Halsentzündung und das Risiko einer Gehirninfektion: Ursachen, Symptome und Prävention

Einführung

Eine Halsentzündung ist eine häufige Erkrankung, die in der Regel harmlos verläuft. In seltenen Fällen kann sie jedoch zu schwerwiegenden Komplikationen führen, darunter auch Gehirninfektionen. Dieser Artikel beleuchtet die Risiken, Ursachen, Symptome und Präventionsmaßnahmen im Zusammenhang mit Halsentzündungen und potenziellen Gehirninfektionen.

Ursachen und Risikofaktoren

Virusinfektionen

Die häufigste Ursache einer Enzephalitis (Gehirnentzündung) sind Viren. Verschiedene Viren können eine Enzephalitis auslösen, darunter:

  • Herpes-simplex-Viren: Diese Viren verursachen beispielsweise Lippenherpes und Genitalherpes. Eine durch Herpes-simplex-Viren ausgelöste Enzephalitis kann schwere Folgen haben, weshalb ein frühzeitiger Behandlungsbeginn entscheidend ist.
  • Enteroviren: Sie verursachen beispielsweise die Hand-Fuß-Mund-Krankheit.
  • Epstein-Barr-Viren: Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers.
  • Varizella-Zoster-Viren: Erreger der Windpocken und der Gürtelrose.
  • Influenzaviren: Auslöser der Grippe.
  • Arboviren: Das sind Viren, die unter anderem von Zecken und Mücken übertragen werden. Dazu zählen etwa der Erreger von FSME oder das West-Nil-Virus. Das West-Nil-Virus hat sich aufgrund des Klimawandels auch in Europa etabliert und wird in Italien mittlerweile als endemisch eingestuft. In 40 Fällen kam es zu neurologischen Komplikationen, wobei das Virus das Gehirn befällt und eine Meningitis bzw. Enzephalitis auslöst.

SARS-CoV-2 gehört nach jetzigem Wissensstand nicht zu den Viren, die bevorzugt Nervenzellen befallen, im Gegensatz etwa zum Herpesvirus. Allerdings können auch bei einer COVID-19-Erkrankung neurologische Symptome auftreten.

Bakterielle Infektionen

Bakterien können ebenfalls eine Enzephalitis verursachen, beispielsweise die Erreger der Syphilis, der Tuberkulose oder der Borreliose. Bakterien können das Gehirn entweder über das Blut, über die Haut oder direkt erreichen. Wenn man Krankheiten wie Karies oder Parodontitis nicht zeitnah behandelt, können die daraus resultierenden Bakterien im Körper umherwandern und ernsthafte Folgen nach sich ziehen.

Autoimmunerkrankungen

In manchen Fällen greift das eigene Abwehrsystem gesundes Hirngewebe an (Autoimmunreaktion). Diese Art der Enzephalitis kann sich ganz unterschiedlich präsentieren, am häufigsten aber mit Wesensänderungen und epileptischen Anfällen. Die Ursache einer autoimmun bedingten Enzephalitis lässt sich nicht immer herausfinden. In manchen Fällen entsteht sie auf dem Boden einer Krebserkrankung.

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Weitere Risikofaktoren

Personen mit einem geschwächten Immunsystem, beispielsweise bei Autoimmunerkrankungen, Zuckerkrankheit oder einer HIV-Infektion, sind tendenziell anfälliger für Infektionen mit Bakterien, Pilzen und auch Viren. Auch Kinder und junge Erwachsene sind besonders gefährdet, an einer Gehirnentzündung zu erkranken.

Symptome

Die Beschwerden bei einer Enzephalitis hängen von den Ursachen und dem Schweregrad der Erkrankung, von der betroffenen Gehirnregion sowie von der allgemeinen gesundheitlichen Verfassung ab. Folgende Beschwerden können bei einer Enzephalitis auftreten:

  • Kopfschmerz
  • (Hohes) Fieber
  • Grippeähnliche Symptome und Abgeschlagenheit
  • Verwirrtheit
  • Epileptische Anfälle
  • Bewusstseinsstörungen
  • Neurologische Symptome wie Lähmungen oder Sprachstörungen
  • Denkstörungen (zum Beispiel Konzentrationsprobleme oder Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses)
  • Veränderungen des Verhaltens
  • Halluzinationen

Bei kleinen Kindern zeigen sich häufig unspezifische Symptome wie Teilnahmslosigkeit, Nackensteife, Fieber und fehlender Appetit.

Neurologische Symptome bei COVID-19

Je nach Verlauf zeigt das Corona-Virus unterschiedliche Symptome und neurologische Besonderheiten. Zu den häufigen neurologischen Symptomen von Corona-Patienten zählen:

  • Riechstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • In schweren Fällen auch schwere Muskelentzündungen
  • Bewusstseinsstörungen und Delir
  • Erhöhtes Schlaganfallrisiko
  • Entzündungen Gehirn und Rückenmark

Symptome bei spezifischen Erregern

Da die einzelnen Viren, die eine Enzephalitis auslösen können, verschiedene Areale des Gehirns betreffen, unterscheiden sich auch die Symptome je nach Erreger.

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  • Herpes-simplex-Enzephalitis: Sprachstörungen und epileptische Anfälle treten hier besonders häufig auf.
  • Arboviren: Diese Viren werden durch Insekten übertragen und führen oft zu Störungen im Bewegungsapparat.

Warnzeichen

Es gibt Anzeichen, die in Kombination auf eine Sepsis hinweisen, die durch eine unbehandelte Infektion entstehen kann. Angehörige sollten nicht zögern, im Zweifelsfall den Notarzt zu alarmieren und Notfallmediziner immer auf bestehende Vorerkrankungen mit erhöhtem Infektionsrisiko hinweisen.

Diagnose

Um eine Enzephalitis diagnostizieren zu können, sind verschiedene Tests und Untersuchungen notwendig.

  • Anamnese: In einem ausführlichen Anamnesegespräch klärt der Arzt die gesundheitliche Vorgeschichte des Patienten.
  • Körperliche Untersuchung: Eine körperliche Untersuchung unterstützt bei der Bestimmung der Erkrankung sowie des entsprechenden Erregers.
  • Bildgebung: Mithilfe einer Computertomografie (CT) sowie einer Magnetresonanztomografie (MRT) fertigt der Arzt Schichtaufnahmen des Gehirns an. So kann festgestellt werden, wo genau die Entzündung liegt.
  • Lumbalpunktion: Um herauszufinden, ob es sich um eine autoimmune Enzephalitis oder eine infektiöse Enzephalitis handelt und welcher Erreger die Gehirnentzündung ausgelöst hat, ist eine Lumbalpunktion notwendig. Dabei wird etwas Liquor aus dem Rückenmarkskanal entnommen.
  • Blutprobe: Bakterielle Erreger und Entzündungsmarker finden sich auch in einer Blutuntersuchung (Blutkultur).
  • EEG: Sind häufige epileptische Anfälle ein Symptom der Enzephalitis, wird meist zusätzlich eine Elektroenzephalografie (EEG) durchgeführt.

Behandlung

Eine Enzephalitis behandeln und überwachen Ärzte stets im Krankenhaus. So können sie schnell auf Komplikationen reagieren, die unter Umständen lebensbedrohlich sind. Die Behandlung der Gehirnentzündung ist abhängig vom Auslöser.

  • Virustatika: Gegen Viren verabreicht der Arzt Virustatika.
  • Antibiotika: Gegen Bakterien Antibiotika.
  • Antimykotika: Gegen Pilze Antimykotika.
  • Glukokortikoide: Bei Verdacht auf eine Autoimmunerkrankung erhalten Betroffene Glukokortikoide ("Kortison") in hoher Dosierung.

Darüber hinaus behandelt der Arzt die Symptome des Patienten. Auch eventuell auftretenden Krampfanfällen und einer Schwellung des Gehirns (Hirnödem) wirkt er mit entsprechenden Medikamenten entgegen.

Prävention

Zur Vorbeugung einer Enzephalitis gibt es gegen viele der Erreger Impfungen. Flächendeckend werden Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln und Kinderlähmung (Poliomyelitis) angeboten. Darüber hinaus gibt es Schutzimpfungen für Personen, die einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, an einer Enzephalitis zu erkranken.

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  • FSME-Impfung: Für Bewohner von Gebieten, in denen gehäuft FSME-Viren durch Zecken übertragen werden (FSME-Gebiete).
  • Impfung gegen Japanische Enzephalitis: Für Reisende nach Südostasien, sofern sie vorhaben, sich dort länger aufzuhalten oder in ländliche Gebiete zu reisen.

Weitere Präventionsmaßnahmen

  • Regelmäßige zahnärztliche Untersuchungen, eine gründliche Zahnpflege und eine prompte Behandlung von zahnmedizinischen Problemen können dazu beitragen, derartige Gesundheitsrisiken vorzubeugen.
  • Vor allem für Menschen, die mit Vorerkrankungen im Krankenhaus liegen und über längere Zeit auf Katheter oder Beatmungsgeräte angewiesen sind, steigt das Sepsis-Risiko. Durch penible Hygiene sowohl beim Legen als auch Wechseln der Hilfsmittel könnte immerhin jede zehnte bis siebte Sepsis verhindert werden.
  • Menschen ohne Milz sollten ihre körpereigene Abwehr unbedingt durch Impfungen stärken. Mediziner raten Betroffenen, sich gegen Pneumokokken, Meningokokken und Hib impfen zu lassen.

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