Die menschliche Mimik ist ein faszinierendes Feld, das uns tiefe Einblicke in Emotionen und Verhaltensweisen ermöglicht. Das Institut Gnosis Facialis hat sich dieser Forschung verschrieben und bietet sowohl Laien als auch Experten die Möglichkeit, die Welt der Mimik und nonverbalen Kommunikation zu erkunden.
Einführung in die Welt der Mimik
Die Mimik, ein wichtiger Teilaspekt der Körpersprache, ermöglicht den differenzierten Ausdruck emotionaler Reaktionen des Menschen auf reale oder vorgestellte Ereignisse. Mittlerweile weit verbreitet ist das Wissen über den Ausdruck der Basisemotionen. Doch die Mimikforschung geht weit über das Erkennen von Freude, Trauer oder Wut hinaus. Sie befasst sich mit den feinsten Nuancen im Gesichtsausdruck, die oft unbewusst ablaufen und dennoch viel über die wahren Gefühle und Absichten einer Person verraten können.
Gnosis Facialis: Ein Institut für Mimik und Verhaltensforschung
Das Institut Gnosis Facialis, unter der Leitung von Prof. Dr. Jörg Merten, hat sich auf die Analyse und Schulung von Mimik und nonverbaler Kommunikation spezialisiert. Prof. Dr. Jörg Merten ist außerplanmäßiger Professor der Universität des Saarlandes und leitet das Institut „Gnosis Facialis“ für Mimik und Verhaltensforschung in Saarbrücken. Er erforscht seit 30 Jahren Themen der Klinischen Psychologie und der Emotionspsychologie mit der Methodik der Mimik- und Kontextanalyse. Das Institut bietet eine breite Palette an Schulungen und Coachings für Unternehmen und Privatpersonen an, die sich auf die Erkennung und Interpretation von Emotionen und Körpersprache konzentrieren.
Der Ansatz von Gnosis Facialis
Der Ansatz von Gnosis Facialis basiert unter anderem auf dem Facial Action Coding System (FACS) des berühmten amerikanischen Psychologen Paul Ekman, der sieben Basisemotionen unterscheidet, die kulturübergreifend Gültigkeit besitzen. FACS ist ein umfassendes System zur Kodierung von Gesichtsbewegungen, das es ermöglicht, jede sichtbare Veränderung im Gesicht objektiv zu beschreiben.
Angebote für Interessierte
Neben Einführungskursen für interessierte Laien und Wissenschaftler zu den Themen Emotion und Verhalten kann man sich auch professionell schulen lassen. Interessierte können sich zunächst aber auch langsam ans Thema heran tasten, indem sie selbst Emotionen einschätzen. Die Forscher bieten dazu zwei Varianten an, die Einschätzung von Fotos sowie die von kurzen mimischen Videosequenzen. Zum Schluss erhält man eine Auswertung zur eigenen „emotionalen Kompetenz“.
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Microexpressions: Die Sprache der unbewussten Emotionen
Microexpressions oder Mikromimik sind kurze, unbewusste Ausdrücke des Gesichts, die normalerweise nur für einen Bruchteil einer Sekunde sichtbar sind. Sie können verwendet werden, um die Gefühle einer Person zu lesen und zu bestimmen, ob sie ehrlich oder unehrlich sind. Microexpressions wurden von dem Psychologen Paul Ekman entdeckt und untersucht. Sie sind in sieben Hauptemotionen unterteilt: Freude, Überraschung, Angst, Wut, Ekel, Trauer und Abscheu.
Microexpressions im Coaching
Im Coaching kann Mikromimik verwendet werden, um tiefere Einblicke in die Gedanken und Gefühle eines Klienten zu gewinnen und dadurch die Interaktion zu verbessern. Der Coach kann besser verstehen, was der Klient wirklich denkt und fühlt, indem er lernt, Mikrominik zu erkennen und zu interpretieren sowie sich auf die Bedürfnisse des Klienten einstellen. Dies kann dazu beitragen, dass die Kommunikation verbessert wird, das Vertrauen gestärkt wird und die Fortschritte des Klienten beschleunigt werden.
Wie funktioniert das Lesen von Microexpressions?
Das Lesen von Microexpressions erfordert eine gewisse Fähigkeit, die Feinheiten des menschlichen Gesichtsausdrucks zu erkennen und zu interpretieren. Eine Möglichkeit, dies zu tun, ist das Erlernen der oben genannten sieben Hauptemotionen, die die Mikromimik ausdrücken kann: Freude, Überraschung, Angst, Wut, Ekel, Trauer und Abscheu. Man kann anfangen, Mikromimik zu erkennen, indem man sich auf die Muskelbewegungen im Gesicht konzentriert, die von den Emotionen ausgelöst werden. Ebenso gibt es spezielle Techniken und Übungen, die das Lesen von Microexpressions verbessern können, wie zum Beispiel das Betrachten von Videos von Menschen, die Mikromimik zeigen. Ein weiteres Beispiel das Üben von Rollenspielen, bei denen man versucht, diese Ausdrücke zu lesen und zu interpretieren. Es ist wichtig zu beachten, dass das Lesen von Mikromimik keine exakte Wissenschaft ist. Es kann Fehler geben, deshalb ist es wichtig, das Lesen von Microexpressions als eine von vielen Informationsquellen zu betrachten und sie mit anderen Indikatoren zu kombinieren.
Ein Beispiel für das Lesen von Microexpressions
Ein Beispiel für das Lesen von Microexpressions könnte folgendermaßen aussehen: Angenommen, ein Coach arbeitet mit einem Klienten, der angeblich glücklich und zufrieden mit seinem Leben ist, aber der Coach bemerkt, dass der Klient kurzzeitig eine Microexpression der Trauer zeigt während er über seinen Job spricht. Der Coach könnte daraus schließen, dass der Klient unzufrieden mit seinem Job ist, auch wenn er es nicht zugibt. Er kann dann gezielt Fragen stellen, um mehr über die Gefühle des Klienten im Zusammenhang mit seinem Job zu erfahren und ihm dabei helfen, Lösungen zu finden. Es ist wichtig zu betonen, dass das Lesen von Mikromimik nicht darauf abzielt, jemanden zu täuschen oder zu manipulieren, sondern vielmehr, die Kommunikation zu verbessern und einen tieferen Einblick in die Gedanken und Gefühle des Gesprächspartners zu erhalten.
Action Units (AUs): Die Bausteine der Mimik
Action Units (AUs) sind bestimmte Muskelbewegungen im Gesicht, die bestimmte Emotionen ausdrücken können. Sie wurden von dem Psychologen Paul Ekman entwickelt, um die Feinheiten des menschlichen Gesichtsausdrucks zu kategorisieren und zu untersuchen. Insgesamt gibt es 46 Action Units, die in verschiedene Kategorien unterteilt sind, wie z.B. Augen, Lippen, Wangen und Stirn. Jede Action Unit ist mit einer bestimmten Emotion verbunden und kann verwendet werden, um Mikromimik zu lesen und zu interpretieren.
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Beispiele für Action Units
Ein Beispiel: Action Unit 1 (AU1) ist die Muskelbewegung, die die Augenbrauen anhebt und die Stirn runzelt, was auf Überraschung hinweisen kann. Action Unit 12 (AU12) ist die Muskelbewegung, die die Ecken des Mundes nach unten zieht, was auf Traurigkeit hinweisen kann. Es ist wichtig zu beachten, dass das Vorhandensein einer bestimmten Action Unit nicht immer bedeutet, dass eine bestimmte Emotion vorliegt und es auch kulturelle Unterschiede in der Ausdrucksweise von Emotionen geben kann. Es ist daher wichtig, Microexpressions in Zusammenhang mit dem Kontext und anderen Indikatoren zu betrachten.
Grenzen der Mikromimik-Analyse
Es gibt jedoch einige Grenzen beim Erkennen und Bewerten der Mikromimik. Einige dieser Grenzen sind:
- Schwierigkeit bei der Erkennung: Mikromimik ist sehr schnell und kann leicht übersehen werden, wenn man nicht aufmerksam ist oder nicht darauf trainiert ist.
- Individuelle Unterschiede: Jeder Mensch hat seine eigene Art zu expressieren, was die Erkennung der Mikromimik erschwert.
- Fälschung: Menschen können absichtlich oder unabsichtlich die Mikromimik fälschen, was die Erkennung erschwert.
Diese Grenzen zeigen, dass Microexpressions nicht immer eindeutig sind und mit Vorsicht verwendet werden sollten. Es ist wichtig, Microexpressions in Verbindung mit anderen Formen der nonverbalen Kommunikation und verbalen Aussagen zu betrachten, um ein vollständigeres Verständnis der Gedanken und Gefühle einer Person zu gewinnen.
Einstieg in die Mikromimik - "Auf eigene Faust"
Das Lernen von Microexpressions erfordert Übung und Aufmerksamkeit für die Feinheiten des menschlichen Gesichtsausdrucks. Einige Tipps, um Microexpressions zu lernen, sind:
- Informieren Sie sich über die Action Units: Machen Sie sich mit den verschiedenen Action Units vertraut, die von Paul Ekman identifiziert wurden und welche Emotionen sie ausdrücken können!
- Üben Sie das Beobachten der Mikromimik: Versuchen Sie, diese Ausdrücke in Filmen, Fernsehsendungen und im wirklichen Leben zu beobachten und zu versuchen, die Action Units zu identifizieren, die verwendet werden!
- Üben Sie das "blinde" Beobachten: Üben Sie das Beobachten der Mikromimik ohne die Hilfe von Ton oder Untertiteln, um Ihre Fähigkeiten im Beobachten von Gesichtsausdrücken zu verbessern!
- Verwenden Sie Feedback: Bitten Sie Freunde oder Familienmitglieder, Mikromimik zu zeigen, während Sie versuchen, sie zu identifizieren und geben Sie sich gegenseitig Feedback!
- Praxis: Je mehr Sie üben, desto besser werden Sie darin, Mikromimik zu erkennen und zu interpretieren. Es ist wichtig zu erwähnen, dass Microexpressions nur ein Teil des Gesichtsausdrucks sind und dass es immer wichtig ist, die nonverbalen Signale, wie Körpersprache, Tonfall und andere Indikatoren, die eine Person gibt, in Betracht zu ziehen um ein möglichst vollständiges Verständnis zu erlangen.
Professionelles Lernen von Microexpressions
Es gibt mehrere Möglichkeiten, professionell Mikromimik zu lernen. Darunter fallen:
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- Schulungen und Seminare: Es gibt Schulungen und Seminare, die von Experten auf dem Gebiet der Körpersprache und Microexpressions angeboten werden. Diese können in Person oder online stattfinden und bieten die Möglichkeit, von erfahrenen Trainern zu lernen und von anderen Teilnehmern zu profitieren. Auch die Online-Kurse sind in der Regel interaktiv und beinhalten Videos. Üben und Feedback.
- Bücher und Ressourcen: Es gibt auch viele Bücher und Ressourcen, die sich mit Microexpressions und Körpersprache beschäftigen, die man lesen kann, um mehr über das Thema zu erfahren.
- Unterrichtet von professionellen Experten: Sie können auch professionelle Experten auf dem Gebiet der Körpersprache und Microexpressions aufsuchen, um persönlich von ihnen unterrichtet zu werden. Diese Experten sind oft in der Lage, individuelle Schulungen anzubieten und können Ihnen helfen, Ihre Fähigkeiten im Lesen von Microexpressions auf ein höheres Niveau zu bringen.
Es ist wichtig zu beachten, dass das Lernen von Microexpressions Zeit und Übung erfordert, um die Feinheiten des menschlichen Gesichtsausdrucks zu erfassen. Eine Kombination aus verschiedenen Methoden, wie Schulungen, Online-Kurse und persönliche Unterweisung, kann am besten sein, um Ihre Fähigkeiten zu verbessern und zu vertiefen.
Anbieter von Schulungen
Es gibt viele Anbieter von Schulungen und Seminaren, die sich mit Microexpressions beschäftigen. Einige bekannte Anbieter sind:
- Gnosis Facialis - Institut für Mimik und Verhaltensforschung: Sie haben auch eine eigene Methode entwickelt, die auf der Analyse von Mimik und nonverbaler Kommunikation basiert, um die Kommunikation und Interaktion zwischen Menschen zu verbessern. Sie haben ihre eigene Webseite, auf der Sie mehr über das Unternehmen und die angebotenen Dienstleistungen erfahren können.
- Dirk Eilert - Mimikresonanz: Er ist auch Autor von Büchern und Artikeln zu den Themen Emotionen, Körpersprache und Persönlichkeitsentwicklung.
- The Paul Ekman Group: Dieses Unternehmen wurde von Paul Ekman, einem der führenden Experten auf dem Gebiet der Microexpressions, gegründet.
- Microexpression Training Tool (METT): Dies ist ein Online-Trainingsprogramm, das von Dr. David Matsumoto, einem weiteren führenden Experten auf dem Gebiet der Microexpressions, entwickelt wurde.
- The Microexpression Training Company: Dieses Unternehmen bietet Schulungen und Seminare zu Microexpressions und Körpersprache an, die von erfahrenen Trainern geleitet werden.
- Körpersprache Academy: Diese Academy bietet Schulungen und Seminare zu verschiedenen Aspekten der Körpersprache und Microexpressions an, darunter auch Zertifizierungen.
- Body Language Academy: Diese Academy bietet Schulungen, Seminare und Zertifizierungen zu Microexpressions, Körpersprache und Nonverbaler Kommunikation an.
Es gibt auch viele andere Anbieter von Schulungen und Seminaren, die sich mit Microexpressions beschäftigen.
Die Bedeutung der Mimik im Alltag
Die Fähigkeit, Mimik zu lesen und zu interpretieren, ist nicht nur für Coaches oder Verkäufer von Vorteil. Sie kann uns in allen Bereichen des Lebens helfen, zwischenmenschliche Beziehungen zu verbessern, Konflikte zu vermeiden und Missverständnisse aufzuklären.
Mimik im Berufsleben
Im Berufsleben kann die Kenntnis der Mimik helfen, die wahren Absichten von Kollegen oder Vorgesetzten zu erkennen. So kann man beispielsweise erkennen, ob ein Kollege wirklich an einem Projekt interessiert ist oder ob er nur vorgibt, motiviert zu sein.
Mimik im Privatleben
Auch im Privatleben kann die Mimik helfen, die Gefühle von Partner, Familie oder Freunden besser zu verstehen. So kann man beispielsweise erkennen, ob der Partner wirklich glücklich ist oder ob er etwas verheimlicht.
Nervensägenforschung: Was uns an anderen stört
Neben der Erforschung der Mimik beschäftigt sich die Verhaltensforschung auch mit den Dingen, die uns an anderen Menschen stören. Psychologen bezeichnen Genervtsein als eine milde Form von Ärger.
Soziale Allergene
Der Psychologe Michael Cunningham hat den Begriff der "sozialen Allergene" geprägt. Damit bezeichnet er Verhaltensweisen anderer Menschen, die einen anfangs vielleicht nur leicht stören, mit der Zeit aber ganz gewaltig. Je öfter man aber mit dem Verhalten konfrontiert wird, desto sensibler wird man, bis es auf Dauer zu heftigen Reaktionen kommt.
Wer sind die größten Nervensägen?
Um herauszufinden, wer am ehesten soziale Allergien auslöst, hat Cunningham in einer Studie 150 Menschen gefragt, welche Person sie durch Kleinigkeiten irremacht. 30 Prozent gaben an, dass ein Freund die größte Nervensäge sei, bei 18 Prozent war es der Lebensgefährte, weitere 18 Prozent nannten einen Kollegen, in 17 Prozent der Fälle war es der Vorgesetzte oder Lehrer, und - siehe da - 14 Prozent nannten ein Familienmitglied. Jeder Studienteilnehmer war in der Lage, auf Anhieb jemanden zu benennen. Das heißt, jeder reagiert mal sozial allergisch.
Durchschaut: Was die Kollegen wirklich über Sie denken
Anderen in die Köpfe schauen - wer möchte das nicht von Zeit zu Zeit können? Etwa wenn Claudia aus der Buchhaltung Sie mal wieder mit diesem undefinierbaren Blick nach der Spesenrechnung fragt. Oder wenn Herr Moser aus dem Vertrieb während des Gesprächs freundlich nickt, aber ständig zur Tür schaut. Was soll das? "Wer auf Körpersprache achtet, sie richtig deutet und berücksichtigt, hat im privaten und beruflichen Umfeld Vorteile", sagt Professor Jörg Merten vom Institut für Mimik und Verhaltensforschung Gnosis Facialis, Saarbrücken. Denn viele unterdrückte Gefühle spiegeln sich in Mimik und Gestik wider. Ein geschulter Verkäufer erkennt die Zweifel des Kunden, auch wenn er sie nicht äußert, und kann nachfragen. Die Diplompsychologin Martina Gessner aus Zorneding in Bayern glaubt, dass ein gutes Gespür für Mitmenschen der eigenen Entwicklung nützt: "Wer andere einschätzen kann und bereit ist, sein Handeln auf sie abzustimmen, wird nicht nur zwischenmenschliche Beziehungen verbessern, sondern auch persönlich wachsen", sagt die Autorin („Menschenkenntnis", Haufe-Lexware, um 7 Euro).
Wie Sie andere durchschauen
- Ihr Kollege findet Sie arrogant, wenn … er Sie schief anlächelt. "Asymmetrische Gesichtsbewegungen, zum Beispiel einseitig angehobene Mundwinkel oder das einseitige Hochziehen der Augenbraue, sind häufig ein Zeichen von Antipathie, Verachtung oder Skepsis", sagt der Verhaltensforscher Jörg Merten. In der Regel treten diese Mikroausdrücke nur einen kurzen Augenblick auf und sind für den normalen Beobachter fast gar nicht zu erkennen. Merten warnt allerdings davor, Menschen oder Situationen lediglich aufgrund eines einzigen Gesichtsausdrucks zu beurteilen: "Zur Interpretation gehört mehr als das bloße Erkennen. Berücksichtigt werden müssen die Situation, der Kontext, in dem die Mimik auftritt, Persönlichkeitseigenschaften oder anderes Vorwissen über die Person."
- Ihre Kollegin hält Sie für inkompetent, wenn … sie Ihnen andauernd ins Wort fällt. "Das ist ein Zeichen von fehlender Wertschätzung und signalisiert: 'Ich weiß eh, was du sagen willst'", erklärt der Freiburger Autor Manfred Schries ("Körpersprache im Beruf", Heragon Verlag, um 7 Euro). Ein Blick auf die Körperhaltung kann diese Vermutung noch untermauern. "In einer intakten kollegialen Beziehung herrscht der so genannte Nase-Nabel-Kontakt. Das bedeutet, dass die Personen einander direkt und offen zugewandt sind, zwischen Nase und Nabel quasi ein unsichtbarer Faden gespannt ist", sagt Schries. "Sind Schulter oder Füße dagegen abgewandt, ist die Person mit großer Wahrscheinlichkeit schon auf dem Sprung, will also die Gesprächssituation verlassen", so der Experte für Körpersprache.
- Ihre Kollegen sehen Sie als Teil des Teams, wenn … sie ihre Stühle verrücken, sodass Sie sich nach einer Verspätung zu einem Meeting zwischen sie setzen können. Damit verdeutlicht das Team: "Du bist Teil der Gemeinschaft." Der Persönlichkeitsforscher Professor Frank Bernieri von der Wesleyan University in Connecticut fand außerdem heraus, dass sympathische, gut integrierte Menschen in der Gruppe eine Art Anpassung (Mimikry) auslösen. Lehnt sich die Person beim Sprechen nach vorn, beugen sich auch die anderen in die Richtung. Ein Lächeln wird mit einem Lächeln beantwortet. Im optimalen Fall synchronisiert sich sogar der Atemrhythmus der Beteiligten. Diese Spiegelungen sorgen unterbewusst für Harmonie.
- Eine Kollegin ist scharf auf Ihren Job, wenn … sie während eines Gesprächs Ihren persönlichen Glücksbringer vom Schreibtisch nimmt und damit herumspielt. Denn das zeugt von mangelndem Respekt. Eine solche Grenzverletzung ist nur Personen vorbehalten, zu denen man ein sehr vertrautes Verhältnis hat.
- Ihre Kollegen glauben, Sie sind überfordert, wenn … sie über Ihren Kopf hinweg Entscheidungen treffen oder ungefragt Aufgaben von Ihnen übernehmen. Kommt das in Zeiten mit einem plötzlich sehr hohen Arbeitsaufwand vor, kann es eine nette Geste sein, aber auch die Aussage "Du schaffst das ja sonst nicht" beinhalten. "Um die wahren Gründe zu erfahren, muss man die Situation durchleuchten", rät Schries. Der besagte Kollege fläzt sich in Ihrer Gegenwart generell auf seinem Stuhl herum und verschränkt lässig die Arme hinter dem Kopf? "Sieht nach Entspannung aus, ist aber eine Dominanzgeste. Der andere fühlt sich überlegen", so der Experte. Auch der so genannte Oberhandgewinn zeugt davon. Wer während der Begrüßung die Hände leicht dreht, damit die eigene oben ist, will in der Regel beherrschen.