Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die in Deutschland viele Menschen betrifft und unwillkürliche Bewegungsabläufe beeinträchtigt. Die Erkrankung manifestiert sich typischerweise im Alter von etwa 60 Jahren, wenngleich sie auch früher auftreten kann.
Ursachen von Parkinson
Die genaue Ursache von Parkinson ist oft unbekannt, wobei sowohl genetische als auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen können.In den meisten Fällen ist die Erkrankung nicht erblich bedingt. Es gibt jedoch Familien, in denen die Diagnose Parkinson-Syndrom überdurchschnittlich häufig gestellt wird. Insbesondere bei einem frühzeitigen Erkrankungsbeginn, d.h. vor dem 40. Lebensjahr, sollte eine genetische Ursache in Betracht gezogen werden.Als Ursachen für die Parkinsonkrankheit sind vor allem vermehrter Umgang mit Pestiziden und Herbiziden sowie wiederholte Kopfverletzungen bekannt. Auch ein Diabetes mellitus und andere Gefäßrisikofaktoren können eine Parkinsonkrankheit triggern. Zudem gibt es zunehmend Hinweise darauf, dass Virusinfektionen mit für das Auslösen von Parkinson verantwortlich sein können.
Symptome von Parkinson
Die Symptome von Parkinson sind vielfältig und können von Person zu Person unterschiedlich sein. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Bewegungsarmut (Akinese): Dies ist oft das auffälligste Zeichen, bei dem Bewegungen verlangsamt und reduziert werden. Die Mimik und die Gestik sind vermindert. Die Feinmotorik ist gestört, etwa durch eine Schreibstörung.
- Muskelsteifigkeit (Rigor): Die Muskeln sind steif und angespannt, was zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen kann. Der Widerstand bei einem passiven Bewegungsablauf ist immer gleich, z. beim Beugen des Arms.
- Zittern (Tremor): Ein Zittern tritt insbesondere in Ruhe auf. Es kommt zum "Pillendrehen", zum "Münzenzählen" und zum sog. Aktionstremor. Der Ruhetremor ist nicht so stark. Er fällt aber sofort ins Auge. Der Aktionstremor beeinträchtigt den Betroffenen viel stärker im Alltag.
- Haltungsinstabilität: Die Reflexe, die normalerweise für die Aufrechterhaltung des Gleichgewichts sorgen, sind gestört, was zu Stürzen führen kann. Z. B. sind nach vorn gebeugt. Fingergelenke sind leicht angewinkelt. Bei einer Hypophonie liegt eine Störung der Stimmbildung vor. Der Gang ist kleinschrittig schlurfend und beschleunigt.
Kontrakturen bei Parkinson
Kontrakturen sind Gelenkversteifungen, die bei Parkinson-Patienten auftreten können. Sie entstehen durch die Muskelsteifigkeit (Rigor) und die Bewegungsarmut (Akinese), die zu einer Verkürzung und Verhärtung der Muskeln und Sehnen führen. Dies schränkt die Beweglichkeit der Gelenke ein und kann zu Schmerzen und Funktionseinschränkungen führen. Die Patienten haben oft eine gebückte Haltung mit leicht gebeugten Knien.
Behandlung von Kontrakturen
Die Behandlung von Kontrakturen bei Parkinson zielt darauf ab, die Beweglichkeit der Gelenke zu verbessern, Schmerzen zu lindern und die Funktion zu erhalten. Es gibt verschiedene Behandlungsmöglichkeiten:
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- Physiotherapie (Bewegungstherapie): Die Physiotherapie ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Behandlung des Parkinson-Syndroms. Die Therapie fördert die Beweglichkeit, Körperstabilität und Reaktionsfähigkeit. Sie kann daneben bei Patienten im fortgeschrittenen Stadium einer Versteifung von Gelenken (Kontraktur) vorbeugen. Gemeinsam mit dem Physiotherapeuten erstellen wir ein Programm aus Gymnastikübungen. Der Bewohner soll täglich trainieren. Gruppengymnastik teilnehmen.
- Medikamentöse Therapie: Medikamente, die den Dopaminmangel im Gehirn ausgleichen sollen, können die Muskelsteifigkeit reduzieren und die Beweglichkeit verbessern. In diesem Beispiel für Parkinson Syndrom. Levodopa ist das wirksamste Medikament für die Behandlung des echten Parkinson-Syndroms. Der Körper nimmt L-Dopa in die Nervenzellen auf und stellt daraus Dopamin her. Dopamin selbst kann nicht als Medikament gegeben werden, da es die so genannte Blut-Hirnschranke nicht überwindet. Das bedeutet, dass der Wirkstoff zwar in die Blutgefäße des Gehirns gelangt, nicht aber den letzten Schritt ins Nervengewebe vollziehen kann. Dies wird durch eine spezielle Barriere verhindert, die das Gehirn vor Schadstoffen schützen soll. L-Dopa wird gewöhnlich mit Carbidopa kombiniert. Carbidopa verhindert, dass L-Dopa bereits in Dopamin umgewandelt wird, bevor es das Gehirn erreicht hat. Die Mehrzahl der Patienten erfährt im Frühstadium der Erkrankung eine deutliche Verbesserung ihrer Symptome nach einmonatiger Therapie mit ca. 300 mg L-Dopa am Tag. L-Dopa kann so genannte Dyskinesien hervorrufen. Es handelt sich um unwillkürliche Zuckungen und ruckartige Bewegungen, die der Patient nicht verhindern kann. Häufigkeit und Schwere nehmen unter fortdauernder Behandlung mit L-Dopa meist weiter zu. Aufgrund dieser Nebenwirkung wird L-Dopa bei Patienten unter 70 Jahren in der Regel erst später im Erkrankungsverlauf eingesetzt und zuvor eine Therapie mit einem sogenannten Dopamin-Agonisten empfohlen. Alternativ zur L-Dopa-Therapie werden häufig sog. Dopamin-Agonisten verordnet. Diese Moleküle sind dem Dopamin chemisch sehr ähnlich und wirken im Körper wie der natürliche Botenstoff oder auf parallele Rezeptoren. Dopamin-Agonisten sind schwächer wirksam als L-Dopa. Heute werden Dopamin-Agonisten zu Beginn der Behandlung als alleiniges Mittel (Mono-Therapie) bei jüngeren Patienten verabreicht. Auch wenn Dopamin-Agonisten dem L-Dopa ähnlich sind, haben sie doch vom L-Dopa verschiedene Nebenwirkungen. Diese sind von Dopamin-Agonist zu Dopamin-Agonist verschieden.
- Dehnübungen: Regelmäßige Dehnübungen können helfen, die Muskeln und Sehnen zu dehnen und die Beweglichkeit der Gelenke zu verbessern.
- Schienen: In einigen Fällen können Schienen eingesetzt werden, um die Gelenke in einer bestimmten Position zu halten und die Entwicklung von Kontrakturen zu verhindern.
- Wärme- und Kälteanwendungen: Wärme kann helfen, die Muskeln zu entspannen, während Kälte Entzündungen reduzieren kann.
- Operation: In schweren Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um die verkürzten Muskeln und Sehnen zu verlängern und die Beweglichkeit der Gelenke wiederherzustellen.
Alltagstipps für Parkinson-Patienten
Neben den oben genannten Behandlungsmöglichkeiten gibt es auch einige Alltagstipps, die Parkinson-Patienten helfen können, mit Kontrakturen umzugehen:
- Aktiv bleiben: Regelmäßige Bewegung ist wichtig, um die Muskeln und Gelenke beweglich zu halten. Versuchen Sie einen normalen Tagesablauf zu behalten und führen Sie Ihre täglichen Aktivitäten weiterhin so selbstständig wie möglich durch. Bewegung jeder Art, möglichst täglich, hält Ihre Muskeln und Ihr Herz aktiv. Spaziergänge, Joggen, Schwimmen, Gymnastik, Nordic Walking u.a.
- Ergotherapie: Ein Ergotherapeut kann Ihnen helfen, Strategien zu entwickeln, um alltägliche Aufgaben trotz Ihrer Bewegungseinschränkungen zu bewältigen.
- Hilfsmittel: Es gibt verschiedene Hilfsmittel, die Ihnen helfen können, Ihre Selbstständigkeit zu erhalten, z. B. Spezialbesteck, Anziehhilfen oder Haltegriffe im Badezimmer.
- Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, Muskelverspannungen zu reduzieren. Wir vermitteln dem Bewohner Entspannungstechniken. Er kann damit einer steigenden Unruhe selbst entgegenwirken.
- Unterstützung suchen: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Therapeuten oder einer Selbsthilfegruppe über Ihre Probleme und Herausforderungen. Sie sind nicht allein! Parkinson ist keine seltene Erkrankung, es gibt viele Menschen in Ihrer Nähe, die mit der gleichen Diagnose konfrontiert sind. Wenden Sie sich an Selbsthilfegruppen. Institutionen, die sich des Themas professionell annehmen, können ebenfalls Hilfestellung geben. Die Parkinson-Vereinigung gibt beispielsweise einen kostenfreien Hilfsmittel-Katalog heraus.
Pflege bei Parkinson
Die Pflege von Parkinson-Patienten erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Fachwissen. Es ist wichtig, die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Bewohners / Patienten anzupassen. Die Pflegekraft sollte die Symptome und Einschränkungen des Bewohners genau beobachten und die Pflege entsprechend anpassen.
Mobilität
- Ursachen für die Mobilitätseinschränkungen werden erkannt und soweit möglich beseitigt.
- Wir regen die Beschaffung eines Tabletcomputers an. Sofern eine gute Vertrauensbasis vorhanden ist, kann die Pflegekraft kurze Briefe u. Ä. selbstständig etwas niederzuschreiben.
- Wir setzen den Bewohner bei den Übungen nicht unter Zeitdruck.
- Die Leistungsfähigkeit des Bewohners im Tagesverlauf schwankt. Wir die Übungen.
- Wir vermitteln dem Bewohner Entspannungstechniken. Er kann damit einer steigenden Unruhe selbst entgegenwirken.
- Der Bewohner erhält Krankengymnastik. Maßnahme allein reicht aber nicht aus.
Atmung
- Der Bewohner atmet sehr flach aufgrund der Akinese und des Rigors.
- Der Bewohner soll Atemübungen täglich durchführen.
- Ggf. soll der Bewohner singen.
Ernährung
- Der Bewohner isst und kaut zu langsam. Speisen bleiben dadurch länger in der Mundhöhle. wir eine sorgfältige Zahn- und Mundpflege durchzuführen. Ggf. wir ihn dabei. Die Zahnsubstanz bleibt möglichst lange erhalten.
- Der Bewohner verschluckt sich häufig. Bissen zu sich zu nehmen und sorgfältig zu kauen. Falls notwendig bieten wir dem Bewohner seine Mahlzeiten als mundgerecht zugeschnittene Happen an. Härteres Gebäck kann in Kaffee oder in Tee eingetaucht werden. nur kleine Schlucke zu sich zu nehmen. Wir achten auf die Konsistenz der Nahrung. Der Bewohner verschluckt sich nicht.
- Der Bewohner trinkt zu wenig. zu einer Intensivierung der Symptomatik. Ggf. führen wir eine Ein- und Ausfuhrbilanz. Der Bewohner soll ggf. auf das Rauchen und auf scharfe Gerichte verzichten. Ggf.
Medikamente
- Die Medikamente, die der Bewohner regelmäßig eingenommen werden sollen, werden angepasst. oder nach den Mahlzeiten eingenommen. über den Tag verteilt. Minuten nach einer eiweißreichen Mahlzeit appliziert werden. Bewohner nachts weniger einschränkt. Wir raten dem Bewohner dringend dazu, den Alkoholkonsum einzustellen.
Inkontinenz
- Der Bewohner kann seine Blase auch in der Nacht entleeren. Ggf. Wir nutzen natürliche Abführmittel nach Absprache mit dem Arzt. Laxanzien eingesetzt. sind nicht auszuschließen.
- Der Bewohner ist inkontinent. Wir nutzen eine Toilettensitzerhöhung.
Kleidung
- Die Knöpfe werden auf den Knopflöchern angenäht. ausgestattet sein, da Schnürsenkel den Bewohner überfordern. Wir stellen einen großen Spiegel so auf, dass sich der Bewohner beim Anziehen selbst betrachten kann.
- Im Winter erkältet sich der Bewohner schnell. Kleidung.
Sitzen und Liegen
- Armlehnen nutzen. Das Sitzpolster sollte vergleichsweise hart sein. Ggf. schrägen wir die Sitzfläche an, indem wir ein Keilkissen auflegen. aus einem Stuhl an. Er soll die Arme auf den Seitenlehnen ablegen. unter der Sitzfläche. Der Bewohner kann sitzen und sich entspannen.
- Das Bett des Bewohners ist weich und breit. Er kann sich dort nur unter erheblichen Anstrengungen drehen und aufrichten. zur Verfügung. Bettwäsche verwenden. der Bewohner liegt, nicht zu weich ist. einsinken, da dieses die Beweglichkeit einschränkt. Bei Schweißausbrüchen in der Nacht werden die Nachtwäsche und ggf. zu nutzen.
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