Gesundheitliche Probleme müssen nicht zwangsläufig eine dauerhafte Einschränkung bedeuten. In Buxtehude gibt es vielfältige Angebote im Bereich der Krankengymnastik ZNS (Zentrales Nervensystem), die darauf abzielen, Ihre Beweglichkeit, Kraft und Ihr Wohlbefinden aktiv zu fördern und wiederherzustellen. Durch einen ganzheitlichen Ansatz und die enge Zusammenarbeit mit Haus- und Fachärzt:innen wird Ihre Gesundheit nachhaltig gefördert. Qualifizierte Physiotherapeut:innen arbeiten dabei mit modernen, evidenzbasierten Methoden und individuell abgestimmten Behandlungsplänen.
Wann hilft Physiotherapie?
Die Physiotherapie kann bei sämtlichen Krankheitsbildern mit orthopädischem, neurologischem oder psychiatrischem Hintergrund helfen.
Manuelle Therapie
Die Manuelle Therapie dient in der Medizin der Behandlung von Funktionsstörungen des Bewegungsapparats (Gelenke, Muskeln und Nerven). Sie ist der von Physiotherapeuten mit einer speziellen Weiterbildung durchgeführte Teil der Manuellen Medizin und beinhaltet Untersuchungs- und Behandlungstechniken. Diese Therapieform basiert auf der Biomechanik und Reflexlehre zur Behandlung von Dysfunktionen der Bewegungsorgane mit reflektorischen Auswirkungen. Sie umfasst aktive und passive Dehnung verkürzter muskulärer und neuraler Strukturen, Kräftigung der abgeschwächten Antagonisten und Gelenkmobilisationen durch geradliniege (translatorische) Gelenkmobilisationen. Eine gezielte Mobilisation oder Weichteiltechnik wird angewendet.
Ein wichtiger Aspekt der Manuellen Therapie ist die Zusatzbezeichnung OMT (Orthopaedic Manipulative Therapist), die international gültig ist und den Physiotherapeuten nach erfolgreichem Abschluss einer langjährigen Zusatzausbildung (bis zu 4 Jahren) durch den Weltverband IFOMT als Spezialisten auszeichnet. Der Behandlungsschwerpunkt liegt in der Beseitigung von reversiblen Funktionsstörungen der Extremitäten und der Wirbelgelenke.
Sportphysiotherapie
Sportphysiotherapeuten arbeiten im Breitensport mit Sportlern aller Alters- sowie Leistungsgruppen, individuell oder in Gruppen, die sich bei sportlicher Aktivität akut verletzt haben oder sich von einer solchen Verletzung erholen. Im Leistungssport müssen Sportphysiotherapeuten zudem Fähigkeiten besitzen, den Leistungssportler über spezielle Bewegungsanalysen oder spezifische Trainingsprogramme verletzungsfrei zu halten. Sie arbeiten zunehmend international und betreuen global wettkämpfende und trainierende Sportler.
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Ein Sportphysiotherapeut ist ein anerkannter Spezialist, der unter Einhaltung eines hohen professionellen sowie ethischen Standards gegenüber Athleten aller Altersgruppen und Leistungsniveaus fortgeschrittene Kompetenzen zur Sicherstellung der Teilnahme an sportlicher Aktivität zeigt, Hinweise und Bewegungskorrekturen erteilt sowie Rehabilitations- und Trainingsinterventionen zur Verletzungsprävention, zur Wiederherstellung optimaler Funktionen und zur Förderung der sportlichen Leistung vornimmt und bedürfnisgerecht anpasst.
Mulligan Konzept
Das Mulligan Konzept, benannt nach seinem Begründer, dem Physiotherapeuten Brian Mulligan aus Neuseeland, ist ein manuelles Therapiekonzept, das aus der Praxis für die Praxis entwickelt wurde. Es handelt sich bei dieser Methode um eine struktur- und gelenkschonende Möglichkeit, aktive Bewegung in die klassische Manuelle Therapie zu integrieren. Daraus entstand die Bezeichnung »Mobilisation with movement«. Das Mulligan Konzept gewinnt auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Als Ergänzung zur Manualtherapie beinhaltet das Mulligan Konzept Untersuchungs- und Behandlungstechniken für Wirbelsäule und Extremitätengelenke.
Manuelle Lymphdrainage (MLD)
Die MLD ist Teil der komplexen Entstauungstherapie. Sie dient der Entstauung ödematöser Körperregionen nach z. B. Traumata, Operationen und Lymphknotenentfernung. Die sanften manuellen Techniken regen den Lymphfluss an, begünstigen Lymphgefäßneubildungen, sind schmerzlindernd und Tonus senkend. Die ML ist eine sehr sanfte Massagetechnik, die durch oberflächliche und tiefe Hautverschiebung den Lymphfluss aktiviert und die Fließgeschwindigkeit der Lymphe beschleunigt. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig. Die ML dient vor allem als Ödem- und Entstauungstherapie bei Schwellungen nach Operationen und Ödemen an Armen und Beinen. Besonders häufig wird diese Therapie nach Tumorbehandlungen bzw. Lymphknotenentfernungen eingesetzt.
PNF (Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation)
PNF gehört zu den Bahnungskonzepten, d. h. es werden pathologische Bewegungsmuster gehemmt und physiologische Bewegungsmuster angebahnt. Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation bedeutet das Zusammenspiel von Nerven und Muskulatur. Gemeint ist damit in der Physiologie die Reizbildung und -leitung im nervalen und muskulären System für ein sinnvolles Zusammenspiel aller Muskeln und Gelenke des Körpers. Die Methode wurde in den Jahren 1946 bis 1951 in Amerika von dem Neurophysiologen Dr. Kabat und der Physiotherapeutin Margaret Knott entwickelt. Sie basiert auf neurophysiologischen Grundprinzipien, die von Sherrington, Hellebrandt, Pavlow u. a. beschrieben wurden.
Bobath-Konzept
Das Bobath-Konzept ist eines der weltweit am häufigsten angewendeten Therapieansätze zur Behandlung von Hemiplegie nach Schlaganfall. Der betroffene Mensch soll mit einer minimalen Bewegungsauffälligkeit eine maximale Selbständigkeit erreichen und lernen, mit seinen Einschränkungen umzugehen. Unter Berücksichtigung der individuellen körperlichen, sozialen, emotionalen und beruflichen Situation des betroffenen Menschen beruht der Behandlungsansatz auf der Vermeidung oder Hemmung von abnormalem Haltungstonus und abnormal koordinierten Bewegungsmustern sowie dem Wiedererlernen von normaler Bewegung, welche normalen Haltungstonus, normale reziproke Innervation und normale Gleichgewichtsreaktionen beinhaltet.
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Die Erkrankung, bei der das Bobath Konzept am häufigsten angewandt wird, ist der Schlaganfall (Hirninfarkt), der mit einer Halbseitenlähmung (Hemiplegie) einhergeht. Zu den weiteren Zielgruppen für die Anwendung des Bobath Konzeptes zählen Menschen mit Krankheitsbildern wie z.B. Schädelhirntrauma (SHT), Multiple Sklerose (MS), entzündliche Erkrankungen des Zentralen Nervensystems (ZNS) sowie Parkinson Erkrankungen. Das Bobath Konzept zielt vor allem auf das Wiedererlernen der normalen Bewegungsfähigkeit und die Normalisierung der eigenen Körperwahrnehmung zur Erlangung von Selbstständigkeit und Unabhängigkeit in den Aktivitäten des täglichen Lebens.
CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion)- Behandlung
Die Behandlung des Kiefergelenks stellt eine Besonderheit dar, da das Kiefergelenk in den meisten Behandlungskonzepten zu kurz kommt, es aber eine zentrale Bedeutung für HWS, Kopf und natürlich das Kauen und den Biss hat. Daher haben einige Therapeuten spezielle Kurse absolviert, die auf die Komplexität des Kiefers in seiner Mechanik, Neurologie und Energetik eingehen.
Massagetherapie
Die Massage im weitesten Sinne ist eines der ältesten Heilmittel der Menschheit. Die Massagetherapie ist eine in Ruhelage durchgeführte Maßnahme, die körperliche Reaktionen bewirkt. Die Bindegewebsmassage (auch subkutane Reflextherapie (SRT) genannt) wurde 1929 von Elisabeth Dicke begründet. Es handelt sich um eine alternativmedizinische Massage, die auf einem ähnlichen Konzept wie dem der Headschen Zonen basiert. Es werden hierbei Haut-, Unterhaut und Faszientechnik zur Behandlung der Bindegewebszonen eingesetzt. Die bei der Reflexzonenmassage gemeinten Reflexzonen (Somatotope) im Körper sollen alle Organe und Muskelgruppen auf der Hautoberfläche und im Haut-Unterhautbereich „spiegeln“. Sie sind nicht mit den bekannten Head-Zonen der Medizin identisch. Es soll sie am Rücken, am Fuß, an der Hand, am Ohr, an der Nase und am Schädel geben.
Medizinische Trainingstherapie/Krankengymnastik am Gerät (KGG)
Die gerätegestützte Krankengymnastik (KGG) ist eine aktive Behandlungsform der Physiotherapie, bei der medizinische Trainingsgeräte und Zugapparate eingesetzt werden. Das Ziel dieser Therapieform ist die Verbesserung von Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination. Die Krankengymnastik am Gerät ist ein wichtiges Element in der Rehabilitation nach Operationen, Knochenbrüchen oder Gelenkverletzungen, kann aber auch in der Prävention von Verschleiß- und Rückenerkrankungen eingesetzt werden. Der Physiotherapeut erarbeitet je nach Krankheitsbild des Patienten einen individuellen Behandlungsplan. Im Fokus steht dabei die Erarbeitung funktioneller und automatisierter Bewegungsmuster. Von besonderer Bedeutung ist die systematische Wiederholung bestimmter Muskelanspannungen mit dem Ziel der Leistungssteigerung. Die gerätegestützte Krankengymnastik kann nur von speziell dafür weitergebildeten Physiotherapeuten in besonders ausgestatteten Praxen durchgeführt werden.
Schlingentisch
Die Therapie im Schlingentisch dient vornehmlich der Entlastung verschiedener Körperteile. So ist es möglich die Eigenschwere der Extremitäten oder des Rumpfes aufzuheben, sodass Bewegungen schon mit minimalen Kraftaufwendungen möglich sind. Häufig wird so der akut schmerzhafte Rücken entlastet um die gereizten Facettengelenken oder Nervenwurzeln zu entlasten.
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Elektrotherapie
Elektrotherapie ist die Bezeichnung für therapeutische Anwendungen von elektrischem Strom in der Medizin und in der physikalischen Therapie. Für einige der Verfahren werden synonym auch die Begriffe Reizstromtherapie oder Feinstromtherapie benutzt. Ziele der Elektrotherapie sind in erster Linie die Schmerzlinderung, eine Verbesserung der Funktion von Muskeln und Gelenken und eine Steigerung der Gewebedurchblutung.
Wärmeanwendungen
Das Ziel einer Behandlung mit Warmpackung ist Schmerzlinderung, Verminderung des Muskeltonus mit der Folge von verbesserter Dehnfähigkeit der Strukturen des Bindegewebes sowie Durchblutungsförderung. Die heiße Rolle wird in der Physiotherapie zur gezielten Wärmeapplikation eingesetzt. Trichterförmig fest aufgerollte Handtücher werden dabei zunächst in heißem Wasser getränkt.
Kinesio-Taping
Dadurch dass das Kinesio-Tape an der Haut fixiert ist, wird bei Bewegungen die Haut gegen das darunterliegende Gewebe verschoben. Dieser ständige Reiz soll durch die Aktivierung verschiedener Rezeptoren die Muskelspannung regulieren (Tonisierung) und eine Signalübertragung an das zentrale Nervensystem auslösen. Zu diesen Rezeptoren zählen neben Berührungsrezeptoren auch Schmerzrezeptoren, Temperaturrezeptoren und Rezeptoren, die dem Körper sagen, wo sich beispielsweise die Extremitäten im Raum befinden (Propriorezeptoren). Die Reizung durch das Kinesio-Tape soll außerdem eine Schmerzreduktion bewirken und den Blutfluss verbessern.
Dreidimensionale Skoliosebehandlung (nach K. Schroth)
Als Skoliose bezeichnet man eine Seitverbiegung der Wirbelsäule, welche nicht mehr vollständig aufgerichtet werden kann. Die Beweglichkeit der Wirbelsäule ist meistens im betroffenen Abschnitt deutlich verringert, so dass eine Begradigung der Wirbelsäule aktiv in der Regel nicht erreicht werden kann. Ziel der Krankengymnastik ist es, die Funktionsstörungen des Körpers zu beheben, Fehlhaltungen bzw. Dysbalancen zu beseitigen und die physiologische Bewegung wieder herzustellen. Die KG kann aktiv, passiv oder in Kombination mit oder ohne Hilfsmittel (Pezziball) durchgeführt werden. Diese Behandlung ist ab dem 10. Lebensjahr, sowie für Erwachsene geeignet.
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