Katzendemenz: Symptome, Diagnose und Lebensqualität

Katzendemenz, auch bekannt als kognitives Dysfunktionssyndrom (CDS), ist eine fortschreitende Erkrankung, die vor allem ältere Katzen betrifft. Sie ähnelt der Alzheimer-Krankheit beim Menschen und führt zu einem allmählichen Abbau der kognitiven Funktionen. Die Diagnose "Demenz" ist für viele Katzenhalter ein Schock. Zwar kann die Krankheit nicht geheilt werden, aber es gibt viele Möglichkeiten, der Katze ein möglichst unbeschwertes Leben zu bieten. Katzen mit Demenz verlieren ihren Orientierungssinn, laufen laut schreiend durch das eigentlich bekannte Zuhause und wirken unruhig. Gleichzeitig bewegen sie sich weniger und schlafen vermehrt lange und tief. Sie finden ihre Katzentoilette nicht und verlieren den gewohnten Tag- Nacht-Rhythmus. Manche von ihnen stehen oder sitzen minutenlang im Raum und starren wie abwesend einen Punkt im Nichts an - während andere von ihnen plötzlich gereizt reagieren oder besonders ängstlich.

Anzeichen für eine Demenz bei Katzen

Es gibt nicht das eine charakteristische Symptom für Katzendemenz. Bei jeder Katze verläuft die Krankheit anders. Manchmal ist es vielleicht nur ein Anzeichen, das Dich aufmerksam werden lässt, mal sind es mehrere zusammenkommende Situationen. Wenn sie also eines oder mehrere der folgenden Symptome zeigt, solltest Du mit ihr zum Tierarzt gehen und sie auf eine Demenz untersuchen lassen:

  • „Grundloses“ Miauen: Du wirst immer öfter von durchdringenden Schreien oder hilflosem Miauen, vorzugsweise in der Nacht, aufgeschreckt. Einen Grund dafür kannst Du nicht erkennen. Oft liegt dieser Grund aber in einer durch die Demenz ausgelösten Orientierungs- und Hilflosigkeit.
  • Nachlassende Koordination und Raumwahrnehmung: Deine Katze peilt den Stuhl für ein gemütliches Schläfchen an, setzt zum Sprung an und verfehlt ihn knapp. Auch beim Klettern kann es zu solchen Unfällen kommen. Vielleicht verzichtet Deine Katze aber auf einmal auch freiwillig auf solche Manöver, obwohl sie früher gerne gesprungen und geklettert ist.
  • Räumliche Orientierungslosigkeit: Dein Tier streift planlos umher. Sie findet ihre Trinkschüssel und ihren Fressnapf nicht mehr, kann Ausgänge aus Räumen nicht erkennen und macht insgesamt den Eindruck, nicht zu wissen, wohin sie überhaupt unterwegs ist.
  • Zeitliche Orientierungslosigkeit: Dein Liebling verliert sein Zeitgefühl. Oder genauer gesagt ist sein „Zirkadianer Rhythmus“, also die Fähigkeit, die Tageszeit zu bestimmen, gestört. Die Folge ist, dass Deine Katze lang gewohnte Routinen in ihrem Tagesablauf vergisst, wie etwa zur Fütterung, zum Kuscheln oder zur Pflege, weil sie die Zeit nicht mehr abschätzen kann.
  • Änderung des „Schlaf-Wach-Rhythmus“: Nah an diesen „Zeitverlust“ gekoppelt ist eine Störung der Schlaf- und Wachphasen, die zu veränderten Schlafgewohnheiten führt. Nachtaktive Katzen sind plötzlich am Tag unterwegs, während Katzen, die sich eigentlich an die Schlafenszeiten ihrer Besitzer gewöhnt haben, in ihr altes Muster zurückfallen und mitten in der Nacht aufwachen. Auch ein erhöhter Schlafbedarf ist möglich.
  • Gestörtes Verhalten: Deine Katze wusste immer, wie sie durch die Katzenklappe herein- und herauskommt und nun sitzt sie schreiend davor und weiß nicht weiter? Oder sie reagiert grundlos aggressiv, obwohl sie zuvor eine ruhige Katze war? Dann ist eine Demenz leider wahrscheinlich.
  • Angst: Deine Katze versteckt sich angsterfüllt hinter dem Sofa, wenn das Telefon klingelt, auch wenn ihr das früher nichts ausgemacht hat? Das kann ein Anzeichen von Demenz sein.
  • Vergesslichkeit: Von einem Tag auf den anderen hat die Katze Angst vor Deiner Nachbarin, die doch seit Jahren immer mal wieder bei Dir hereinschaut. Du hast das Gefühl, die Katze erkennt die nette alte Dame mit dem Thunfisch-Leckerli nicht einmal. Womöglich erkennt sie aber sogar Dich oder andere Familienmitglieder nicht mehr und behandelt sie wie Fremde. Auch erlernte Kommandos oder der eigene Name werden vergessen.
  • Abnehmendes Lernvermögen: Es fällt Deiner Katze ungemein schwer, neue Dinge oder Kommandos zu lernen. Auch von Veränderungen und neuen Situationen ist sie überfordert.
  • Ruhelosigkeit: Deine Katze kommt nur schwer zur Ruhe. Sie ist unruhig und nervös und läuft ständig durch die Gegend.
  • Lethargie: Deine Katze zieht sich aus sozialer Interaktion und sonstigen Aktivitäten zurück, schläft noch viel mehr als sonst und bewegt sich kaum noch. Womöglich starrt sie sogar für lange Zeit ins Leere. Auch auf Deine Ansprache reagiert sie gar nicht oder nur noch selten.
  • Inkontinenz: Das Katzenklo wird verfehlt und manchmal gar nicht mehr gefunden. Deine Katze läuft suchend umher und macht dann doch woanders hin. Manchmal liegt sie in ihrem eigenen Urin oder Kot.
  • Nachlassende Fellpflege: Deine früher so reinliche Katze kümmert sich nicht mehr um sich und putzt ihr Fell deutlich seltener.
  • Appetitlosigkeit: Deine Katze vergisst zu Essen oder hat kaum noch Interesse an Futter und beginnt abzumagern.
  • Depression: Deine Katze scheint ihre Lebensfreude ein Stück weit verloren zu haben. Sie ist schwermütig und hat keine Lust mehr sich aufzuraffen, zu spielen oder auch nur aus dem Fenster zu schauen.
  • Veränderung der Rangordnung: In Deinem Mehr-Katzen-Haushalt wird Deine Seniorenkatze plötzlich von Deinen anderen Katzen untergebuttert.
  • Störungen des Sozialverhaltens: Beim Umgang mit gesunden Katzen reagiert Deine Katze neuerdings unbeholfen, extrem zurückhaltend oder aggressiv.
  • Katze ist zunehmend unsauber, vor allem auf der Katzentoilette; Körperpflege lässt nach
  • Wahrnehmungsstörungen und Orientierungslosigkeit, beispielsweise mangelnde Koordination beim Springen auf Gegenstände
  • Vermehrtes Miauen, besonders nachts
  • Rückzug und verminderte Interaktion mit Menschen oder anderen Tieren
  • Probleme, Futter- oder Wassernapf zu finden
  • Vergessen von erlernten Verhaltensweisen, wie das Nutzen der Katzenklappe oder das Reagieren auf ihren Namen
  • Veränderte Schlafgewohnheiten, wie längere Wachphasen in der Nacht
  • Katze frisst nicht oder frisst mehr
  • Rastlosigkeit oder erhöhte Unruhe
  • Abnehmende Aktivität
  • Deutliche Verhaltensänderungen, häufige Anzeichen von Depression, Aggressivität oder Angst

Wenn ältere Katzen Verhaltensstörungen aufweisen, handelt es sich vielleicht um eine eingeschränkte mentale Leistungsfähigkeit. Die Diagnose könnte Demenz lauten.

Wie untersucht der Tierarzt die Katze auf Demenz?

Sobald Du eines oder mehrere der beschriebenen Symptome bei Deiner Katze bemerkst und das Gefühl hast, sie könnte an Altersdemenz oder der Vorstufe, der „Kognitiven Dysfunktion“, erkrankt sein, lass sie ausführlich vom Tierarzt durchchecken. Es muss nicht immer eine Demenz sein.

Gerade im Alter sind viele Symptome auch organischen Ursprungs. Inkontinenz bei Katzen zum Beispiel kann durch eine schmerzhafte Blasenentzündung oder andere Ursachen verursacht werden und somit organischem Versagen zugeschrieben werden. Das kann so gut es geht vom Tierarzt behandelt werden.

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Um eine Diagnose zu stellen, muss der Tierarzt einige Untersuchungen vornehmen. Das sorgt natürlich für eine hohe Rechnung. Bereits für die eingehende Anamneseerhebung und Beratung kann 36,63 € berechnen.

Weitere mögliche Untersuchungen sind außerdem eine Blutuntersuchung (Großes Blutbild: 27,99 €), eine Harnkontrolle (10,10 €) und eine Ultraschalldiagnostik (70,11 €). Auch eine klinische neurologische Untersuchung (30,52 €) ist möglich. Zudem wird der Veterinär Deiner Katze gegebenenfalls Medikamente mit einer Spritze verabreichen (13,69 €).

Diese Kostenbeispiele beziehen sich auf den 1-fach Satz der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT). Je nach Schwere der Behandlungen, Wochentag oder Tageszeit kann der Tierarzt bis zum 4-fachen Satz abrechnen, was für deutliche höhere Kosten sorgt.

Diagnosestellung

Die kognitive Dysfunktion umfasst bestimmte Verhaltensänderungen. Leider können die selben Veränderungen auch durch Erkrankungen, wie Schilddrüsenüberfunktion, chronische Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus und andere Erkrankungen verursacht werden. Daher ist bei jeglicher Verhaltensänderung, vor allem bei alten Tieren ein Gang zum Tierarzt anzuraten. Die Diagnose kognitive Dysfunktion kann nur gestellt werden, wenn alle anderen Ursachen ausgeschlossen werden können.

Tierärzte weisen Demenz bei Katzen nach, indem sie andere mögliche Erkrankungen (Differentialdiagnosen) ausschließen. Dazu zählen insbesondere Krankheiten, die dazu führen, dass Ihre Katze erblindet oder ihr Hörvermögen verliert.

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Da es keinen spezifischen Test für Katzendemenz gibt, basiert die Diagnose oft auf dem Ausschluss anderer Erkrankungen. Wenn andere medizinische Ursachen für die Symptome ausgeschlossen werden können und die Verhaltensänderungen mit Demenz vereinbar sind, wird die Diagnose Katzendemenz gestellt.

Anamnese und Verhaltensbeobachtungen

  • Gespräch mit dem Besitzer: Der Tierarzt wird ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen, um Verhaltensänderungen und Symptome, die auf Demenz hindeuten könnten, zu erfassen. Dazu gehören Fragen zu Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus, Desorientierung, Gedächtnisverlust und Verhaltensauffälligkeiten.
  • Verhaltensprotokoll: Es kann hilfreich sein, ein Protokoll über das Verhalten Ihrer Katze zu führen, um Muster und Veränderungen über die Zeit hinweg zu dokumentieren.

Klinische Untersuchung

  • Allgemeine Gesundheitsprüfung: Der Tierarzt wird eine gründliche körperliche Untersuchung durchführen, um den allgemeinen Gesundheitszustand der Katze zu bewerten und Anzeichen für andere Erkrankungen zu erkennen.
  • Neurologische Bewertung: Eine neurologische Untersuchung kann helfen, neurologische Erkrankungen, die ähnliche Symptome wie Demenz zeigen, auszuschließen.

Laboruntersuchungen

  • Bluttests: Umfassende Blutuntersuchungen helfen, andere Erkrankungen wie Nierenversagen, Schilddrüsenüberfunktion oder Diabetes, die ähnliche Symptome verursachen können, auszuschließen.
  • Urinanalyse: Eine Urinuntersuchung kann zusätzliche Informationen über den Gesundheitszustand liefern.

Bildgebende Verfahren

  • MRT oder CT: In einigen Fällen kann es sinnvoll sein, bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) einzusetzen, um Gehirnveränderungen zu erkennen oder andere Ursachen auszuschließen.

Unsere Tipps für eine lebenswerte Zeit Deiner Katze

Die Diagnose Demenz ist für die meisten Katzenhalter ein Schock. Denn Demenz ist nicht heilbar und verschlimmert sich im Laufe der Zeit. Allerdings kannst Du etwas tun, um die Krankheit zumindest etwas aufzuhalten und Deiner Katze den Alltag so schön und angenehm wie möglich zu gestalten.

  • Futter: Gib Deiner Katze Futter mit einem hohen Fettsäuregehalt. Dieser trägt zu einem gesunden Gehirn bei. Verabreiche ihr außerdem Nahrungsergänzungsmittel mit Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren. Diese erhalten das Hirn fit und können den Alterungsprozess verlangsamen.
  • Gehirnjogging: Bei uns Menschen ist nachgewiesen, dass ein regelmäßig trainiertes Gehirn Demenzsymptome verzögert oder gar nicht erst zeigt. Auch wenn Deine Katze spiel faul ist, versuche sie aus der Reserve zu locken. Besorge ihr ein leichtes Fummelbrett oder anderes, nicht zu anspruchsvolles Intelligenzspielzeug für Katzen. Auch Clickertraining kann zu super Ergebnissen führen. Rätsel sind einfach ein tolles Gehirntraining. Und Du kannst der Demenz, die den Geist langsam verkümmern lässt, etwas entgegensetzen.
  • Nähe: Sei für Deine Katze da. Ist Dein Tier dement, kann es sein, dass es sich immer weniger in ihrem Alltag zurechtfindet und damit in alltäglichen Situationen plötzlich unsicher ist. Das kann einem Katzentier natürlich große Angst machen. Versuche sie als ihre erste Bezugsperson zu beruhigen, lasse sie Deine Nähe spüren. Dann kann Dein Tier einen Weg aus seiner Angst finden.
  • Routinen: Katzen mit Demenz benötigen feste tägliche Abläufe, um sich wohlzufühlen. Routine und regelmäßige Rituale sind das A und O. Etwa morgens vor der Arbeit Fummelbrettzeit, abends vor dem Schlafengehen Kuschelzeit und natürlich feste Fütterungszeiten. Auf diese Weise gibst Du Deiner dementen Katze Halt und überforderst sie nicht. Im Gegensatz zum Tagesablauf darf das Futter durchaus abwechslungsreich sein. Auf diese Weise führst Du dem Gehirn Deiner Katze weitere neue Reize zu.
  • Grenzen akzeptieren: So wichtig es ist, Deine Katze nicht aufzugeben und sie geistig fit zu halten, so darfst Du sie auch nicht überfordern und unter Stress setzen. Akzeptiere es, wenn sie nicht toben und keine Streifzüge durch die Nachbarschaft mehr unternehmen will und gönne ihr auch Abstand und Schlaf, wenn sie ihn braucht.
  • Seniorengerechte Anpassungen: Demenz ist oft nicht die einzige Einschränkung für alternde Katzen. Eine natürliche Alterserscheinung zeigt sich zum Beispiel in immer schwächer werdenden Gelenken. Zu viel oder unnötiges Bewegen kann Deiner Katze große Schmerzen bereiten. Denn Knorpel und Knochen sind verschlissen. Hinzu kommen weitere Verletzungsgefahren durch die schlechtere Koordination und Reaktionsfähigkeit bei dementen Katzen. Gestalte Deine Wohnung also freundlich für Seniorenkatzen. Stelle flache, gut zugängliche Katzenklos auf. Auch die Liege- und Kuschelplätze sollten leicht erreichbar sein.

Umgebungsmanagement

Versuchen Sie die Umgebung Ihrer Katze mit neuem Spielzeug anzuregen. Verbringen Sie gemeinsam Zeit miteinander (falls Ihre Katze den menschlichen Kontakt genießt). Gemeinsames Spiel wird üblicherweise gut akzeptiert. Auch Versteckmöglichkeiten und erhöhte Plätze (die leicht erreichbar sein müssen, z.B. über Rampen) oder Futterspiele regen die Gehirntätigkeit an. Vor allem die Verwendung von Futterspiele ist in besonderem Maße auch zur Vorbeugung geeignet. Änderungen in der Umgebung sollten langsam geschehen, um ältere Katzen nicht zu verwirren. Auch Futterpuzzle sollten, wenn sie neu sind, nur ab und an verwendet werden. Andere anregende Veränderungen für ältere Katzen, die potentiellen Frustration und Stress reduzieren sind zum Beispiel:

  • Futter und Wasser NICHT an erhöhten Plätzen anbieten oder den Zugang durch Rampen erleichtern
  • Die Futterschalen leicht vom Boden erhöhten, damit die Katze den Kopf nicht so stark beugen muss
  • Futter- und Wasserschale nicht nebeneinander aufstellen
  • Viele komfortable Liegemöglichkeiten anbieten, die leicht erreichbar sind
  • Große Katzentoiletten mit tiefem Einstieg anbieten, an einer leicht erreichbaren Position
  • Weiche Einstreu verwenden, zum Beispiel Sandähnliche die weicher an den Pfoten ist
  • Ältere Katzen mögen oft keine Katzenklappen mehr benutzen, öffnen Sie doch wenn möglich eine Tür
  • Der Katze eine ruhigen Ort erlauben, an dem sie für sich sein darf und nicht gestört wird
  • zu einer älteren Katze eine jüngere Katze aufzunehmen, bedeutet sehr viel Stress, es sollte daher darauf verzichtet werden
  • Besonders ängstlichen Katzen, kann die Vernebelung von Feliway helfen

Behandlung von Demenz bei Katzen

Demenz bei Katzen, auch bekannt als kognitives Dysfunktionssyndrom (CDS), ist eine fortschreitende Erkrankung, die derzeit nicht heilbar ist. Dennoch gibt es verschiedene Ansätze, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der betroffenen Katzen zu verbessern.

Medikamentöse Behandlung

  • Spezielle Medikamente: Einige Medikamente können helfen, die Symptome der Demenz zu lindern. Sie können dazu beitragen, den Abbau kognitiver Funktionen zu verlangsamen.

Leider gibt es kein Medikament gegen die kognitive Dysfunktion, das für Katzen zugelassen ist. Einige angstlösende Medikamente und Antidepressiva können in einigen Fällen hilfreich sein. Bei Katzen ist die Therapie mit Medikamente daher stark von den einzelnen Erscheinungen abhängig.

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Anpassung der Ernährung

  • Spezialdiäten: Diäten, die reich an Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren und anderen wichtigen Nährstoffen sind, können die Gehirnfunktion unterstützen und zur allgemeinen Gesundheit beitragen.
  • Regelmäßige Fütterungszeiten: Ein fester Fütterungsplan kann helfen, Routine und Struktur im Alltag der Katze zu schaffen.

Das Futter sollte reich an Antioxidantien sein. Es sind Nahrungsergänzungsprodukte speziell für Tiere mit kognitiver Dysfunktion erhältlich.

Verhaltensanreize

  • Mentale Stimulation: Einfache Spiele, leichte Trainingseinheiten und Spielzeuge können helfen, das Gehirn der Katze zu stimulieren und ihre kognitiven Fähigkeiten zu erhalten.
  • Regelmäßige Interaktion: Regelmäßige, sanfte Interaktionen mit dem Besitzer können die emotionale Stabilität fördern und zur Lebensqualität beitragen.

Management von Begleitsymptomen

  • Umgang mit Unsauberkeit: Verwenden Sie leicht zugängliche Katzentoiletten und halten Sie die Umgebung sauber und ordentlich, um Stress zu reduzieren.
  • Anpassung an körperliche Einschränkungen: Beachten Sie altersbedingte Veränderungen wie Arthritis und passen Sie die Umgebung entsprechend an, z. B. durch niedrige Einstiege und weiche Liegeplätze.

Regelmäßige tierärztliche Kontrollen

  • Überwachung des Gesundheitszustandes: Regelmäßige tierärztliche Kontrollen sind wichtig, um den Fortschritt der Erkrankung zu überwachen und die Behandlung bei Bedarf anzupassen.

Unterstützung für die Besitzer

  • Information und Beratung: Besitzer sollten sich über die Erkrankung informieren und bei Bedarf Unterstützung und Beratung von Tierärzten und Fachleuten suchen.

Die Behandlung von Demenz bei Katzen erfordert Geduld, Verständnis und eine liebevolle Fürsorge. Durch eine Kombination aus medizinischer Behandlung, Anpassungen in der Umgebung und emotionaler Unterstützung können Sie dazu beitragen, das Wohlbefinden Ihrer Katze zu verbessern und ihr ein möglichst angenehmes Leben zu ermöglichen.

Unterstützung für Ihre demente Katze: Praktische Tipps für Patientenbesitzer

Wenn Ihre Katze an Demenz leidet, auch bekannt als kognitives Dysfunktionssyndrom (CDS), stehen Sie vor der Herausforderung, ihr ein möglichst angenehmes und erfülltes Leben zu ermöglichen. Hier sind einige praktische Tipps, wie Sie Ihre demente Katze unterstützen können:

  • Vermeiden Sie Veränderungen: Halten Sie die Umgebung Ihrer Katze so konstant wie möglich. Große Veränderungen können Stress und Verwirrung auslösen.
  • Einfacher Zugang: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Katze leicht Zugang zu ihrem Futter, Wasser und der Katzentoilette hat. Eventuell ist es hilfreich, zusätzliche Toiletten und Fressstellen einzurichten.
  • Feste Tagesabläufe: Katzen mit Demenz profitieren von einem vorhersehbaren Tagesablauf. Füttern, Spielen und Kuscheln zu festen Zeiten können helfen, ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln.
  • Einfache Spiele: Nutzen Sie einfache, nicht überfordernde Spiele, um die geistige Aktivität Ihrer Katze anzuregen.
  • Interaktion: Regelmäßige, sanfte Interaktionen sind wichtig. Sprechen Sie mit Ihrer Katze, streicheln Sie sie und bieten Sie ihr sanfte Beschäftigung an.
  • Anpassungen für Komfort: Achten Sie auf Anzeichen von Arthritis oder anderen altersbedingten Beschwerden und passen Sie die Umgebung entsprechend an, beispielsweise durch niedrige Einstiege zu den Ruheplätzen.
  • Regelmäßige tierärztliche Kontrollen: Eine gute medizinische Betreuung ist entscheidend, um die Gesundheit Ihrer Katze zu überwachen und eventuelle Begleiterkrankungen zu behandeln.
  • Beruhigende Präsenz: Seien Sie eine konstante, beruhigende Präsenz für Ihre Katze. Ihr Gefühl der Sicherheit stärkt sich durch Ihre Nähe und Zuwendung.
  • Vermeiden Sie Stress: Schützen Sie Ihre Katze vor lauten Geräuschen, hektischen Aktivitäten und anderen stressauslösenden Situationen.
  • Geduld und Verständnis: Zeigen Sie Geduld und Verständnis für veränderte Verhaltensweisen, wie Desorientierung oder Unsauberkeit. Bestrafen Sie Ihre Katze niemals für solche Verhaltensweisen.
  • Ruhige Interaktionen mit anderen Haustieren: Wenn Sie mehrere Haustiere haben, sorgen Sie für ruhige und stressfreie Begegnungen. Achten Sie darauf, dass Ihre demente Katze nicht von anderen Tieren gemobbt oder überfordert wird.
  • Ausgewogene Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, die alle notwendigen Nährstoffe enthält. Spezielle Diäten für ältere Katzen können ebenfalls hilfreich sein.
  • Regelmäßige Fellpflege: Unterstützen Sie Ihre Katze bei der Fellpflege, besonders wenn sie diese vernachlässigt.

Indem Sie diese Tipps beherzigen, können Sie Ihrer dementen Katze helfen, trotz ihrer Einschränkungen ein würdevolles und möglichst angenehmes Leben zu führen. Ihre Liebe und Fürsorge sind dabei die wichtigsten Faktoren.

Die Katze ein würdevolles Leben ermöglichen trotz Demenz

Wir alle müssen leider akzeptieren, dass unsere Katzen älter werden und irgendwann der Abschied bevorsteht. Deshalb sollten wir versuchen, ihnen ein würdevolles Leben zu ermöglichen, sodass sie glücklich sind, solange es geht. Eine gute Behandlung durch den Tierarzt kann dabei helfen, diese Lebensqualität für Deine Katze zu bewahren und muss mit einer Katzenkrankenversicherung nicht einmal teuer sein.

Da Demenz bei Katzen aber nicht heilbar ist und mit großen physischen und psychischen Schmerzen verbunden sein kann, solltest Du Deine Katze nicht zwanghaft in dieser Welt halten. Wenn Du merkst, dass Dein Tier am Ende seines Lebensweges angekommen ist, lasse sie friedlich über die Regenbogenbrücke gehen, so schwer Dir diese Entscheidung auch fällt.

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