Das Morton-Neurom, auch bekannt als Morton-Syndrom, Morton-Metatarsalgie oder Morton-Neuralgie, ist eine schmerzhafte Erkrankung, die den Vorfuß betrifft. Es handelt sich dabei um eine Verdickung des Gewebes um einen Nerv, der zu den Zehen führt. Diese Verdickung kann zu brennenden Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühlen in den Zehen führen. Die Erkrankung tritt meist zwischen dem dritten und vierten Mittelfußknochen auf, kann aber auch andere Zehenzwischenräume betreffen.
Was ist ein Morton Neurom?
Bei einem Morton Neurom handelt es sich um eine entzündliche Verdickung eines Nervs, der im Bereich der Fußsohle verläuft. Ein Neurom bezeichnet dabei eine knotige Verdickung, die durch einen Reizzustand des Nervs verursacht wird. Der ebenfalls oft benutzte Begriff Morton Neuralgie beschreibt vor allem die Symptomatik der Erkrankung, denn Neuralgie bedeutet so viel wie Nervenschmerzen.
Die hier betroffenen Nerven verlaufen an der Fußsohle, verzweigen sich dann im Bereich der Mittelfußköpfchen und sind dann für die sensible Versorgung der Zehen zuständig. Das bedeutet, sie sorgen für die Weiterleitung des Berührungsempfindens. Dieser Umstand erklärt auch die Symptomatik der Erkrankung, nämlich Schmerzen und Störungen des Berührungsempfindens im Bereich der Fußsohle.
Schreitet der entzündliche Prozess fort, so kann es zum bindegewebigen Umbau des Nervens bzw. dessen Umhüllung kommen. Diesen Umbauprozess nennt man auch Fibrosierung. Meist tritt das Morton Neurom zwischen der dritten und vierten Zehe auf, seltener auch zwischen der zweiten und dritten. Teilweise findet sich ein Morton Neurom auch an mehreren Lokalisationen gleichzeitig.
Das Morton-Neurom ist ein Eigenname und beschreibt eine Einengung der Nerven zwischen den Mittelfussknochen die zu den Zehen führen. Dabei sind lokal Schmerzen zwischen den Zehen, eine elektrisierende Ausstrahlung zu den Zehenspitzen oder auch ein Taubheitsgefühl der Zehen möglich.
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Ursachen und Risikofaktoren
Das Morton Neurom entsteht, wenn die zwischen den Mittelfußköpfchen verlaufenden Nerven vermehrtem mechanischem Druck ausgesetzt sind. Hierbei spielen meist mehrere Faktoren eine Rolle. Häufig wird ein Morton Neurom durch eine Spreizfußstellung des Fußes verursacht. Dabei weichen die Mittelfußknochen auseinander, weshalb die Mittelfußköpfchen stärker belastet werden. Ein Spreizfuß entsteht durch eine Schwäche der Fußmuskulatur oder des Bindegewebes, kann aber auch durch das Tragen spitzer Schuhe begünstigt werden. Auch eine übermäßige Belastung der Füße, beispielsweise durch intensives Lauftraining oder langes Stehen, tragen zur Entstehung des Krankheitsbildes bei. Liegt zusätzlich noch Übergewicht vor, kann dies ebenfalls vermehrten Druck auf den Vorfuß ausüben.
Weitere mögliche Ursachen und Risikofaktoren sind:
- Spreizfuß: Eine Fehlstellung des Fußes, bei der das Quergewölbe absinkt und die Mittelfußknochen auseinanderweichen.
- Enge Schuhe: Schuhe mit engem Zehenbereich oder hohen Absätzen können den Vorfuß einengen und den Druck auf die Nerven erhöhen.
- Überlastung: Langes Stehen, Gehen oder Laufen, insbesondere auf hartem Untergrund, kann die Nerven im Vorfuß reizen.
- Übergewicht: Zusätzliches Gewicht erhöht die Belastung des Fußes.
- Bestimmte Sportarten: Sportarten mit hoher Stoßbelastung, wie z. B. Laufen oder Springen, können das Risiko erhöhen.
- Fußdeformitäten: Hammerzehen oder Krallenzehen können den Druck auf die Nerven erhöhen.
- Trauma: Verletzungen oder Operationen im Vorfußbereich können zur Entwicklung eines Morton-Neuroms beitragen.
Ein Morton-Neurom kann prinzipiell in jedem Alter auftreten und jedes Geschlecht betreffen. Meist manifestiert sich die Erkrankung aber erst im Erwachsenenalter. Zudem sind Frauen im Vergleich zu Männern etwa viermal so häufig betroffen. Die genaue Ursache für diesen Unterschied ist unbekannt, es wird aber vermutet, dass ein Zusammenhang mit dem Tragen hoher, spitz zulaufender Schuhe besteht. Der dadurch erhöhte Druck auf den Vorfuß und die Mittelfußköpfchen begünstigt die Entstehung der Fußfehlstellung und somit auch das Auftreten eines Morton Neuroms.
Symptome
Das Morton-Neurom ist zwar an sich gutartig, kann jedoch durch den mechanischen Druck, der auf die Verdickung ausgeübt wird, bei den Betroffenen Schmerzen im Bereich des Vorfußes bzw. der Fußsohle verursachen. Diese Schmerzen treten typischerweise bei Belastung auf und werden beispielsweise durch das Tragen enger Schuhe verstärkt. Patienten berichten dann oft von einer Besserung nach dem Ausziehen der Schuhe. Der Reizzustand des Nervens kann zudem Kribbeln oder auch Taubheitsgefühle hervorrufen. Da die betroffenen Nerven aber keine Muskeln versorgen, sondern für die Gefühlsweiterleitung zuständig sind, kommt es im Rahmen eines Morton-Neuroms nicht zu einer Lähmung.
Typische Symptome eines Morton-Neuroms sind:
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- Schmerzen: Brennende, stechende oder elektrisierende Schmerzen im Vorfuß, oft zwischen den Zehen. Die Schmerzen können bis in die Zehen ausstrahlen.
- Missempfindungen: Kribbeln, Taubheitsgefühle oder ein Gefühl, als ob sich ein Fremdkörper im Schuh befindet.
- Verschlimmerung bei Belastung: Die Beschwerden verstärken sich oft beim Gehen, Stehen oder Tragen enger Schuhe.
- Besserung bei Entlastung: Das Ausziehen der Schuhe oder Massieren des Fußes kann die Beschwerden lindern.
Dabei sind lokal Schmerzen zwischen den Zehen, eine elektrisierende Ausstrahlung zu den Zehenspitzen oder auch ein Taubheitsgefühl der Zehen möglich.
Wichtig: Es gibt Erkrankungen, die eine sehr ähnliche Symptomatik hervorrufen können. Diese müssen im Rahmen der Diagnostik vor einer Nervenoperation möglichst ausgeschlossen werden. Zu nennen sind hier: Instabilität im Grundgelenk, Gelenkschleimhautentzündung oder Schleimbeutelentzündungen der Mittelfußköpfchen, Knorpelschäden der Köpfchen oder ein Riss der Gelenkkapsel (plantare Platte).
Diagnose
Meist bilden Fußchirurgen die erste Anlaufstelle für Patienten, die unter einem Morton Neurom leiden. Durch eine gezielte Anamnese kann meist die Verdachtsdiagnose gestellt werden. Im Rahmen einer körperlichen Untersuchung verifiziert der Facharzt diesen Verdacht, indem gezielt Druck auf den Bereich des jeweiligen Zehenzwischenraums ausgeübt wird. Hierdurch lässt sich der charakteristische Schmerz bei den Betroffenen auslösen, was meist zur Diagnosesicherung ausreicht.
Die Diagnosestellung des Morton Neuroms ist oft nicht einfach. Ein Großteil der Befunde werden in MRT übersehen. Es empfiehlt sich die Vorstellung bei einem Spezialisten für Fuß- und Sprunggelenkschirurgie.
Zur Diagnose eines Morton-Neuroms werden in der Regel folgende Untersuchungen durchgeführt:
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- Anamnese: Der Arzt befragt den Patienten nach seinen Beschwerden, Vorerkrankungen und Risikofaktoren.
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt untersucht den Fuß und übt Druck auf die Zehenzwischenräume aus, um die Schmerzen auszulösen. Ein positives Mulder-Zeichen (ein Klicken oder Knacken beim Zusammendrücken des Vorfußes) kann auf ein Morton-Neurom hindeuten.
- Bildgebende Verfahren: In manchen Fällen werden bildgebende Verfahren eingesetzt, um die Diagnose zu bestätigen oder andere Ursachen auszuschließen.
- Röntgen: Dient zum Ausschluss von Knochenerkrankungen oder Frakturen.
- Ultraschall: Kann die Verdickung des Nervs darstellen.
- MRT (Magnetresonanztomographie): Kann das Neurom und andere Weichteilstrukturen im Fuß detailliert darstellen.
Manchmal erfolgt eine weitere Bildgebung, wie beispielsweise eine MRT-Untersuchung des Fußes oder ein Ultraschall. Im Rahmen dieser Schichtaufnahme kann ein Neurom jedoch nicht immer sicher identifiziert werden und es sollte immer im Einzelfall entschieden werden, welche diagnostischen Methoden zielführend sein können.
Konservative Behandlungsmethoden
Nachdem die Diagnose Morton Neurom gestellt wurde, sollte im Rahmen eines ausführlichen Beratungsgespräches eine geeignete Therapieoption gewählt werden. Je nach Stadium der Erkrankung werden dabei konservative oder operative Maßnahmen in Betracht gezogen.
Besteht der Reizzustand des Nervens noch nicht zu lange und befindet sich der Umbauprozess der Nervenumhüllung im Stadium der Fibrosierung, kann eine konservative Therapie den Betroffenen Erleichterung verschaffen. Eine Fibrosierung ist reversibel und kann sich daher wieder zurückbilden. Verschiedene Maßnahmen können dies unterstützen.
Die Therapie des Morton-Neuroms bzw. Mittelfußschmerzes zielt in erster Linie darauf ab, den Druck auf die Plantarnerven zu verringern. Hierzu werden speziell angepasste orthopädische Einlagen zur Unterstützung des Quergewölbes anfertigt. Diese können rasch zu einer wirksamen Beschwerdebesserung führen. Abhängig von der Größe und Ausprägung der Nervenknoten können auch entzündungshemmende Medikamente, Injektionen, sowie physikalische Maßnahmen wie Kälte- und Elektrotherapie sowie Ultraschall eingesetzt werden.
Als konservative Behandlungsmöglichkeiten stehen wiederholte Infiltrationen (z.B. mit Kortison) im Vordergrund. Diese dürfen jedoch nicht zu häufig angewendet werden, da es sonst zu Haut- und Fetteinschmelzungen im Bereich der Infiltration kommen kann. Um die Belastung für den Fuß so gering wie möglich zu halten, ist es beim Morton Neurom ratsam, in den Schuhen grundsätzlich orthopädische Einlagen mit Vorfußpolsterung und Köpfchenerhöhung zu tragen. Für das Schuhwerk gilt: Je weicher und breiter, desto besser.
Zu den konservativen Behandlungsmethoden gehören:
- Schuhmodifikation:
- Tragen von Schuhen mit breitem Zehenbereich und niedrigem Absatz, um den Druck auf den Vorfuß zu reduzieren.
- Vermeidung von engen Schuhen und Schuhen mit hohen Absätzen.
- Einlagen:
- Orthopädische Einlagen mit Vorfußpolsterung und Unterstützung des Quergewölbes, um die Fußstellung zu korrigieren und den Druck auf die Nerven zu verteilen.
- Medikamente:
- Schmerzmittel (z. B. Ibuprofen oder Diclofenac) zur Linderung der Schmerzen.
- Kortikosteroid-Injektionen in den Zehenzwischenraum zur Reduzierung von Entzündungen und Schmerzen.
- Physiotherapie:
- Dehnübungen und Kräftigungsübungen für die Fußmuskulatur, um die Fußstellung zu verbessern und die Belastung der Nerven zu reduzieren.
- Manuelle Therapie zur Mobilisierung der Fußgelenke und zur Lösung von Verspannungen.
- Weitere Maßnahmen:
- Kühlen des Fußes bei akuten Schmerzen.
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht.
- Vermeidung von Aktivitäten, die die Beschwerden verstärken.
- Stoßwellentherapie: In letzter Zeit zeigt sich allerdings, dass auch die extrakorporale Stoßwellentherapie eine echte Alternative zur Injektionsbehandlung oder zur chirurgischen Therapie sein kann. Der Vorteil besteht hier im deutlich verminderten Risiko einer Komplikation.
Eine konservative Methode, die sowohl zur Diagnostik als auch zur Therapie genutzt wird, ist die Injektion in den betroffenen Zehenzwischenraum. Hierbei wird meist ein lokales Betäubungsmittel in Kombination mit einem Kortisonpräparat genutzt. Beschreiben die Patienten nach der Injektion einer Besserung, so kann dies zum einen den Verdacht auf ein Morton Neurom an dieser bestimmten Lokalisation bestätigen, zum anderen kann es auch zu einer längerfristigen Besserung der Beschwerden kommen. Der Effekt beruht auf der entzündungshemmenden und abschwellenden Wirkung des Kortisons. Besonders im frühen Stadium der Krankheit können Betroffene so von dieser Maßnahme profitieren. Gegebenenfalls ist auch eine Wiederholung der Injektionsmaßnahme sinnvoll. Ergänzend dazu sollte eine Einlagenversorgung erfolgen, die die Fußfehlstellung verbessern kann.
Physiotherapie, Fußgymnastik und Co.: Übungen bei Morton-NeuromPhysiotherapie und speziell auf den Fuß abgestimmte Übungen sind wesentliche Bestandteile bei der Behandlung des Morton-Neuroms. Sie sind darauf ausgerichtet, Schmerzen zu reduzieren und die Funktionalität des Fußes zu verbessern. Folgende Übungen zur Stärkung und Flexibilitätssteigerung unterstützen den Fuß dabei, Belastungen besser zu verteilen, und entlasten den betroffenen Nerv:
- Zehenheben: um die Muskeln zu stärken, die die Mittelfußknochen stabilisieren
- Zehenspreizen: zur Verbesserung der Beweglichkeit und Stärkung der kleinen Fußmuskeln
- Fußrollen: mit einer kleinen Rolle oder einem Ball unter dem Fuß, um die Plantarfaszie zu dehnen und zu massieren
- Waden- und Achillessehnendehnungen: um die Flexibilität zu erhöhen und Druck vom Vorfuß zu nehmen
Morton-Neurom - kühlen oder wärmen?Kühlen ist vor allem bei akuten Schmerzen und Entzündungen zu empfehlen, um Schwellungen zu verringern und Schmerzen zu lindern. Wärmeanwendungen hingegen eignen sich mehr bei chronischen Beschwerden, um die Durchblutung zu fördern und Muskelverspannungen zu lösen. Ob Sie den betroffenen Fuß kühlen oder wärmen, entscheiden Sie am besten anhand der aktuellen Symptome und unter fachkundiger Beratung, um die effektivste Linderung zu erzielen.
Operative Behandlungsmethoden
Berichten Patienten selbst nach etwa drei bis vier Injektionen nicht von einer andauernden Besserung, sollte eine operative Therapie diskutiert werden. Der erfolglose konservative Therapieversuch lässt sich meist dadurch erklären, dass der Umbauprozess der Nervenhülle so weit fortgeschritten ist, dass sich bereits Narbengewebe gebildet hat.
Eine Indikation zur Nervenfreilegung und ggf. Nervenentfernung besteht nur, wenn der Patient auf eine vorangegangene Testinfiltration positiv reagiert hat, alle anderen Erkrankungen klinisch oder radiologisch ausgeschlossen wurden und ein chronisches Beschwerdebild vorliegt.
Wenn die konservativen Behandlungsmethoden nicht ausreichend helfen, kann eine Operation in Erwägung gezogen werden. Es gibt verschiedene operative Verfahren zur Behandlung des Morton-Neuroms:
- Nervenentlastung (Dekompression): Bei diesem Eingriff wird das Gewebe um den Nerv entfernt, um den Druck zu reduzieren. Ist das Morton-Neurom noch relativ klein, kann nervenerhaltend mittels Entlastung (Dekompression) unter Entfernung des umgebenden entzündeten Weichteilgewebes vorgegangen werden.
- Nervenentfernung (Neurektomie): Bei diesem Eingriff wird ein Teil des betroffenen Nervs entfernt. Führt diese nicht zu einer ausreichenden Besserung, so muss darüber nachgedacht werden den Nerv teilweise zu resezieren. Alternativ besteht noch die Möglichkeit einer Neurolyse, d.h. die Entfernung eines Stücks des betroffenen Nervs und des gesamten entzündlichen Gewebes. Aus diesem Grund wird die Methode auch als Morton-Neurektomie oder Nervenamputation bezeichnet. Liegt eine Verdickung des Nervs (Morton-Neurom) vor, sollte eine großzügige operative Entfernung (Resektion) des Nervs bis weit hinter das Köpfchen erfolgen. Ein zu kurz entfernter Nerv kann sonst zu einem schmerzhaften Neuromrezidiv führen. Dies hätte eine deutlich schwierigere Revision oder Zweitoperation zur Folge. Die nach der Nervenresektion verbleibende Taubheit der betroffenen Zeheninnenseite wird von den Betroffenen in der Regel gut toleriert und führt nicht zu relevanten Einschränkungen.
Wie ist der Ablauf einer Morton Neurom OP?Haben sich die Betroffenen nach erfolglosem konservativem Therapieversuch für eine OP entschieden, kann diese meist ambulant durchgeführt werden. Der Patient kann dann bereits einige Stunden nach der OP wieder nach Hause entlassen werden. Der operative Zugriff erfolgt meist vom Fußrücken aus, teilweise auch direkt an der Fußsohle. Durch einen kleinen Hautschnitt kann der Fußchirurg den betroffenen Nerven freilegen und genau untersuchen. Ist das Neurom, bzw. die fibrosierte Nervenhülle gut sichtbar, kann diese entfernt werden. Um eventuellen Nachblutungen entgegenzuwirken, kann eine kleine Drainage eingelegt werden, sodass das Blut abfließen kann. Diese kann meist bereits einen Tag nach der OP unkompliziert entfernt werden. Nach der OP erfolgen regelmäßige ärztliche Vorstellungen, im Rahmen derer die Wundverhältnisse sowie der Therapieerfolg kontrolliert werden können. In den meisten Fällen erhalten Patienten für die ersten zwei Wochen nach der OP einen speziellen Schuh, durch den der Vorfuß entlastet wird. Nach dieser Zeit kann in der Regel wieder normales Schuhwerk getragen werden. Eine volle Belastung des Fußes ist meist nach etwa sechs Wochen wieder möglich.
Der operative Eingriff kann sowohl von der Streckseite als auch von der Fußsohlenseite durchgeführt werden. Eine Narbe an der Fußsohle kann Beschwerden verursachen, so dass in den meisten Fällen eine Operation von oben bevorzugt wird. Revisionen werden häufiger von unten operiert, da hier der Nerv sehr oft in seiner ganzen Länge dargestellt werden muss.
Diese Operationsmethode wird zur Behandlung der Morton-Neuralgie durchgeführt. Es erfolgt die Entfernung eines Stücks des betroffenen Nervs und des gesamten entzündlichen Gewebes. Aus diesem Grund wird die Methode auch als Morton-Neurektomie oder Nervenamputation bezeichnet. Die Operation wird i.d.R. Die Inzision kann sowohl auf der Fußsohle, als auch auf dem Fußrücken durchgeführt werden. Die erste Variante ist zwar technisch einfacher, denn der Nerv liegt direkt unter der Haut, führt jedoch oft zu stark verhornten und schmerzhaften Narben. Aus diesem Grund bevorzugen wir die dorsale Inzision. Ein 4 cm langer Schnitt wird über dem Zehenzwischenraum durchgeführt (Abb.1). Der Eingriff wird mit angelegter Blutleere durchgeführt, um eine gute Sicht zu erhalten. Zwischen den Mittelfußköpfchen wird ein kräftiges Band, das Ligamentum intermetatarseum, identifiziert (Abb.2) und durchtrennt. Nun kann der Intermetatarsalraum gespreizt und die tiefen Strukturen dargestellt werden. Durch Ausübung von Druck an der Fußsohle tritt der Nerv vor. Dieser kann nun durch stumpfe Dissektion freigelegt und dann scharf reseziert werden. (Abb.3 und 4) Nach Entfernung der Blutleere wird eine elektrische Blutstillung durchgeführt. Dann erfolgt der schichtweise Wundverschluss. Die Wundränder werden mit Pflastern verschlossen (Abb.6), hierdurch entfällt eine Fadenentfernung. Der Fuß wird in einem Verbandschuh bis zum Abschluß der Wundheilung (ca. 2 Wochen) ruhiggestellt. Der Fuß kann ab dem ersten postoperativen Tag im Verbandschuh voll belastet werden. Es handelt sich um einen einfachen Eingriff mit sehr guten Ergebnissen. In bis zu 88% der Fälle wird eine Rückbildung der Beschwerden erreicht.
Der Fuß sollte in den ersten Tagen nach der Morton-Neurom-Operation unbedingt hochgelagert und geschont werden, um lokale Nachblutungen zu vermeiden. Eine Wundheilungsstörung ist sonst häufig die Folge. Danach kann der Fuß schmerzadaptiert in einer Therapiesandale und mit Gehstützen belastet werden. Nach ca. 14 Tagen ist die Wundheilung in der Regel abgeschlossen, so dass ein Belastungsaufbau erfolgen kann.
Wann muss ein Morton Neurom operiert werden? Es wird immer mit konservativen Maßnahmen angefangen. Erst bei Versagen dieser Therapiemethoden ist eine Operation indiziert. Ab einer Größe von 6-7 mm sind jedoch die Erfolgschancen einer konservativen Therapie sehr gering.
Wird ein Morton Neurom ambulant operiert? Ja, es handelt sich um eine einfache Operation. Der Patient darf nach der Operation direkt voll belasten und verlässt das OP Zentrum ca. 2 Stunden nach Aufwachen von der Narkose.
Mögliche Komplikationen nach einer Operation
Die häufigsten Komplikationen sind Nachblutungen, Hämatombildungen oder Wunddehiszenzen. Diese Komplikationen werden durch die Eröffnung der Blutleere am Ende des Eingriffs (vor dem Wundverschluss) und eine sorgfältige elektrische Blutstillung vermieden. Bei persistierender Blutung kann manchmal eine Drainage für einen Tag notwendig werden. Inzisionen an der Fußsohle (plantarer Zugang) heilen oft mit Entstehung von sog. hyperkeratotischen Narben. Diese sind extrem schmerzhaft und schwer zu behandeln. Aus diesem Grund führen wir die Inzision auf dem Fußrücken durch. Rezidive werden in bis zu 4% und Beschwerdepersistenz in bis zu 25% der Fälle berichtet. Nach unserer Erfahrung handelt es sich um keine Rezidiv, sondern eher um eine andere Diagnose oder eine inkomplette Resektion. Infektionen treten nach diesen Eingriffen extrem selten auf.
Kann ein Morton Neurom nach operativer Entfernung erneut auftreten? In einem geringen Anteil der Fälle (ca. 4%) kann es sogar Jahre nach Entfernung des Morton Neuroms zu einer Rückkehr der Symptomen. Es handelt sich hier nicht um einen Nachwachsen des Neuroms sondern um ein Neurinom. Die Nervenenden wachsen aus dem offenen Ende des amputierten Nervs desorganisiert weiter und klumpen sich zusammen. Die Raumforderung ist sehr empfindlich und löst ähnliche Symptomatik wie bei Morton Neuralgie. Die Behandlung erfolgt wie bei primären Morton Neuralgie. Hier ist jedoch hier die Notwendigkeit einer operativen Therapie wahrscheinlicher.
Arbeitsunfähigkeit nach der Operation
Wie lange ist man nach einer Morton Neurom Operation arbeitsunfähig? Patienten mit sitzender Tätigkeit können zur Arbeit nach ca. 4 Wochen rückkehren. Home Office könnte man sogar nach ca. 2 Wochen ausüben. Berufe mit körperlicher Belastung können erst nach 6-8 Wochen ausgeübt werden.
Wie lange hat man Schmerzen nach einer Morton Neurom Operation? Egal welche Technik man benutzt, handelt es sich um sehr einfache Operationen. Die Wundheilung dauert ca. 2 Wochen und die gesamte Genesung ca. 4-8 Wochen.
Prognose
Vor allem im Anfangsstadium eines Morton Neuroms kann den Betroffenen durch eine konservative Therapie geholfen werden. Meist sind ein bis drei Injektionen notwendig, um eine langfristige Beschwerdeerleichterung zu bewirken. Wie lange diese Erleichterung anhält, bzw. ob diese dauerhaft besteht, hängt sehr von den individuellen Patientengegebenheiten ab. Es hat sich gezeigt, dass diese Maßnahmen umso effektiver sind, je früher sie durchgeführt werden. Ist die Erkrankung zu weit fortgeschritten, muss eine operative Behandlung erwogen werden. Kann im Rahmen der Operation das Neurom vollständig entfernt werden, so wird meist eine dauerhafte Heilung erzielt. Durch die Nervenentfernung können jedoch Gefühlsstörungen im Versorgungsgebiet, also im Zehenzwischenraum, bestehen bleiben. Dies stellt aber in der Regel keine große Einschränkung dar.
Ziel dieser Fußoperation ist es, den Nerven an seiner Teilungsstelle aufzusuchen und den Engpass zu beseitigen.
Spezialisten und Kliniken für die Behandlung des Morton-Neuroms
Das Morton Neurom kann für die Betroffenen eine starke Einschränkung im Alltag bedeuten. Daher ist es ratsam, einen Spezialisten für dieses Beschwerdebild aufzusuchen. Die sorgfältige Abwägung der verschiedenen Therapieoptionen sollte durch einen erfahrenen Fußchirurgen erfolgen, auf dessen Fachexpertise man sich verlassen kann.
Ihre Füße sind bei Fußspezialist Dr. med. gut aufgehoben.
Zusammenfassung
Das Morton-Neurom ist eine schmerzhafte Erkrankung des Vorfußes, die durch eine Verdickung eines Nervs verursacht wird. Die Diagnose wird in der Regel durch eine körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren gestellt. Die Behandlung kann konservativ oder operativ erfolgen. Die Prognose ist in den meisten Fällen gut, insbesondere wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt wird.