Chronische Schmerzen im Kniegelenk stellen für viele Betroffene eine erhebliche Belastung dar. Oftmals bleiben diese Schmerzen auch nach Ausschöpfung aller konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten bestehen. In solchen Fällen können innovative Methoden wie die Kniegelenksdenervation eine vielversprechende Option darstellen. Zudem kann ein Kniegelenkserguss, oft begleitet von Schmerzen, die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
Kniegelenksdenervation nach Dellon: Eine minimal-invasive Option bei chronischen Knieschmerzen
Die Kniegelenksdenervation nach Dellon ist eine mikrochirurgische Operationsmethode, die von Professor A. Lee Dellon in seinem Institut für periphere Nervenchirurgie in Baltimore, USA, entwickelt wurde. Ziel dieser Methode ist es, die Schmerzweiterleitung im Kniegelenk zu unterbrechen, ohne dabei dieFunktion des Knies zu beeinträchtigen. Dr. Schuhmann führt diesen Eingriff routinemäßig durch.
Das Prinzip der Kniegelenksdenervation
Bei der Kniegelenksdenervation werden kleine, schmerzleitende Nervenfasern, die sich um das Kniegelenk herum befinden, aufgesucht und gezielt durchtrennt. Das Kniegelenk selbst wird bei diesem Eingriff nicht eröffnet. Die Durchtrennung der Nerven führt nicht zu einer Lähmung, da die betroffenen Nerven keine Muskelfunktionen kontrollieren. Die Beweglichkeit des Knies bleibt erhalten oder verbessert sich sogar, insbesondere wenn die bisherige Einschränkung der Beweglichkeit vorwiegend durch die Schmerzen verursacht wurde.
Vorteile der Kniegelenksdenervation
- Minimal-invasiver Eingriff: Die Kniegelenksdenervation ist ein risikoarmer, minimal-invasiver Eingriff, der in der Regel nur etwa 30-40 Minuten dauert.
- Geringe Belastung für den Patienten: Der Eingriff kann in Lokalanästhesie oder in Vollnarkose durchgeführt werden. Der stationäre Aufenthalt im Krankenhaus beträgt üblicherweise nur zwei Nächte.
- Erhalt der Kniefunktion: Da das Kniegelenk selbst nicht geöffnet oder behandelt wird, bleiben die Knochen, Knorpel und Bänder unbeeinflusst.
- Schmerzlinderung: Ziel der Kniegelenksdenervation ist es, die Knieschmerzen auf ein erträgliches Maß zu reduzieren oder sogar vollständig zu beseitigen.
- Verbesserung der Beweglichkeit: Durch die Schmerzlinderung kann sich die Beweglichkeit des Knies verbessern.
- Geeignet für ältere Patienten: Die Kniegelenksdenervation eignet sich auch für ältere Patienten, für die eine große Operation zu risikoreich wäre.
Indikation für die Kniegelenksdenervation
Die Kniegelenksdenervation eignet sich für Patienten mit chronischen Knieschmerzen, beispielsweise aufgrund von Arthrose im Kniegelenk, bei denen andere konservative Maßnahmen nicht ausreichend wirken oder nicht möglich sind. Auch wenn eine Kniegelenksarthrose diagnostiziert wurde, kann die Denervation eine Abhilfe bei Schmerzen im Knie schaffen. Zudem kann der Eingriff eine Option sein, um das Intervall vor der Notwendigkeit einer Kniegelenksprothese hinauszuzögern.
Testblockade vor dem Eingriff
Um den Erfolg der Kniegelenksdenervation abschätzen zu können, wird vor dem Eingriff eine sogenannte Testblockade durchgeführt. Dabei werden die betroffenen Knienerven nach Tasten der schmerzhaften Nervenaustrittspunkte mit einem örtlichen Betäubungsmittel umspritzt. Der Patient kann dann für einen kurzen Zeitraum im Rahmen von Spaziergängen und Treppensteigen feststellen, ob und in welchem Maße sich die Schmerzen am Knie verringern. Nur wenn dieser Test vom Patienten eindeutig als positiv beurteilt wird, wird die Durchführung der Operation empfohlen.
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Durchführung der Operation
Die Operation wird in Rückenmarksnarkose (Spinalanästhesie) oder Vollnarkose durchgeführt. Nach Anlegen einer Blutsperrenmanschette am Oberschenkel wird in Höhe der betroffenen Nerven je ein kleiner Hautschnitt angebracht. Mit Hilfe einer mikrochirurgischen Lupenbrille kann der Chirurg den Nerven aufsuchen und ein Stückchen davon entfernen. Die Wunde wird nach Blutstillung schichtweise vernäht und ein elastischer Verband angelegt.
Nachbehandlung
Nach der Operation dürfen die Patienten aufstehen und das Bein voll belasten, sobald die Narkosewirkung abgeklungen ist. In den ersten Wochen ist ein häufiges Hochlagern und Kühlen des operierten Beines zu empfehlen, um Schwellungen und Blutergüsse zu vermeiden. Die Hautfäden werden nach 10 bis 14 Tagen entfernt. Operationsbedingte Beschwerden können je nach Schwellneigung bis zu 4 Wochen nach dem Eingriff zu spüren sein.
Mögliche Komplikationen
Lähmungen und Sensibilitätsstörungen sind bei der Kniegelenksdenervation nicht zu befürchten, da die betroffenen Nerven keine Muskelfunktionen kontrollieren.
Einschränkungen der Kniegelenksdenervation
Es ist wichtig zu beachten, dass die Kniegelenksdenervation kein Heilungsverfahren ist. Sie bewirkt lediglich eine Schmerzlinderung. Die Veränderungen von Knochen, Knorpel oder Bändern, die zur Entstehung der Knieschmerzen geführt haben, können mit dieser Methode nicht geheilt werden. Das Knie kann daher auch nach einer Kniegelenksdenervation gelegentlich anschwellen bzw. die im Röntgenbild nachweisbaren Veränderungen können fortschreiten.
Kniegelenkserguss: Ursachen, Symptome und Behandlung
Ein Kniegelenkserguss, im Volksmund auch als "Flüssigkeit im Knie" bekannt, ist eine Flüssigkeitsansammlung im Kniegelenk. Dabei handelt es sich nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern um ein Symptom, das im Zusammenhang mit verschiedenen Ursachen auftreten kann.
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Ursachen eines Kniegelenksergusses
Die Ursachen für einen Kniegelenkserguss können vielfältig sein:
- Traumatische Ursachen: Verletzungen wie Kreuzbandrisse, Meniskusverletzungen, Kniescheibenverrenkungen oder Knochenbrüche im Bereich des Kniegelenks können zu einem Kniegelenkserguss führen.
- Überlastung: Eine dauerhafte Überlastung der Kniegelenke, beispielsweise durch intensive sportliche Aktivität, kann ebenfalls einen Erguss verursachen.
- Chronische Erkrankungen: Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis können zu einer Reizung der Gelenkschleimhaut führen, die daraufhin vermehrt Gelenkflüssigkeit produziert. Auch Kniegelenksarthrose und rheumatische Erkrankungen können im Alter zu Kniegelenksergüssen führen.
- Infektionen: In seltenen Fällen kann eine bakterielle Infektion im Kniegelenk einen Erguss verursachen.
- Stoffwechselerkrankungen: Stoffwechselerkrankungen wie Gicht können ebenfalls zu Kniegelenksergüssen führen.
Symptome eines Kniegelenksergusses
Die Symptome eines Kniegelenksergusses können je nach Ursache und Ausprägung variieren. Typische Symptome sind:
- Druckgefühl: Durch die Ansammlung von Flüssigkeit im Knie baut sich im Inneren ein unangenehmer Druck auf.
- Schmerzen: Die Schmerzen sind in der Regel hinter der Kniescheibe lokalisiert.
- Schwellung: Sobald der Gelenkerguss eine gewisse Größe erreicht, zeigt sich dieser deutlich durch äußerlich sichtbare Schwellungen, meist seitlich und unterhalb der Kniescheibe.
- Bewegungseinschränkungen: In vielen Fällen kommt es zu Bewegungseinschränkungen im Kniegelenk.
Diagnose eines Kniegelenksergusses
Die Diagnose eines Kniegelenksergusses erfolgt in der Regel durch eine körperliche Untersuchung des Knies. Dabei achtet der Arzt auf Schwellungen, Druckschmerzhaftigkeit und Bewegungseinschränkungen. Zudem können bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen oder MRT eingesetzt werden, um die Ursache des Ergusses zu ermitteln.
Behandlung eines Kniegelenksergusses
Die Behandlung eines Kniegelenksergusses richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache.
- Konservative Behandlung: Bei traumatischen Ursachen ist es wichtig, das Knie ruhigzustellen und die zugrundeliegende Verletzung zu behandeln. Oftmals ist es dabei nötig, das Knie zu punktieren, um die Flüssigkeit abzusaugen und damit den Druck im Gelenk zu verringern.
- Medikamentöse Behandlung: Bei Ergüssen mit infektionsbedingter Ursache kommen Antibiotika zum Einsatz. Bei chronischen Ursachen wie Arthrose oder Autoimmunerkrankungen können entzündungshemmende Medikamente und Schmerzmittel eingesetzt werden.
- Physiotherapie: Sobald die Flüssigkeit größtenteils aus dem Gelenk abgeflossen ist, können physiotherapeutische Maßnahmen die Regeneration unterstützen.
- Operative Behandlung: In einigen Fällen, beispielsweise bei schweren Verletzungen oder fortgeschrittener Arthrose, kann eine Operation erforderlich sein.
Selbsthilfemaßnahmen bei einem Kniegelenkserguss
Zusätzlich zur ärztlichen Behandlung können Betroffene selbst einiges tun, um die Beschwerden zu lindern:
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- Kühlen: Kühlen Sie das betroffene Knie mehrmals täglich für 15-20 Minuten mit Kühlpacks oder Eis.
- Hochlagern: Lagern Sie das betroffene Knie hoch, um den Abfluss der Flüssigkeit zu fördern.
- Schonen: Vermeiden Sie Belastungen und schonen Sie das Knie.
- Bewegung: Bewegen Sie das Knie, solange dies schmerzfrei möglich ist. Ideal ist neben Wassergymnastik später auch Radfahren mit geringem Widerstand.
- Bandage: Eine spezielle Knie-Bandage kann das Knie entlasten und Ihnen das Aktivsein ermöglichen, ohne dass unangenehmer Druck auf das Knie ausgeübt wird.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Unabhängig von der Ursache sollten Sie bei einem Kniegelenkserguss immer dann zum Arzt gehen, wenn die Schwellung trotz Kühlung und Schonung nicht innerhalb von 2-3 Tagen verschwindet. Liegt beispielsweise eine bakterielle Infektion vor, können die Bestandteile des Kniegelenks bei zu langem Zögern dauerhaften Schaden erleiden.
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