Die Osteopathie bietet einen vielversprechenden Ansatz zur Behandlung von Nervenproblemen, indem sie den Körper als eine untrennbare Einheit betrachtet und die Zusammenhänge zwischen verschiedenen Systemen berücksichtigt. Dieser Artikel beleuchtet die osteopathischen Prinzipien und Techniken, die bei Nervenproblemen angewendet werden können, und geht auf spezifische Anwendungsbereiche wie renale Osteopathie und psychosomatische Aspekte ein.
Einführung in die Osteopathie
Die Osteopathie ist eine ganzheitliche medizinische Disziplin, die sich auf die Diagnose, Behandlung und Prävention von Funktionsstörungen des Bewegungsapparates und anderer Körpersysteme konzentriert. Osteopathen betrachten den Körper als eine Einheit und suchen nach den Ursachen von Beschwerden, anstatt nur die Symptome zu behandeln. Sie verwenden manuelle Techniken, um Blockaden und Spannungen zu lösen, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und die Gesundheit zu fördern.
Osteopathische Behandlung von Nervenproblemen
Nervenprobleme können vielfältige Ursachen haben, darunter Verletzungen, Entzündungen, Kompressionen oder Stoffwechselstörungen. Osteopathen suchen nach den zugrunde liegenden Ursachen der Nervenprobleme und entwickeln einen individuellen Behandlungsplan für jeden Patienten.
Prinzipien der osteopathischen Behandlung
Die osteopathische Behandlung von Nervenproblemen basiert auf folgenden Prinzipien:
- Ganzheitlichkeit: Der Körper wird als eine untrennbare Einheit betrachtet, in der alle Systeme miteinander verbunden sind und sich gegenseitig beeinflussen.
- Struktur und Funktion: Die Struktur des Körpers beeinflusst seine Funktion und umgekehrt. Funktionsstörungen können zu strukturellen Veränderungen führen und umgekehrt.
- Selbstheilungskräfte: Der Körper besitzt die Fähigkeit, sich selbst zu heilen. Osteopathen aktivieren diese Selbstheilungskräfte, indem sie Blockaden und Spannungen lösen und die natürlichen Regulationsmechanismen des Körpers unterstützen.
- Rationale Therapie: Die osteopathische Behandlung basiert auf einer gründlichen Anamnese, körperlichen Untersuchung und Diagnose. Die angewendeten Techniken sind evidenzbasiert und werden an die individuellen Bedürfnisse des Patienten angepasst.
Osteopathische Techniken bei Nervenproblemen
Osteopathen verwenden eine Vielzahl von manuellen Techniken, um Nervenprobleme zu behandeln, darunter:
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- Mobilisation: Lösen von Blockaden und Spannungen in Gelenken, Muskeln und Faszien, um die Beweglichkeit zu verbessern und die Nervenfunktion zu fördern.
- Weichteiltechniken: Behandlung von Muskelverspannungen und Verklebungen im Bindegewebe, um die Durchblutung und den Lymphfluss zu verbessern und die Nerven zu entlasten.
- Viszerale Techniken: Behandlung von Organen und ihren umliegenden Strukturen, um die Organfunktion zu verbessern und die Nervenversorgung zu optimieren.
- Craniosacrale Therapie: Behandlung des Schädels, der Wirbelsäule und des Kreuzbeins, um das Nervensystem zu regulieren und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.
Renale Osteopathie: Wenn kranke Nieren die Knochen schwächen
Die renale Osteopathie ist eine spezifische Form der Knochenerkrankung, die bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung auftritt. Sie ist durch eine Störung des Knochenstoffwechsels gekennzeichnet, die zu Knochenschwund, Knochenschmerzen und einem erhöhten Risiko für Frakturen führen kann.
Zusammenhang zwischen Nierenerkrankung und Knochengesundheit
Die Nieren spielen eine wichtige Rolle im Knochenstoffwechsel. Sie sind an der Aktivierung von Vitamin D beteiligt, das für die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm und den Einbau in die Knochen benötigt wird. Bei einer Nierenerkrankung ist diese Aktivierung gestört, was zu einem Kalziummangel und einer verminderten Knochendichte führen kann.
Darüber hinaus produzieren die Nieren das Hormon Erythropoetin, das die Bildung von roten Blutkörperchen anregt. Bei einer Nierenerkrankung kann die Produktion von Erythropoetin reduziert sein, was zu einer Anämie führen kann. Anämie kann ebenfalls zu Knochenproblemen beitragen.
Ein weiterer Faktor, der zur renalen Osteopathie beiträgt, ist die Überproduktion von Parathormon (PTH) bei Nierenerkrankungen. Ein Zuviel des Hormons fördert den Knochenabbau. Dabei steigt auch der Phosphatwert im Blut an, was zu Kalkablagerungen in den Gefäßen beitragen kann. Die genannten Faktoren führen dazu, dass kaum Kalzium in die Knochen eingebaut wird und die Knochen zugleich von einer verstärkten Entmineralisierung betroffen sind.
Symptome der renalen Osteopathie
Die renale Osteopathie kann sich durch verschiedene Symptome äußern, darunter:
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- Knochenschmerzen
- Gelenkschmerzen
- Muskelschwäche
- Erhöhte Knochenbrüchigkeit
- Müdigkeit
- Appetitlosigkeit
Da die schwächer werdenden Knochen keine Warnsignale aussenden, werden bei einer Niereninsuffizienz regelmäßig die Blutwerte untersucht und vorbeugend hohe Dosen Vitamin D3 verabreicht. "So kann die Entwicklung einer renalen Osteopathie hinausgezögert oder ein Fortschreiten gebremst werden", so der Nephrologe. "Auch können Medikamente eingesetzt werden, welche die Bildung des Parathormons hemmen. Zudem gibt es Präparate, welche Phosphat an sich binden, das über die Nahrung aufgenommen wird." Folgeerkrankungen an den Knochen und den Gelenken werden gesondert behandelt. In erster Linie wird die Erkrankung durch einen sekundären Hyperparathyreoidismus verursacht.
Osteopathische Behandlung der renalen Osteopathie
Die osteopathische Behandlung der renalen Osteopathie zielt darauf ab, die Knochengesundheit zu verbessern, Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu erhöhen. Osteopathen verwenden manuelle Techniken, um die Beweglichkeit der Gelenke und Muskeln zu verbessern, die Durchblutung zu fördern und die Nervenfunktion zu optimieren.
Darüber hinaus können Osteopathen Patienten über Ernährung, Bewegung und andere Lifestyle-Faktoren beraten, die die Knochengesundheit beeinflussen.
Ein Zeichen für den Osteopath, die Niere zu untersuchen, ist z. B. eine Funktionseinschränkung/-störung der Zone Brustwirbel Th 10 bis Th 12. Die Niere ist ein sehr mobiles Organ. Der Motor dieser Mobilität ist das Diaphragma und die Atmung. Wenn sich die Niere aber absenkt und die normale Mobilität unter dem Einfluss der Atmung verliert, kann dies zu einer Funktionsminderung führen. Schwere Senkungen können Harnleiter und Darm in ihren Funktionen beeinträchtigen. Grundsätzlich kann ein Mobilitätsverlust aufgrund einer faszialen Restriktion Nerven irritieren die zum Becken und Bein absteigen. Ein Osteopath kann die Nierenfunktion beeinflussen, indem er die Mobilität des Organs unter dem Einfluss der diaphragmalen Atembewegung verbessert und die neurovegetative und vaskuläre Versorgung durch Mobilisation bestimmter Faszien und Wirbelsegmente fördert. Hierbei werden alle Strukturen (angrenzende Organ- und Muskelfaszien) befreit, die in der Nachbarschaft der Niere liegen und durch Verklebungen oder Narbengewebe die Mobilität der Niere behindern bzw.
Psychosomatische Aspekte von Nierenerkrankungen
Die Psychosomatik der Niere beschreibt die Wechselwirkung zwischen psychischen Faktoren und Erkrankungen der Niere. Es gibt zahlreiche Studien, die darauf hinweisen, dass psychische Faktoren wie Stress, Angst und Depressionen das Risiko von Nierenerkrankungen erhöhen können.
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Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass Stresshormone wie Cortisol und Adrenalin den Blutdruck erhöhen und dadurch den Blutfluss in den Nieren beeinträchtigen können. Dadurch wird die Nierenfunktion gestört, was wiederum das Risiko von Nierenerkrankungen erhöht.
Darüber hinaus können psychische Faktoren auch direkt auf das Immunsystem wirken, das wiederum die Nierenfunktion beeinflussen kann. Insbesondere chronischer Stress kann das Immunsystem schwächen und damit das Risiko von Nierenerkrankungen erhöhen.
Es ist auch bekannt, dass bestimmte Nierenerkrankungen wie die IgA-Nephropathie (eine entzündliche Erkrankung der Niere) mit Stress und Angst in Verbindung gebracht werden können. Es wird angenommen, dass diese Emotionen das Immunsystem beeinflussen und die Entzündungsreaktion in der Niere verstärken können.
Die Nieren sind paarig angelegt Organe an der Rückseite des Rumpfes und sind zum einen für den Wasserhaushalt im Körper, die Entgiftung als auch für die Bildung bestimmter Hormone zuständig, die den Blutdruck regeln. Unmittelbar auf den Nieren sitzen wie zwei Zipfelmützen die Nebennieren, die ausschließlich Hormone produzieren. Bei Stress werden in den Nebennieren die Stresshormone Cortisol und Adrenalin ausgeschüttet. Aus diesem Grund sind die Nieren in der TCM - der traditionell chinesischen Medizin - auch die Angstorgane. Angst ergreift uns aufgrund von externen Begebenheiten wie eine tatsächliche Bedrohung oder etwa aus bewussten und was noch viel häufiger vorkommt aus unbewussten Gründen. Unbewusst, weil in uns Erfahrungen abgespeichert sind, die wir verdrängt haben. Das können Erfahrungen aus dem eigenen Leben, meist aus der Kindheit, aber auch vererbte Erfahrungen sein. Dieses Erbgut sitzt in den Nieren. Viele unserer Eltern- und Großelterngeneration hatten aufgrund der Kriegssituationen vermehrt mit massiven Überlebensängsten zu tun. Seit nunmehr zwei Jahren habe ich in meiner Praxis vermehrt Patienten mit den Auswirkungen von Angst und Stress zu tun. Im Rahmen der osteopathischen Patientenbefragung und der körperlichen Untersuchungen treten immer häufiger Dysfunktionen auf, die die Nieren betreffen.
Osteopathische Behandlung psychosomatischer Aspekte
Osteopathen berücksichtigen bei der Behandlung von Nierenerkrankungen auch die psychosomatischen Aspekte. Sie können Patienten helfen, Stress abzubauen, Ängste zu bewältigen und ihre emotionale Gesundheit zu verbessern.
Osteopathen verwenden verschiedene Techniken, um die psychosomatischen Aspekte von Nierenerkrankungen zu behandeln, darunter:
- Gesprächstherapie: Patienten können über ihre Ängste, Sorgen und Stressoren sprechen und gemeinsam mit dem Osteopathen Strategien entwickeln, um diese zu bewältigen.
- Entspannungstechniken: Patienten können Entspannungstechniken wie Atemübungen, Meditation oder progressive Muskelentspannung erlernen, um Stress abzubauen und ihre emotionale Gesundheit zu verbessern.
- Körpertherapie: Patienten können durch Körpertherapie wie Yoga, Tai Chi oder Qigong lernen, ihren Körper besser wahrzunehmen und Spannungen abzubauen.
Alternative Therapieansätze bei Nierenproblemen
Neben der osteopathischen Behandlung gibt es auch andere alternative Therapieansätze, die bei Nierenproblemen eingesetzt werden können.
Homöopathie
Es gibt einige homöopathische Mittel, die bei Nierenproblemen helfen können. Hier sind einige Beispiele:
- Cantharis: Dieses Mittel wird oft bei Harnwegsinfektionen und Nierensteinen eingesetzt. Es kann helfen, Schmerzen beim Wasserlassen zu lindern und den Harndrang zu reduzieren.
- Berberis: Dieses Mittel wird bei Nierenkoliken und Nierenentzündungen eingesetzt. Es kann helfen, Schmerzen im Bereich der Nieren zu lindern und den Urinfluss zu verbessern.
- Lycopodium: Dieses Mittel wird bei Nierensteinen und Nierenversagen eingesetzt. Es kann helfen, Schmerzen in den Nieren zu lindern und den Urinfluss zu verbessern.
- Nux vomica: Dieses Mittel wird bei Nierensteinen und Harnwegsinfektionen eingesetzt. Es kann helfen, Schmerzen beim Wasserlassen zu lindern und den Harndrang zu reduzieren.
- Sarsaparilla: Dieses Mittel wird bei Nierenkoliken und Nierensteinen eingesetzt. Es kann helfen, Schmerzen beim Wasserlassen zu lindern und den Urinfluss zu verbessern.
Es ist wichtig zu beachten, dass homöopathische Mittel nicht als alleinige Behandlung von Nierenproblemen angesehen werden sollten. Es ist immer ratsam, einen Arzt aufzusuchen und eine angemessene medizinische Behandlung zu erhalten. Homöopathische Mittel können jedoch als Ergänzung zu einer konventionellen medizinischen Behandlung verwendet werden. Es ist wichtig, sich an die empfohlene Dosierung zu halten und mögliche Nebenwirkungen zu beachten.
Bachblüten
Bachblüten sind eine alternative Therapieform, die auf den Prinzipien der Homöopathie basiert und zur Unterstützung des emotionalen Wohlbefindens eingesetzt werden kann. Obwohl es keine wissenschaftlichen Beweise für die Wirksamkeit von Bachblüten gibt, haben viele Menschen positive Erfahrungen mit ihnen gemacht.
Es gibt keine spezifischen Bachblüten, die bei Nierenproblemen helfen, da es sich hierbei um eine medizinische Erkrankung handelt, die in erster Linie von einem Arzt behandelt werden sollte. Bachblüten können jedoch dazu beitragen, emotionale Probleme zu bewältigen, die im Zusammenhang mit Nierenerkrankungen stehen können, wie z.B. Ängste, Stress oder Depressionen.
Einige Bachblüten, die bei emotionalen Belastungen helfen können, sind:
- Star of Bethlehem (Doldiger Milchstern): Hilft bei Traumata und emotionalen Erschütterungen
- Rock Rose (Gelbes Sonnenröschen): Kann helfen, bei akuten Angstzuständen zu beruhigen
- Red Chestnut (Rote Kastanie): Kann helfen, übermäßige Sorge um andere zu reduzieren
- Oak (Eiche): Kann helfen, Ausdauer und Durchhaltevermögen zu stärken
- Olive (Olive): Kann helfen, Erschöpfung zu lindern
Es ist wichtig zu beachten, dass Bachblüten allein keine medizinische Behandlung ersetzen können.
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