Herz-Kreislauf-Nerven Probleme: Ursachen, Symptome und Behandlung

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weit verbreitet und können verschiedene Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze haben. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Definitionen, Risikofaktoren, Erkennungsmethoden, Vorbeugungsmaßnahmen und Behandlungen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, einschließlich funktioneller Herzbeschwerden und Herzrhythmusstörungen.

Definition und Arten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen umfassen eine Vielzahl von Erkrankungen, die das Herz und die Blutgefäße betreffen. Dazu gehören unter anderem:

  • Koronare Herzkrankheit (KHK): Verengung der Herzkranzgefäße, die zu Angina Pectoris oder Herzinfarkt führen kann.
  • Herzinfarkt: Plötzlicher Verschluss eines Herzkranzgefäßes, der zum Absterben von Herzmuskelgewebe führt.
  • Bluthochdruck (Hypertonie): Erhöhter Blutdruck, der das Herz und die Gefäße schädigen kann.
  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Unfähigkeit des Herzens, ausreichend Blut in den Körper zu pumpen.
  • Herzrhythmusstörungen: Unregelmäßiger Herzschlag, der zu Herzrasen, Herzstolpern oder Ohnmacht führen kann.
  • Herzklappenfehler: Erkrankungen der Herzklappen, die die Funktion des Herzens beeinträchtigen.
  • Funktionelle Herzbeschwerden: Herzbeschwerden ohne organische Ursache, oft durch Stress oder psychische Belastungen verursacht.

Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Verschiedene Faktoren können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:

  • Alter: Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter. Besonders ältere Menschen erkranken an einer Herzschwäche, meist erst nach dem 65. Lebensjahr. Mehr als zehn Prozent der über 70-Jährigen haben eine Herzschwäche.
  • Geschlecht: Männer haben tendenziell ein höheres Risiko als Frauen, wobei sich das Risiko für Frauen nach der Menopause erhöht.
  • Genetische Veranlagung: Familiäre Vorbelastung mit Herzerkrankungen erhöht das Risiko. Sind bereits bei mehreren Familienmitgliedern seltene Herzerkrankungen aufgetreten - etwa genetisch bedingte Herzmuskelerkrankungen - ist das Risiko erhöht, selbst eine Herzschwäche zu bekommen.
  • Bluthochdruck: Erhöht die Belastung für Herz und Gefäße. Ein dauerhafter Bluthochdruck belastet die Blutgefäße, sodass sie weniger elastisch sind. Dadurch wird es für das Herz schwieriger, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen.
  • Erhöhte Cholesterinwerte: Insbesondere ein hoher LDL-Cholesterinspiegel kann zur Entstehung von Ablagerungen in den Gefäßen (Arteriosklerose) beitragen.
  • Diabetes mellitus: Erhöht das Risiko für KHK und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  • Übergewicht und Adipositas: Belasten das Herz und erhöhen das Risiko für andere Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Diabetes.
  • Rauchen: Schädigt die Gefäße und erhöht das Risiko für KHK, Herzinfarkt und Schlaganfall. Nicht rauchen kann helfen, das Herz-Kreislauf-System zu entlasten.
  • Bewegungsmangel: Fördert Übergewicht, Bluthochdruck und andere Risikofaktoren.
  • Ungesunde Ernährung: Eine einseitige fett-, zuckerreiche und ballaststoffarme Ernährung kann die Entstehung von Herz-Kreislauferkrankungen begünstigen. Ebenso kann der Verzehr von zu viel Salz zu einer Erhöhung des Blutdrucks führen und somit indirekt das Risiko für Herz- sowie Kreislauferkrankungen steigern.
  • Stress und psychische Belastungen: Können das Herz-Kreislauf-System negativ beeinflussen. Stressbelastungen in Beruf und Familie sowie psychische Erkrankungen wie z. B. eine Depression äußern sich nicht nur in einem gestörten Befinden, sondern haben auch starke negative Effekte auf das menschliche Verhalten und die Körperfunktionen.

Symptome von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die Symptome von Herz-Kreislauf-Erkrankungen können vielfältig sein und hängen von der Art und Schwere der Erkrankung ab. Häufige Symptome sind:

  • Brustschmerzen (Angina Pectoris): Druck, Engegefühl oder Schmerzen in der Brust, oft bei Belastung.
  • Atemnot: Kurzatmigkeit oder Luftnot, insbesondere bei Anstrengung oder im Liegen. Häufige Anzeichen einer Herzschwäche sind Kurzatmigkeit und Luftnot.
  • Herzrasen oder Herzstolpern: Unregelmäßiger oder schneller Herzschlag.
  • Schwindel oder Benommenheit: Insbesondere bei Lagewechsel oder Anstrengung.
  • Müdigkeit und Schwäche: Verminderte Leistungsfähigkeit und Erschöpfung.
  • Wassereinlagerungen (Ödeme): Schwellungen in den Beinen, Knöcheln oder Füßen. Häufige Anzeichen einer Herzschwäche sind Wassereinlagerungen in den Füßen, Knöcheln oder Beinen, seltener auch im Genitalbereich oder im Bauch.
  • Ohnmacht (Synkope): Kurzzeitiger Bewusstseinsverlust.
  • Kalte Hände und Füße: Durchblutungsstörungen in den Extremitäten.

Funktionelle Herzbeschwerden - Symptome

Die Symptome können variieren, aber typischerweise umfassen sie:

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  • Brustschmerzen oder Unbehagen: Dies kann sich als Druck, Brennen oder Engegefühl in der Brust äußern. Die Schmerzen können auch in den Hals, die Schultern, den Rücken oder die Arme ausstrahlen.
  • Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag: Betroffene können das Gefühl haben, dass ihr Herz zu schnell schlägt oder unregelmäßig schlägt, auch wenn keine organische Ursache dafür vorliegt.
  • Palpitationen: Das Wahrnehmen des eigenen Herzschlags kann verstärkt auftreten und als unangenehm empfunden werden.
  • Atemnot: Das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen oder schwer zu atmen, kann auftreten, obwohl die Lungenfunktion normal ist.
  • Schwindel oder Benommenheit: Betroffene können sich schwindlig fühlen, insbesondere in Verbindung mit den anderen Symptomen.
  • Müdigkeit oder Schwäche: Funktionelle Herzbeschwerden können auch mit allgemeiner Müdigkeit oder Schwäche einhergehen.
  • Angst oder Panikattacken: Die Symptome können Angst oder Panik verursachen, was den Teufelskreis aus psychischem Stress und körperlichen Beschwerden verstärken kann.

Kreislaufprobleme - Symptome

Bei Kreislaufproblemen aufgrund von zu niedrigem Blutdruck wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Dadurch können verschiedene Beschwerden auftreten. Zu den häufigsten Symptomen zählen Schwindel, Schwarzwerden oder Flimmern vor den Augen. Diese Beschwerden treten insbesondere bei einem plötzlichen Blutdruckabfall auf. Im Extremfall kann die Minderdurchblutung im Gehirn sogar zu einer kurzen Bewusstlosigkeit führen. Zu den typischen Symptomen zählen auch Kopfschmerzen, Ohrensausen oder Herzklopfen. Diese Symptome verschwinden meist nach kurzer Zeit wieder von allein, sobald sich der Blutdruck stabilisiert hat. Bei einem dauerhaft erniedrigten Blutdruck kann es zu einer verminderten Leistungsfähigkeit, rascher Ermüdbarkeit und einer gestörten Konzentrationsfähigkeit kommen. Die Betroffenen brauchen oft am Morgen etwas länger, um „in die Gänge“ zu kommen. Auch eine depressive Verstimmung, innere Unruhe und Schlafstörungen können auftreten. Menschen mit niedrigem Blutdruck leiden zudem häufig unter kalten Händen und Füßen.

Herzdiagnostik

Zur Diagnose von Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung:

  • Körperliche Untersuchung: Abhören des Herzens und der Lunge, Blutdruckmessung.
  • Elektrokardiogramm (EKG): Aufzeichnung der Herzströme, um Herzrhythmusstörungen oder Anzeichen eines Herzinfarkts zu erkennen. Eine Untersuchung der Herzströme und des Herzrhythmus mittels EKG (Elektrokardiogramm). Das wichtigste Mittel zur Abklärung ist ein EKG während des Herzrasens.
  • Langzeit-EKG: Kontinuierliche Aufzeichnung der Herzströme über 24 Stunden oder länger, um unregelmäßige Herzrhythmusstörungen zu erfassen. Häufig ist auch ein Langzeit-EKG, das 24 Stunden läuft, nicht ausreichend, um ein Herzrasen aufzuzeichnen.
  • Belastungs-EKG: EKG-Aufzeichnung während körperlicher Belastung, um Durchblutungsstörungen des Herzens aufzudecken.
  • Echokardiographie (Herzultraschall): Bildliche Darstellung des Herzens, um Größe, Funktion und Struktur des Herzens zu beurteilen. Eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie).
  • Herzkatheteruntersuchung: Darstellung der Herzkranzgefäße mit Kontrastmittel, um Verengungen oder Verschlüsse zu erkennen.
  • Blutuntersuchungen: Bestimmung von Cholesterin, Blutzucker, Entzündungswerten und anderen Parametern, die auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen hinweisen können. Die Bestimmung unterschiedlicher Blutwerte.
  • Magnetresonanztomographie (MRT) des Herzens: Detaillierte Darstellung des Herzmuskels, um Entzündungen oder andere Erkrankungen zu erkennen.

Diagnostik bei Herzrasen

  • EKG: „Das wichtigste Mittel zur Abklärung ist ein EKG während des Herzrasens“, sagt Dr. Schade. „In mehr als 90 Prozent der Fälle bekommen wir einen sehr genauen Eindruck, was die Ursache des Herzrasens ist, wenn es uns gelingt, während des beschleunigten Herzschlags ein EKG abzuleiten“, erklärt die Kardiologin.
  • Langzeit-EKG: „Häufig ist auch ein Langzeit-EKG, das 24 Stunden läuft, nicht ausreichend, um ein Herzrasen aufzuzeichnen“, sagt Dr. Schade und ergänzt: „Dann geben wir unseren Patientinnen und Patienten EKG-Aufzeichnungsgeräte mit, die sie mehrere Wochen in der Hosen- oder Handtasche bei sich tragen und beim Auftreten eines Herzrasens selbst benutzen können.“ Gut geeignet für die Diagnose bei Herzrasen sind auch einige Smartwatches, die ein EKG speichern können.
  • Ruhe-EKG und Ultraschall-Untersuchung: „Regelmäßig führen wir ein Ruhe-EKG und eine Ultraschall-Untersuchung durch, um zu sehen, ob eine Grunderkrankung vorliegt, ob das Herz also in irgendeiner Weise vorgeschädigt ist. Manchmal finden wir Hinweise auf eine Herzklappenerkrankung, die verantwortlich ist für die Entwicklung der Rhythmusstörungen“, sagt die Expertin.

Diagnostik bei Kreislaufproblemen

Kreislaufprobleme werden in der Regel dann untersucht, wenn es zu einer Synkope gekommen ist. Vermuten Ärzte neurologische Erkrankungen als Ursache, wird zum Beispiel die Halsschlagader (Carotis) untersucht oder auf Erkrankungen wie Epilepsie oder Schlaganfall getestet. Um festzustellen, ob eine orthostatische Hypotonie vorliegt, wird der sogenannte Schellong-Test (ein Stehtest) durchgeführt. Dazu liegt der Patient für zehn Minuten ruhig auf einer Liege. Gegen Ende dieser Phase werden Blutdruck und Herzfrequenz gemessen. Dann muss der Patient schnell aufstehen und Blutdruck und Puls werden direkt nach dem Aufstehen gemessen. Der Patient muss nun zehn Minuten stehen bleiben, währenddessen werden immer wieder Blutdruck und Herzfrequenz kontrolliert sowie Kreislaufbeschwerden wie Schwindel, Zittern, Sehstörungen und Schweißausbrüche abgefragt. Ist der Schellong-Test nicht eindeutig, kann die Ärztin oder der Arzt eine Kipptisch-Untersuchung durchführen. Dabei wird der Patient auf einem von einem Motor bewegten Tisch angeschnallt und bleibt 15 Minuten lang flach liegen.

Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Eine gesunde Lebensweise kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich senken:

  • Gesunde Ernährung: Reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten, wenig Salz, Zucker und gesättigten Fetten. Eine Umstellung der Ernährung ist zudem bei vielen Patient:innen sinnvoll. Wenn man sich keine professionelle Unterstützung in Form einer Ernährungsberatung holen kann oder möchte, sollte man zumindest versuchen, saisonal und frisch zu kochen und möglichst auf Fertigprodukte zu verzichten. Das Essen sollte reichlich Ballaststoffe enthalten. Sie sind beispielsweise in Vollkornprodukten und Hülsenfrüchte enthalten.
  • Regelmäßige körperliche Aktivität: Mindestens 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive Aktivität pro Woche. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) empfiehlt körperliche Aktivitäten in den Alltag zu integrieren und regelmäßig Sport zu machen (30 - 60 Minuten am Tag). Dabei ist nicht nur Sport wichtig - regelmäßiges schnelles Gehen oder Fahrrad fahren verringert ebenso das Risiko für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Laut der WHO ist bei Personen, die das Minimum von 30 Minuten nicht erreichen, das Risiko um das 1,5-fache erhöht.
  • Nichtrauchen: Verzicht auf Zigaretten und andere Tabakprodukte.
  • Gewichtsmanagement: Halten Sie ein gesundes Körpergewicht.
  • Stressmanagement: Techniken zur Stressbewältigung wie Entspannungsübungen, Yoga oder Meditation.
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen: Zur Früherkennung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder erhöhten Cholesterinwerten. Zwei der wesentlichen Maßnahmen zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen für ältere Menschen sowie eine möglichst gesunde Lebensweise.
  • Moderater Alkoholkonsum: Wenn überhaupt, dann nur in Maßen.

Spezielle Tipps für ältere Menschen

Gerade älteren Menschen fällt es oft schwer, „eingefahrene Muster“ in ihrem Alltag zu verändern und die Aussicht „ihr ganzes Leben umkrempeln zu müssen“ erscheint mitunter beängstigend. Am besten sollte man sich daher kleine Ziele stecken und nicht zu viele Veränderungen auf einmal anstreben. Menschen, die sich im Alltag kaum oder wenig bewegen, können sich zum Beispiel vornehmen, täglich einen Spaziergang zu machen. Je nach körperlicher Konstitution fängt man vielleicht nur mit einer kleinen Runde an. Was anfänglich vielleicht mühevoll ist, fällt mit der Zeit immer leichter und fängt an richtig Spaß zu machen. Die Steigerung der Länge oder des Gehtempos der Spaziergänge kann zu einem regelrechten Motivationsschub führen. Wer Spazierengehen nicht so mag, empfindet vielleicht beim Schwimmen oder Fahrradfahren als gelenkschonende Bewegungsform mehr Freude.

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Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen richtet sich nach der Art und Schwere der Erkrankung. Zu den wichtigsten Behandlungsansätzen gehören:

  • Medikamentöse Therapie: Verschiedene Medikamente können eingesetzt werden, um den Blutdruck zu senken, den Cholesterinspiegel zu regulieren, die Herzfunktion zu verbessern oder Herzrhythmusstörungen zu behandeln. Bei einer Herzschwäche können Medikamente das Herz entlasten und die Beschwerden lindern. Hier kommen beispielsweise Betablocker, ACE-Hemmer und Diuretika zum Einsatz. Welche Mittel infrage kommen, ist unter anderem abhängig von der Art der Herzschwäche.
  • Interventionelle Maßnahmen: Bei KHK können verengte Herzkranzgefäße mit Ballondilatation und Stentimplantation aufgeweitet werden.
  • Chirurgische Eingriffe: Bei schweren Herzklappenfehlern oder fortgeschrittener KHK kann eine Operation erforderlich sein, z. B. Herzklappenersatz oder Bypass-Operation.
  • Herzschrittmacher oder Defibrillator: Bei bestimmten Herzrhythmusstörungen kann ein Herzschrittmacher implantiert werden, um den Herzschlag zu regulieren. Ein implantierter Defibrillator kann lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen erkennen und durch einen Elektroschock beenden.
  • Herztransplantation: In schweren Fällen von Herzinsuffizienz kann eine Herztransplantation erforderlich sein.

Behandlung funktioneller Herzbeschwerden

Die Behandlung von funktionellen Herzbeschwerden konzentriert sich oft auf die Bewältigung der zugrunde liegenden psychologischen Faktoren und das Management der Symptome. Hier sind einige gängige Ansätze zur Therapie:

  • Psychotherapie: Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist eine häufig verwendete Form der Psychotherapie für Menschen mit funktionellen Herzbeschwerden. Diese Therapie hilft dabei, negative Denkmuster und Verhaltensweisen zu identifizieren und zu ändern, die zu Angst und Stress beitragen können.
  • Entspannungstechniken: Techniken wie progressive Muskelentspannung, tiefes Atmen, Meditation und Achtsamkeitsübungen können helfen, Stress abzubauen und die körperliche Entspannung zu fördern.
  • Stressmanagement: Strategien zur Bewältigung von Stress, wie Zeitmanagement, die Priorisierung von Aufgaben, regelmäßige Pausen und das Erstellen eines unterstützenden sozialen Netzwerks, können helfen, die Symptome zu reduzieren.
  • Pharmakotherapie: In einigen Fällen können Medikamente zur kurzfristigen Linderung von Symptomen wie Angstzuständen oder Schlaflosigkeit verschrieben werden. Antidepressiva oder Angstlöser können ebenfalls in Betracht gezogen werden, insbesondere wenn psychische Probleme vorhanden sind.
  • Bewegung und körperliche Aktivität: Regelmäßige Bewegung kann dazu beitragen, Stress abzubauen, die Stimmung zu verbessern und die allgemeine Gesundheit zu fördern. Es ist wichtig, jedoch ein angemessenes Maß an körperlicher Aktivität zu wählen und extreme Anstrengungen zu vermeiden, die die Symptome verschlimmern könnten.
  • Patientenaufklärung und Selbstmanagement: Die Aufklärung des Patienten über funktionelle Herzbeschwerden, einschließlich der Beruhigung darüber, dass die Symptome zwar beängstigend sein können, aber in der Regel nicht lebensbedrohlich sind, kann helfen, die Angst zu reduzieren. Das Erlernen von Selbstmanagementtechniken, um mit Symptomen umzugehen, kann ebenfalls hilfreich sein.
  • Unterstützung durch Selbsthilfegruppen oder Beratungsstellen: Der Austausch mit anderen Personen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, kann emotional unterstützend sein und dazu beitragen, dass Betroffene sich weniger isoliert fühlen.

Behandlung von Kreislaufproblemen

  • Allgemeine Maßnahmen: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie eine ausreichende Salzzufuhr - salzreiche Ernährung lässt den Blutdruck steigen. Zu viel ist allerdings ungesund, salzen Sie Ihre Speisen daher einfach nur ein bisschen mehr. Wichtig ist außerdem eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Etwa 1,5 Liter am Tag sollten es sein - am besten in Form von Mineralwasser, ungesüßten Früchte- oder Kräutertees. An heißen Tagen oder bei sportlicher Betätigung kann der Flüssigkeitsbedarf deutlich darüber liegen. Verzichten Sie auf Alkohol, da dieser die Gefäße zusätzlich weitet und den Kreislauf belastet. Koffein kann kurzzeitig den Kreislauf in Schwung bringen. Treiben Sie regelmäßig Sport - am besten zwei- bis dreimal pro Woche für 30 bis 60 Minuten. Rad fahren, Schwimmen oder Nordic Walking verbessern die Durchblutung und trainieren Herz und Gefäße. Wechselduschen, Saunabäder und Bürstenmassagen zum Herzen hin trainieren ebenfalls die Gefäße und die Durchblutung. Tipp: Die morgendliche Dusche immer mit kaltem Wasser abschließen. Bei großer Hitze sollten Sie körperliche Anstrengungen vermeiden und sich vorzugsweise im Schatten aufhalten. Sinnvoll ist zudem locker sitzende und atmungsaktive Kleidung, unter der es zu keinem Hitzestau kommt.
  • Akute Beschwerden: Treten akute Beschwerden auf, ist es sinnvoll, sich hinzusetzen oder hinzulegen und die Beine hochzulagern, damit das Blut wieder zurück zum Herzen fließen kann. Auch frische Luft oder kaltes Wasser über die Unterarme laufen zu lassen, kann helfen, den Kreislauf wieder in Schwung zu bringen.
  • Stehtraining: Dabei steht man täglich mindestens 30 Minuten angelehnt an einer Wand.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen von A-Z

Herzschwäche (Herzinsuffizienz)

Bei einer Herzschwäche ist das Herz nicht mehr in der Lage, genügend Blut in den Körper zu pumpen. Als Folge werden Organe, Muskeln und andere Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und das Blut staut sich vor dem Herzen. Die Therapie einer Herzschwäche umfasst Medikamente, Bewegung und die Behandlung von Grunderkrankungen. Nicht rauchen, wenig Alkohol und regelmäßige körperliche Aktivität können helfen, das Herz-Kreislauf-System zu entlasten.

Herzrasen

Von einem Herzrasen spricht man, wenn die Herzfrequenz plötzlich auf über 100 Schläge pro Minute ansteigt. Ein Herzrasen kann verschiedene Ursachen haben - zum Beispiel angeborene zusätzliche Leitungswege oder Vernarbungen im Herzgewebe. Schneller Herzschlag kann aber auch durch eine beschleunigte Impulsabgabe im Sinusknoten entstehen, die wiederum eine Folge von körperlichen oder psychischen Belastungen ist. Herzrasen kann eine eigenständige Erkrankung sein, manchmal ist es aber auch nur ein Symptom anderer körperlicher Leiden. Herzrhythmusstörungen lassen sich meist gut behandeln - zum Beispiel mit Medikamenten oder einer Katheterablation. Manche Arten von Herzrasen kann man durch das Trinken von eiskaltem Wasser oder ein Valsalva-Manöver (kräftiger Ausatemversuch bei Zuhalten von Nase und geschlossenem Mund) beenden.

Kreislaufprobleme

Kreislaufprobleme führen zu Symptomen wie Schwindel, Benommenheit, Herzrasen und Lichtblitzen vor den Augen. Ursachen sind Störungen der Blutzirkulation im Körper und oft zu niedriger Blutdruck. Probleme mit dem Kreislauf fühlen sich bedrohlich an - gerade Symptome wie Schwindel, Herzrasen oder Lichtblitze vor den Augen.

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Funktionelle Herzbeschwerden

Funktionelle Herzbeschwerden, auch als nicht-kardiale Brustschmerzen oder kardiale Neurose bezeichnet, sind Herzbeschwerden, die nicht auf strukturelle, organische Probleme des Herzens zurückzuführen sind. Sie können durch Stress, Angst oder andere psychische Belastungen verursacht werden.

Psychokardiologie: Der Einfluss von Psyche und Stress auf das Herz

Die Entstehung vieler Herzerkrankungen wird durch psychische und soziale Belastungen sowie durch das Verhalten der Patienten mitbestimmt. Zugleich kann eine Herzkrankheit ihrerseits Ängste, Stress und Depressionen auslösen, die sich wiederum in vermehrten Herzbeschwerden äußern und zu vermehrten Komplikationen führen können. Stress wirkt aber auch direkt auf das vegetative Nervensystem und kann z. B. zu Bluthochdruck oder Schlafstörungen führen. Es kommt zudem zur Freisetzung von Stresshormonen und Entzündungsbotenstoffen, die zur vorzeitigen Alterung des Herz-Kreislauf-Systems führen können.

Formen psychokardiologischer Krankheitsbilder

  • wiederholte Blutdruckentgleisungen in Stresssituationen, etwa chronischen beruflichen oder Familienkonflikten.
  • Herzbeschwerden, die mit einem erhöhten Leidensdruck einhergehen, die durch körperliche Befunde nicht (ausreichend) erklärt werden können und denen eine (evtl. nicht bewusst erlebte) Stress- oder Konfliktbelastung zugrunde liegt (sogenannte funktionelle Herzbeschwerden bzw. somatoforme Störung).
  • stressbedingte Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen.
  • Stress-Kardiomyopathie, auch „Takotsubo-Kardiomyopathie“ oder „Broken-Heart-Syndrom“ genannt.
  • Angststörungen und Depressionen sowie sogenannte Anpassungsstörungen, die als Folge einer Herzerkrankung auftreten können, wenn diese psychisch nicht angemessen bewältigt werden kann.
  • posttraumatische Belastungsstörungen mit massiven psychischen und psychosomatischen Symptomen wie Albträumen, Flash-back-Erlebnissen, Rückzug und emotionaler Abstumpfung sowie ständiger Alarmbereitschaft mit vegetativer Übererregung.

Wann sollte man bei Herzrasen den Notruf wählen?

„Die meisten Herzrhythmusstörungen sind nicht gefährlich“, sagt Dr. Schade. Trotzdem sollten Anfälle von Herzrasen, die ohne äußere Anlässe auftreten, ärztlich abgeklärt werden. Besondere Warnsignale, die auf lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen hinweisen können, sind Ohnmachtsanfälle oder starker Schwindel im Zusammenhang mit Herzrasen. „Treten diese Symptome auf, sollte eine unmittelbare weitere Abklärung erfolgen“, rät die Kardiologin.

Ursachen für Kreislaufprobleme bei Wetterumschwung

Ein rascher Wetterumschwung kann eine besondere Herausforderung für den Organismus bedeuten. Bei rasch steigenden Temperaturen können sich die Gefäße erweitern und der Blutdruck sinken. Der Körper von Menschen mit ohnehin schon niedrigem Blutdruck ist dann häufig mit den neuen Bedingungen überfordert, weil sich ihr Körper nicht schnell genug anpassen kann. Sie reagieren mit Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen oder Nervosität.

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