Kontrakturen sind ein häufiges und oft schmerzhaftes Problem bei Menschen mit Alzheimer und anderen Demenzformen. Sie entstehen durch die Verkürzung und Versteifung von Muskeln, Sehnen, Bändern und Gelenkkapseln, was zu einer eingeschränkten Beweglichkeit und Funktion der betroffenen Gelenke führt. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Präventionsmaßnahmen und Therapiemöglichkeiten von Kontrakturen bei Alzheimer-Patienten, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Einführung in die Kontrakturenproblematik
Eine Kontraktur bezeichnet die dauerhafte Verkürzung von Muskeln, Sehnen, Bändern und Faszien, die zu einer Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit führt. Im schlimmsten Fall kann ein Gelenk vollständig versteifen und nicht mehr bewegt werden. Kontrakturen verursachen oft Schmerzen und beeinträchtigen die Selbstständigkeit der Betroffenen erheblich. Besonders gefährdet sind ältere und pflegebedürftige Menschen, insbesondere solche mit Demenz.
Was ist eine Kontraktur? Definition und Ursachen
Eine Kontraktur ist eine Gelenkversteifung, die durch die dauerhafte Verkürzung von Muskeln, Sehnen, Bändern und Gelenkkapseln entsteht. Diese Verkürzungen führen zu einer eingeschränkten Beweglichkeit und im schlimmsten Fall zur völligen Unbeweglichkeit des betroffenen Gelenks.
Die Hauptursache für Kontrakturen ist mangelnde oder fehlende Bewegung. Werden Muskeln und Sehnen nicht regelmäßig gedehnt, verkürzen sie sich. Dies kann durch Immobilität, falsche Lagerung, neurologische Erkrankungen oder Schmerzen verursacht werden.
Risikofaktoren und Ursachen im Detail
- Bewegungsmangel: Inaktivität führt dazu, dass Muskeln, Sehnen und Bänder sich verkürzen, da sie nicht ausreichend gedehnt werden.
- Falsche Lagerung: Besonders bei bettlägerigen Patienten kann eine falsche Lagerung, vor allem die sogenannte Spitzfußstellung, zu Kontrakturen führen. Sehnen und Bänder des Fußes verkürzen sich dadurch.
- Immobilität: Bewegungseinschränkungen durch Unfälle oder Krankheiten, wie beispielsweise Gelenkerkrankungen oder Schlaganfälle, erhöhen das Risiko für Kontrakturen.
- Schonhaltungen: Chronische Schmerzen führen oft zu Schonhaltungen, die eine Mangelbewegung und somit Kontrakturen begünstigen.
- Medikamente: Müdigkeit und Depressionen, die als Nebenwirkungen von Medikamenten auftreten können, reduzieren die Bewegung und erhöhen das Kontrakturenrisiko.
- Neurologische Erkrankungen: Erkrankungen des Nervensystems, wie Multiple Sklerose oder Schlaganfall, können zu spastischen Lähmungen und somit zu Kontrakturen führen.
- Verbrennungen und Verätzungen: Schwere Verbrennungen in Gelenknähe können zu Narbenbildung und Defektheilung führen, was Kontrakturen zur Folge haben kann.
- Psychogene Ursachen: Psychische Erkrankungen wie Demenz können ebenfalls zu Kontrakturen führen.
Spezielle Betrachtung: Kontrakturen bei Demenz
Kontrakturen sind ein großes Problem bei vielen Menschen mit Demenz. Demenz ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung des Gehirns, die meist ältere Menschen betrifft und die Erinnerungsfähigkeit, Denkprozesse und schließlich auch die Motorik stark beeinträchtigen kann. Die Erkrankung führt oft zu Immobilität, da die Betroffenen Schwierigkeiten haben, ihre Bewegungen bewusst zu kontrollieren und auszuführen. Eine der Konsequenzen dieser Bewegungseinschränkung ist der Bewegungsverlust in den Gelenken, insbesondere in den Händen und Fingern.
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Das Fehlen von regelmäßiger Bewegung führt dazu, dass die Muskeln, Sehnen und Bänder verkürzen, was letztlich zu Kontrakturen führen kann. Besonders die Finger sind oft betroffen, da sie durch die geschlossene Haltung der Hände zunehmend versteifen.
Formen von Kontrakturen
Kontrakturen werden nach verschiedenen Kriterien eingeteilt:
Einteilung nach der Schädigung
- Arthrogene Kontrakturen: Entstehen durch fehlende Bewegung.
- Neurogene Kontrakturen: Werden durch ein erkranktes Nervensystem verursacht.
- Tendomyogene / fasziogene Kontrakturen: Entstehen durch Entwicklungsstörungen, Verletzungen oder Entzündungen an Knochen und Gelenken.
- Dermatogene Kontrakturen: Werden durch großflächige Narben verursacht.
- Psychogene Kontrakturen: Entstehen durch Krankheiten wie Demenz.
Einteilung nach der Gelenkfehlstellung
- Beugekontraktur: Sehnen, Bänder, Muskeln und Faszien an der Gelenkinnenseite sind verkürzt. Das betroffene Körperteil bleibt gebeugt und kann nicht ausgestreckt werden.
- Adduktionskontraktur: Das betroffene Körperteil kann nicht mehr vom Körper abgespreizt werden.
- Abduktionskontraktur: Das betroffene Körperteil ist abgespreizt und kann nicht am Körper anliegen.
- Streckkontraktur: Sehnen, Bänder, Muskeln und Faszien an der Gelenkaußenseite sind verkürzt. Das betroffene Körperteil bleibt gestreckt und kann nicht gebeugt werden.
- Spitzfußkontraktur: Das Anziehen des Fußes ist nicht mehr möglich, der Fuß wird nach vorne ausgestreckt.
Ziele und pflegerische Maßnahmen zur Kontrakturenprophylaxe
Die Prophylaxe einer Kontraktur bedeutet die Ergreifung aller Maßnahmen, die notwendig sind, um eine Kontraktur zu vermeiden. Das Hauptziel der Kontrakturenprophylaxe ist die Erhaltung und Förderung der Beweglichkeit der Gelenke, um die Selbstständigkeit und Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Dies wird durch verschiedene Bewegungsübungen zur Kontrakturenprophylaxe erreicht.
Maßnahmen der Kontrakturenprophylaxe
Um Kontrakturen vorzubeugen, müssen Risikofaktoren erkannt werden. Eine genaue Patientenbeobachtung ist also Voraussetzung, um Bewegungseinschränkungen in Bewegungsabläufen und Gelenkfehlstellungen rechtzeitig zu registrieren. Sind Schonhaltungen der Grund für eine drohende Kontraktur, sollte die Schmerztherapie dementsprechend angepasst werden, um Schmerzen zu vermeiden oder zu verringern. Nach akut auftretenden Störungen der Bewegung, beispielsweise nach einer Operation oder einer Krankheit, ist eine schnelle Erstmobilisation wichtig. Diese soll die Mobilisation fördern, erhalten oder gar wiederherstellen. Dabei werden gezielte Übungen durchgeführt oder betroffene Gelenke und Körperteile massiert.
Sind Eigenbewegungen möglich, sollten Betroffene diese auch zu einem festen Bestandteil ihres Alltags machen: Spaziergänge und leichte Übungen, aber auch die Förderung von Ressourcen durch das eigenständige Halten eines Trinkbechers können hier hilfreich sein.
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Die Kontrakturenprophylaxe bei Bettlägerigen konzentriert sich zudem vermehrt auf die Spitzfußprophylaxe. Spitzfüße können durch eine korrekte Lagerung verhindert werden, es gibt aber auch spezielles knöchelhohes Schuhwerk, um die Füße anzuziehen.
Werden die Arme und Hände gelagert, ist zu beachten, dass die Hände niemals mit gestreckten Fingern aufliegen. Sie sollten, beispielsweise mit der Hilfe eines kleinen, zusammengerollten Tuches in der Handinnenfläche, leicht gebeugt bleiben.
Sofern es möglich ist, sollten bewegungseingeschränkte und bewegungsunfähige Patienten auf einem Stuhl oder in einem Rollstuhl sitzen. Es gibt zahlreiche verschiedene Modelle, die so Kontrakturen vorbeugen können.
Konkrete Maßnahmen zur Kontrakturenprophylaxe
- Risikobeurteilung: Identifizierung von Risikofaktoren und Beobachtung von Bewegungseinschränkungen und Gelenkfehlstellungen.
- Schmerzmanagement: Anpassung der Schmerztherapie, um Schonhaltungen zu vermeiden.
- Frühmobilisation: Schnelle Mobilisation nach Operationen oder Krankheiten, um die Beweglichkeit zu erhalten oder wiederherzustellen.
- Bewegungsübungen: Durchführung gezielter Übungen zur Förderung der Mobilität und Erhaltung der Gelenkfunktion.
- Förderung der Eigenbewegung: Ermutigung zu Spaziergängen, leichten Übungen und aktiver Teilnahme an Alltagsaktivitäten.
- Lagerung: Korrekte Lagerung, insbesondere bei bettlägerigen Patienten, um Spitzfüßen vorzubeugen.
- Hilfsmittel: Einsatz von Hilfsmitteln wie knöchelhohen Schuhen, Handrollen oder Fingerseparatoren.
- Ortswechsel: Regelmäßiges Umsetzen der Patienten in einen Stuhl oder Rollstuhl, um die Gelenke zu entlasten und die Durchblutung zu fördern.
Kontrakturenprophylaxe: Übungen gegen Kontrakturen
Die Kontrakturenprophylaxe kann nicht nur passiv durch eine pflegende Person durchgeführt werden, sondern ist im Rahmen der eigenen Möglichkeiten auch selbstständig und aktiv möglich. Wichtig ist, dass Sie dabei niemals über eigene Fähigkeiten und Schmerzgrenzen hinausgehen. Einfache und geeignete Übungen gegen Kontrakturen für jedermann sind beispielsweise:
Kopf
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- a) Nach links und rechts rotieren, nach vorn ausrichten und nach oben und unten schauen.
Oberkörper und Arme
- a) Oberkörper gerade aufrichten und sich strecken. Nach links und rechts neigen und rotieren und den gesamten Oberkörper nach hinten und vorn beugen.
- b) Die Arme beugen und streuen, rotieren, zur Seite abspreizen und wieder an den Körper holen. Aktiv die Hand-, Ellbogen- und Schultergelenke einbeziehen.
- c) Finger spreizen und Faust bilden, anspannen und entspannen.
Unterkörper und Beine
- a) Die Füße abwechselnd kreisen lassen, immer wieder beugen und dann wieder strecken. Bewegungen nach außen und nach innen zulassen.
- b) Das linke Bein aufstellen, anheben und ausstrecken. Nach außen und innen rotieren, zur Seite abspreizen und schließlich nach innen bewegen. Die Übung wird danach mit dem anderen Bein wiederholt.
Diese Übungen können im Liegen, aber auch im Sitzen durchgeführt werden. Sie eigen sich für jedermann und sind einfach durchführbar, ohne Equipment zu benötigen.
Hilfsmittel zur Kontrakturprophylaxe
Zur Vorbeugung und Behandlung von Fingerkontrakturen gibt es verschiedene Hilfsmittel, die helfen können, die Finger in einer entspannten Position zu halten und sanft zu mobilisieren:
- Fingerseparatoren aus Schaumstoff oder Gel: Diese Hilfsmittel werden zwischen die Finger gelegt, um die Finger voneinander zu trennen und eine natürliche Fingerstellung zu fördern. Sie verhindern Reibung und beugen Druckstellen vor.
- Handrollen: Handrollen werden in die Handfläche gelegt, um die Finger in einer leicht geöffneten Position zu halten und so einer Versteifung vorzubeugen.
- Spezielle Handschuhe: Es gibt auch Handschuhe, die Polsterungen zwischen den Fingern haben, um die Fingerstellung zu optimieren und die Haut zu schützen.
Kuscheltiere als Hilfsmittel: Eine innovative Idee
Eine innovative Idee zur Kontrakturprophylaxe bei Menschen mit Demenz ist der Einsatz von Kuscheltieren. Die weichen Tentakeln von Oktopussen oder die Krebsscheren von Krebsen können sanft zwischen die Finger gelegt werden, um die Fingerbeweglichkeit zu fördern und die Kontrakturprophylaxe zu unterstützen.
Im Vergleich zu klassischen Fingerseparatoren bieten die weichen Tentakeln eine besonders angenehme Haptik. Sie trennen die Finger sanft, verhindern Reibung und Druckstellen und fördern gleichzeitig eine leichte Dehnung der Finger. So wird die Beweglichkeit erhalten und das Risiko einer Versteifung reduziert - ganz ohne unangenehmen Druck oder starre Strukturen.
Darüber hinaus haben Kuscheltiere einen weiteren wichtigen Vorteil: Sie sind emotional ansprechend. Ein niedlicher Oktopus, der auf der Hand ruht, oder der lustige Krebs Pablo, der gerne kuschelt statt zu zwicken, schenken Freude und Vertrauen. Sie sind nicht nur Hilfsmittel, sondern auch treue Begleiter, die emotionale Stärkung bieten und das Gefühl von Einsamkeit lindern können.
Kontrakturenprophylaxe in Pflegeeinrichtungen
Bei Patienten oder Bewohnern einer Pflegeeinrichtung, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, treten Kontrakturen häufig auf. Die Frage nach der richtigen Kontrakturenprophylaxe ist also ständiger Begleiter des pflegenden Personals.
Maßnahmen für Pflegeeinrichtungen
- Schulung des Personals: Die Leitung einer Pflegeeinrichtung muss sicherstellen, dass die Aufgaben der Kontrakturenprophylaxe dem beschäftigten Pflegepersonal bekannt sind, denn die Kontrakturenprophylaxe wird in der MDK-Prüfung abgefragt.
- Anleitung und Kontrolle: Für eine erfolgreiche Durchführung der Maßnahmen ist es wichtig, dass die Pflegekraft die Übungen gut und ruhig erklärt und schließlich anleitet, kontrolliert und notfalls korrigiert.
- Einbindung von Physiotherapeuten: Pflegekräfte sollten immer einen Physiotherapeuten einbinden und die Maßnahmen der Kontrakturenprophylaxe mit anderen Maßnahmen verbinden.
- Angenehme Atmosphäre: Unterstützend wirkt eine angenehme Atmosphäre. So ist es für den Patienten/Bewohner z. B. leichter, sich auf die Übungen einzulassen.
- Dokumentation: Um einen Nachweis für die Durchführung der Kontrakturenprophylaxe in der Hand zu haben, muss das Pflegepersonal die Bewegungsübungen anhand der Pflegedokumentation belegen. Diese wird auch der MDK bei seiner Prüfung heranziehen.
Expertenstandards und Leitlinien zur Kontrakturenprophylaxe
Expertenstandards werden entwickelt, um die Qualität im Pflegesegment zu erhöhen. Mit vordefinierten Zielen und Maßnahmen können Expertenstandards die ambulante und stationäre Versorgung von Pflegebedürftigen optimieren. Die Kontrakturenprophylaxe hat keinen eigenen Expertenstandard, ist allerdings in den Expertenstandard „Erhaltung und Förderung der Mobilität“ eingebettet. Das oberste Ziel hierbei ist die Mobilität von Patienten zu erhalten und zu fördern.
Schritte zur Mobilitätserhaltung und -förderung
- Mobilität einschätzen
- Maßnahmen planen
- Beratung
- Angebote
- Evaluation
Weitere relevante Leitlinien
- S3-Leitlinie „Demenzen“: Bietet umfassende evidenzbasierte Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie von Demenzerkrankungen.
- Expertenstandard „Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz“: Fördert Akzeptanz, Vertrauen und Respekt in der Beziehungsgestaltung.
- Leitlinie zur Vermeidung von freiheitseinschränkenden Maßnahmen (FEM) in der beruflichen Altenpflege: Fokussiert sich auf verschiedene Interventionen und deren Wirksamkeit.
- Leitlinie zur „Einwilligung von Menschen mit Demenz in medizinische Maßnahmen“: Zielt darauf ab, die Handlungsfähigkeit und Selbstbestimmung von Demenzkranken in medizinischen Entscheidungssituationen zu sichern.
Die Rolle der Angehörigen in der Kontrakturenprophylaxe
Auch als pflegender Angehöriger können Sie eine wichtige Rolle bei der Kontrakturenprophylaxe spielen. Durch Ihre Nähe zu Ihrem Familienmitglied können Sie Risikofaktoren frühzeitig erkennen und Maßnahmen zur Förderung der Beweglichkeit unterstützen.
Tipps für pflegende Angehörige
- Achten Sie auf Risikofaktoren: Achten Sie auf Anzeichen von Bewegungsmangel, Schonhaltungen, Lähmungen oder Schmerzen bei Ihrem Angehörigen.
- Sprechen Sie mit dem Arzt: Der behandelnde Hausarzt hat einen guten Überblick über den Gesundheitszustand Ihres Angehörigen und kann Ihnen bei der Kontrakturprophylaxe helfen.
- Animieren Sie zu Bewegung: Wo immer es geht, sollten Sie Ihren Angehörigen zu Bewegung animieren. Regelmäßige Spaziergänge, Teilnahme an Alltagsaktivitäten und gezielte Übungen können helfen, die Gelenke in Schwung zu bringen.
- Integrieren Sie Übungen in den Alltag: Binden Sie gezielte Übungen in den Pflegealltag ein. Vor allem Menschen, die viel Zeit im Bett verbringen, freuen sich über die zusätzliche Aufmerksamkeit und ein kleines Stück Bewegungsfreiraum.
- Schaffen Sie eine angenehme Atmosphäre: Die Kontrakturprophylaxe muss keine notwendige Pflegeaufgabe sein, die es abzuhaken gilt. Wie wäre es, wenn Sie daraus eine Routine machen, die zum Wohlbefinden Ihres Familienmitglieds beiträgt?
Wann sollten Sie eine Pause einlegen?
Es gibt Tage, an denen sollten Sie aus Sicherheitsgründen lieber auf die Übungen zur Kontrakturprophylaxe verzichten. Hat Ihr Angehöriger ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl, beispielsweise ausgelöst durch Infekte oder einen Fibromyalgieschub, können Sie mit ruhigen Gewissen eine Pause einlegen. Außerdem sollten Sie vorsichtig sein, wenn die Gelenke Ihres Angehörigen Entzündungsanzeichen aufweisen - hierzu gehören Rötung, Schwellung, Überwärmung oder Schmerzen. Besitzt Ihr Angehöriger Lähmungen, womöglich hervorgerufen durch einen Schlaganfall, bieten sich andere Behandlungskonzepte vielleicht besser an.
Zusammenfassung
Kontrakturen sind eine häufige und oft schmerzhafte Komplikation bei Menschen mit Alzheimer und anderen Demenzformen. Durch die Verkürzung und Versteifung von Muskeln, Sehnen und Bändern kommt es zu einer eingeschränkten Beweglichkeit und Funktion der betroffenen Gelenke.
Die Kontrakturenprophylaxe ist daher ein wichtiger Bestandteil der Pflege von Menschen mit Demenz. Durch gezielte Maßnahmen wie Bewegungsübungen, korrekte Lagerung, Einsatz von Hilfsmitteln und Förderung der Eigenbewegung kann das Risiko für Kontrakturen reduziert und die Lebensqualität der Betroffenen verbessert werden.
Die Zusammenarbeit von Pflegekräften, Physiotherapeuten, Ärzten und Angehörigen ist entscheidend, um eine effektive Kontrakturenprophylaxe zu gewährleisten. Innovative Ideen wie der Einsatz von Kuscheltieren können die Akzeptanz der Maßnahmen erhöhen und die emotionale Stabilität der Patienten fördern.
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