Der Schwanz einer Katze ist nicht nur ein Anhängsel, sondern ein wichtiges Instrument für Gleichgewicht, Kommunikation und Ausdruck von Emotionen. Probleme am Schwanzansatz können daher vielfältige Ursachen haben und die Lebensqualität der Katze erheblich beeinträchtigen. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Erkrankungen und Zustände, die zu Nervenproblemen am Schwanzansatz führen können, von traumatischen Verletzungen bis hin zu neurologischen Störungen und Verhaltensauffälligkeiten.
Traumatisch bedingter Schwanzabriss
Eine häufige Ursache für Probleme am Schwanzansatz ist der traumatisch bedingte Schwanzabriss. Dieser entsteht meist durch äußere Gewalteinwirkung, beispielsweise durch einen Unfall.
Symptome und Diagnose
Ein eindeutiges Symptom des Schwanzabrisses ist die Lähmung des Schwanzes, der schlaff herabhängt. Manchmal sind zusätzlich die Hintergliedmaßen mitbetroffen. Akut ist das Geschehen hoch schmerzhaft, und bei der Palpation (Abtastung) ist eine deutliche Krepitation (Knistergefühl) mit abnormer Beweglichkeit feststellbar. Die Haltungs- und Stellreaktionen sowie die spinalen Reflexe sind beim Schwanzabriss selten gestört. Die Diagnose wird durch eine Röntgenuntersuchung in zwei Ebenen bestätigt.
Therapie
Heutzutage tendiert man in den meisten Fällen eher zur konservativen Therapie, da statistisch gesehen keine Korrelation zwischen klinischen und radiologischen Befunden festgestellt werden kann. Das bedeutet, dass radiologisch ungünstig befundete Läsionen sich klinisch gut entwickeln können. Es lohnt sich also, einen konservativen Therapieweg einzuschlagen und der Regeneration ausreichend Zeit zuzugestehen. Erfahrungsgemäß können sich die betroffenen Katzen noch nach Wochen regenerieren.
Felines Hyperästhesie-Syndrom (Rolling Skin Syndrom)
Das Rolling Skin Syndrom, auch bekannt als feline Hyperästhesie, ist eine seltene neurologische Störung, die durch plötzliche Hautzuckungen, starke Überempfindlichkeit beim Streicheln und hektische Bewegungen gekennzeichnet ist.
Lesen Sie auch: Ursachen und Risikofaktoren für Schlaganfälle bei Katzen
Symptome
Am deutlichsten zeigt sich das Rolling Skin Syndrom im Verhalten der Katze selbst. Viele Halter erleben die erste Episode als Schreckmoment: Die Katze liegt entspannt, man streichelt über den Rücken - und plötzlich „wogt“ die Haut, der Schwanz peitscht, die Pupillen weiten sich, das Tier schießt davon oder beginnt, den Schwanzansatz heftig zu putzen. Nach Sekunden oder wenigen Minuten kehrt Ruhe ein, als wäre nichts gewesen.
Weitere Symptome sind sensorische Auffälligkeiten (Überempfindlichkeit der Haut), motorische Zeichen (sichtbare Zuckungen und ruckartige Bewegungen) und Verhaltensänderungen (Flucht, Lautäußerungen, übermäßige Fellpflege). Es ist wichtig zu beachten, dass viele dieser Zeichen auch bei anderen Problemen vorkommen können (zum Beispiel Parasiten, Allergien, Schmerzen). Darum ist die gründliche tierärztliche Abklärung so elementar.
Ursachen und Diagnose
Die exakte Ursache der felinen Hyperästhesie ist ungeklärt; meist greifen mehrere Faktoren ineinander. Fachleute verstehen unter dem Oberbegriff feline Hyperästhesie eine neurologische Überempfindlichkeit: Nerven und Haut reagieren phasenweise übersteigert. Das Gehirn scheint eingehende Signale (Berührung, Bewegung) während der Episoden übersteigert zu verarbeiten, als wäre kurzfristig die Lautstärke hochgeregelt. Aus klinischer Sicht erinnert das Muster teilweise an Anfallsleiden: abruptes Einsetzen, kurze Dauer, spontane Beendigung.
Die Diagnose „Rolling Skin Syndrom Katze“ wird in der Regel klinisch gestellt - nachdem andere mögliche Ursachen ausgeschlossen wurden. Ein Episodenprotokoll (Datum/Uhrzeit, Dauer, Situation, Intensität, was half) beziehungsweise Notizen im Tiergesundheitskalender und Videos der Ereignisse können bei der Diagnose helfen.
Behandlung
Eine ursächliche Heilung gibt es bislang nicht. Realistisches Ziel ist die Kontrolle der Symptome: Sie soll bewirken, dass Episoden seltener und mit geringerer Intensität auftreten, um die Lebensqualität der Katze zu verbessern.
Lesen Sie auch: Alles über Epilepsie bei Katzen
Behandlungsmöglichkeiten:
- Behandlung möglicher Verletzungen durch die Anfälle.
- Einstellung der richtigen Dosis und die Verlaufskontrolle durch den Tierarzt.
- Ergänzungsfuttermittel mit z.B. Omega-3-Fettsäuren können das Nervensystem unterstützen.
- Ein gelassener Alltag mit Routinen (vorhersagbare Fütterungszeiten, kurze Interaktionen, ruhige Rückzugsphasen).
- Beobachtung, wann und wo Episoden gehäuft auftreten (Uhrzeit, nach Besuch, vor Fütterung, beim Rückenstreicheln).
- Ruhe bewahren, nicht festhalten, Umgebung beruhigen, kurze Zeit abwarten.
- Kurzes, ruhiges Spiel (30-60 Sekunden) mit einer leichten Federangel oder ein vertrauter Liegeplatz mit Decke können nach Episoden helfen. Einige reagieren auch gut auf sanfte Hintergrundmusik.
Die Lebenserwartung ist in den meisten Fällen normal. Das Rolling Skin Syndrom selbst verkürzt das Leben nicht. Ohne Behandlung kann die Lebensqualität leiden - zum Beispiel durch ständigen Stress, Schlafdefizite oder Hautverletzungen infolge exzessiver Fellpflege.
Stress (inklusive unregelmäßigem Tagesablauf) zählt zu den wichtigsten Triggern. Eine ausgewogene Ernährung und Omega‑3‑Fettsäuren können das Nervensystem unterstützen. Ergänzungsfuttermittel können das Stresslevel senken.
Ganzheitlicher Ansatz
Das Hyperästhesie-Syndrom der Katze ist eine multifaktorielle Erkrankung, die ganzheitlich betrachtet werden sollte, damit dem Patienten langfristig geholfen werden kann. Es ist demnach wenig sinnvoll, lediglich die Hyperreaktivität des Nervensystems zu dämpfen, da im Sinne der klassischen Homöopathie jede Unterdrückung zu einer neuen, womöglich noch intensiveren Ausprägung der Krankheit führen kann.
In der naturheilkundlichen Praxis gilt es, sämtliche potentiellen Störfaktoren und Belastungen des Patienten zu erfassen und zu kategorisieren, um entsprechende Therapiemaßnahmen ergreifen zu können. Die meisten Katzen mit Hyperästhesie-Syndrom weisen eine starke Belastung mit Neurotoxinen auf, wie sie vor allem in Impfungen und allopathischen Präparaten zur Bekämpfung von Ekto- und Endoparasiten zu finden sind. Darüber hinaus weisen auch die Mononatriumglutamate in der handelsüblichen Fertignahrung eine starke Affinität zu Störungen des Zentralen Nervensystems auf.
Fütterung in der Therapie
Bei einer erkrankten Katze, ganz gleich welches Organsystem betroffen ist, sollte der ganzheitliche Therapeut die Ernährung individualisieren und optimieren. Gerade wenn ein Krankheitsgeschehen so komplex und vielschichtig ist wie die Feline Hyperästhesie und gleichzeitig so vage in seiner Causa, empfiehlt sich der Verzicht auf Fertignahrung und der Wechsel zu einem naturbelassenen, hochwertigen Frischfutter.
Lesen Sie auch: Epilepsie bei Katzen verstehen: Ein umfassender Leitfaden
Gegen die Implementation von handelsüblicher Tiernahrung in ein ganzheitliches Therapiekonzept sprechen mehrere Faktoren:
- Die Zusammensetzung der meisten Fertigfuttermittel entspricht nicht den physiologischen Nährstoffbedürfnissen der Katze.
- Die Stoffwechselorgane Leber, Nieren und Bauchspeicheldrüse sowie der gesamte Gastrointestinaltrakt werden belastet.
- Der hohe Kohlenhydratanteil im Fertigfutter sorgt dafür, dass die Katze ein Übermaß an Energie erhält, die ihr unruhiges Verhalten anschürt und ihr Aktivitätslevel pathologisch hoch hält.
- Die in der Fertignahrung unweigerlich enthaltenen Geschmacks- und Konservierungsstoffe können chronische Reizungen des Nervensystems verursachen und unterhalten.
Ob die Katze auf mögliche auslösende Faktoren in der Fütterung reagiert, kann nur durch ein Frischfutter herausgefunden werden, das auf synthetische Nahrungsergänzungsmittel verzichtet. Biologisch artgerechte Rohfütterung reinigt und entlastet den Stoffwechsel und versorgt ihn darüber hinaus mit allen Vitalstoffen wie höchst bioverfügbaren Vitaminen, Enzymen und Aminosäuren.
Nahrungssupplemente
Vitamin-B-Komplexpräparate haben sich bei neurologischen Erkrankungen positiv bewährt. Sie können der Nahrung regelmäßig in Kapselform zugesetzt werden. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, mit hochwertigen Fettsäuren zu arbeiten, die bei der Therapie entzündlicher Reizzustände wertvolle Dienste leisten und darüber hinaus die Myelinschicht der Nervenfasern schützen und regenerieren. Hierzu kann man ein schadstoffgeprüftes, mit Vitamin E stabilisiertes Wildlachsöl einsetzen. Auf Pflanzenöle verzichtet man selbstverständlich in der Ernährung des Karnivoren Katze.
Therapiebaustein Entgiftung
Auf die Verabreichung von Neurotoxinen beispielsweise in Form von Antiparasitika sollte während der Therapie des Felinen Hyperästhesie-Syndroms verzichtet werden. Im naturheilkundlichen Bereich finden sich zahlreiche unschädliche Alternativen zur chemischen Wurmkur und zum Spot-on gegen Hautparasiten - beispielsweise Kokosöl, Produkte mit Margosa-Extrakt oder Kieselgur.
Eine Basis-Entgiftung kann man durch die Zufütterung hochwertigen Zeoliths in Gang setzen. Es empfiehlt sich bei entsprechender Symptomatik, die Stoffwechselorgane sanft zu unterstützen, beispielsweise mit Mariendistel oder Goldrute.
Cauda-Equina-Syndrom (CES)
Das Cauda-Equina-Syndrom (CES) ist eine neurologische Erkrankung, bei der die Nervenwurzeln am Ende des Rückenmarks, in der sogenannten Cauda equina, komprimiert, gereizt oder geschädigt werden. Die Cauda equina ist eine Ansammlung von Nervenwurzeln, die vom unteren Ende des Rückenmarks bis zum Kreuzbein verlaufen. Sie erinnert in ihrer Form an einen Pferdeschwanz (lateinisch cauda equina) und ist für die Nervenversorgung von Beinen, Blase, Darm und Genitalbereich zuständig.
Ursachen
Die Ursachen des CES können vielseitig sein oder auch kombiniert auftreten:
- Degenerative lumbosakrale Stenose (DLSS) - häufigste Ursache beim Hund (Verengung des Wirbelkanals)
- Bandscheibenvorfälle (Diskopathien)
- Angeborene Missbildungen der Wirbelsäule
- Wirbelsäulenverletzungen / Traumata
- Entzündliche Prozesse im Wirbelsäulenbereich
- Spondylose deformans (Verknöcherungen der Wirbelgelenke)
- Tumore oder Geschwüre im Bereich der Wirbelsäule
- Instabilität oder Fehlbildungen im Lumbosakral Bereich
Symptome
Die nachfolgend aufgeführten Symptome können einzeln sowie kombiniert auftreten. Auch kann die Intensität der Symptome sehr unterschiedlich sein, wobei im unbehandelten Fall eine deutliche Verschlimmerung im Zeitverlauf auftreten kann.
- Schmerzen im unteren Rückenbereich (besonders beim Aufstehen, Springen, Treppensteigen) oft mit Schmerzäußerungen
- Lahmheit der Hintergliedmaßen
- Schwacher oder unkoordinierter Gang
- Sensibilitätsstörungen an den unteren Extremitäten
- Kauen an Schwanz oder Hinterläufen
- Harn- oder Kotinkontinenz (bei fortgeschrittener CES möglich)
- Muskelschwund (Atrophie) der Hintergliedmaßen
- Schwanzschwäche oder -lähmung
- Unwilligkeit zu Bewegung
- Vermehrtes Abschleifen der hinteren Krallen
- Impotenz
Diagnose
Um eine zweifelsfreie Diagnostik zu erhalten, ergeben sich die nachfolgend aufgeführten Möglichkeiten/Maßnahmen:
- Klinische Untersuchung und neurologischer Status
- Röntgenaufnahmen der Lendenwirbelsäule
- CT oder MRT zur Darstellung der Nervenstrukturen
- Myelographie (Kontrastmitteluntersuchung)
- Elektromyografie (EMG) in Spezialfällen
Behandlung
Die nachfolgend aufgeführten Behandlungsmöglichkeiten zeigen schulmedizinische und naturmedizinische Therapien sowie auch begleitende und ergänzende Maßnahmen der Tierphysiotherapie.
Während die naturheilkundliche Behandlung und Physiotherapie darauf zielt, Schmerzen zu lindern, Entzündungen zu reduzieren, die Beweglichkeit zu verbessern und die Nervenregeneration zu fördern, setzt die Schulmedizin Schmerzmittel (NSAR/NSAID) ein oder führt Operationen (Laminektomie) durch.
Naturmedizinische Therapiemöglichkeiten:
- TCM (Traditionell Chinesische Medizin)
- Phytotherapie (Pflanzenheilkunde)
- Homöopathie
- Biochemische Therapie
- Verschiedene Akkupunkturverfahren
- Magnetfeldtherapie und Laserbehandlung
Auch spezielle Nahrungsergänzungsmittel (z. B. MSM, Omega 3+6 Fettsäuren, Vitamin B Komplex etc.) können einen Beitrag zur Symptomreduzierung leisten und sollten nicht vergessen werden - sprechen Sie hierauf Ihren Therapeuten an. Begleitende Behandlungen können durch fachkundige Tierchiropraktiker und Tierphysiotherapeuten durchgeführt werden.
Ziele der Behandlungsmöglichkeiten:
- Schmerzreduktion
- Maßnahmen zur Entzündungshemmung
- Verbesserung der Durchblutung (auch im Nervengewebe)
- Auflösung von Verspannungen und temporären Lähmungen
- Stimulierung neurologischer Funktionen
- Mobilisierung blockierter Wirbelgelenke
- Entlastung des Nervengewebes
- Muskelaufbau und Koordinationstraining
Prognose
Leichte bis mittelschwere Fälle: Mit konsequenter konservativer Therapie (inkl. Physiotherapie) ist eine gute Lebensqualität möglich.
Schwere Fälle: Operation kann notwendig sein, PrognoseDie Prognose ist die Vorhersage des wahrscheinlichen Verlaufs und Ausgangs einer Krankheit basierend auf dem allgemeinen Gesundheitszustand, der Art der Krankheit und der Reaktion auf die Behandlung. Sie kann Auskunft darüber geben, wie sich eine Erkrankung voraussichtlich entwickeln wird. hängt von der Ursache und dem Ausmaß der Schädigung ab.
Steifer Schwanz
Ein steifer Schwanz bei Katzen kann ein Zeichen für verschiedene Zustände sein, einschließlich Angst, Stress, Aufregung oder Schmerzen.
Ursachen
Ein steifer Schwanz kann durch verschiedene gesundheitliche Probleme verursacht werden. Eine der häufigsten Ursachen ist eine Verletzung oder ein Trauma. Ein weiterer möglicher Grund für einen steifen Schwanz ist eine neurologische Störung. Auch Entzündungen oder Infektionen können zu einem steifen Schwanz führen. In einigen Fällen kann ein steifer Schwanz auf Stress oder Angst zurückzuführen sein.
Diagnose
Um die Ursache eines steifen Schwanzes zu diagnostizieren, wird der Tierarzt zunächst eine gründliche körperliche Untersuchung der Katze durchführen. Dabei wird er auf Anzeichen von Schmerzen, Schwellungen oder Verletzungen achten. Falls erforderlich, können bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen oder Ultraschall eingesetzt werden, um Knochenbrüche oder andere strukturelle Probleme zu identifizieren. Blutuntersuchungen können durchgeführt werden, um Infektionen, Entzündungen oder andere systemische Erkrankungen auszuschließen.
Was tun?
Es ist wichtig, einen Tierarzt aufzusuchen, wenn der steife Schwanz länger als ein paar Tage anhält oder wenn die Katze Anzeichen von Schmerzen oder Unwohlsein zeigt. Ein Besuch beim Tierarzt ist auch notwendig, wenn die Katze Anzeichen von neurologischen Problemen zeigt. Während der Wartezeit auf den Tierarzttermin oder wenn der Besuch nicht sofort möglich ist, können einige Maßnahmen zur Linderung der Symptome beitragen. Vermeiden Sie es, den Schwanz der Katze zu berühren oder zu manipulieren, um weitere Verletzungen zu verhindern. Falls von einem Tierarzt empfohlen, können Schmerzmittel oder entzündungshemmende Medikamente verabreicht werden, um Schmerzen und Schwellungen zu lindern. Wenn die Ursache des steifen Schwanzes verhaltensbedingt ist, kann es hilfreich sein, den Stressfaktor zu identifizieren und zu beseitigen.
Forschung
Die Forschung zu dem Symptom “Schwanz steif” bei Katzen ist noch nicht umfassend, aber es gibt erste Studien, die sich mit der Verhaltensanalyse und den neurologischen Aspekten beschäftigen. Forscher versuchen, besser zu verstehen, wie die Nervenbahnen und Muskelreaktionen im Schwanz mit dem zentralen Nervensystem der Katze verbunden sind. Zusätzlich wird untersucht, ob genetische Faktoren eine Rolle bei der Neigung zu einem steifen Schwanz spielen. Einige Katzenrassen könnten aufgrund ihrer genetischen Disposition anfälliger für dieses Symptom sein.
Tonusverlust und Herabhängen des Schwanzes
Tonusverlust und Herabhängen des Schwanzes bei Katzen beschreibt einen Zustand, bei dem der Schwanz der Katze schlaff herunterhängt und die Katze nicht in der Lage ist, ihn normal zu bewegen oder zu heben.
Ursachen
Eine häufige Ursache für Tonusverlust ist eine Verletzung des Schwanzes, die durch Traumata wie ein Sturz, ein Autounfall oder das Einklemmen des Schwanzes in einer Tür entstehen kann. Neurologische Erkrankungen, die das Rückenmark oder die peripheren Nerven betreffen, können ebenfalls zu einem Tonusverlust führen. Infektionen oder entzündliche Erkrankungen wie FIP (Feline Infektiöse Peritonitis) oder Polyneuropathien können ebenfalls den Schwanztonus beeinflussen. Die Katze kann Anzeichen von Stress zeigen.
Diagnose
Tierhalter sollten auf Anzeichen achten, die auf einen Tonusverlust hinweisen könnten, wie z.B. ein schlaff herunterhängender Schwanz, Schwierigkeiten beim Balancieren oder ein ungewöhnliches Verhalten der Katze. Beim tierärztlichen Besuch wird der Tierarzt eine umfassende klinische Untersuchung durchführen, die den neurologischen Status, die Beweglichkeit und den Schmerzempfindlichkeit des Schwanzes bewertet. In einigen Fällen kann auch eine Blutuntersuchung notwendig sein, um systemische Erkrankungen oder Nährstoffmängel auszuschließen. Bei Verdacht auf neurologische Erkrankungen können weiterführende diagnostische Maßnahmen wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden.
Was tun?
Bis zum tierärztlichen Besuch sollte der Tierhalter versuchen, die betroffene Katze so ruhig wie möglich zu halten, um weitere Verletzungen oder Belastungen des Schwanzes zu vermeiden. Der Tierhalter sollte darauf achten, dass die Katze Zugang zu ihrem Futter und Wasser hat und dass die Umgebung sicher und frei von Hindernissen ist, die zu weiteren Verletzungen führen könnten. In Fällen, in denen der Tierarzt die Ursache des Tonusverlusts diagnostiziert und behandelt hat, sollten die Anweisungen zur Medikation oder Nachsorge genauestens befolgt werden, um eine vollständige Genesung zu unterstützen. Physiotherapie kann ebenfalls hilfreich sein.
Forschung
Aktuelle Forschungen konzentrieren sich darauf, die genauen Mechanismen zu verstehen, die zu einem solchen Tonusverlust führen. Wissenschaftler untersuchen die Rolle der peripheren Nerven und Muskeln im Schwanzbereich, um festzustellen, wie Verletzungen oder Erkrankungen in diesen Bereichen zu einem Verlust der Muskelspannung führen können. In der aktuellen Forschung wird auch die genetische Prädisposition untersucht, die manche Katzen anfälliger für Erkrankungen macht, die den Schwanz betreffen. Genetische Studien versuchen, spezifische Gene zu identifizieren, die möglicherweise mit einer erhöhten Anfälligkeit für Tonusverlust assoziiert sind.
Schmerzen erkennen
Symptome für Schmerzen bei einer Katze zeigen sich etwas anders als beim Hund. Mit der Katze geht man nicht spazieren: die Katze entscheidet selbst, wie und wie lange sie sich bewegt und welche Wege sie nimmt. So kann eine Katze ihre Schmerzen im Bewegungsapparat lange verbergen.
Leider bleiben so oft nur weniger spezifische Anzeichen, um zu erkennen, dass eine Katze unter Schmerzen leidet. Ihre Kombination hilft.
Symptome für Schmerzen bei Katzen:
- Aufgestelltes Fell
- Zuckende Haut am Rücken ohne Grund oder bei Berührung, besonders wenn es bei bestimmten Bewegungen oder Haltungen immer wieder vorkommt.
- Die Katze möchte nicht mehr hochspringen.
- Die Katze nimmt Umwege, um ihre gewohnten Plätze einzunehmen (Vermeidung bestimmter, schmerzhafter Bewegungen)
- Sie wird ruhiger und bewegt sich allgemein weniger.
- Sie schreit tags oder nacht.
- Sie beißt sich in die Gliedmaßen oder Schwanz.
- Sie leckt sich das Fell ab - unaufhörlich, wie panisch und ohne ersichtlichen Grund.
- Die Katze rennt “wie verrückt” von jetzt auf gleich durch die Wohnung.
- Lahmen, Hinken oder Humpeln sind eindeutige Anzeichen für Schmerzen im Bewegungsapparat, auch bei einer Katze.
Fallbeispiel: Leon
Vor vier Wochen hatte ich den Kater “Leon” bei mir in der Praxis. Ihm wurde schon vor einem Jahr der Schwanz amputiert, weil er diesen grundlos immer wieder gejagt und danach hinein gebissen hat. Der Schwanz war damals offen und bis auf den Knochen aufgebissen. Nach der Amputation wurden die Symptome aber nicht besser! Noch immer jagte der Kater seinen Schwanz-Rest wie panisch.
Meine Befundung bei einer Physiotherapie als Versuch, wenigstens den Schwanz-Rest retten, ergab, daß bei Leon die komplette Brustwirbelsäule blockiert war: es fand keine Bewegung mehr nach links statt. In der Muskulatur Rückenmuskulatur hatten sich Triggerpunkte gebildet (feste, schmerzhafte Verspannungen der Muskelfasern).
Die Wirbelblockaden und Triggerpunkte hatten seine Spinalnerven (Rückenmarksnerven) gereizt. Diese Nervenschmerzen strahlten bis in den Schwanz aus: mit der Folge, dass er ihn abknabbern wollte.
Nach 2 Behandlungen war er schon fast symptomfrei. Natürlich muss man jetzt die Augen aufhalten und rechtzeitig reagieren, wenn die Symptome wiederkehren.
tags: #katze #nerven #am #schwanzansatz #werden #abgedruckt