Hornhaut am Fuß kann nicht nur unangenehm sein, sondern auch erhebliche Schmerzen verursachen, wenn sie auf Nerven drückt. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen für die Entstehung von Hornhaut, die damit verbundenen Beschwerden und die verschiedenen Behandlungsoptionen, um die Schmerzen zu lindern und die Fußgesundheit wiederherzustellen.
Einführung
Hornhaut ist eine Verdickung der äußeren Hautschicht (Epidermis), die als Schutzschild vor mechanischen Belastungen und Verletzungen dient. Obwohl sie eine natürliche Reaktion des Körpers auf Druck und Reibung ist, kann eine übermäßige Hornhautbildung zu Beschwerden führen, insbesondere wenn sie auf Nerven drückt.
Was ist Hornhaut?
Umgangssprachlich wird Hornhaut oft als Verdickung der Hornschicht bezeichnet. Sie bildet eine Art Schutzschild der Haut und verdickt sich an den Füßen in der Regel ganz von selbst, da sie durch Gehen, Barfußlaufen oder drückende Schuhe besonders beansprucht wird. Eine verstärkte Hornhautbildung wird als Hyperkeratose bezeichnet. Wenn diese trockene, sehr verdickte Hornhaut einreißt, entstehen sogenannte Schrunden.
Ursachen für Hornhautbildung und Nervenreizung
Die Entstehung von Hornhaut und die daraus resultierende Nervenreizung können verschiedene Ursachen haben:
- Äußere Faktoren:
- Druck und Reibung: Schlecht sitzende Schuhe (zu eng, zu schmal, zu groß oder zu locker) verursachen Reibung am Fuß und können zur Hornhautbildung führen. Auch das Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen kann den Druck auf den Vorderfuß erhöhen.
- Austrocknung der Haut: Kälte und mangelhafte Pflege können die Haut austrocknen und die Entstehung von Schrunden fördern.
- Starkes Beanspruchen der Füße: Barfußlaufen auf hartem Untergrund kann die Entwicklung von Hornhaut fördern.
- Mangelhafte Ernährung: Eine unausgewogene Ernährung kann die Hautgesundheit beeinträchtigen und die Hornhautbildung begünstigen.
- Falsche Hornhautentfernung: Eine zu grobe Behandlung der Hornhaut beim Versuch, sie zu entfernen, kann die Haut reizen und die Hornhautbildung verstärken.
- Fußfehlstellungen:
- Spreizfuß: Ein Spreizfuß verändert die Druckverteilung beim Gehen und führt zu einer Überbelastung einzelner Fußbereiche, insbesondere der Mittelfußköpfchen (Metatarsalgie).
- Hallux valgus: Ein Schiefstand des großen Zehs (Hallux valgus) kann zu Druckstellen und Hornhautbildung führen.
- Hammerzehen und Krallenzehen: Diese Zehenfehlstellungen können ebenfalls Druckstellen und Hornhaut verursachen.
- Überpronation: Die übermäßig starke Einwärtsdrehung des Fußes erhöht den Druck auf den Frontbereich und die Zehen, was häufig zu verstärkter Hornhaut in diesen Bereichen führt.
- Eingeschränkte Beweglichkeit der Füße oder Gelenke: Wenn der Fuß nicht normal abrollen kann, werden bestimmte Bereiche überbelastet. Aufgrund der Überbelastung bildet sich eine Schwiele.
- Erkrankungen:
- Diabetes mellitus: Diabetes kann zu Nervenschädigungen (Neuropathie) und Durchblutungsstörungen führen, was die Entstehung von Hornhaut und Schrunden begünstigt. Zudem besteht bei Diabetikern die Gefahr, dass sie aufgrund von Nervenschädigungen das Schmerzempfinden verlieren und so die Rhagaden an den Füßen gar nicht bemerken.
- Rheumatoide Arthritis: Diese Erkrankung kann zu Deformationen der Gelenke führen und verändern, welche Stellen am Fuß beim Gehen belastet werden.
- Polyneuropathie: Unter Polyneuropathie versteht man eine Schädigung mehrerer peripherer Nerven.
- Weitere Faktoren:
- Langes Stehen: Stehen kann die Füße übermäßig belasten und zur Entstehung von Verdickungen der Haut führen.
- Sport: Läufer und andere Sportler entwickeln aufgrund verstärkter Belastung oft Schwielen.
- Frühere Verletzungen oder Operationen: Verletzungen und Operationen können dazu führen, dass die Last beim Stehen oder Gehen anders auf den Füßen verteilt wird, als es normalerweise der Fall ist.
- Natürliche Veranlagung: Bei manchen Menschen ist im Fuß nicht genug Fettgewebe vorhanden, um die Fußknochen von innen zu polstern. Da die Fußknochen dadurch näher an der Haut liegen, entstehen Schwielen an der Fußsohle.
- Übergewicht: Kann die Entstehung von Hornhautverdickungen begünstigen.
Symptome und Beschwerden
Die Symptome, die durch Hornhaut und den Druck auf Nerven entstehen, können vielfältig sein:
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- Schmerzen: Brennende oder stechende Schmerzen im Mittelfuß und in den Zehen, die plötzlich einschießen. Auch Belastungsschmerzen sind typisch.
- Druckgefühl: Ein unangenehmes Druckgefühl unter dem Fuß, insbesondere beim Gehen oder Stehen.
- Taubheitsgefühle oder Kribbeln: Diese Symptome können auftreten, wenn die Hornhaut auf Nerven drückt.
- Eingeschränkte Beweglichkeit: Schmerzen und Druckgefühl können die Beweglichkeit des Fußes einschränken.
- Schrunden und Rhagaden: Einreißen der Hornhaut, was zu Schmerzen und Infektionen führen kann. Bleiben die Schrunden unbehandelt und verdickt sich die Hornhaut an den Füßen weiter, können die oberflächlichen Hautrisse zu spaltenförmigen Rissen werden, die bis in tiefere Hautschichten reichen. In der Medizin spricht man dann von Rhagaden und unterscheidet zwischen trockenen Rhagaden und feuchten, die sogar nässen und bluten.
Diagnose
Um die Ursache der Beschwerden zu ermitteln, ist eine sorgfältige Diagnose erforderlich. Diese umfasst in der Regel:
- Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte und der aktuellen Beschwerden.
- Körperliche Untersuchung: Inspektion des Fußes, Abtasten von Druckstellen und Beurteilung der Fußstellung.
- Weitere Untersuchungen: In einigen Fällen können Röntgenbilder, Ultraschall, Kernspintomographie oder MRT (Magnetresonanztomographie) erforderlich sein, um die Ursache der Beschwerden zu klären. Auch eine Betäubung (Lokalanästhesie) des schmerzenden Bereichs mit einer Spritze kann zur Diagnose beitragen.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung von Hornhaut und den damit verbundenen Nervenreizungen zielt darauf ab, die Ursache zu beseitigen, die Symptome zu lindern und die Fußgesundheit wiederherzustellen. Es gibt verschiedene Behandlungsansätze:
- Konservative Maßnahmen:
- Schuhe: Tragen Sie gutsitzende, atmungsaktive und flexible Schuhe, die ein gutes Fußklima bieten. Achten Sie auch auf angenehm zu tragende Socken aus Baumwolle. Vermeiden Sie das häufige Tragen von Schuhen mit Absatz.
- Einlagen: Spezielle orthopädische Einlagen sollen die Nerven im Mittel- und Vorfuß entlasten. Maßgefertigte Einlagen mit gezielter Druckentlastung können helfen, die Druckverteilung beim Gehen zu verbessern.
- Fußpflege: Regelmäßige Fußpflege ist wichtig, um Hornhaut zu entfernen und die Haut geschmeidig zu halten. Nach dem Duschen oder einem Fußbad sollten Sie Ihre Füße vorsichtig trockentupfen und dabei auch die Zehenzwischenräume nicht vergessen. Cremen Sie Ihre Füße nach jeder Reinigung mit einer fetthaltigen Creme ein.
- Hornhautentfernung: Etwas Hornhaut vorsichtig selbst entfernen können Sie am besten nach einem Fußbad. So sind die verhornten Stellen weicher und lassen sich besser behandeln. Nutzen Sie keinen Hornhauthobel oder eine Schere, sondern einen Bimsstein oder die feine Seite einer Hornhautfeile.
- Fußbäder: Sind die Füße gestresst und müde: Machen Sie ein Fußbad. Kernseife als Badezusatz macht die Hornhaut weich, ist desinfizierend und fetthaltig. Um die Füße nicht weiter auszutrocknen, sollte das Fußbad nicht länger als 15 Minuten dauern.
- Dehnübungen und Faszien-Rollmassage: Dehnen Sie Ihre Fußsohle und Ihre Wade. Der Prozess beginnt nach etwa 30 Sekunden und lässt sich nach 2 Minuten steigern. Den Effekt der Dehnübungen unterstützt du durch eine vorsichtige Faszien-Rollmassage. An der Fußsohle eignet sich dafür unsere Mini-Faszienkugel ganz besonders. Mit ihrer Hilfe rollst du das Gewebe in deinem Fuß spiralförmig so gezielt aus, dass sich Verklebungen lösen können und die Zwischenzellflüssigkeit wieder besser zirkuliert.
- Kortison-Spritzen: Helfen Einlagen und ein verändertes Schuhwerk nichts, werden herkömmlicherweise Kortison-Spritzen empfohlen. Oft werden bei dieser Methode entzündungshemmende Mittel wie Kortison gespritzt, die dafür sorgen sollen, dass der Nervenknoten abschwillt.
- Podologische Behandlung:
- Professionelle Hornhautentfernung: Eine Podologin oder ein Podologe kann die verdickte Haut um die Rhagaden und Schrunden vorsichtig abschleifen und die empfindlichen Ränder der Rhagaden glätten.
- Behandlung von Schrunden und Rhagaden: Hautrisse können geklebt werden, damit sie besser zusammenwachsen. Bei entzündeter Haut kann eine Creme mit Kortison, einem keimzahlreduzierenden Wirkstoff oder einem Antimykotikum gegen Pilze verschrieben werden.
- Individuelle Beratung: Podologen sind zentrale Ansprechpartner bei der Prävention und Behandlung von Fußproblemen. Durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen, individuelle Beratung und gezielte podologische Behandlungen tragen sie aktiv dazu bei, das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten.
- Operative Maßnahmen:
- Neurektomie: In der Fußchirurgie kann das Nervengeschwulst über einen Schnitt am Fußrücken entfernt werden. Dadurch kann die betroffene Person nach der Entfernung schnell wieder laufen, muss aber zur Nachbehandlung in der Regel spezielle Schuhe zur Entlastung des Vorfußes (Vorfußentlastungsschuh) tragen.
Prävention
Um der Entstehung von Hornhaut und den damit verbundenen Beschwerden vorzubeugen, können folgende Maßnahmen ergriffen werden:
- Gutes Schuhwerk: Tragen Sie Schuhe, die richtig passen und eine weiche, elastische Sohle haben. Vermeiden Sie zu enge oder zu hohe Schuhe.
- Regelmäßige Fußpflege: Reinigen, trocknen und cremen Sie Ihre Füße täglich ein. Entfernen Sie Hornhaut regelmäßig mit einem Bimsstein oder einer Feile.
- Fußgymnastik: Stärken Sie Ihre Fußmuskulatur und verbessern Sie die Beweglichkeit Ihrer Füße.
- Einlagen: Tragen Sie bei Bedarf individuell angepasste Einlagen, um Fehlstellungen zu korrigieren und die Druckverteilung zu verbessern.
- Vermeiden Sie Barfußlaufen auf hartem Untergrund: Tragen Sie auch zu Hause Schuhe oder Hausschuhe mit weicher Sohle.
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung: Eine gesunde Ernährung trägt zur Hautgesundheit bei.
- Vermeiden Sie Übergewicht: Übergewicht kann die Füße zusätzlich belasten.
Das neuropathische Fußsyndrom
Das neuropathische Fußsyndrom, häufig auch als diabetisches Fußsyndrom bezeichnet, ist eine ernste und weit verbreitete Folgeerkrankung bei Menschen mit Diabetes mellitus. Es entsteht durch Nervenschädigungen (Neuropathie) und häufig begleitende Durchblutungsstörungen. Diese Veränderungen beeinträchtigen das Schmerzempfinden, die Sensibilität und die Regenerationsfähigkeit der Haut - insbesondere an den Füßen. Die Betroffenen nehmen selbst kleinste Verletzungen nicht mehr wahr. Ein konsequentes Management des neuropathischen Fußsyndroms umfasst:
- Optimale Blutzuckereinstellung: Die wichtigste Maßnahme ist eine dauerhaft gute Blutzuckerkontrolle, um das Fortschreiten der Nervenschädigung zu verlangsamen.
- Geeignetes Schuhwerk: Druckstellen und Reibung sollten durch gut sitzende, weite Schuhe vermieden werden. Diabetikerschuhe mit nahtfreiem Innenbereich und angepassten Einlagen sind besonders empfehlenswert.
- Tägliche Fußpflege: Die Füße sollten täglich inspiziert, gereinigt und gepflegt werden. Bei Hornhaut oder eingewachsenen Nägeln ist eine fachgerechte Behandlung durch den Podologen wichtig.
- Wundversorgung bei Verletzungen: Offene Stellen oder verdächtige Hautveränderungen bedürfen einer sofortigen Behandlung.
- Schulungen und Aufklärung: Patientenschulungen sensibilisieren für die Gefahren des neuropathischen Fußsyndroms und fördern den eigenverantwortlichen Umgang mit der Erkrankung.
Morton Neurom
Ein Morton Neurom (auch Morton-Neuralgie oder Morton-Metatarsalgie) ist die Verdickung einer Nervenhülle im Mittelfuß. Sie tritt meistens zwischen der 3. und 4. Zehe auf und ist schmerzhaft, weil sie Druck auf den Nerv ausübt. Frauen leiden etwa viermal häufiger unter dem Morton Neurom als Männer. Typisch sind brennende oder stechende Schmerzen im Mittelfuß und in den Zehen (Mittelfußschmerzen und Vorfußschmerzen), die plötzlich einschießen. Die Beschwerden verschlimmern sich bei Fortschreiten der Krankheit. Der Fuß wird vorne breiter. Auch Belastungsschmerzen sind typisch.
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Die Morton-Neuralgie ist eine Reaktion auf eine permanente Reizung der Nerven, weil diese dauerhaft zusammengedrückt werden (Kompression). Die genaue Ursache sollte in einer Arztpraxis abgeklärt werden.
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