HPU und Parkinson: Ein möglicher Zusammenhang und ganzheitliche Betrachtungsweisen

Die Hämopyrrollaktamurie (HPU) ist eine enzymatische Stoffwechselstörung, bei der vermehrt Hämopyrrollaktam (HPL) ausgeschieden wird, was zu einem Mangel an wichtigen Mikronährstoffen führt. Während Parkinson eine neurodegenerative Erkrankung ist, die durch den Verlust von Nervenzellen und Dopaminmangel gekennzeichnet ist. Dieser Artikel untersucht mögliche Verbindungen zwischen HPU und Parkinson, beleuchtet die zugrunde liegenden Mechanismen und diskutiert ganzheitliche Behandlungsansätze.

Was ist HPU?

HPU ist eine zu 99% vererbte Stoffwechselstörung des Häm-Biosynthesewegs (Eisen-Molekül Bildung) und gehört zu den „Pyrrolurien“, wie auch die Kryptopyrrolurie. Es liegen auch Berichte von Dr. med. Bodo Kuklinski über Halswirbelsäulen-Traumata und Prof. Dr. med. Armin E. Heufelder über Schwermetallbelastungen als Auslöser für eine HPU vor.

Grundlagen der HPU

Bei der HPU ist die Synthese von Häm gestört, wodurch neben "richtigem" Häm auch eine gewisse Menge "falsches" Häm gebildet wird. Damit der Körper dieses "falsche" Häm ausscheiden kann, bindet er es an aktives Vitamin B6 (Pyridoxal-5-Phosphat), Zink und in geringen Mengen auch an Mangan, damit es wasserlöslich wird und über den Urin ausgeschieden werden kann. Die HPU führt zu großen Verlusten an aktivem Vitamin B6, Zink und teilweise auch Mangan.

Ursachen und Häufigkeit

Ca. 10 - 20% der Bevölkerung sind davon betroffen, auffällig ist, dass zehnmal so viele Frauen von der HPU betroffen sind wie Männer. Die Ursachen sind vielfältig, meist genetisch bedingt, aber auch Schwermetallbelastungen oder Halswirbelsäulentraumata können eine Rolle spielen.

Auswirkungen von HPU auf den Körper

Da nicht ausreichend Häm gebildet werden kann, können Defizite in allen Bereichen auftreten, in denen Häm benötigt wird - 34 menschliche Enzyme haben Häm als Cofaktor:

Lesen Sie auch: Parkinson-Medikamente: Was Sie beachten müssen

  • Bei der Hämoglobinsynthese (Häm ist Bestandteil vom Hämoglobin in den roten Blutkörperchen) mit der Folge einer verminderten Sauerstoffversorgung im Körper. Niedrige Häm-Spiegel in roten Blutkörperchen führen zu chronischer Müdigkeit.
  • Bei der Entgiftung in der Leber (Häm ist Bestandteil vom Cytochrom P450) mit der Folge einer verminderten Entgiftungskapazität für Schwermetalle, Umweltschadstoffe und Stoffwechselprodukte.
  • Es spielt auch eine Rolle als Cofaktor beim Steroidhormon-Stoffwechsel, Gallensäurebildung, Calcitriolbildung (Vitamin-D-Hormon) sowie bei der Cholesterin-Biosynthese.
  • Bei der mitochondrialen ATP-Synthese (Häm ist Bestandteil vom Cytochrom C) mit der Folge einer verminderten Energiegewinnung in den Zellen.
  • Beim Aufbau und Sauerstoffversorgung von Muskelgewebe (Häm ist Bestandteil vom Myoglobin) mit der Folge einer verminderten Muskelkraft.

Symptome und Beschwerden

Symptome, Beschwerden und Folgeerkrankungen können durch Belstungssituationen ausgelöst werden.

Was ist Parkinson?

Parkinson ist eine Erkrankung, die im weiteren Verlauf zu den Neurokognitiven Störungen (NCD) zählt. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Sie ist die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung nach Alzheimer. Sie ist die Folge eines Absterbens von Nervenzellen in der Substantia nigra. Dies führt zu Dopaminmangel.

Hauptsymptome von Parkinson

  • Verlangsamte Bewegungen (Bradykinese).
  • Bewegungsarmut (Hypokinese).
  • Bewegungslosigkeit (Akinese).
  • Steife Muskeln (Rigor).
  • Muskelzittern in Ruhe (Parkinson-Tremor).
  • Mangelnde Stabilität der aufrechten Körperhaltung.
  • Apathie.
  • Depressionen.
  • Halluzinationen.
  • Angst.
  • Persönlichkeitsveränderungen.
  • REM-Schlaf-Verhaltensstörung.
  • Starke Tagesschläfrigkeit.

Ursachen und Risikofaktoren

Bisher sind die Ursachen für Parkinson nicht geklärt. Es existieren aber Studien, die auf eine Störung der Mitochondrien hinweisen. Eine weitere Theorie zur Entstehung von Parkinson ist, dass oxidativer Stress und Entzündungen eine wichtige Rolle dabei spielen. Das Erkrankungsrisiko steigt, wenn man Herbiziden, Pestiziden und Lösungsmitteln ausgesetzt ist. Aber auch Schwermetalle, Mikroplastik, Mineralöle, chemische Weichmacher oder auch oxidierte Katecholamine werden mit Parkinson in Verbindung gebracht.

Mögliche Verbindungen zwischen HPU und Parkinson

Gemeinsame Risikofaktoren

Sowohl bei HPU als auch bei Parkinson spielen Umweltgifte und Nährstoffmängel eine Rolle. Die Exposition gegenüber Pestiziden, Herbiziden und Schwermetallen wird mit einem erhöhten Risiko für beide Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Mitochondriale Dysfunktion

Studien deuten darauf hin, dass sowohl bei HPU als auch bei Parkinson eine Störung der Mitochondrien vorliegt. Da die HPU die Häm-Synthese beeinträchtigt, was wiederum die Funktion der Mitochondrien beeinflusst, könnte dies einen gemeinsamen pathogenetischen Mechanismus darstellen.

Lesen Sie auch: Die Stadien der Parkinson-Krankheit erklärt

Oxidativer Stress und Entzündungen

Oxidativer Stress und chronische Entzündungen sind sowohl bei HPU als auch bei Parkinson von Bedeutung. Bei HPU führt der Mangel an Antioxidantien zu einer erhöhten Anfälligkeit für oxidativen Stress, was wiederum die Nervenzellen schädigen kann.

Rolle des Darms

Ein ungünstiges Darmmilieu mit einer daraus resultierenden Entzündung ist der Beginn einer neurodegenerativen Erkrankung. Es kommt zur Dysregulation der gesamten Darm-Mikrobiom-Hirnachse. Bei der Erkrankung Morbus Parkinson, zeigt der Neuroanatomiespezialist Heiko Braak in seinen neuesten Studien auf, dass bei an Parkinson erkrankten Menschen oft eine Anhäufung eines falsch gefalteten Proteins (α-Synuclein) in Teilen des zentralen Nervensystems des Darms vorliegen. Es ist ein nervenzellenschädigendes Protein. Eines der Frühsymptome der Parkinson-Krankheit ist beispielsweise die Verstopfung. Parkinson wandert über die Nervenbahnen, die den Darm und das Gehirn verbinden. Da die HPU die Entgiftungsfunktion beeinträchtigt und somit die Darmgesundheit negativ beeinflusst, könnte dies ebenfalls eine Verbindung darstellen.

Ganzheitliche Behandlungsansätze

Mikronährstofftherapie

Die Therapie der HPU/KPU erfolgt ausschließlich mit Mikronährstoffen, also Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Zusätzlich hilfreich sind entgiftende Maßnahmen, Darmsanierung, Stressabbau und die richtige Ernährung. Die Behebung von Mikronährstoffmängeln ist die Grundvoraussetzung dafür, dass weitere Therapiemaßnahmen überhaupt anschlagen können. Der Fokus liegt hier auf aktivem Vitamin B6, Zink und Mangan.

Entgiftung

Zusätzlich zu einer gesunden Ernährung und der Vermeidung von Giftstoffen können gezielte Entgiftungsmaßnahmen helfen, den Körper von schädlichen Substanzen zu befreien. Verfahren wie Apherese und Chelat-Therapie können in bestimmten Fällen sinnvoll sein, um Schwermetalle und andere Belastungen zu reduzieren.

Darmsanierung

Die Wiederherstellung eines gesunden Darmmilieus ist ein wichtiger Bestandteil der ganzheitlichen Behandlung. Eine Darmsanierung kann helfen, Entzündungen zu reduzieren und die Aufnahme von Nährstoffen zu verbessern.

Lesen Sie auch: Überblick zur Dopamin-Erhöhung bei Parkinson

Stressmanagement

Chronischer Stress kann die Symptome sowohl von HPU als auch von Parkinson verschlimmern. Stressabbau durch Entspannungstechniken, Bewegung und eine positive Lebenseinstellung kann einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Wohlbefindens leisten.

Mitochondrien-Therapie

Da die Mitochondrien eine zentrale Rolle bei beiden Erkrankungen spielen, kann eine gezielte Mitochondrien-Therapie sinnvoll sein. Methylenblau könnte für Menschen mit HPU (Hämopyrrollaktamurie) hilfreich sein, weil es die Mitochondrienleistung steigert. Es wirkt wie ein fleißiger Helfer, der die blockierten Elektronen wieder in Bewegung bringt. Gleichzeitig schützt es die empfindlichen Mitochondrien vor Schäden durch überschüssige Sauerstoffmoleküle (ROS), die wie Rost an den Zellstrukturen nagen.

tags: #hpu #und #parkinson