Talg im Gehirn: Ursachen, Symptome und Behandlung von Atheromen

Atherome, im Volksmund auch als Grützbeutel bezeichnet, sind gutartige Zysten, die sich in der Haut bilden können. Obwohl sie meist harmlos sind, können sie Beschwerden verursachen oder als kosmetisch störend empfunden werden. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung von Atheromen, um ein umfassendes Verständnis dieser häufigen Hautveränderung zu ermöglichen.

Was ist ein Atherom? Definition und Abgrenzung

Ein Atherom ist eine Zyste, die sich aus den Talgdrüsen der Haarfollikel entwickelt. Haarfollikel sind winzige, beutelförmige Strukturen in der Haut, aus denen Haare wachsen. Um die Haarfollikel herum befinden sich Talgdrüsen, die Talg (Sebum) absondern, ein öliges Sekret, das sowohl das Haar als auch die Haut schmiert und schützt.

Atherome entstehen, wenn der Ausführungsgang einer Talgdrüse verstopft, beispielsweise durch Fettkristalle oder Hautzellen. Der Talg kann dann nicht mehr abfließen, und die Drüse produziert weiterhin Talg, was zu einer Ansammlung und Bildung einer Zyste führt. Die Zyste ist hauptsächlich mit Hautzellen und Horn gefüllt und wird in der Fachsprache als Epidermalzyste bezeichnet.

Es ist wichtig, Atherome von Epidermoidzysten zu unterscheiden. Beide Zystenarten entstehen aus Haarwurzeln, jedoch aus unterschiedlichen Bereichen. Epidermoidzysten entwickeln sich aus dem obersten Teil der Haarwurzel (Infundibulum) und enthalten hauptsächlich abgeschältes Hornmaterial. Atherome hingegen sind vorwiegend mit einer fettigen Substanz gefüllt.

Wo treten Atherome auf? Häufigkeit und Lokalisation

Atherome sind weit verbreitet. Schätzungsweise sind 20 % der Bevölkerung betroffen. Sie können in jedem Alter auftreten, am häufigsten jedoch im 3. und 4. Lebensjahrzehnt. Da Atherome aus Haarwurzeln entstehen, treten sie vermehrt an Körperstellen mit vielen Haaren auf. Zu 90 % finden sie sich auf der behaarten Kopfhaut, können aber auch im Gesicht, am Hals, Nacken, Genitalien, am Rücken, an der Brust, am Bauch oder im Intimbereich auftreten. Bei Akne treten häufig mehrere Talgzysten am Oberkörper auf.

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Wie äußern sich Atherome? Symptome und Erscheinungsbild

Atherome präsentieren sich als relativ feste, runde Knoten unter der Haut. Teilweise ist in der Mitte eine verstopfte Öffnung zu erkennen. Die meisten Knoten haben einen Durchmesser von 2-4 mm, können aber bis auf 5 cm anwachsen.

Die wichtigsten Symptome und Merkmale von Atheromen sind:

  • Knoten unter der Haut: Relativ feste, runde Knoten, die sich unter der Haut befinden.
  • Langsame Entwicklung: Atherome können über Jahre wenige Millimeter klein bleiben oder schnell einige Zentimeter groß werden.
  • Verstopfte Öffnung: Teilweise ist in der Mitte des Knotens eine verstopfte Öffnung zu erkennen.
  • Größe: Die meisten Knoten sind 2-4 mm im Durchmesser, können aber bis auf 5 cm anwachsen.
  • Lokalisation: Häufig auf der Kopfhaut, im Gesicht, an Hals, Nacken, Genitalien und Rücken.
  • Schmerzlosigkeit: Normalerweise sind Atherome schmerzlos, es sei denn, sie entzünden sich.
  • Kosmetische Beeinträchtigung: Je nach Sitz und Größe können Atherome als kosmetisch störend empfunden werden.
  • Entzündung: Atherome können sich entzünden, was zu Rötung, Schwellung und Schmerzen führt. In manchen Fällen kann sich ein Eitergeschwür (Abszess) bilden.

Ursachen und Risikofaktoren: Wie entstehen Atherome?

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Atheromen sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass folgende Faktoren eine Rolle spielen:

  • Verstopfung der Talgdrüsen: Der Hauptgrund für die Entstehung von Atheromen ist die Verstopfung der Talgdrüsen. Dies kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, wie z. B. eine übermäßige Talgproduktion, eine Ansammlung von Hautzellen oder kleine Fettkristalle.
  • Hormonelle Einflüsse: Hormonelle Schwankungen können die Talgproduktion beeinflussen und somit das Risiko für die Entstehung von Atheromen erhöhen.
  • Genetische Veranlagung: Es gibt Hinweise darauf, dass eine genetische Veranlagung eine Rolle spielen kann. Trichilemmalzysten treten häufiger bei Frauen auf, und es kann eine erbliche Veranlagung bestehen.
  • Verletzungen: In manchen Fällen können Atherome durch Verlagerung von Hautzellen in tiefere Schichten entstehen, etwa beim Stich einer Nähnadel oder Verletzungen.
  • Verlagerung von Hautzellen: Manchmal entstehen die Zysten auch durch Verlagerung von Hautzellen in tiefere Schichten, etwa beim Stich einer Nähnadel oder Verletzungen.

Diagnose: Wie wird ein Atherom erkannt?

Die Diagnose eines Atheroms wird in der Regel anhand des Aussehens der Zyste gestellt. Ein Arzt wird die Hautveränderung untersuchen und nach typischen Merkmalen wie der prallen Füllung, der Elastizität und der möglichen Verschieblichkeit unter der Haut suchen. In manchen Fällen kann eine verstopfte Öffnung in der Mitte des Knotens sichtbar sein.

In der Regel sind keine weiteren Untersuchungen erforderlich. Ob wirklich ein "echtes" Atherom (Trichilemmalzyste) oder aber eine Epidermoidzyste vorliegt, lässt sich aber manchmal erst sicher feststellen, nachdem die "Beule" operativ entfernt und im Labor feingeweblich (histologisch) untersucht wurde. Eine histologische Untersuchung ist auch wichtig, um abzuklären, ob es sich nicht vielleicht um eine bösartige Wucherung handelt.

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Behandlung: Welche Möglichkeiten gibt es, Atherome zu entfernen?

Oft ist keine Behandlung erforderlich. In vielen Fällen ist die Talgzyste kaum sichtbar und auch nicht entstellend. Solange sich Atherome nicht verändern und auch nicht stören, muss man sie nicht entfernen. Wenn man beobachtet, dass sie schnell größer werden, wenn sie ungünstig liegen und zum Beispiel beim Frisieren stören und gereizt werden, oder wenn einfach der Anblick stört, zum Beispiel im Gesicht, kann man sie entfernen lassen.

Wenn der Knoten auffälliger oder schmerzhaft ist, kann die Zyste operativ entfernt werden. Der dabei notwendige Eingriff ist klein und wird in der Regel mit örtlicher Betäubung durchgeführt. Dabei wird möglichst der gesamte Knoten herausgeschnitten. Dieser ist durch eine Kapsel abgegrenzt.

Es gibt verschiedene Optionen für die Entfernung, die der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin je nach Art der Zyste und je nachdem, ob sie bereits unter der Haut aufgeplatzt ist, abwägt. Wichtig ist dabei stets, dass die Zystenwand (Kapsel) möglichst vollständig entfernt wird, damit sich die Zyste nicht wieder neu bilden kann.

Die gängigsten Behandlungsmethoden sind:

  • Chirurgische Entfernung: Die Zyste wird unter örtlicher Betäubung aufgeschnitten und die Kapsel vollständig entfernt. Dies ist die effektivste Methode, um ein Wiederauftreten zu verhindern.
  • Laserbehandlung: Kleine Zysten können auch mittels Laser behandelt werden.
  • Ausschneiden: Die traditionell mit Skalpell oder mit Laser erfolgt.

Wenn die gesamte Kapsel entfernt wird, ist auch die Drüse für immer entfernt. Wenn Teile der Kapsel unter der Haut bleiben, besteht ein größeres Risiko für eine wiederholte Zystenbildung.

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Behandlung entzündeter Atherome

Talgzysten können sich entzünden. Dabei treten typische Anzeichen einer Infektion auf. Oft wird daraus ein Eitergeschwür (Abszess), das chirurgisch geöffnet werden sollte, um den Eiter herauszulassen.

Ein infiziertes Atherom sollte chirurgisch entfernt werden. Eine Behandlung mit Antibiotika ist in der Regel nicht notwendig.

Kostenübernahme

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für die OP, wenn sie medizinisch notwendig ist. Soll der Grützbeutel aus rein kosmetischen Gründen entfernt werden, müssen die Patientinnen und Patienten das selbst bezahlen. Die Kosten für eine Entfernung richten sich nach dem jeweiligen Aufwand: Manche Atherome sind unkompliziert zu entfernen. Bei anderen dagegen, die zum Beispiel durch vorangegangene Entzündungen mit dem umliegenden Gewebe verwachsen sind, ist der Aufwand größer. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen die Entfernung aus rein kosmetischen Gründen nicht. Oft lässt sich aber eine Entfernung aus medizinischen Gründen, die von den gesetzlichen Kassen bezahlt wird, gut begründen.

Nach der Operation

Ein Atherom-OP ist ein kleiner Eingriff, der nicht lange dauert und darum in der Regel ambulant unter lokaler Betäubung durchgeführt wird. Ein Verband schützt die Wunde. Der Verband sollte möglichst nicht nass werden, um die Heilung nicht zu beeinträchtigen. Die betroffene Stelle kann auch einige Tage lang empfindlich auf Berührungen oder Druck reagieren.

Komplikationen und Risiken

Solange sich Atherome nicht entzünden, sind sie harmlos. Plötzlich auftretende, auch nicht schmerzhafte Schwellungen sollten vom Hautarzt untersucht werden - auch wenn sich meist nur gutartige Geschwulste dahinter verbergen.Selten steckt hinter der Beule auf der Haut eine andere, ernsthafte Hauterkrankung.

In seltenen Fällen können Komplikationen auftreten, wie z. B.:

  • Entzündung: Atherome können sich entzünden und schmerzhaft werden.
  • Abszessbildung: In manchen Fällen kann sich ein Eitergeschwür (Abszess) bilden.
  • Narbenbildung: Nach der Operation kann es zu Narbenbildung kommen.
  • Rezidiv: Wenn die Kapsel nicht vollständig entfernt wird, kann sich die Zyste erneut bilden.

Vorbeugung

Es gibt keine spezifischen Maßnahmen zur Vorbeugung von Atheromen. Eine gute Hautpflege und die Vermeidung von Verletzungen können jedoch dazu beitragen, das Risiko zu verringern.

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