Ischiasnerv: Eine umfassende Betrachtung (Englische Perspektive)

Einführung

Der Ischiasnerv, im Englischen als "sciatic nerve" bekannt, ist der längste und dickste Nerv im menschlichen Körper. Er spielt eine entscheidende Rolle bei der Versorgung des Unterkörpers mit Nervenimpulsen. Reizungen oder Kompressionen dieses Nervs können zu Schmerzen führen, die als Ischias bekannt sind. Dieser Artikel beleuchtet den Ischiasnerv umfassend, von seiner Anatomie und Funktion bis hin zu Ursachen, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten von Ischias.

Anatomie und Funktion des Ischiasnervs

Der Ischiasnerv entspringt im unteren Rückenmark, genauer gesagt aus den Nervenwurzeln L4 bis S3. Diese Nervenwurzeln vereinen sich im Beckenbereich, um den Ischiasnerv zu bilden. Der Nerv verläuft dann durch das Gesäß, die Rückseite des Oberschenkels hinunter und teilt sich in der Kniekehle in zwei Hauptäste auf: den Nervus tibialis (Schienbeinnerv) und den Nervus peroneus communis (gemeinsamer Wadenbeinnerv).

  • Nervus tibialis: Dieser Ast setzt sich entlang der Rückseite des Unterschenkels fort und versorgt die Muskeln der Wade und die Fußsohle mit Nervenimpulsen. Er ist auch für die Sensibilität der Fußsohle verantwortlich.
  • Nervus peroneus communis: Dieser Ast verläuft um den Wadenbeinkopf und teilt sich weiter auf, um die Muskeln der Vorder- und Außenseite des Unterschenkels sowie den Fußrücken zu versorgen. Er ist auch für die Sensibilität des Fußrückens verantwortlich.

Der Ischiasnerv ermöglicht somit die Steuerung zahlreicher Muskeln im Bein und Fuß, die für Bewegungen wie Gehen, Laufen, Zehenspitzenstand und Fußbeugung unerlässlich sind. Darüber hinaus ist er für die Sensibilität der Haut an der Rückseite des Oberschenkels, des Unterschenkels und des Fußes verantwortlich.

Ursachen von Ischias

Ischias ist keine Krankheit an sich, sondern ein Symptom, das durch eine Reizung oder Kompression des Ischiasnervs verursacht wird. Es gibt zahlreiche Ursachen für Ischias, wobei die häufigsten folgende sind:

  • Bandscheibenvorfall: Dies ist die häufigste Ursache von Ischias. Ein Bandscheibenvorfall tritt auf, wenn der weiche Kern einer Bandscheibe im unteren Rückenmark austritt und auf den Ischiasnerv drückt.
  • Spinalkanalstenose: Dabei handelt es sich um eine Verengung des Spinalkanals, die Druck auf das Rückenmark und die Nervenwurzeln ausüben kann, einschließlich des Ischiasnervs.
  • Piriformis-Syndrom: Der Musculus piriformis ist ein Muskel im Gesäßbereich, durch den der Ischiasnerv hindurchführt. Wenn sich dieser Muskel verkrampft oder entzündet, kann er den Ischiasnerv einklemmen.
  • Spondylolisthesis: Dies ist eine Erkrankung, bei der ein Wirbel im unteren Rückenmark nach vorne über den darunter liegenden Wirbel gleitet, was zu einer Kompression des Ischiasnervs führen kann.
  • Tumore oder Infektionen: In seltenen Fällen können Tumore oder Infektionen im Bereich des unteren Rückenmarks oder des Beckens auf den Ischiasnerv drücken und Ischias verursachen.
  • Schwangerschaft: Während der Schwangerschaft kann das zusätzliche Gewicht und die hormonellen Veränderungen zu einer Kompression des Ischiasnervs führen.

Symptome von Ischias

Das Hauptsymptom von Ischias ist ein stechender, brennender oder elektrisierender Schmerz, der vom unteren Rücken über das Gesäß und die Rückseite des Oberschenkels bis in den Unterschenkel und Fuß ausstrahlen kann. Der Schmerz kann konstant sein oder in Schüben auftreten und sich bei bestimmten Bewegungen oder Positionen verschlimmern, wie z. B. beim Sitzen, Stehen, Husten oder Niesen.

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Weitere Symptome von Ischias können sein:

  • Taubheit oder Kribbeln: Diese Empfindungen können im Bein, Fuß oder in den Zehen auftreten.
  • Muskelschwäche: In einigen Fällen kann Ischias zu einer Schwäche der Muskeln im Bein oder Fuß führen.
  • Reflexverlust: Die Reflexe im Bein oder Fuß können abgeschwächt oder nicht vorhanden sein.
  • Schmerzen im unteren Rücken: Obwohl Ischias hauptsächlich Beinschmerzen verursacht, können auch Schmerzen im unteren Rücken auftreten.

Diagnose von Ischias

Die Diagnose von Ischias basiert in der Regel auf einer körperlichen Untersuchung und der Beschreibung der Symptome durch den Patienten. Der Arzt wird die Reflexe, die Muskelkraft und die Sensibilität im Bein und Fuß testen. Es können auch bestimmte Tests durchgeführt werden, um die Ursache der Ischias zu ermitteln. Dazu gehören:

  • Röntgenaufnahmen: Röntgenaufnahmen können helfen, Knochenprobleme wie Spondylolisthesis oder Arthrose zu erkennen.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Eine MRT ist ein bildgebendes Verfahren, das detaillierte Bilder der Weichteile des Körpers liefert, einschließlich der Bandscheiben, Nerven und Muskeln. Eine MRT kann helfen, Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenosen oder Tumore zu erkennen.
  • Computertomographie (CT): Eine CT ist ein weiteres bildgebendes Verfahren, das detaillierte Bilder des Körpers liefert. Eine CT kann helfen, Knochenprobleme oder Tumore zu erkennen.
  • Elektromyographie (EMG): Ein EMG ist ein Test, der die elektrische Aktivität der Muskeln misst. Ein EMG kann helfen, Nervenschäden zu erkennen.

Behandlung von Ischias

Die Behandlung von Ischias zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern und die Funktion des Beins wiederherzustellen. Die Behandlungsmöglichkeiten hängen von der Ursache und Schwere der Ischias ab. In den meisten Fällen kann Ischias mit konservativen Maßnahmen behandelt werden, wie z. B.:

  • Schmerzlinderung:
    • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs): Diese Medikamente können helfen, Schmerzen und Entzündungen zu lindern.
    • Paracetamol: Paracetamol ist ein Schmerzmittel, das bei leichten bis mäßigen Schmerzen eingesetzt werden kann.
    • Opioide: Opioide sind starke Schmerzmittel, die bei starken Schmerzen eingesetzt werden können. Sie sollten jedoch nur kurzfristig eingenommen werden, da sie ein hohes Suchtpotenzial haben.
  • Muskelrelaxantien: Diese Medikamente können helfen, Muskelkrämpfe zu lösen.
  • Kortikosteroide: Kortikosteroide sind entzündungshemmende Medikamente, die oral oder als Injektion verabreicht werden können.
  • Physiotherapie: Ein Physiotherapeut kann helfen, die Muskeln zu stärken und zu dehnen, die den Ischiasnerv unterstützen. Er kann auch Übungen zur Verbesserung der Körperhaltung und zur Reduzierung der Nervenkompression vermitteln.
  • Wärme- und Kälteanwendungen: Wärme kann helfen, Muskelkrämpfe zu lösen, während Kälte Entzündungen reduzieren kann.
  • Alternative Therapien: Einige alternative Therapien, wie z. B. Akupunktur, Chiropraktik und Massage, können bei manchen Menschen mit Ischias helfen.

In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um die Ursache der Ischias zu beheben. Eine Operation kann in Betracht gezogen werden, wenn konservative Maßnahmen nicht wirksam sind oder wenn der Ischiasnerv stark komprimiert ist. Zu den chirurgischen Optionen gehören:

  • Diskektomie: Bei einer Diskektomie wird der Teil der Bandscheibe entfernt, der auf den Ischiasnerv drückt.
  • Laminektomie: Bei einer Laminektomie wird ein Teil des Wirbelbogens entfernt, um den Spinalkanal zu erweitern und den Druck auf den Ischiasnerv zu reduzieren.
  • Fusion: Bei einer Fusion werden zwei oder mehr Wirbel miteinander verbunden, um die Wirbelsäule zu stabilisieren.

Prävention von Ischias

Es gibt einige Maßnahmen, die ergriffen werden können, um das Risiko von Ischias zu verringern:

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  • Gute Körperhaltung: Achten Sie auf eine gute Körperhaltung beim Sitzen, Stehen und Heben von Gegenständen.
  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung kann helfen, die Muskeln zu stärken, die den Rücken und die Beine unterstützen.
  • Richtiges Heben: Heben Sie schwere Gegenstände richtig, indem Sie in die Knie gehen und die Beine benutzen, um zu heben, anstatt sich nach vorne zu beugen.
  • Gewichtskontrolle: Übergewicht kann den Rücken belasten und das Risiko von Ischias erhöhen.
  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Stellen Sie sicher, dass Ihr Arbeitsplatz ergonomisch eingerichtet ist, um eine gute Körperhaltung zu fördern und den Rücken zu entlasten.

Ischiasnerv Dysfunktionen

In einer Fallserie an sechzig Patienten, die von erfahrenen Orthopäden in San Francisco operiert wurden, fanden sich in 58 % intraoperative Ischiasnerv-Dysfunktionen bei der Messung evozierter Potentiale, bei 7 % (vier Patienten) bestand auch nach der Operation eine klinisch relevante Ischias-Nervenläsion, die sich aber bei allen Patienten kurz- bis mittelfristig zurückbildete und in keinem Fall bleibende Schäden verursachte.

Ischiasnerv im Sport

Sportler sind nicht immun gegen Ischias. So musste beispielsweise Balzer 2016 eine längere Trainings- und Wettkampfpause wegen einer Zyste am Ischiasnerv einlegen, bis er im Juli des Jahres operiert wurde. Auch andere Sportler, wie beispielsweise beim Konföderationen-Pokal 2005, wo der Abwehrchef der Griechen nicht dabei war, können betroffen sein. Sogar am Tag des Eröffnungsspiels der Europameisterschaft 1980 klemmte er sich den Ischiasnerv ein und kam verletzungsbedingt nicht mehr zum Einsatz.

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