Neue Hoffnung im Kampf gegen Alzheimer: Sind heilende Mittel in Sicht?

Die Alzheimer-Krankheit, eine der häufigsten Ursachen für Demenz, betrifft Millionen von Menschen weltweit. Bislang konzentrierten sich die Behandlungsmöglichkeiten hauptsächlich auf die Linderung der Symptome und die Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen. Mit der Zulassung neuer Medikamente, die auf die Ursachen der Krankheit abzielen, rückt die Hoffnung auf eine wirksamere Behandlung in greifbare Nähe. Dieser Artikel gibt einen umfassenden Überblick über die neuesten Entwicklungen in der Alzheimer-Therapie, insbesondere im Hinblick auf die neuen Antikörper-Medikamente wie Lecanemab (Leqembi) und Donanemab (Kisunla), die seit kurzem in Deutschland erhältlich sind.

Fortschritte in der Alzheimer-Forschung: Ein Überblick

Alzheimer-Demenz ist bislang nicht heilbar. Es gibt verschiedene Medikamente, die den Verlust der geistigen Fähigkeiten und der Selbstständigkeit bei leichter und mittelschwerer Demenz etwas verzögern können. Allerdings können sie auch Nebenwirkungen haben. Ob eins der Mittel besser wirkt als die anderen, ist unklar.

Die Ursachen von Alzheimer

Die Alzheimer-Demenz ist die häufigste Ursache für eine Demenz. Dabei sterben mit der Zeit mehr und mehr Nervenzellen im Gehirn ab. Es gibt bisher keine Möglichkeit, die Erkrankung zu heilen oder ihr Fortschreiten zu stoppen. Es werden aber verschiedene Medikamente eingesetzt, die helfen sollen, das Gedächtnis und die Selbstständigkeit im Alltag länger zu erhalten.

Bisherige Behandlungsansätze

Bislang konnten bei einer Alzheimer-Erkrankung lediglich Symptome und Begleiterscheinungen behandelt werden.

Cholinesterasehemmer

Medikamente aus der Wirkstoffgruppe der Cholinesterasehemmer können den Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen im Gehirn anregen. Das kann die Symptome der Demenz mildern. Sie sind zur Behandlung von leichter und mittelschwerer Alzheimer-Demenz zugelassen. In Deutschland sind derzeit drei Cholinesterasehemmer auf dem Markt: Donepezil, Galantamin und Rivastigmin. Sie werden als Tabletten oder Kapseln eingenommen. Rivastigmin ist auch als Pflaster erhältlich, dessen Wirkstoff über die Haut in den Körper gelangt.

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Cholinesterasehemmer können den Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit leicht verzögern. Manche Menschen mit Demenz können sich dadurch Dinge etwas besser merken. Dies kann auch helfen, Alltagstätigkeiten wie Einkaufen oder Anziehen etwas länger selbst zu bewältigen. Ob eines der drei Mittel besser wirkt als die anderen, ist bislang unklar.

Memantin

Medikamente mit dem Wirkstoff Memantin sind für Menschen mit einer mittelschweren bis schweren Alzheimer-Demenz zugelassen. Sie sollen verhindern, dass ein Überschuss des Stoffes Glutamat das Gehirn schädigt. Glutamat ist ein Botenstoff, der Nervensignale weiterleitet. Er trägt dazu bei, dass wir uns Dinge merken können. Man vermutet, dass bei Alzheimer-Erkrankten zu viel Glutamat im Gehirn dazu führt, dass Nervenzellen absterben.

Memantin kann den Abbau geistiger Fähigkeiten bei manchen Menschen mit Demenz etwas verzögern. In Zahlen ausgedrückt: Über einen Zeitraum von sechs Monaten kann Memantin bei ungefähr 1 von 10 Menschen den Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit hinauszögern. Es gibt auch Hinweise, dass mit Memantin alltagspraktische Fähigkeiten wie Zähneputzen, Anziehen oder das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln etwas länger erhalten bleiben. Zudem deuten Studien an, dass es starke Unruhe verringern und die Stimmung verbessern kann.

Ginkgo biloba

Ginkgo ist ein pflanzliches Präparat, das aus Blättern des Ginkgo-biloba-Baums gewonnen wird. Dem Mittel werden unterschiedliche Wirkungen zugeschrieben, unter anderem, dass es die Durchblutung verbessert und Nervenzellen schützt. Ginkgo-Präparate können rezeptfrei gekauft werden. Bei Demenz-Erkrankungen kann die Ärztin oder der Arzt sie auch verschreiben.

Einzelne Studien geben Hinweise, dass Ginkgo in der höchsten geprüften Dosierung (240 mg pro Tag) wirksam ist. Menschen mit leichter oder mittelschwerer Alzheimer-Demenz konnten dadurch alltägliche Verrichtungen wie Haushaltsarbeiten oder Körperpflege zumindest vorübergehend wieder besser bewältigen. Die Studien weisen auch darauf hin, dass Ginkgo in hoher Dosierung die Gedächtnisleistung verbessern und psychische Beschwerden lindern könnte. Allerdings ist unklar, wie groß dieser Effekt ist.

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Psychopharmaka

Bei vielen Menschen mit Alzheimer-Demenz verändern sich die Persönlichkeit und das Verhalten deutlich. Sie können sich zum Beispiel ungewohnt ängstlich, misstrauisch, passiv, unruhig oder auch aggressiv verhalten. Solche Verhaltensänderungen können mit der Krankheit zusammenhängen, aber auch Reaktionen auf die Umgebung oder die Einschränkungen und Verlusterfahrungen durch die Demenz sein. So kann Aggression eine normale Reaktion sein, wenn sich ein Mensch mit Demenz durch andere bevormundet fühlt. Menschen mit Alzheimer-Demenz haben zudem häufig Depressionen und Schlafstörungen.

Daher nehmen viele Erkrankte auch Medikamente ein, die psychische Beschwerden und auffälliges Verhalten verringern sollen - etwa Beruhigungsmittel, Antidepressiva oder auch Antipsychotika. Diese Medikamente können zwar möglicherweise die Symptome lindern, aber auch ernsthafte Nebenwirkungen wie Verwirrtheit oder erhöhte Sturzgefahr haben.

Die Rolle der sozialen und pflegerischen Begleitung

Die bisher verfügbaren Medikamente können die Alzheimer-Demenz nicht entscheidend beeinflussen. Umso wichtiger ist eine gute soziale und pflegerische Begleitung der Betroffenen.

Lecanemab (Leqembi): Ein neuer Ansatz in der Alzheimer-Therapie

Das Medikament, das seit 1. September neu auf dem deutschen Markt ist, setzt bei den Ursachen der Krankheit an - es bekämpft die schädlichen Eiweißablagerungen im Gehirn, die Amyloid-Ablagerungen. Diese werden für die Entstehung von Alzheimer verantwortlich gemacht. Alzheimer ist eine Form von Demenz.

Der neue Wirkstoff Lecanemab ist ein Antikörper. Er bindet die schädlichen Eiweißablagerungen im Gehirn und aktiviert das Immunsystem, diese Ablagerungen abzubauen. Vertrieben wird der Wirkstoff unter dem Handelsnamen Leqembi. Im April 2025 hatte es die EU-Zulassung erhalten. Verabreicht wird es als intravenöse Infusion alle zwei Wochen.

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Österreich und Deutschland seien die ersten EU-Länder, in denen das Mittel verfügbar werde, teilten die Pharmaunternehmen Biogen aus den USA und Eisai aus Japan mit. In den USA wird das Medikament schon seit zwei Jahren eingesetzt.

Wirkungsweise von Lecanemab

Lecanemab ist ein Antikörper-Wirkstoff, der gezielt eine Vorstufe der für Alzheimer typischen Amyloid-beta-Protein-Plaques im Gehirn bindet. Dadurch wird das körpereigene Immunsystem, die Mikrogliazellen, aktiviert, die die Ablagerungen abbauen oder deren Neubildung hemmen.

Für wen ist Lecanemab geeignet?

Zugelassen ist Lecanemab für die Behandlung von leichter kognitiver Beeinträchtigung (Gedächtnis- und Denkstörungen) im frühen Stadium der Alzheimer-Krankheit. Aber die Therapie ist nicht für alle Menschen im frühen Alzheimer-Stadium geeignet. Das Zentralinstitut kassenärztliche Versorgung rechnet vor, dass von den 2023 bundesweit rund 460.000 Patientinnen und Patienten, bei denen eine leichte Demenz diagnostiziert wurde, rund 73.000 für eine Therapie infrage kämen.

Insgesamt leben in Deutschland derzeit rund 1,84 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung - davon rund eine Million mit der Alzheimer-Krankheit.

Voraussetzungen für die Behandlung mit Lecanemab

  • Frühes Alzheimer-Stadium: Leqembi ist für Menschen ist nur für Menschen mit einer Alzheimer-Diagnose zugelassen, die sich im Stadium eines Mild Cognitive Impairment (MCI, leichte kognitive Beeinträchtigung) oder einer frühen Alzheimer-Demenz befinden.
  • Nachweis von Amyloid-beta-Ablagerungen: Die Amyloid-beta-Ablagerungen müssen nachgewiesen werden - entweder durch eine Lumbalpunktion oder ein Amyloid-PET.
  • Genetische Voraussetzungen: Auch genetische Voraussetzungen spielen eine Rolle: Erkrankte dürfen höchstens eine Kopie des sogenannten ApoE4-Gens tragen. Personen mit zwei Kopien sind wegen des erhöhten Risikos für Hirnblutungen von der Behandlung ausgeschlossen.
  • Keine Einnahme von Gerinnungshemmern: Leqembi eignet sich außerdem nicht für Menschen, die Gerinnungshemmer einnehmen. In Kombination mit dem Medikament steigt das Risiko für eine Hirnblutung deutlich.
  • Teilnahme an einem EU-weiten Register: Neben den medizinischen Voraussetzungen ist die Teilnahme an einem EU-weiten Register verpflichtend.

Ablauf der Lecanemab-Therapie

  • Durchführung der Behandlung: Durchgeführt werden kann die Behandlung etwa in klinischen Gedächtnisambulanzen oder neurologischen Praxen. Ob auch normale Hausärzte einsteigen können, wird der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten und Krankenkassen festlegen.
  • Verabreichung des Medikaments: Leqembi wird als Infusion (Tropf) alle zwei Wochen direkt in die Vene verabreicht. Die Behandlung dauert jeweils etwa eine Stunde.
  • Kontrolle auf Nebenwirkungen: Vor und während der Behandlung sind MRT-Untersuchungen notwendig, um mögliche Nebenwirkungen wie Hirnschwellungen oder kleine Blutungen frühzeitig zu erkennen. Diese Kontrollen erfolgen vor der 5., 7. und 14. Infusion. Werden sie nicht durchgeführt, muss die Behandlung beendet werden. Treten Kopfschmerzen, Verwirrtheit oder Übelkeit auf, entscheiden die behandelnden Ärztinnen und Ärzte über weitere Untersuchungen.
  • Besondere Sicherheitsvorkehrungen: Nur Patientinnen und Patienten, die alle Voraussetzungen erfüllen, dürfen mit Leqembi behandelt werden. Die Behandlung mit Leqembi wird beendet, wenn sich die Alzheimer-Erkrankung deutlich verschlechtert und in ein mittelschweres Stadium übergeht.

Mögliche Nebenwirkungen von Lecanemab

In Studien wurden bei einem Teil der Teilnehmenden Hirnschwellungen (ARIA-E) und Hirnblutungen (ARIA-H) beobachtet. Diese traten meist ohne erkennbare Symptome auf, wurden aber engmaschig kontrolliert. Das Risiko für solche Nebenwirkungen hängt stark vom ApoE4-Gen ab: Menschen mit zwei Kopien dieses Gens sind besonders gefährdet und daher von der Behandlung ausgeschlossen.

Bei den für die EU-Zulassung relevanten Patientengruppen - also bei Menschen mit höchstens einer Kopie des ApoE4-Gens - kam es in rund 13 % der Fälle zu Hirnblutungen und in 9 % zu Hirnschwellungen. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen (11 %) und Infusionsreaktionen (26 %). In der Studie wurden drei Todesfälle gemeldet, von denen zwei mit der gleichzeitigen Einnahme von Gerinnungshemmern in Verbindung gebracht wurden.

Kosten der Lecanemab-Therapie

Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, Peter Berlit, schätzt die Kosten für das Medikament pro Jahr pro Patient auf etwa 24.000 Euro. Die Kosten für Tests, Durchführung der Therapie und Überwachung könnten sich auf etwa 10.000 Euro belaufen. In Europa könnten rund 30.000 Euro pro Jahr und Patient oder Patientin zusammenkommen.

Nach Angaben der Alzheimer Forschung Initiative werden die Kosten zunächst von den Kassen übernommen. Parallel dazu werde der Gemeinsame Bundesausschuss prüfen, welchen Nutzen das Mittel im Vergleich zu bisherigen Therapien erbringe. Das Ergebnis dieser Prüfung sei Grundlage für die Preisverhandlungen zwischen Herstellern und Krankenkassen.

Klinische Studien zu Lecanemab

Der Wirkstoff Lecanemab wurde in den vergangenen zehn Jahren mit mehreren hunderten Teilnehmerinnen und Teilnehmern in verschiedenen klinischen Studien untersucht. Ausschlaggebend für die Zulassung waren die Ergebnisse der Phase-3-Studie CLARITY AD, die im November 2022 auf der Alzheimer-Konferenz Clinical Trial on Alzheimer´s Disease (CTAD) vorgestellt wurden.

An der CLARITY AD-Studie hatten insgesamt 1.795 Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung oder leichter Alzheimer-Demenz teilgenommen. Während des 18-monatigen Untersuchungszeitraums wurde in regelmäßigen Abständen kognitive Fähigkeiten, wie das Gedächtnis, die Orientierung oder die Fähigkeit, Probleme zu lösen, von Fachleuten überprüft. Ergebnis der Studie war, dass die Krankheit bei denjenigen, die Lecanemab erhielten, um 27 Prozent langsamer voranschritt als bei der Kontrollgruppe. Trotz der messbaren Wirksamkeit wird die Wirkung von Leqembi von vielen Expertinnen und Experten eher als moderat eingeschätzt. Es ist fraglich, inwieweit die Wirkung für an Alzheimer erkrankte Menschen spürbar ist und im Alltag einen Unterschied macht.

Donanemab (Kisunla): Ein weiterer Hoffnungsträger

Seit 25.09.2025 ist auch ein zweites Antikörper-basiertes Alzheimermedikament in der EU zugelassen. Es enthält den Antikörper Donanemab. Im Juli hatte es eine Zulassungsempfehlung der EMA erhalten - nach einer Überprüfung der zunächst negativen EMA-Entscheidung vom 28.03.2025. Auch dieses Medikament kann Studien zufolge bei einer Anwendung im Frühstadium der Erkrankung das Fortschreiten verlangsamen. Und in mehreren Ländern hat es bereits eher eine Zulassung erhalten, darunter in den USA, UK und China.

Vergleich von Lecanemab und Donanemab

Leqembi und Kisunla richten sich ausschließlich an Menschen im frühen Alzheimer-Stadium, also bei leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) oder beginnender Demenz. Vor Beginn der Behandlung sind ein Gentest sowie der Nachweis von Amyloid-Ablagerungen (Liquoruntersuchung oder PET-Scan) erforderlich. Die Behandlung erfolgt in spezialisierten Zentren. Leqembi wird alle zwei Wochen als Infusion verabreicht, Kisunla alle vier Wochen.

Geschlechtsunterschiede bei der Wirksamkeit

Bei Leqembi gibt es Hinweise aus Studien, dass die Wirksamkeit bei Männern höher sein könnte als bei Frauen. Für Kisunla liegen solche Hinweise auf Geschlechtsunterschiede bislang nicht vor. Es ist noch nicht abschließend erforscht, ob das Geschlecht bei der Wahl einer Therapie künftig eine Rolle spielt.

Weitere Entwicklungen in der Alzheimer-Forschung

Im Dezember 2024 wurde für ein drittes Alzheimermedikament das Zulassungsverfahren eröffnet. Es enthält den chemisch-synthetischen Wirkstoff Blarcamesin. Das CHMP entschied allerdings am 12.12.2025 gegen eine Zulassungsempfehlung ("negative opinion").

Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Alzheimer auftretenden Plaques zwischen den Nervenzellen wesentlich zum Absterben von Nervenzellen beitragen. Deshalb setzen viele Arzneimittel-Kandidaten an der Substanz an, aus der sie bestehen: dem Beta-Amyloid-Protein. Ein Typ dieser Medikamente enthält gentechnisch hergestellte Antikörper, die sich an das Beta-Amyloid-Protein oder Vorstufen davon heften. Das Immunsystem baut dann das so markierte Protein ab, wodurch der Raum zwischen den Nervenzellen gereinigt wird. Dieser Ansatz wird auch „passive Immunisierung gegen Alzheimer“ genannt.

Die Medikamente, die zum Aufhalten oder Verlangsamen der Alzheimer-Demenz in Entwicklung sind, greifen an verschiedenen Stellen in den Krankheitsprozess ein.

Die Bedeutung der Früherkennung

Viel deutet darauf hin, dass die Behandlung sehr frühzeitig begonnen werden muss, wenn sie noch wirksam ins Krankheitsgeschehen eingreifen soll, und nicht erst, wenn die Alzheimer-Symptome schon ausgeprägt sind. Das ist möglich geworden, weil sich Zeichen der Krankheit (d.h. Beta-Amyloid und Tau-Fibrillen im Gehirn) mittlerweile mit nicht-invasiven bildgebenden Verfahren nachweisen lassen.

Fazit: Ein Schritt in die richtige Richtung

Auch das neue Medikament kann Alzheimer nicht heilen. Es soll den Verlauf der Krankheit verlangsamen. Ein Mittel zur Heilung oder Verbesserung ist weiterhin nicht in Sicht. Dennoch spricht der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, Peter Berlit, von einem Schritt nach vorn. Das Medikament habe in den Studien, die 1,5 Jahre andauerten, das Fortschreiten der Erkrankung um ein halbes Jahr verlangsamt. "Die Betroffenen gewannen somit sechs Monate bei guter Lebensqualität vor Einsetzen der typischen Symptomatik."

Die Zulassung von Lecanemab und Donanemab markiert einen wichtigen Fortschritt in der Alzheimer-Therapie. Obwohl diese Medikamente keine Heilung versprechen, bieten sie die Möglichkeit, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität der Betroffenen im Frühstadium der Erkrankung zu verbessern. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die Therapie mit diesen Medikamenten aufwändig ist und strenge Kriterien für die Auswahl der geeigneten Patientinnen und Patienten erfordert.

Die Alzheimer-Forschung steht jedoch nicht still. Es werden weiterhin neue Wirkstoffe erforscht und klinische Studien durchgeführt, um die Behandlungsmöglichkeiten für Alzheimer-Patienten zu verbessern. Die Hoffnung auf eine wirksame Therapie, die den Krankheitsverlauf aufhalten oder sogar umkehren kann, bleibt bestehen.

Lohnt sich Lecanemab?

Viel Aufwand, hohe Kosten, erhebliche Risiken und ein überschaubarer Nutzen. Lohnt sich das neue Mittel überhaupt? „Auf jeden Fall“, sagt zumindest Agnes Flöel. „Man darf ja nicht vergessen, um was für eine belastende Erkrankung es hier geht - für die Patienten, die Angehörigen und auch die Gesellschaft.“ Es sei legitim, um jeden besseren Tag für diese Menschen zu kämpfen. Flöel, Reetz und Onur werten die Zulassung des Medikaments zudem als wichtiges Signal für Forschung und Pharmaindustrie.

Klar ist: Die eigentliche Hoffnung liegt auf der Zukunft. Es stehen weitere Antikörper und Medikamente in den Startlöchern, die teilweise an einer anderen Stelle des Krankheitsmechanismus ansetzen.

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