Krämpfe in den Knochen: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Knochenschmerzen können sehr intensiv sein und den Alltag der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Sie können durch Verletzungen oder verschiedene Erkrankungen verursacht werden. In manchen Fällen liegen die eigentlichen Ursachen in den Gelenken oder Muskeln und strahlen auf die Knochen aus.

Was sind Knochenschmerzen?

Knochenschmerzen sind Schmerzen, die vom Knochengewebe ausgehen. Da sie tief im Gewebe lokalisiert sind, ist es für Betroffene oft schwierig, die genaue Schmerzquelle zu identifizieren. Im Vergleich zu Muskelschmerzen sind Knochenschmerzen tiefer und auf eine bestimmte Stelle begrenzt.

Ursachen von Knochenschmerzen

Knochenschmerzen können vielfältige Ursachen haben, von denen einige ernstzunehmend sind.

Verletzungen und Überlastung

Häufig entstehen Knochenschmerzen durch Verletzungen wie Knochenbrüche oder Prellungen sowie durch Überlastung.

Ermüdungsbruch (Stressfraktur)

Ein Ermüdungsbruch entsteht durch wiederholte starke Belastung eines bestimmten Knochens. Der regelmäßige Druck schädigt die Knochensubstanz. T. May und R. Marappa-Ganeshan, „Stress Fractures“, in StatPearls, Treasure Island (FL): StatPearls Publishing, 2025.

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Osteoporose (Knochenschwund)

Osteoporose ist eine der häufigsten Ursachen für Knochenschmerzen. Die Knochenmasse nimmt ab, wodurch das Risiko für Knochenbrüche steigt. J. L. Porter und M. A. Varacallo, „Osteoporosis“, in StatPearls, Treasure Island (FL): StatPearls Publishing, 2025.

Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans)

Morbus Bechterew ist eine rheumatisch-entzündliche Autoimmunerkrankung, die die Gelenke der Wirbelsäule betrifft. Zu Beginn entzünden sich meist die Beckengelenke.

Osteomyelitis (Knochenmarkentzündung)

Osteomyelitis ist eine Entzündung des Knochens und des Knochenmarks, die meist durch eine bakterielle Infektion verursacht wird. Die Erreger können durch Verletzungen ins Blut gelangen und sich im Knochen ausbreiten. Osteomyelitis kann akut oder chronisch verlaufen und tritt häufiger bei Menschen ab dem 60. Lebensjahr auf. I. I. Momodu und V. Savaliya, „Osteomyelitis“, in StatPearls, Treasure Island (FL): StatPearls Publishing, 2025.

Knochenkrebs und Knochenmetastasen

Knochenschmerzen können ein erstes Anzeichen für primären Knochenkrebs oder die Bildung von Knochenmetastasen sein. Der Schmerz kann schleichend voranschreiten oder immer wiederkehren. Knochenkrebs ist jedoch selten. Krebsforschungszentrum Deutsches, „Symptome und Diagnostik bei Knochenmetastasen“.

Gelenkprobleme

In einigen Fällen sind nicht die Knochen selbst, sondern die Gelenke die Ursache der Schmerzen. Entzündliche Gelenkerkrankungen können sich auch auf die Knochen ausbreiten und dort Schmerzen verursachen.

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Nährstoffmangel

Bestimmte Nährstoffe, die für den Knochenstoffwechsel wichtig sind, werden oft mit Knochenschmerzen in Verbindung gebracht. Vitamin D hilft dem Körper, Calcium und Phosphat aus dem Darm aufzunehmen und in den Knochen einzulagern. Ein Vitamin-D-Mangel kann das Risiko für Osteoporose erhöhen, was wiederum zu Knochenschmerzen führen kann. Wissenschaftler untersuchen, ob ein ausreichender Vitamin-D-Spiegel gegen die Schmerzen bei rheumatoider Arthritis helfen kann. M. Ranjbar, M. Rahimlou, M. Fallah, K. Djafarian, und H. Mohammadi, „Effects of vitamin D supplementation in patients with rheumatoid arthritis: A systematic review and meta-analysis“, Heliyon, Bd. 11, Nr. 3, S. e42463, Feb. Neben Vitamin D sind auch Magnesium, Calcium und Kalium wichtig für die Knochengesundheit.

Muskelkrämpfe: Ein Überblick

Muskelkrämpfe sind plötzliche, unwillkürliche Kontraktionen eines Muskels oder einer Muskelgruppe, die oft schmerzhaft sind. Sie können in verschiedenen Körperteilen auftreten, einschließlich der Beine, Füße und des Gesäßes.

Ursachen von Muskelkrämpfen

Die genauen Ursachen von Muskelkrämpfen sind noch nicht vollständig geklärt, aber es gibt mehrere Faktoren, die dazu beitragen können:

  • Falsche Körperhaltung: Eine ungünstige Körperhaltung kann zu Muskelverspannungen und Krämpfen führen.
  • Überlastung der Muskulatur: Überanstrengung der Muskeln, insbesondere bei ungewohnten oder intensiven Aktivitäten, kann Krämpfe auslösen.
  • Stress: Psychischer Stress kann zu Muskelverspannungen und Krämpfen führen.
  • Verletzungen: Verletzungen der Muskeln, Sehnen oder Nerven können Krämpfe verursachen.
  • Vorerkrankungen der Gefäße: Durchblutungsstörungen können die Sauerstoffversorgung der Muskeln beeinträchtigen und Krämpfe begünstigen.
  • Erkrankungen des Bewegungsapparats und des Skeletts: Erkrankungen wie Arthrose können Muskelverspannungen und Krämpfe verursachen.
  • Bewegungsmangel: Mangelnde Bewegung kann zu Muskelverkürzungen und Krämpfen führen.
  • Unausgewogene Ernährung: Ein Mangel an bestimmten Nährstoffen, insbesondere Elektrolyten, kann Krämpfe verursachen.
  • Nebenwirkungen von Medikamenten: Einige Medikamente können als Nebenwirkung Muskelkrämpfe verursachen.
  • Erkrankungen: Bestimmte Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Niereninsuffizienz und Schilddrüsenunterfunktion können Krämpfe begünstigen.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Während der Schwangerschaft und Stillzeit kann es aufgrund von hormonellen Veränderungen und Nährstoffmangel zu Krämpfen kommen.
  • Alkohol- und Tabakkonsum: Alkohol und Tabak können die Durchblutung beeinträchtigen und Krämpfe verursachen.

Muskelkrämpfe in Beinen, Füßen und Gesäß

Muskelkrämpfe treten häufig in den Beinen, Füßen und im Gesäß auf. Sie können sehr unangenehm sein und die Lebensqualität beeinträchtigen.

  • Krämpfe in den Füßen und Zehen: Diese Krämpfe können dazu führen, dass sich der Fuß und die Zehen nach unten krümmen. Dehnen der Zehen oder eine leichte Massage können helfen.
  • Krämpfe in den Beinen und im Gesäß: Diese Krämpfe können an einer Stelle zentriert sein oder bis in den Rücken ausstrahlen. Ursächlich sind oft muskuläre Probleme.

Diagnose von Knochenschmerzen

Bei der Diagnose von Knochenschmerzen ist es wichtig, die genaue Ursache zu ermitteln, um eine geeignete Behandlung einzuleiten.

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Anamnese und körperliche Untersuchung

Der Arzt wird zunächst eine ausführliche Anamnese erheben, um die Art, Lokalisation und Dauer der Schmerzen zu erfassen. Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung, um mögliche Ursachen einzugrenzen.

Bildgebende Verfahren

  • Röntgenaufnahmen: Dienen zur Darstellung von Knochenbrüchen, Veränderungen der Knochenstruktur oder Tumoren.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Ermöglicht eine detaillierte Darstellung von Knochen, Gelenken und Weichteilen.
  • Computertomographie (CT): Kann zur Beurteilung von komplexen Knochenbrüchen oder Tumoren eingesetzt werden.
  • Szintigraphie: Dient zur Darstellung von Stoffwechselaktivitäten im Knochen, z.B. bei Entzündungen oder Tumoren.

Laboruntersuchungen

  • Blutuntersuchungen: Können Hinweise auf Entzündungen, Infektionen, Stoffwechselstörungen oder Tumormarker liefern.
  • Urinuntersuchungen: Können zur Beurteilung der Nierenfunktion und zum Nachweis von bestimmten Stoffwechselprodukten dienen.

Weitere Untersuchungen

In einigen Fällen können weitere Untersuchungen wie eine Knochendichtemessung (DXA) zur Diagnose von Osteoporose oder eine Muskelbiopsie zur Diagnose von Muskelerkrankungen erforderlich sein.

Behandlung von Knochenschmerzen

Die Behandlung von Knochenschmerzen richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache.

Konservative Behandlung

  • Schmerzmittel: Können zur Linderung von Schmerzen eingesetzt werden.
  • Entzündungshemmende Medikamente: Können bei entzündlichen Erkrankungen eingesetzt werden.
  • Physiotherapie: Kann zur Stärkung der Muskulatur, Verbesserung der Beweglichkeit und Linderung von Schmerzen beitragen.
  • Wärme- und Kälteanwendungen: Können zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen eingesetzt werden.
  • Ernährungsumstellung: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen ist wichtig für die Knochengesundheit.

Operative Behandlung

In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, z.B. bei Knochenbrüchen, Tumoren oder schweren Gelenkschäden.

Behandlung von Muskelkrämpfen

Um einen akuten Krampf zu unterbrechen, kann die Entlastung des betroffenen Fußes oder Beins helfen. Dehnen des betroffenen Muskels oder aktives Anspannen des entgegengesetzten Muskels kann den Krampf unterbrechen. Wärme, z. B. eine Wärmflasche oder ein heißes Bad, kann die Muskulatur zusätzlich entspannen.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Muskelkrämpfe

  • Regelmäßiges Dehnen der Muskeln: Schon einfache Dehnübungen können helfen, Krämpfen vorzubeugen.
  • Ausreichende Bewegung: Empfohlen werden 150 Minuten pro Woche moderate/leicht anstrengende körperliche Aktivität oder 75 Minuten intensiveres Training pro Woche.
  • Massagen und Entspannungsübungen: Diese können zur Vorbeugung und Linderung beitragen.
  • Wärme: Warme Bäder oder Umschläge können Schmerzen lindern und Wohlbefinden und Stressabbau fördern.
  • Ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung: Vollkornprodukte, frisches Obst und Gemüse (z. B. Bananen enthalten viel Kalium und Vitamin C) und ungesättigte Fettsäuren sind wichtig.
  • Ausgewogenes Elektrolytgleichgewicht: Achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr von Magnesium, Kalium und Calcium.
  • Genug trinken: Trinken Sie mindestens 1,5 Liter Wasser pro Tag; nach Anstrengungen und an warmen Tagen mehr!
  • Verzicht auf Alkohol- und Tabakkonsum: Alkohol und Tabak können die Durchblutung beeinträchtigen und Krämpfe verursachen.
  • Richtiges Schuhwerk und passende Strümpfe: Drückende Schuhe oder einschnürende Strümpfe können die Durchblutung stören und Krämpfe begünstigen.

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