Husten mit Auswurf, auch als produktiver Husten bekannt, ist ein Symptom, das viele Menschen im Laufe ihres Lebens erfahren. Der Auswurf, auch Sputum genannt, ist Schleim, der aus den Bronchien in den Mundraum befördert wird. Die Farbe und Konsistenz dieses Schleims können wichtige Hinweise auf die zugrunde liegende Ursache des Hustens geben. Während klarer oder weißer Auswurf oft harmlos ist und auf einen viralen Infekt hinweist, kann gelber Auswurf beunruhigend sein und Fragen nach den Ursachen und der Notwendigkeit einer Behandlung aufwerfen.
Die Rolle des Schleims in den Atemwegen
Unsere Bronchien sind von einer Schleimhaut ausgekleidet, die kontinuierlich ein dünnes Sekret produziert. Dieser Schleimfilm schützt die Atemwege vor dem Austrocknen und transportiert eingedrungene Schadstoffe ab. Die Flimmerhärchen, flexible Härchen auf der Schleimhaut, bewegen sich koordiniert und befördern die dickflüssige Schicht mit den Fremdkörpern in Richtung Rachen, wo sie entweder verschluckt oder ausgespuckt wird.
Wenn die Schleimproduktion zunimmt
Wenn die Schleimhaut vermehrt Sekret produziert, beispielsweise aufgrund eines akuten Infekts, versuchen die Atemwege, sich von diesem zähen Schleim zu befreien. Der Hustenreflex wird ausgelöst, löst das Sekret von den Bronchialwänden und transportiert es mundwärts. Betroffene bemerken oft eine ungewöhnliche Färbung oder einen eigenartigen Geruch des Sekrets. Produktiver Husten liegt vor, wenn die Bronchien innerhalb von 24 Stunden 30 Milliliter Schleim oder mehr produzieren.
Die Bedeutung der Farbe des Auswurfs
Die Farbe des Auswurfs kann erste Hinweise auf die Ursache des Hustens geben. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass für eine eindeutige Diagnose weitere Untersuchungen erforderlich sind.
Klarer oder weißer Auswurf
Klarer oder weißer Auswurf ist meist harmlos und wird oft durch einen viralen Infekt der Atemwege, wie eine Erkältung, verursacht. Bei chronischen Erkrankungen wie COPD oder Asthma kann der Auswurf besonders zäh sein, besonders morgens nach dem Aufstehen, da sich das Sekret im Liegen in den Bronchien sammelt.
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Gelber Auswurf
Gelber Auswurf kann ein Hinweis auf Eiterbildung in den Bronchien sein, die häufig durch eine bakterielle Infektion entsteht. Bakterien suchen sich hier vor allem vorgeschädigte Schleimhaut als "Opfer" aus, wie es beispielsweise nach einem viralen Infekt der Fall ist. Allerdings ist gelber Schleim kein eindeutiger Hinweis auf eine bakterielle Infektion - es kann auch ein viraler Infekt oder eine asthmatische Grunderkrankung sein.
Grüner Auswurf
Grüner Schleim beim Husten deutet noch mehr als gelber Auswurf auf einen bakteriellen Infekt hin. Typisch sind zudem Fieber und ein rasselndes Geräusch beim Atmen.
Brauner oder schwarzer Auswurf
Ein brauner Schleim beim Husten kann auf eine COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) hinweisen, die häufig als Folge von Rauchen entsteht. Raucherhusten tritt hingegen meist gemeinsam mit braunem oder seltener schwarzem Auswurf am Morgen auf.
Blutiger Auswurf
Blut im Auswurf ist für die meisten Betroffenen ein starkes Warnsignal. Husten mit Blut kann auf schwere Erkrankungen wie eine Lungenentzündung, Lungenkrebs oder eine Lungenembolie hinweisen. Auch Fremdkörper in den Atemwegen können Gewebeschäden hervorrufen und Blut im Schleim beim Husten verursachen.
Gelber Auswurf beim Husten: Ist es immer eine bakterielle Infektion?
Gelber Auswurf beim Husten ist beunruhigend und ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem auf Hochtouren arbeitet. Neutrophile Granulozyten, eine Form von weißen Blutkörperchen, strömen in das betroffene Gewebe, um die Krankheitserreger zu bekämpfen. Dabei setzen sie Enzyme frei, die den Schleim gelb oder grün verfärben. Dies ist jedoch sowohl bei viralen als auch bei bakteriellen Infektionen der Fall.
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Husten mit gelbem Auswurf bedeutet also nicht zwangsläufig, dass eine bakterielle Infektion vorliegt. Häufig kommt er bei einer Bronchitis vor, die sich oft im Rahmen von Atemwegsinfekten entwickelt und fast immer viral bedingt ist.
Wann ist gelber Auswurf ein Warnzeichen?
Insbesondere, wenn das Sputum gleichzeitig dick und trüb ist, kann eine gelbe oder grüne Farbe auch ein Hinweis auf Eiter und eine Infektion mit Bakterien sein. Dann haben sich entweder Bakterien auf die bereits durch Viren geschwächten Atemwege gesetzt (Superinfektion), oder es ist von vorneherein eine bakterielle Lungenentzündung oder Bronchitis die Ursache, beispielsweise ausgelöst durch Pneumokokken.
Folgende Symptome sind Warnzeichen für eine behandlungsbedürftige Infektion mit Bakterien:
- Der Husten mit gelbem oder grünem Auswurf hält länger als zehn Tage an
- Fieber über 38 Grad Celsius
- Brustschmerzen
- Atemnot
- Schwäche und starkes Krankheitsgefühl
- Der Schleim ist sehr dickflüssig und übelriechend
In diesen Fällen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Möglicherweise ist eine Behandlung mit Antibiotika nötig.
Was hilft bei Husten mit gelbem Auswurf?
Falls kein Fieber hinzukommt und es sich ausschließlich um eine virale Infektion ohne Komplikationen handelt, können häufig bereits folgende Tipps helfen, um den Husten mit Auswurf zu lindern:
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- Viel Wasser oder ungesüßten Tee trinken, um den Schleim zu verflüssigen und ihn leichter abhusten zu können
- Inhalieren mit Wasserdampf, ggf. mit Zusätzen wie Kochsalzlösung oder ätherischen Ölen
- Ruhe und körperliche Schonung
Behandlungsmöglichkeiten zur Erleichterung des Abtransportes von Schleim
Um das Abhusten zu erleichtern und die Beschwerden zu lindern, stehen verschiedene Mittel und Techniken zur Verfügung:
- Feuchte Raumluft: Gerade in der Heizperiode trocknen die Schleimhäute schnell aus.
- Inhalation mit Kochsalzlösung: Das Inhalieren befeuchtet die Atemwege und macht den Schleim flüssiger. Vernebler ermöglichen dabei eine besonders feine Verneblung, sodass der Wirkstoff tief in die Bronchien gelangt. Bei chronischen Atemwegserkrankungen kann die Inhalation mit einem OPEP-Atemtherapiegerät kombiniert werden.
- Atemtherapiegeräte: Atemtherapiegeräte wie das PARI O-PEP helfen durch Vibrationen und Luftwiderstand, den Schleim von den Bronchialwänden zu lösen. Wenn Sie durch das Gerät ausatmen, werden Luft und Atemwege in leichte Schwingungen versetzt. Zudem werden durch den erhöhten Ausatemwiderstand die Bronchien geweitet, was die Belüftung der Lunge fördert.
- Körperposition: Auch die Körperposition kann das Abhusten erleichtern.
- Atemphysiotherapie: Die Atemphysiotherapie bietet viele Möglichkeiten zur Sekretlösung.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Nicht jeder produktive Husten erfordert eine ärztliche Abklärung. Im Zweifel gilt: Lieber einmal zu viel zum Arzt als einmal zu wenig. Ärztliche Abklärung ist grundsätzlich nötig, wenn sich Blut oder blutige Bestandteile im Auswurf befinden oder Atemnot eintritt.
Beispiele für Symptome neben Husten mit Auswurf, bei denen ein Arzt aufgesucht werden sollte, sind unter anderem:
- Blutiger Auswurf
- Eitriger Auswurf
- Anhaltender, morgendlicher Husten mit bräunlich-schwarzem Auswurf (Raucherhusten)
- Fieber
- Atemnot, ggf. mit pfeifenden Atemgeräuschen
Die Rolle des Arztes bei der Diagnose
Farbe und Konsistenz des Auswurfs können dem Arzt zwar erste Hinweise auf die Ursache geben, für eine sichere Diagnose sind jedoch weitere Untersuchungen notwendig. Dazu untersucht der Arzt beispielsweise das Sputum im Labor unter dem Mikroskop (Sputumuntersuchung). Damit lassen sich im Auswurf beispielsweise Erreger wie Bakterien, Pilze oder Viren nachweisen, die häufig für Atemwegsinfekte verantwortlich sind. Auch krankhaft veränderte Zellen kann der Arzt im Sputum erkennen, die mitunter auf Lungenkrebs hindeuten.
Wenn nötig, führt der Arzt auch eine Blutuntersuchung durch, bei der sich die Entzündungswerte sowie mögliche Krankheitserreger ermitteln lassen. Je nach vermuteter Ursache veranlasst der Arzt anschließend weitere Untersuchungen wie beispielsweise ein Lungenröntgen, CT, MRT oder eine Bronchoskopie.
Was ist Bronchitis?
Eine Bronchitis ist eine Entzündung der Schleimhaut in den Bronchien. Zu den Symptomen zählen trockener Husten, verschleimte Bronchien und folglich Auswurf beim Husten. Mediziner differenzieren zwischen akuter und chronischer Bronchitis. Der Unterschied liegt dabei vor allem in ihrer Dauer und ihrem Verlauf, denn die Symptome beider Formen sind recht ähnlich. Bei einer akuten Bronchitis treten die Symptome häufig als Begleiterscheinung oder Folge einer Erkältung auf. Hauptursache der chronischen Bronchitis ist das Einatmen von Tabakrauch, weshalb häufig (ehemalige) Raucher davon betroffen sind.
Was ist eine Rachenentzündung?
Erstes Anzeichen einer Rachenentzündung ist oft das typische „Kratzen im Hals". In der Folge entwickeln sich Halsschmerzen, die manchmal bis in die Ohren ausstrahlen, und zu schmerzhaften Schluckbeschwerden führen. Der Rachen fühlt sich rau und trocken an, oft haben die Betroffenen das Gefühl, sich räuspern oder hüsteln zu müssen. Eine von den typischen Viren der Atemwege ausgelöste Rachenentzündung kann auch mit Fieber einhergehen.
Maßnahmen zur Vorbeugung von Atemwegsinfekten
- Immunsystem stärken: Achten Sie auf eine gesunde Ernährung (viel Obst und Gemüse) und ausreichend Bewegung an der frischen Luft.
- Schleimhäute befeuchten: Trockene Schleimhäute sind besonders angreifbar, da sich die Erreger dort leichter ansiedeln können. Halten Sie deshalb Ihre Schleimhäute feucht, indem Sie ausreichend trinken.
- Verzicht auf Nikotin: Rauchen ist häufig die Ursache für eine chronisch-obstruktive Bronchitis.
- Hygiene: Regelmäßiges Händewaschen kann die Ausbreitung von Viren und Bakterien reduzieren.
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