Selbsthilfegruppe Parkinson Lehrte: Ein Anlaufpunkt für Betroffene und Angehörige

Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die das zentrale Nervensystem betrifft. Sie äußert sich vor allem in Bewegungsstörungen wie Zittern, Muskelsteifheit und verlangsamten Bewegungen. Neben den motorischen Symptomen können auch nicht-motorische Beschwerden wie Depressionen, Schlafstörungen und kognitive Beeinträchtigungen auftreten. Für Betroffene und ihre Angehörigen ist es oft hilfreich, sich mit anderen auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen. Hier kommen Selbsthilfegruppen ins Spiel. Eine solche Gruppe ist die DPV-Regionalgruppe Lehrte, die seit vielen Jahren eine wichtige Anlaufstelle in der Region Hannover darstellt.

Gründung und Zuständigkeitsbereich

Die DPV-Regionalgruppe Lehrte wurde bereits im Jahr 1986 gegründet, kurz nach der Gründung des Bundesverbandes der Deutschen Parkinson Vereinigung (DPV). Damit ist sie eine der ältesten Selbsthilfegruppen für Parkinson-Erkrankte in Deutschland. Ihr Zuständigkeitsbereich erstreckt sich über den gesamten Ostteil der Region Hannover und umfasst die Orte Uetze, Hänigsen, Ehlershausen, Burgdorf, Lehrte und Sehnde mit ihren jeweiligen Stadtteilen. Obwohl Celle und Hannover jeweils eigene Gruppen haben, pflegt die Regionalgruppe Lehrte informelle und persönliche Kontakte zu diesen. Die Zuordnung der Bereiche erfolgt durch den Bundesverband der DPV in Neuss.

Ziele und Angebote der Selbsthilfegruppe

Die DPV-Regionalgruppe Lehrte versteht sich als Ansprechpartner für Betroffene und deren Angehörige. Sie macht vielfältige Angebote, die die Arbeit von Ärzten und Therapeuten ergänzen. Die Gruppe fördert den Erfahrungsaustausch, die gegenseitige Unterstützung und die Information über die Parkinson-Krankheit und deren Behandlung.

Die wöchentlichen Treffen in der Begegnungsstätte Lehrte bieten den Mitgliedern die Möglichkeit, sich in einer vertrauensvollen Atmosphäre auszutauschen. Dabei werden sowohl die körperlichen als auch die geistigen Fähigkeiten gefördert. Zum Programm gehören Stuhlgymnastik, Sitztanz und Singen. Es werden verschiedene Möglichkeiten mit und ohne Geräte ausprobiert, um die Beweglichkeit, die Stimme und die geistigen Fähigkeiten zu verbessern.

Einmal im Monat lädt die Gruppe Referenten zu den verschiedensten Themen ein, die in der Regel mit der Parkinson-Krankheit zu tun haben. Dazu gehören beispielsweise Pflegeberatung, Informationen zu Pflegestufen, Medikamenten und Behandlungsmethoden sowie Hilfsmittel. Die Referenten geben aber auch Anregungen zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung und geistigen Fitness. Da die Krankheit sehr unterschiedliche Ausprägungen hat, ist es hilfreich, sich mit anderen auszutauschen. Es werden oft externe Referenten, Spezialisten aus den unterschiedlichsten Fachgebieten, zu Gast, die über die Krankheit, Diagnostik, neueste Forschungserkenntnisse und neue Behandlungsmethoden informieren, aber auch über alltägliche Probleme (z.B. Inkontinenz) und ihre Bewältigung.

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Neben den wöchentlichen Treffen und den Vorträgen werden auch Ausflüge und Feiern organisiert. Jährlich wird eine Tagestour geplant, sowie eine Weihnachtsfeier.

Engagement und Organisation

Für die verschiedenen Aufgaben der Selbsthilfegruppe, wie die Organisation der Gesprächsrunden und der Informationsnachmittage sowie die Vorbereitung der wöchentlichen Treffen, bedarf es vieler helfender Hände. Im November 2024 wurden Fritz Leppert als Regionalgruppenleiter, Elke Wiedenroth als Stellvertreterin und Brigitte Grunau zur Kassenwartin gewählt.

Das Engagement der Selbsthilfe-Aktiven ist beeindruckend und ein großartiges Beispiel für gelebte Solidarität und gegenseitige Unterstützung. Henrike Nielsen, Leiterin der KIBIS Hannover, gab Einblicke in die Arbeit der Kontaktstelle, die über 550 Selbsthilfegruppen in der Region Hannover vernetzt. In der Außenstelle Lehrte kam Thordies Hanisch mit engagierten Vertreter*innen verschiedener Selbsthilfegruppen ins Gespräch - unter anderem zu den Themen Alzheimer, Schlaganfall, Alkoholsuchterkrankung und Parkinson.

Bedeutung von Selbsthilfegruppen für Parkinson-Erkrankte

Selbsthilfegruppen spielen eine wichtige Rolle für Menschen mit Parkinson und ihre Angehörigen. Sie bieten eine Plattform für den Austausch von Erfahrungen, Informationen und gegenseitiger Unterstützung. In den Gruppen können Betroffene offen über ihre Probleme und Ängste sprechen, ohne Angst vor Ablehnung oder Stigmatisierung zu haben. Sie erhalten praktische Tipps und Ratschläge von anderen Betroffenen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben.

Die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe kann dazu beitragen, das Selbstvertrauen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Sie fühlen sich weniger isoliert und haben das Gefühl, nicht allein mit ihrer Krankheit zu sein. Die Gruppen bieten auch eine Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung des eigenen Lebens teilzunehmen und sich für die Interessen von Parkinson-Erkrankten einzusetzen.

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Darüber hinaus können Selbsthilfegruppen eine wichtige Ergänzung zur ärztlichen Behandlung sein. Sie informieren über neue Therapieansätze und unterstützen die Betroffenen bei der Umsetzung von Behandlungsmaßnahmen. Sie können auch dazu beitragen, die Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten zu verbessern.

Einladung zur Teilnahme

Die DPV-Regionalgruppe Lehrte lädt alle Interessierten herzlich zur Teilnahme an ihren Treffen und Veranstaltungen ein. Die Gruppe trifft sich wöchentlich jeden Dienstag in der Begegnungsstätte der Stadt Lehrte in der Goethestr. 12. Die Mitglieder unterstützen sich gegenseitig im Umgang mit der Krankheit und den damit verbundenen Problemen.

Die Gruppe freut sich über jedes neue Mitglied, das sich aktiv einbringen und von den Erfahrungen anderer profitieren möchte. Wer Interesse hat, kann sich gerne an die Regionalgruppenleitung wenden oder einfach bei einem der nächsten Treffen vorbeikommen.

Kontakt

Weitere Informationen zur DPV-Regionalgruppe Lehrte und ihren Angeboten finden Sie auf der Homepage der Gruppe. Dort finden Sie auch die Kontaktdaten der Regionalgruppenleitung.

Die Regionalgruppe ist auch telefonisch erreichbar: Mo, Die, Do. 09:00-12:00 Uhr, 13:00-16:00 Uhr, Mit.

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