Convuleх ist ein Medikament, das zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt wird. Es enthält den Wirkstoff Valproinsäure, der eine wichtige Rolle bei der Kontrolle von Anfällen spielt. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Anwendung von Convuleх bei Epilepsie, einschließlich der Wirkungsweise, Dosierung, Nebenwirkungen, Gegenanzeigen und wichtiger Hinweise.
Was ist Convuleх und wie wirkt es?
Convuleх ist ein Antiepileptikum, das zur Behandlung verschiedener Arten von Anfällen eingesetzt wird. Der Wirkstoff Valproinsäure verringert im Gehirn die unkontrollierte Weiterleitung von elektrischen Signalen in den Nervenzellen. Dadurch wird die Freisetzung von erregenden Signalstoffen reduziert und das bei Epilepsie gestörte Gleichgewicht zwischen hemmenden und erregenden Signalimpulsen normalisiert. Zusätzlich verringert Valproinsäure den Abbau einer wichtigen hemmenden Substanz im Gehirn (GABA), was die Krampfschwelle erhöht und die Anfallshäufigkeit senkt. Valproinsäure verfügt bei Epilepsie über ein sehr breites Wirkungsspektrum. Besonders bei generalisierten Anfällen und generalisierten Absencen zeigt es eine gute Wirkung.
Anwendungsgebiete von Convuleх
Convuleх wird zur Behandlung folgender Anfallsformen eingesetzt:
- Anfälle, die von beiden Gehirnhälften ausgehen (generalisierte Anfälle, z.B. Absencen, myoklonische und tonisch-klonische Anfälle)
- Anfälle, die von einem umschriebenen Gebiet des Gehirns ausgehen (fokale Anfälle) und sich unter Umständen auf beide Hirnhälften ausbreiten (sekundär generalisierte Anfälle)
- Das Arzneimittel kann bei anderen Anfallsformen in Betracht gezogen werden, z.B. fokale Anfälle mit einfacher und komplexer Symptomatologie oder fokale Anfälle mit sekundärer Generalisation, wenn diese Anfallsformen auf die übliche antiepileptische Behandlung nicht ansprechen.
Dosierung und Anwendung von Convuleх
Die Dosierung von Convuleх muss individuell von einem Arzt auf den Patienten abgestimmt werden, da sie von verschiedenen Faktoren abhängt. Die Dosierung wird in der Regel langsam erhöht, bis eine passende Erhaltungsdosis gefunden ist. Für die einzelnen Dosierungsschritte stehen Arzneimittel mit verschiedenen Wirkstoffstärken zur Verfügung.
Allgemeine Dosierungsempfehlungen
Die folgenden Dosierungsempfehlungen dienen als Richtlinie:
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- Kinder und Jugendliche (7-14 Jahre, 25-40 kg Körpergewicht): Einzeldosis 2 Kapseln, Gesamtdosis 1-mal täglich vor der Mahlzeit (ca. 1 Stunde).
- Jugendliche (ab 14 Jahren, 40-60 kg Körpergewicht): Einzeldosis 2-3 Kapseln, Gesamtdosis 1-mal täglich vor der Mahlzeit (ca. 1 Stunde).
- Erwachsene (ab 60 kg Körpergewicht): Einzeldosis 3-4 Kapseln, Gesamtdosis 1-mal täglich vor der Mahlzeit (ca. 1 Stunde).
Alternativ kann die Tagesdosis auch auf 2-4 Gaben verteilt eingenommen werden. Patienten mit Nierenfunktionsstörung benötigen möglicherweise eine reduzierte Dosis.
Anwendungshinweise
Die magensaftresistenten Kapseln sollten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) eingenommen werden, möglichst 1 Stunde vor den Mahlzeiten. Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art und Dauer der Erkrankung und wird vom Arzt festgelegt.
Überdosierung
Bei einer Überdosierung von Convuleх kann es zu Verwirrtheit, niedrigem Blutdruck und Koma kommen. Bei Verdacht auf eine Überdosierung sollte umgehend ein Arzt kontaktiert werden.
Einnahme vergessen
Wenn eine Einnahme vergessen wurde, sollte die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal fortgesetzt werden. Es sollte keine doppelte Menge eingenommen werden.
Gegenanzeigen von Convuleх
Convuleх darf in folgenden Fällen nicht angewendet werden:
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- Überempfindlichkeit gegen Valproinsäure oder einen der sonstigen Bestandteile
- Lebererkrankung oder eingeschränkte Leberfunktion (auch in der Vorgeschichte)
- Eingeschränkte Funktion der Bauchspeicheldrüse
- Porphyrie (angeborene oder erworbene Störungen im Stoffwechsel des Blutfarbstoffes)
- Mitochondriale Erkrankungen (genetischer Defekt, der eine mitochondriale Erkrankung verursacht, z. B. Alpers-Huttenlocher Syndrom)
- Bekannte Störungen des Harnstoffzyklus (Störungen des Abbaus stickstoffhaltiger Stoffwechselprodukte)
- Blutgerinnungsstörungen
- Schwangerschaft (es sei denn, es stehen keine anderen wirksamen Alternativen zur Verfügung)
- Frauen im gebärfähigen Alter, die keine wirksame Methode zur Schwangerschaftsverhütung (Kontrazeption) anwenden
In bestimmten Fällen ist Vorsicht geboten und die Anwendung von Convuleх sollte mit dem Arzt oder Apotheker besprochen werden. Dazu gehören:
- Knochenmarksschädigung
- Hirnschädigung
- Eingeschränkte Nierenfunktion
- Eiweißmangel im Blut
- Lupus erythematodes (eine Reaktion der körpereigenen Abwehr gegen eigenes Bindegewebe)
- Bevorstehende Operation
- Erbliche Fettstoffwechselstörung (Carnitinmangel-Krankheit)
Wichtige Hinweise zu Convuleх
- Das Reaktionsvermögen kann durch Convuleх beeinträchtigt sein. Daher ist Vorsicht geboten bei der Teilnahme am Straßenverkehr oder der Bedienung von Maschinen.
- Die Einnahme von Alkohol sollte vermieden werden.
- Frauen und Männer im zeugungsfähigen Alter sollten während der Therapie wirksame Verhütungsmethoden anwenden.
- Die Behandlung mit Convuleх sollte nicht plötzlich abgebrochen werden, sondern langsam mit einem schrittweisen Ausschleichen der Dosis.
- Vor Beginn der Behandlung sollte ein Schwangerschaftstest durchgeführt werden.
- Bei Unverträglichkeit gegenüber Fructose (Fruchtzucker) ist Vorsicht geboten.
- Es kann zu Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln kommen. Daher sollte der Arzt oder Apotheker über alle eingenommenen Arzneimittel informiert werden.
Nebenwirkungen von Convuleх
Wie alle Arzneimittel kann auch Convuleх Nebenwirkungen verursachen. Die häufigsten Nebenwirkungen sind:
- Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, vermehrter Speichelfluss, Appetitsteigerung oder -losigkeit, Gewichtszunahme oder -verlust)
- Kopfschmerzen
- Schläfrigkeit
- Teilnahmslosigkeit (Apathie)
- Störung der Bewegungskoordination (Ataxie)
- Reizbarkeit
- Zittern
- Unruhe
Weitere mögliche Nebenwirkungen sind:
- Selbstmordgedanken
- Missempfindungen (Kribbeln, Ameisenlaufen oder Taubheit)
- Bewegungsstarre des ganzen Körpers
- Muskelkrämpfe
- Erkrankungen des Gehirns
- Leberschäden
- Veränderung des Blutbildes (Thrombozytopenie, Leukopenie)
- Erhöhte Ammoniakwerte im Blut
- Wassereinlagerungen (Ödeme)
- Blutungen
- Haarausfall
- Nagel- und Nagelbetterkrankungen
- Blasenschwäche mit ungewolltem Harnabgang
- Brustfellerguss
- Unregelmäßige Monatsblutung
- Knochenmarkstörung mit Blutbildungsstörung (Knochenmarkdepression)
- Übermässige Ausschüttung an männlichem Geschlechtshormon (Testosteron)
- Aggression
- Antriebssteigerung
- Konzentrationsstörungen
- Schwindel
- Zahnfleischerkrankungen
- Verwirrtheit
- Taubheit
- Nierenversagen
- Unangemessene Sekretion des antidiuretischen Hormons
- Vermännlichung der Frau
- Ausbleibende Regelblutung (Amenorrhoe)
- Eingeschränktes Erinnerungsvermögen
- Sinnestäuschungen (Halluzinationen)
- Veränderung der Haare
Bei Auftreten von Befindlichkeitsstörungen oder Veränderungen während der Behandlung sollte ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Bei gleichzeitiger Anwendung von Convuleх mit anderen Arzneimitteln kann es zu Wechselwirkungen kommen. Daher sollte der Arzt oder Apotheker über alle eingenommenen Arzneimittel informiert werden.
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Schwangerschaft und Stillzeit
Convuleх darf während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden, es sei denn, es stehen keine anderen wirksamen Alternativen zur Verfügung. Valproinsäure kann das ungeborene Kind schädigen und zu Fehlbildungen führen. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Convuleх eine wirksame Methode zur Schwangerschaftsverhütung anwenden.
In der Stillzeit sollte Convuleх nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt angewendet werden.
Aufbewahrung von Convuleх
Convuleх sollte bei Raumtemperatur, vor Hitze und Feuchtigkeit geschützt, im Dunkeln (z.B. im Umkarton) aufbewahrt werden.