Maltodextrin ist ein vielseitig einsetzbarer Inhaltsstoff in der Lebensmittelindustrie. Es dient als Energielieferant, Füllstoff, Verdickungsmittel und Trägerstoff für Aromen und Vitamine. Allerdings birgt der Konsum von Maltodextrin auch Risiken, insbesondere für Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen oder Unverträglichkeiten. Dieser Artikel beleuchtet die Eigenschaften von Maltodextrin, seine Verwendung, mögliche Nebenwirkungen und den Zusammenhang mit Migräne.
Was ist Maltodextrin?
Maltodextrin ist ein Kohlenhydratgemisch, das durch die enzymatische Spaltung von Stärke, meist Maisstärke, Kartoffelstärke oder Reisstärke, gewonnen wird. Chemisch gesehen ist es ein Saccharidpolymer, das aus Glucose-Einheiten besteht. Im Gegensatz zu Zucker schmeckt Maltodextrin jedoch kaum süß, da die Glucosemoleküle erst im Darm aufgespalten werden. Es ist ein weißes Pulver oder eine konzentrierte Lösung und wird aufgrund seiner vielfältigen Eigenschaften in zahlreichen Lebensmitteln eingesetzt. Lamperts Maltodextrin 12 beispielsweise, besteht aus 1% Glucose, 2% Disaccharide und 97% höheren Polysacchariden. Es ist eiweiß- und fettfrei, ballaststofffrei, glutenfrei und extrem natriumarm.
Verwendung von Maltodextrin
Maltodextrin findet breite Anwendung in der Lebensmittelindustrie:
- Energielieferant: Es dient zur raschen Energiebereitstellung und Auffüllung der Energiespeicher, beispielsweise vor sportlichen Aktivitäten. Lamperts Maltodextrin 12 wird im Körper rasch resorbiert und zu Glucose abgebaut, wodurch eine hohe Energiebereitstellung erreicht wird.
- Füllstoff und Verdickungsmittel: Es verbessert die Textur von Lebensmitteln wie Tütensuppen, Soßen und Süßwaren.
- Stabilisator: Es verhindert das Entmischen von Zutaten, beispielsweise in Fruchtjoghurts.
- Trägerstoff: Es dient als Träger für Aromen, Vitamine und andere Zusatzstoffe, um deren Löslichkeit und Verarbeitung zu verbessern.
- Fettersatz: Es wird in kalorienreduzierten Lebensmitteln als Fettersatz eingesetzt.
- Diätetische Zwecke: Aufgrund seiner Eigenschaften eignet sich Lamperts Maltodextrin 12 für zahlreiche Diätmaßnahmen, wie bei eiweißarmen Kostformen (z.B. bei chronischer Niereninsuffizienz), bei fettfreien Kostformen (z.B. bei fettinduzierter Hyperlipidämie), bei Maldigestion und Malabsorption, Störungen der Nahrungsaufnahme (z.B. für flüssige oder breiige Kost), bei chronischen-entzündlichen Darmerkrankungen, zur prä- oder postoperativen Ernährung.
Weitere Anwendungsgebiete sind: Hypoglykämien, bei erhöhtem Energiebedarf bei malignen Tumoren (Kachektischer Zustand), Anorexie, chronische Nierensuffizienz, vor oder nach Operationen im Intestinalbereich, Störungen im Aminosäurestoffwechsel, Pankreaserkrankungen, Rekonvaleszenz, Antriebsschwäche im Alter, Energiespender nach erschöpfenden Krankheiten.
Risiken und Nebenwirkungen von Maltodextrin
Obwohl Maltodextrin als sicher gilt, sind einige Risiken und Nebenwirkungen zu beachten:
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- Blutzuckerspiegel: Maltodextrin hat einen hohen glykämischen Index (GI von 120) und kann den Blutzuckerspiegel stark ansteigen lassen. Dies kann insbesondere für Diabetiker problematisch sein und das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten erhöhen.
- Karies: Wie Zucker kann Maltodextrin zur Entstehung von Karies beitragen.
- Darmgesundheit: Einige Studien deuten darauf hin, dass Maltodextrin das Wachstum schädlicher Bakterien im Darm fördern und Entzündungen verstärken kann.
- Immunsystem: Es gibt Hinweise darauf, dass Maltodextrin das Immunsystem schwächen kann.
- Dickmacher: In Verbindung mit dem Süßstoff Sucralose (E 955) kann Maltodextrin als Dickmacher wirken.
- Allergische Reaktionen: In seltenen Fällen kann Maltodextrin allergische Reaktionen auslösen.
Maltodextrin und Migräne
Einige Studien deuten darauf hin, dass Lebensmittelzusatzstoffe, einschließlich Maltodextrin, Migräne auslösen können. Die Mechanismen, die dahinterstehen, sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass Maltodextrin indirekt durch seine Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel, die Darmflora oder das Immunsystem Migräneattacken begünstigen kann.
Mögliche Mechanismen
- Blutzuckerschwankungen: Der rasche Anstieg des Blutzuckerspiegels nach dem Konsum von Maltodextrin kann zu einer anschließenden Insulinausschüttung und einem Blutzuckerabfall führen. Diese Schwankungen können bei manchen Menschen Migräne auslösen.
- Darm-Hirn-Achse: Eine gestörte Darmflora kann Entzündungen im Körper fördern und die Darm-Hirn-Achse beeinflussen. Diese Verbindung zwischen Darm und Gehirn spielt eine Rolle bei der Entstehung von Migräne.
- Entzündungsfördernde Wirkung: Maltodextrin kann Entzündungsprozesse im Körper verstärken, was wiederum Migräneattacken triggern kann.
Evidenzlage
Die wissenschaftliche Evidenz für einen direkten Zusammenhang zwischen Maltodextrin und Migräne ist begrenzt. Es gibt jedoch anekdotische Berichte von Migränepatienten, die eine Besserung ihrer Symptome feststellten, nachdem sie Maltodextrin aus ihrer Ernährung gestrichen hatten. Weitere Forschung ist erforderlich, um die Rolle von Maltodextrin bei der Entstehung von Migräne besser zu verstehen.
Kennzeichnung und Vermeidung von Maltodextrin
Maltodextrin muss in der Zutatenliste von verpackten Lebensmitteln aufgeführt werden. Es kann jedoch auch als Trägerstoff für Aromen oder Vitamine eingesetzt werden, in diesem Fall ist keine Kennzeichnung erforderlich. Um Maltodextrin zu vermeiden, sollten Verbraucher die Zutatenlisten von Lebensmitteln sorgfältig prüfen und auf unverarbeitete, natürliche Lebensmittel zurückgreifen.
Tipps zur Vermeidung
- Zutatenlisten lesen: Achten Sie auf den Begriff "Maltodextrin" in der Zutatenliste.
- Unverarbeitete Lebensmittel bevorzugen: Kochen Sie selbst mit frischen Zutaten, um die Kontrolle über die Inhaltsstoffe zu behalten.
- Hersteller kontaktieren: Fragen Sie bei Herstellern nach, ob Maltodextrin als Trägerstoff verwendet wird.
- Alternativen suchen: Verwenden Sie alternative Süßungsmittel und Verdickungsmittel wie Stevia, Erythrit oder Guarkernmehl.
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