Einleitung
Elternschaft ist eine wunderschöne, aber oft auch herausfordernde Aufgabe. Besonders in den ersten Lebensmonaten eines Babys können Stress, Überforderung und Schlafmangel die Nerven strapazieren. Wenn Babys viel schreien, fühlen sich Eltern manchmal hilflos und verzweifelt. In solchen Situationen ist es wichtig zu wissen, dass es Unterstützung gibt. Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) bietet Materialien und Informationen in verschiedenen Sprachen, darunter Arabisch, um Familien in belasteten Lebenslagen zu unterstützen und über die Gefahren des Schüttelns von Säuglingen aufzuklären.
Frühe Hilfen: Ein Überblick
Frühe Hilfen sind ein Angebot für Schwangere und Familien mit Kindern bis zum dritten Lebensjahr. Sie bieten Unterstützung und Beratung in verschiedenen Bereichen, wie z.B. Erziehung, Gesundheit und Entwicklung des Kindes. Ziel ist es, die Elternkompetenzen zu stärken und eine gesunde Entwicklung des Kindes zu fördern. Die Angebote der Frühen Hilfen sind vielfältig und reichen von Eltern-Kind-Gruppen über Familienhebammen bis hin zu Beratungsstellen.
"Ihre Nerven liegen blank?": Materialien und Hilfsangebote auf Arabisch
Das NZFH hat verschiedene Materialien entwickelt, die Eltern in stressigen Situationen unterstützen sollen. Dazu gehört das Faltblatt "Ihre Nerven liegen blank?", das in mehreren Sprachen, darunter Arabisch, erhältlich ist. Der Flyer informiert über das frühkindliche Schreien, die Gefahren des Schüttelns und gibt Eltern Tipps im Umgang mit einem schreienden Baby. Er ermutigt Eltern, sich Hilfe zu suchen, wenn sie merken, dass sie die Nerven verlieren.
Das Faltblatt "Ihre Nerven liegen blank?"
Das Faltblatt "Ihre Nerven liegen blank?" ist ein wichtiger Bestandteil der Frühen Hilfen. Es bietet Eltern einen Notfallplan in vier Punkten, falls sie merken, dass sie die Nerven verlieren, weil ihr Baby viel schreit. Der Flyer enthält außerdem Informationen über die Gefahren des Schüttelns von Säuglingen und gibt Tipps, wie Eltern ihr schreiendes Baby beruhigen können. Das Faltblatt ist in arabischer Sprache erhältlich und kann kostenlos beim Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit bezogen werden.
Informationsfilme in Arabisch
Das NZFH bietet auch Informationsfilme in verschiedenen Sprachen, darunter Arabisch, an. Der Film "Wenn Babys schreien: Über das Trösten und Beruhigen" zeigt, wie Eltern ihr schreiendes Baby Schritt für Schritt dabei unterstützen können, sich selbst zu beruhigen. Der Film richtet sich sowohl an Eltern als auch an Fachkräfte, die Mütter und Väter begleiten und beraten.
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Ein weiterer wichtiger Film ist "Niemals schütteln! Wenn Babys nicht aufhören zu schreien". Der Film verdeutlicht, warum Babys in den ersten Monaten oft und viel schreien können und weshalb Eltern ihr Baby nie schütteln dürfen. Zudem erhalten Mütter und Väter Tipps, wie sie mit stressigen Situationen umgehen können. Auch dieser Film ist in arabischer Sprache verfügbar.
Weitere Materialien und Angebote
Neben dem Faltblatt und den Filmen bietet das NZFH weitere Materialien und Angebote, die Eltern in belasteten Lebenslagen unterstützen können. Dazu gehören:
Postkarte "Starke Nerven … Ideen für Familien": Die Postkarte zeigt Angebote der Frühen Hilfen und ermutigt Eltern, sich bei Bedarf Hilfe zu suchen.
Elterntelefon der "Nummer gegen Kummer": Bei Sorgen oder Fragen können sich Schwangere und Familien an das Elterntelefon der "Nummer gegen Kummer" wenden.
bke-Onlineberatung: Die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung bietet eine Onlineberatung für Eltern an.
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Merkblätter und Filme zu den seelischen Bedürfnissen von Kindern: Um die Elternkompetenzen zu stärken, erläutern zehn Merkblätter und Filme die seelischen Bedürfnisse und entwicklungsbezogenen Bedarfe der Kinder von Geburt an bis zum sechsten Lebensjahr.
Die Bedeutung der Frühen Hilfen für arabischsprachige Familien
Für arabischsprachige Familien in Deutschland sind die Frühen Hilfen eine wichtige Unterstützung. Sie bieten ihnen Zugang zu Informationen und Beratungsangeboten in ihrer Muttersprache. Dies ist besonders wichtig, da Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede den Zugang zu Hilfsangeboten erschweren können. Die Materialien und Angebote des NZFH in arabischer Sprache tragen dazu bei, diese Barrieren abzubauen und arabischsprachige Familien in ihrer Elternrolle zu stärken.
Kindeswohlgefährdung und Frühe Hilfen
Frühe Hilfen spielen auch eine wichtige Rolle bei der Prävention von Kindeswohlgefährdung. Durch die frühzeitige Unterstützung von Familien in belasteten Lebenslagen können Risiken für die Entwicklung des Kindes minimiert werden. Die Materialien des NZFH klären über die Gefahren des Schüttelns von Säuglingen auf und geben Eltern Tipps, wie sie mit Stress und Überforderung umgehen können. Dies trägt dazu bei, Kindesmisshandlung und Vernachlässigung vorzubeugen.
Medizinischer Kinderschutz
Der medizinische Kinderschutz ist ein wichtiger Bestandteil des Kinderschutzes. Er umfasst die Früherkennung von Kindeswohlgefährdung, die Beratung von Eltern und die Vermittlung von Hilfsangeboten. Im Rahmen des medizinischen Kinderschutzes werden auch Leitfäden und Empfehlungen für Fachkräfte entwickelt, die im Kontakt mit Kindern und Familien stehen.
Spurensicherung bei Kindeswohlgefährdung
Die Spurensicherung spielt eine wichtige Rolle bei der Aufklärung von Kindeswohlgefährdung. Sie dient dazu, Beweise für Misshandlung oder Vernachlässigung zu sichern und den Tathergang zu rekonstruieren. In Sachsen gibt es beispielsweise ein Verfahren zur verfahrensunabhängigen Spurensicherung.
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Genitalverstümmelung
Genitalverstümmelung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung, die auch in Deutschland vorkommt. Die Frühen Hilfen spielen eine wichtige Rolle bei der Prävention von Genitalverstümmelung. Sie informieren Eltern über die gesundheitlichen und psychischen Folgen von Genitalverstümmelung und vermitteln Hilfsangebote für betroffene Mädchen und Frauen.
Häusliche Gewalt und Kinderschutz
Häusliche Gewalt hat erhebliche Auswirkungen auf Kinder. Sie können Zeugen von Gewalt werden oder selbst Opfer von Gewalt werden. Die Frühen Hilfen arbeiten eng mit anderen Institutionen zusammen, um Kinder vor häuslicher Gewalt zu schützen.
Initiativen und Aktionen zur Unterstützung von Familien
Viele Landkreise und Kommunen führen öffentlichkeitswirksame Aktionen zur Unterstützung von Familien durch. Ein Beispiel ist der Landkreis Emsland, der mit Unterstützung des NZFH eine Aktion zur Prävention des Schütteltraumas bei Säuglingen unter dem Motto "Ihre Nerven liegen blank?" durchgeführt hat. Im Rahmen dieser Aktion wurden Plakate, Poster, Postkarten und Materialien zum Mitnehmen zur Verfügung gestellt.