denen Entzündungen zugrunde liegen. Zusätzlich gibt der Patient Schmerzen beim Drehen und Neigen des Kopfes nach rechts oder links sowie beim Bewegen nach vorne und nach hinten an.

Trotz großer Beeinträchtigung von Lebensqualität und Leistungsfähigkeit von Millionen Betroffener, ist der zervikogene Kopfschmerz immer noch unterschätzt und in Wissenschaft und medizinischer Praxis häufig vernachlässigt. Wie andere Kopfschmerzarten auch, sollte der zervikogene Kopfschmerz interdisziplinär behandelt werden. Wichtiger erster Ansprechpartner ist der Orthopäde. Er kann mit bildgebenden Verfahren Veränderungen an der Halswirbelsäule nachweisen und beurteilen, ob vorliegende Veränderungen tatsächlich schmerzauslösend sind. Umgekehrt kann er beurteilen, ob die Kopfschmerzen trotz röntgenologisch intakter Halswirbelsäule vom Halsbereich ausgehen. Therapeutisch verfügen spezialisierte Orthopäden über sehr effektive Methoden der Manualtherapie.

Lesen Sie auch: Seitliche Halsanatomie im Detail

Zahnärztliche Aspekte

Für Verspannungen der Nackenmuskulatur können auch Fehlfunktionen der Zähne und Überlastungen und Entzündungen im Bereich der Kiefergelenke verantwortlich sein. Starkes Zähneknirschen-Bruxismus kann die Kau- Kopf- und Nackenmuskulatur massiv anspannen. Der auftretende Kopfschmerz entsteht infolgedessen auch im Nackenbereich.

Definition des zervikogenen Kopfschmerzes

Zervikogene Kopfschmerzen werden durch eine Störung im Bereich der oberen Halswirbelsäule hervorgerufen. Der Schmerz zieht vom Hinterkopf nach vorn. Zervikogene Kopfschmerzen beginnen am Hinterkopf und breiten sich über den Kopf nach vorn aus. Die Ursache dafür ist eine Erkrankung im Bereich der Halswirbelsäule (von lat. Zervix, der Hals, Nacken). Deshalb spricht man auch von sekundären Kopfschmerzen.

Weitere Ursachen

Der Schmerz entsteht durch die Reizung einer sensiblen Nervenwurzel eines oberen Halswirbels, die den Hinterkopf und Nacken versorgt. Über Nervenverbindungen strahlt der Schmerz weiter nach vorn aus. Die Reizung kann hervorgerufen werden durch:

  • Entwicklungsstörungen am Übergang zwischen Wirbelsäule und Schädel
  • Tumoren im Bereich des Übergangs zwischen Wirbelsäule und Schädel oder der oberen Halswirbelsäule
  • Morbus Paget des Schädels - eine Knochenerkrankung, die zu Verformungen führt und sich auf die Halswirbel auswirken kann.
  • rheumatoide Arthritis der oberen Halswirbelsäule
  • Morbus Bechterew - eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Wirbelsäule
  • Verschleißerscheinungen an der Halswirbelsäule (zervikale Spondylose)
  • Knochenbruch der oberen Halswirbelsäule
  • Schleudertrauma
  • eine bakterielle Infektion der oberen Wirbelkörper (Osteomyelitis)
  • Verletzungen oder degenerative Veränderungen (Verschleißerscheinungen) der Gelenke der oberen Halswirbeleine
  • Sehnenentzündung im Halsbereich (retropharyngeale Tendinitis)
  • eine Störung der Muskelspannung im Halsbereich (Dystonie)

Kopfschmerzen durch banale „Nackenschmerzen“ werden nicht als zervikogener Kopfschmerz bezeichnet.

Häufigkeit

Etwa 0,4-4 % der Bevölkerung haben zervikogene Kopfschmerzen, Frauen häufiger als Männer. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 33 Jahren.

Lesen Sie auch: Eingeklemmter Nerv: Was tun?

Symptome von Halswirbelsäule Schmerzen und Kopfschmerzen

Der meist dumpf-ziehende Schmerz beginnt am Hinterkopf und zieht über den Kopf nach vorn. Er wird meist als moderat empfunden und hält über Stunden bis Tage an, wobei er sich zuweilen plötzlich verstärken kann. Oft lässt sich der Schmerz durch Druck auf die Nackenmuskulatur oder bestimmte Kopfbewegungen auslösen, u. a. durch längeres Beugen oder Strecken des Kopfes.

Zervikogener Kopfschmerz kann von verschiedenen Symptomen begleitet sein:

  • Nackenschmerzen kommen häufig vor, aber nicht immer.
  • Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, jedoch in geringerem Ausmaß als bei Migräne
  • diffuse Schmerzen in Schulter oder Arm
  • Selten treten Schluckstörungen, Schwindel, Tränenfluss, eine laufende Nase oder eine Schwellung im Augenbereich auf.

Das HWS-Syndrom

Das Halswirbelsäulensyndrom (HWS-Syndrom oder Zervikalsyndrom genannt) ist ein Sammelbegriff für Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule. Sie können beispielsweise durch Verspannungen entstehen und dabei bis in Schultern, Arme und Kopf ausstrahlen. Viele Betroffene berichten von Nackenschmerzen, einer verspannten Muskulatur und eingeschränkter Beweglichkeit. Begleitend können auch Schwindel, Kopfschmerzen oder Kribbeln in den Armen auftreten.

Spezifische Symptome je nach Abschnitt der Halswirbelsäule

Beschwerden in diesem sensiblen Bereich können häufig mit Kopfschmerzen einhergehen, die vom Nackenbereich bis zur Stirn ausstrahlen. Viele Betroffene berichten von Schwindelgefühlen, da die hier austretenden Nerven eng mit dem Gleichgewichtssystem verbunden sind. Diesen Schwindel könntest du insbesondere dann verspüren, wenn du nickst oder den Kopf drehst. Der mittlere Abschnitt der Halswirbelsäule (C3-C5) bildet die Verbindung zwischen Kopf und Schultern. Betroffene können oft Verspannungen in diesem Bereich spüren, da hier die Muskulatur von Nacken sowie Schultern zusammenlaufen, sodass Schmerzen zwischen den Schulterblättern entstehen könnten. Vielleicht bemerkst du auch eine verhärtete, druckempfindliche Muskelpartie oder Bewegungseinschränkungen, sobald du den Arm heben möchtest. Im unteren Bereich der Halswirbelsäule (C6-C7) verlaufen die Nerven, die deine Arme und Hände versorgen. Hierbei können Schmerzen bis in die Fingerspitzen ausstrahlen und Gefühlsstörungen wie Kribbeln, Taubheitsgefühle sowie Muskelschwäche in den Händen oder Armen fördern. Die Symptome könnten sich häufig bei bestimmten Armbewegungen oder längerem Arbeiten über Kopf intensivieren. In einigen Fällen könnten sich neurologische Störungen aus dem einen Bereich auch in die anderen übertragen.

Wann ist ein Arztbesuch ratsam?

Vielleicht verspürst du morgens einen besonders steifen Nacken, aber auch innerhalb des Tagesverlaufs können sich deine Symptome verändern. Nachts können unangenehme Liegepositionen den Schlaf beeinträchtigen. Eine ärztliche Untersuchung kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein. Nach Unfällen oder Stürzen sollte immer eine medizinische Abklärung erfolgen, um strukturelle Verletzungen auszuschließen. Plötzlich einsetzende, sehr starke Schmerzen unterscheiden sich deutlich vom üblichen Verlauf beim HWS-Syndrom. Fieber in Kombination mit Nackenschmerzen solltest du ebenfalls zeitnah medizinisch abklären lassen. Selbiges gilt bei neu auftretenden, neurologischen Symptomen wie Taubheitsgefühlen oder Kribbeln. Diese können auf eine Beteiligung von Nervenstrukturen hinweisen. Die Hausarztpraxis ist dabei meist die erste Anlaufstelle. Bei Bedarf erfolgt eine Überweisung zu Fachärzten für Orthopädie oder Neurologie. Neben der körperlichen Untersuchung sollte auch deine persönliche Krankengeschichte näher beleuchtet werden.

Lesen Sie auch: Ursachen von Halsschmerzen

Oberes, mittleres und unteres Zervikalsyndrom

  • Oberes Zervikalsyndrom: Schmerzen im Hinterkopf.
  • Mittleres Zervikalsyndrom: Schmerzen zwischen den Schulterblättern und über die Schulter hinaus.
  • Unteres Zervikalsyndrom: Schmerzen in den Armen und Händen.

Diagnose von Halswirbelsäule Schmerzen und Kopfschmerzen

Ärzt*innen fragen Sie zunächst nach den Merkmalen der Kopfschmerzen, Begleitsymptomen sowie möglichen Auslösern. Bei einer körperlichen Untersuchung von Kopf, Hals, Wirbelsäule und Schulter werden u. a. die Beweglichkeit der Halswirbelsäule, Verhärtungen der Muskulatur, Druckempfindlichkeit oder Schmerzen bei bestimmten Bewegungen überprüft.

Um mögliche Ursachen näher abzuklären, werden u. U. bildgebende Verfahren verwendet (Röntgen/CT/MRT). Je nach vermuteter Ursache erfolgt eine Überweisung an Neurologinnen, Orthopädinnen oder Schmerzspezialistinnen. Neurologinnen können die Signalübertragung eines gereizten Nervs mit einer Injektion von Kortison oder Mitteln zur örtlichen Betäubung in Nerven am Hinterkopf oder in Gelenke der Halswirbelsäule blockieren. Nehmen die Kopfschmerzen dadurch ab, so handelt es sich um zervikogenen Kopfschmerz.

Diagnose des Zervikalsyndroms

Bei der Diagnose eines Zervikalsyndroms spielen das ausführliche Patientengespräch und die Anamnese eine große Rolle. Aufgrund der meist verschiedenen Einflussfaktoren bietet ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch in Verbindung mit einem standardisierten Schmerzfragebogen eine gute Hilfestellung für die anschließende Therapie des Zervikalsyndroms. Im Gespräch lassen sich Einflüsse wie psychische Faktoren oder schwere körperliche Tätigkeiten ermitteln. Durch die sogenannte Schmerzanamnese macht sich der Arzt ein Bild vom bisherigen Krankheitsverlauf. Zeigen sich Probleme im Alltag, unterstützt in einigen Fällen auch ein Schmerztagebuch die Diagnose, in dem Patienten über einen bestimmten Zeitraum hinweg festhalten, wann und wie stark ihre Beschwerden auftreten. Auch die verspannte oder verhärtete Muskulatur wird genauestens untersucht. Röntgenuntersuchungen zeigen weiterhin den Zustand der Halswirbelsäule und eventuelle Verschleißerscheinungen. Lassen Symptome auf einen Bandscheibenvorfall schließen, wird in der Regel noch eine Computertomografie durchgeführt, um die Diagnose zu bestätigen. Des Weiteren setzen immer mehr Mediziner auf eine enge, fachübergreifende Zusammenarbeit in einem Team aus Orthopäden, Psychologen, Neurologen, Neurochirurgen, Physiotherapeuten und Allgemeinmedizinern.

Faktoren bei der ärztlichen Diagnose

Folgende Faktoren spielen dabei eine Rolle:

  • Lokalisation des Schmerzes
  • Charakter des Schmerzes
  • Schmerzintensität
  • Dauer und Zeitpunkt der Schmerzen
  • Zu- oder Abnahme der Schmerzen bei körperlicher Anstrengung

Zur weiteren Diagnostik setzen Ärzte unter Umständen auf bildgebende Verfahren wie ein MRT, um die Ursache für die Kopfschmerzen zu analysieren.

Behandlung von Halswirbelsäule Schmerzen und Kopfschmerzen

Die Behandlung des HWS-Syndroms kommt auf die Ursache an. Nach einem Unfall oder in schweren Fällen bei einem Bandscheibenvorfall kann eine OP infrage kommen. In den allermeisten Fällen und bei den meisten Formen des Halswirbelsäulensyndroms kommen für die Behandlung aber konservative Therapien in Frage, weil es um Probleme der Muskulatur geht. Das bedeutet vor allem: Patientinnen und Patienten möglichst schnell wieder in eine normale und gesunde Haltung und Bewegung zu bringen, beispielsweise mit Hilfe von Physiotherapie sowie Übungen zur Entspannung und zur Kräftigung. Sind Nerven eingeklemmt oder handelt es sich um einen Bandscheibenvorfall, können auch Spritzen im Rahmen der Schmerztherapie zum Einsatz kommen (minimal-invasive Injektionstherapie). Um den typischen Ursachen des Halswirbelsäulensyndroms aber wirklich nachzukommen, braucht es auf Dauer oft mehr Bewegung und Sport, eine gesunde Haltung im Alltag und gegebenenfalls auch die Reduktion von Stress.

Für den zervikogenen Kopfschmerz selbst gibt es bislang keine wirksame Therapie - nach Möglichkeit wird die zugrunde liegende Ursache behandelt. Zur Schmerzlinderung können je nach Ursache Physiotherapie, manuelle Therapie, Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Bewegung und körperliche Aktivität eingesetzt werden.

Arzneimittel, die ohne eine Zulassung für zervikogenen Kopfschmerz verwendet werden (Off-Label-Therapie), sind:

  • Schmerzmittel wie Ibuprofen
  • Medikamente, die die Muskeln entspannen und dadurch Schmerzen lindern sollen (Muskelrelaxanzien).
  • bestimmte Antidepressiva
  • Krampflösende Wirkstoffe (Antikonvulsiva), die eigentlich zur Behandlung von Epilepsie dienen.

Schlägt eine probeweise Behandlung nicht an, so soll sie bald wieder abgesetzt werden, da ein Übergebrauch von Schmerzmitteln Kopfschmerzen verursachen kann. Erwiesenermaßen unwirksam sind Botulinumtoxin und Opiate. Eine Blockade der Signalübertragung eines gereizten Nervs, wie sie zur Diagnostik durchgeführt wird, kann Beschwerden lindern.

Multimodale Therapie des HWS-Syndroms

Ärztinnen und Ärzte sind sich heute weitestgehend einig, dass die Therapie eines Halswirbelsäulensyndroms multimodal ausgerichtet sein sollte. Das heißt, es sollen verschiedene Behandlungen miteinander kombiniert werden, um die Ursachen anzugehen. Das eigentliche Problem hinter deinem HWS-Syndrom können muskulär-fasziale Überspannungen sein, die in deinem Oberkörper eine unnatürlich hohe Zugkraft nach vorne entfachen. Wenn du das Ziel verfolgst, diese Zugkraft zu senken, „[…] müssen die Rückenstrecker weniger ziehen und die Belastung der Wirbelsäule unter die Intensität, bei der etwas kaputtgehen könnte“ abnehmen. Mit unseren Übungen kannst du dazu beitragen, Schmerzen zu reduzieren, indem du Sehnen, Bänder und Muskeln versuchst, zu flexibilisieren.

Konventionelle Behandlungsmethoden

In der konventionellen Behandlung von HWS-Syndromen kommt ein breites Spektrum an Methoden zum Einsatz. Wie bei anderen Schmerzzuständen auch sind Medikamente (Schmerzmittel) zur Akut-Hilfe sehr beliebt. Allerdings gilt es zu beachten, dass Schmerzmittel als langfristige Therapie bei chronischen HWS-Schmerzen in der Regel nicht dauerhaft verwendet werden sollten.

Alternative Behandlungsansätze

Zahlreiche Studien belegen, dass Akupunktur bei Bewegungsschmerzen an der Halswirbelsäule zur Schmerzreduktion beitragen könnten. In einigen Fällen können Betroffene versuchen, mit ätherischen Öle aus Eukalyptusblättern, Fichten- oder Kiefernadeln, die Durchblutung zu fördern und die Muskulatur zu entspannen. Im Rahmen der physikalischen Therapie könntest du beispielsweise Schulter-Arm-Wickel, heiße Bäder und Saunagänge setzen. Elektrotherapeutisch vertrauen einige Patienten auf Rotlicht, Ultraschall, NSM (Neurostimulation = die Stimulation von Nerven mittels Stromimpulsen) oder Iontophorese (die Aufnahme von Arzneimitteln durch die Haut unter Anwendung eines schwachen elektronischen Gleichstroms). In der klinischen Praxis ist die Quaddeltherapie bei der Behandlung eines hartnäckigen HWS-Syndroms besonders beliebt. Bei dieser Maßnahme spritzt der Arzt geringe Mengen eines Betäubungsmittels unter die Haut einer schmerzhaft überspannten Stelle. Die minimal-invasive Injektionstherapie (MIT) geht noch einen Schritt weiter. Sie gilt bei chronischen HWS-Syndromen als Herzstück der multimodalen Therapie.

Minimal-invasive Methoden

Erzielen diese Behandlungen keine Verbesserung, kommen bei einem Zervikalsyndrom auch minimalinvasive Methoden zum Einsatz. Neben der Hitzesondentherapie zählt auch die Mikrolaserbehandlung zu den häufig eingesetzten Verfahren. Bei der Mikrolasertherapie wird über eine Kanüle und eine nur 0,2 Millimeter dünne Mikronadel Laserenergie gezielt in das Bandscheibengewebe eingebracht. Die Laserenergie lässt das Gewebe schrumpfen, verschweißt kleine Einrisse, unterbricht Schmerzfasern und stoppt so die Weiterleitung von Schmerzsignalen an das Gehirn. Haben Schmerzen ihre Ursachen an den Wirbelgelenken, kann eine Behandlung mit der Hitzesonde Linderung bringen.

Wärme und Entspannung

Wärme kann verspannte Muskeln und Sehnen lösen. Daher sollten Sie zunächst versuchen, den Halswirbelbereich zu wärmen. Legen Sie dazu eine Wärmflasche oder ein Körnerkissen in den Nacken. Auch Dehnübungen oder sanfte Massagen können zur Linderung der Beschwerden beitragen. Dabei handelt es sich um eine Art “Erste-Hilfe-Maßnahme bei HWS-Beschwerden”, das Gleiche gilt für die kurzzeitige Einnahme von schmerzstillenden Medikamenten. Eine eingehende Untersuchung und langfristig wirkende Therapien sollten anschließend unbedingt angegangen werden, auch wenn die akuten Schmerzen und der Schwindel zunächst verschwinden.

Stoßwellentherapie

Die Behandlung mit Stoßwellen hat sich bei HWS Beschwerden als sehr erfolgversprechend erwiesen. Mit einer Stoßwellentherapie können Triggerpunkte für Schmerzempfindungen gezielt aufgelöst sowie Verspannungen und eventuelle Entzündungen behandelt werden.

Dauer und Verlauf

Die Dauer der Schmerzen hängt stark von der Ursache ab. Ganz allgemein gilt für ein gelegentlich auftretendes, akutes HWS-Syndrom, dass die Beschwerden in der Regel nach ein bis zwei Wochen wieder verschwunden sind. Von Arzt oder Ärztin empfohlene Übungen können diesen Prozess beschleunigen und Verspannungen aktiv mindern. Ab einer Dauer von mehr als drei Monaten sprechen Expertinnen und Experten davon, dass ein Halswirbelsäulensyndrom chronisch geworden ist.

Vorbeugung von Halswirbelsäule Schmerzen und Kopfschmerzen

Um den typischen Ursachen des Halswirbelsäulensyndroms aber wirklich nachzukommen, braucht es auf Dauer oft mehr Bewegung und Sport, eine gesunde Haltung im Alltag und gegebenenfalls auch die Reduktion von Stress.

  • Bewegung: Regelmäßige Bewegung ist wichtig, um die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit der Halswirbelsäule zu erhalten. Eine kräftige Muskulatur ist der beste Schutz vor Nackenschmerzen.
  • Ergonomie: Achten Sie auf eine ergonomische Gestaltung Ihres Arbeitsplatzes und Ihrer Freizeitaktivitäten. Der Bildschirm sollte auf Augenhöhe sein, und die Tastatur und Maus sollten so positioniert sein, dass Ihre Hände und Arme entspannt sind. Entsprechende Stühle und Schreibtische helfen Ihnen, eine gute Haltung anzunehmen. Der Kopf sollte immer gerade sein.
  • Pausen: Vermeiden Sie es, lange Zeit in derselben Position zu verharren.
  • Stress vermeiden: Stress kann die Symptome eines Zervikalsyndroms verschlimmern.
  • Wärme und Kälte: können bei akuten Schmerzen helfen.

Vorbeugung durch Ausgleichsmaßnahmen

Viele von uns sitzen täglich mehrere Stunden am Schreibtisch und belasten die Muskulatur einseitig. Wichtig sind daher verschiedene Ausgleichsmaßnahmen, damit Kopf- und Nackenschmerzen erst gar nicht auftreten:

  • Ausdauertraining mehrmals in der Woche (Radfahren, Joggen)
  • Lockerungs- und Dehnübungen im Alltag
  • Regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft
  • Entspannungstechniken gegen Stress, wie z.B. Progressive Muskelrelaxation
  • Ausreichend Schlaf
  • Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme

Halswirbelsäule und ein komisches Gefühl im Kopf

Schwindel, Benommenheit, Sehstörungen oder sogar Übelkeit und ein allgemein komisches Gefühl im Kopf können von der Halswirbelsäule (HWS) her verursacht werden, falls dort Funktionsbeeinträchtigungen entstehen. Ein komisches Gefühl im Kopf oder sogar Schwindel, Übelkeit, Tinnitus und Gleichgewichtsstörungen. Diese Art von Beschwerden kann durch Probleme in der Halswirbelsäule (HWS) verursacht werden. Leider wird das häufig noch nicht ausreichend erkannt. Lediglich bei typischen Beschwerden wie Kopf- und Nackenschmerzen oder nach Unfällen wird hinsichtlich HWS untersucht.

HWS-Syndrom und Schleudertrauma

Schleudertrauma und HWS-Syndrom werden oft als Synonym genutzt. Allerdings handelt es sich beim Schleudertrauma nach einem Unfall eigentlich um eine HWS-Distorsion, was eine Unterform des HWS-Syndroms darstellt. Eine HWS-Distorsion äußert sich in der Regel durch starke Kopf- und Nackenschmerzen, die bis zu acht Wochen anhalten können. Oft kommt es beim so einem Unfall zur einer schnellen Überstreckung der HWS. Häufig kombiniert mit der Gegenbewegung der HWS nach vorne. Bei einem Schleudertrauma sollte ein MRT durchgeführt werden. Je höher die Geschwindigkeit, desto eher besteht die Indikation für dieses MRT. Sehr selten kann es zur Verletzungen der Haltebänder an der HWS oder Bandscheiben durch ein Schleudertrauma kommen. Das sollte definitiv ausgeschlossen werden.

HWS Symptome

Viele Beschwerden im Kopf- und Nackenbereich, die bis in Schultern und Arme ausstrahlen können, lassen sich auf HWS-Probleme zurückführen. Weiterhin können auch eher unspezifische Symptome auftreten. Funktionsbeeinträchtigungen in der Halswirbelsäule können sich sowohl durch Schmerzen als auch durch Kribbeln oder Taubheitsgefühle bemerkbar machen. Diese Symptome können sowohl im Kopf- und Nackenbereich als auch an Armen und Händen auftreten. Sowohl Schwindel als auch Benommenheit können von der Halswirbelsäule her verursacht werden. Dies kann zum einen daran liegen, dass Verspannungen auf die Nerven drücken und so Signale nicht richtig übermittelt werden können, was Schmerzen und eine gewisse Benommenheit auslösen kann. Zum anderen können auch Blutgefäße durch dauerhaften Druck in Mitleidenschaft gezogen oder teilweise abgedrückt werden, was ebenfalls zu Benommenheit und Schwindel führen kann. HWS-Probleme bringen besonders häufig Kopf- und Nackenschmerzen sowie migräneartige Symptome mit sich (jedoch keine “echte” Migräne). Das fragile Gleichgewicht aus Knochen, Muskeln und Nerven im sehr engen Bereich der Halswirbelsäule kann durch Verspannungen gestört sein und somit nicht mehr einwandfrei funktionieren. Dies kann zu gravierenden Beschwerden führen. Falls die Schmerzen entlang der Nervenbahnen zum Kopf auftreten, spricht man von einer Zervikalneuralgie. Falls Verspannungen im Halswirbelbereich entstehen, kann dies sowohl zu Schmerzen als auch zu Bewegungseinschränkungen führen, die bis in Schultern, Arme und Rücken reichen können. Daher ist es sinnvoll, bei Bewegungsproblemen auf das HWS-Syndrom hin zu untersuchen. Es ist häufig schwierig, die Ursachen für Schwindelgefühle herauszufinden. Das HWS Syndrom kann jedoch auf jeden Fall eine Ursache sein, dies wird bedauerlicherweise häufig nicht ausreichend beachtet. Falls also keine Störungen des Gleichgewichtsorgans, Gefäßprobleme oder Tumore vorliegen, ist die wahrscheinliche Ursache für derartige Symptome in der Regel ein HWS Syndrom. Drehschwindel tritt vor allem im Liegen auf und kann verschiedene Ursachen haben. Meistens liegt eine Störung im Innenohr vor, die wiederum unter anderem auch durch eine Reizung im Kiefergelenk verursacht werden kann. Schwindel, der durch das HWS Syndrom verursacht wird, wird dagegen durch Probleme in der Halswirbelsäule verursacht.

HWS Ursachen

Durch den relativ engen Bereich der Halswirbelsäule, zwischen den Wirbeln C1 - C7, laufen sämtliche Muskeln, Sehnen, Blut- und Nervenbahnen vom Rumpf zum Kopf. Kurz- oder langfristig auftretende Probleme, Verspannungen oder Schäden in diesem Bereich können daher sehr schnell das äußerst fragile Gleichgewicht stören und zu zahlreichen Beschwerden führen. Verursacht werden Probleme in der Halswirbelsäule häufig durch Fehlhaltungen & Fehlbelastungen (zum Beispiel bei der Büroarbeit) oder psychische Belastungen sowie durch Verschleiß oder Unfälle. Dies alles löst Verspannungen und unter Umständen mangelnde Durchblutung sowie Signal-Übermittlungsfehler an den Nervenbahnen aus.

Schwindel, ausgelöst durch eine Bewegung im Bereich der Halswirbelsäule (HWS), wird zervikogener Schwindel genannt und fühlt sich an wie ein Schwankschwindel. Benommenheit, Schwierigkeiten bei der Orientierung sowie Gefühle von Instabilität und Gleichgewichtsstörungen sind die Folge. Typisch für HWS Beschwerden ist ein vom Hinterkopf über den Schädel sich ausbreitender Kopfschmerz bis in die Stirn hinein. Es kann außerdem zu migräneartigen Symptomen kommen, die ebenfalls vom Nacken ausgehen. Ursache ist in der Regel eine Verspannung der Nerven im Nackenbereich sowie eine übermäßige Sensibilität der schmerzleitenden Nerven. Dies kann zu den beschriebenen Kopfschmerzen und darüber hinaus zu Sehstörungen, Übelkeit und vielen weiteren Beschwerden führen.

tags: #hals #nerven #spuren #und #kopfschmerzen #was