Neurologie im Jüdischen Krankenhaus Berlin: Umfassende Versorgung und spezialisierte Behandlungen

Die Klinik für Neurologie im Jüdischen Krankenhaus Berlin bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen für Patient:innen mit neurologischen Erkrankungen. Dabei wird Wert auf eine individuelle und umfassende Betreuung gelegt, die sowohl stationäre als auch ambulante Angebote umfasst.

Ambulante und Stationäre Versorgung

Patient:innen, die von ihrem Haus- oder Facharzt/ ihrer Haus- oder Fachärztin an die Klinik überwiesen werden, können häufig zuerst in einer Beratung die weiteren Schritte ihrer Behandlung mit dem spezialisierten Arzt/ der spezialisierten Ärztin besprechen. Auch die Nachsorge nach einem Aufenthalt in der Klinik kann oft ambulant erfolgen.

Die Terminvereinbarung erfolgt über das Sekretariat der Neurologie. Es werden verschiedene Spezialsprechstunden angeboten:

  • Privat-Sprechstunde - Chefarzt PD Dr. med. G. J. Jungehülsing
  • Ambulante Sprechstunde für Multiple Sklerose (Spezialambulanz nach § 116 b) und Beratung bei chronisch entzündlichen Polyneuropathien - Prof. Dr. med. J. Haas, Oberärztin Dr. med. J. Klehmet
  • Beratung und Schlaflabor zur Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen bei neurologischen Erkrankungen - Oberarzt Dr. med. D.

Akutvorstellung ist täglich von 8:00 - 12:00 Uhr (nur nach vorheriger Anmeldung) möglich.

Schwerpunkte der Klinik für Neurologie

Die Klinik behandelt ein breites Spektrum neurologischer Erkrankungen. Zu den Schwerpunkten gehören:

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  • Multiple Sklerose und andere entzündliche Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems (Polyneuritiden)
  • Hirninfarkt, Hirnblutungen, TIA und Folgeerkrankungen nach Schlaganfall
  • Epilepsie und andere Anfallserkrankungen
  • Schwindel, Gleichgewichts- und Gangstörungen
  • Bewegungsstörungen (Parkinson-Krankheit, Tremor, Dystonie)
  • Gedächtnisstörungen und Demenz
  • Neurologische Schlafstörungen
  • Erkrankungen des peripheren Nervensystems und der Muskulatur
  • Schluckstörungen
  • Bandscheibenbedingte Nervenwurzelläsionen und Schmerzsyndrome
  • Krebserkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks
  • Botulinumtoxin-Therapie

Parkinson-Komplexbehandlung

Die Klinik für Neurologie bietet Patient:innen mit Parkinson-Erkrankung ein umfangreiches, personalisiertes und multimodales Behandlungskonzept an. Ziel der Parkinson-Komplexbehandlung ist es, sowohl die motorischen als auch die nichtmotorischen Symptome, wie gastroenterologische, sensorische, autonome oder Schlafstörungen sowie neuropsychiatrische Symptome zu lindern. So kann die Lebensqualität der Patient:innen verbessert und ihre Angehörigen entlastet werden. In Zusammenarbeit mit dem Sozialdienst können Betroffene und Angehörige Hilfe erhalten, um die häusliche oder institutionelle Versorgung zu verbessern.

Das Behandlungskonzept umfasst eine stationäre, multimodale Komplexbehandlung, die auf mindestens 14 Tage ausgelegt ist und ein speziell auf die Bedürfnisse von Parkinsonpatient:innen ausgerichtetes Therapieangebot umfasst. Die Therapie der Parkinson-Syndrome basiert auf drei Säulen:

  1. Medikamentöse Therapie: Im Rahmen der täglichen Visiten und Teambesprechungen werden die häufig in Kombination eingenommenen Parkinsonmedikamente optimiert und zu Eskalationsoptionen im Sinne von Pumpentherapien (Apomorphin-Pen, kontinuierlichen subkutanen Apomorphin-Applikationen oder einer PEJ-Sonde zur L-Dopa-Infusionsbehandlung) oder für eine Evaluation für eine Tiefe Hirnstimulation beraten.
  2. Physio- und Ergotherapie, Logopädie, neuropsychologische Betreuung und andere therapeutische Ansätze: Alltagskompetenzen, Gangsicherheit, Feinmotorik, Kommunikation, Schlucksicherheit und Schlucktraining können mit diesen nichtmedikamentösen Methoden trainiert und verbessert werden. Der Umgang mit Hilfsmitteln wird ebenfalls intensiviert geübt.
  3. Sozialmedizinische Betreuung: Beratung soll helfen, die Autonomie der Patient:innen zu erhalten.

Multiple Sklerose (MS)

Die Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste entzündliche Erkrankung des Nervensystems junger Erwachsener in den westlichen Industrieländern. Nach aktuellen Schätzungen beträgt die Häufigkeit des Auftretens ca. 1:10 000. Die Erkrankung gilt als eine Autoimmunerkrankung, bei der sich wichtige Bestandteile des Immunsystems aktiv gegen das Myelin, die sogenannte „Isolierschicht“ des Zentralen Nervensystems, richten. Die Diagnose der MS kann in einem frühen Stadium durch gründliche Untersuchungen gestellt werden. In den vergangenen 20 Jahren sind eine Vielzahl von neuen wirksamen Medikamenten entwickelt und zur Zulassung gebracht worden, so dass sich die therapeutischen Möglichkeiten um ein Vielfaches verbessert haben. Dabei kann ein frühzeitiger Therapiebeginn das Fortschreiten der Erkrankung und das Auftreten von Behinderungen verzögern. Ärztliche Leiterin ist PD Dr. med.

Neurologische Frührehabilitation Phase B

In der Neurologischen Frührehabilitation der Phase B werden Patient:innen mit akuten schweren Schädigungen des zentralen und peripheren Nervensystems behandelt. Die Rehabilitation sollte möglichst früh nach Abschluss der akuten zellulären Veränderungen im Rahmen der Hirnschädigung beginnen. Insbesondere für Schlaganfallpatient:innen ist der Effekt einer frühen, intensiven Therapie in wissenschaftlichen Studien bestätigt. In der Neurologischen Frührehabilitation Phase B am Jüdischen Krankenhaus Berlin werden Patient:innen direkt nach der Akutbehandlung oder nach Überweisung aus einer anderen Akutklinik von einem multiprofessionellen Team bestehend aus spezialisierten Fachärzt:innen, Pflegekräften sowie medizinischem Fachpersonal wie Ergo- und Psychotherapeut:innen, Psycholog:innen, Logopäd:innen und Physiotherapeut:innen, medizinisch-technischem Personal und Mitarbeitende des Sozialdienstes bis zum Ende der Phase B intensiv betreut. Chefarzt PD Dr. med.

Das Team

Herr PD Dr. Jungehülsing ist seit 2013 Chefarzt der Klinik für Neurologie am Jüdischen Krankenhaus Berlin. Nach dem Studium in Kiel, Berlin, London und New York und der Promotion zum Dr. med. 1997 absolvierte er seine Ausbildung zum Facharzt für Neurologie von 1998 bis 2006 an der Charité Universitätsmedizin Berlin. Dort war er von 2007 bis 2013 am Campus Benjamin Franklin als Oberarzt tätig, bevor er dann im März 2013 ans Jüdische Krankenhaus wechselte. Er besitzt die Zusatzweiterbildungen Neurologische Intensivmedizin und Geriatrie.

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In die Behandlung neurologischer Erkrankungen sind neben dem Ärztlichem Personal und Pflegekräften der Klinik besonders qualifizierte Ergotherapeut:innen, Logopäd:innen und Physiotherapeut:innen eng eingebunden. Die Mitarbeiter:innen des Sozialdienstes begleiten den Übergang unserer Patient:innen von der Klinik zurück in den Alltag.

Diagnostik

Zur optimalen Diagnostik stehen ein großer elektrophysiologischer Funktionsbereich und das Neurosonologische Labor zur Verfügung.

Kritik und Verbesserungspotential

Trotz der umfassenden Angebote und des Engagements des Personals gibt es auch Kritikpunkte, die in Erfahrungsberichten von Patient:innen geäußert werden. Diese betreffen unter anderem:

  • Wartezeiten: Lange Wartezeiten bei der Anmeldung und in den Sprechstunden werden häufig bemängelt.
  • Kommunikation: Die Kommunikation zwischen Ärzten, Pflegepersonal und Patient:innen wird teilweise als unzureichend empfunden. Es wird kritisiert, dass Ergebnisse von Untersuchungen nur auf Nachfrage mitgeteilt werden und dass wechselnde Ärzte im MS Zentrum die Kontinuität der Betreuung erschweren.
  • Hygiene: Mängel in der Hygiene, insbesondere in den Patientenzimmern und Sanitäranlagen, werden vereinzelt genannt.
  • Ausstattung: Die Ausstattung der Zimmer, insbesondere das Fehlen von Toiletten und Duschen im Zimmer, wird als nicht mehr zeitgemäß kritisiert.
  • Organisation: Mangelnde Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Bereichen der Klinik und Schwierigkeiten bei der Organisation von Behandlungen werden beklagt.

Es ist wichtig anzumerken, dass es sich hierbei um einzelne Erfahrungsberichte handelt und nicht alle Patient:innen diese Erfahrungen teilen. Dennoch sollten diese Kritikpunkte ernst genommen werden, um die Qualität der Versorgung im Jüdischen Krankenhaus Berlin kontinuierlich zu verbessern.

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