Parkinson Selbsthilfegruppe Verden: Unterstützung und Gemeinschaft im Umgang mit der Krankheit

Einleitung

Die Parkinson-Selbsthilfegruppe Verden bietet Betroffenen und ihren Angehörigen eine wichtige Anlaufstelle. Hier finden sie Informationen, Austausch und Unterstützung im Umgang mit der Parkinson-Krankheit. Dieser Artikel beleuchtet die Arbeit der Selbsthilfegruppe, ihre Bedeutung für die Betroffenen und die vielfältigen Aktivitäten, die sie anbietet.

Was ist die Parkinson-Krankheit?

Parkinson tritt in allen Altersgruppen auf. Typische Symptome sind der Tremor (das Zittern der Hände und Arme), der Rigor (Steifheit) und wachsende Haltungsinstabilität.

Die Parkinson-Selbsthilfegruppe Verden: Eine Stütze für Betroffene und Angehörige

Die Parkinson-Selbsthilfegruppe Verden hilft allen, die glauben, die Krankheit zu haben, oder bereits diagnostiziert wurden, sowie den Angehörigen Erkrankter. Die Gruppe beantwortet Fragen zu Krankheit, Pflege, Therapie und mehr. In dem geschützten Rahmen von Gleichgesinnten kann man sich fallen lassen und seine kleinen und großen Probleme teilen. Die Selbsthilfegruppe gibt die Kraft, die kleinen und großen Probleme anzugehen, Lösungen zu finden und dadurch den innerlichen Druck zu mildern. Man nimmt die Erfahrungen anderer Mitglieder auf und gibt seine Erfahrungen weiter.

Margret Cordes: Eine engagierte Leiterin mit langjähriger Erfahrung

Margret Cordes hat selber Parkinson, seit 35 Jahren, ebenso wie ihr Ehemann. 18 Jahre lang hatte sie die Selbsthilfegruppe ehrenamtlich geleitet, dafür das Bundesverdienstkreuz erhalten, bevor sie die Position an Marina Schmidt abgab. Cordes Engagement und ihre persönliche Erfahrung machen sie zu einer wichtigen Ansprechpartnerin für die Mitglieder der Gruppe.

Der Welt-Parkinson-Tag: Ein Tag der Aufmerksamkeit und des Austauschs

Der Welt-Parkinson-Tag, der jährlich am 11. April, dem Geburtstag von Dr. James Parkinson, stattfindet, ist ein wichtiger Tag, um auf die Krankheit aufmerksam zu machen und den Austausch zwischen Betroffenen zu fördern. „Die Bevölkerung muss wissen, was abläuft und dass es die Krankheit überhaupt gibt.“

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Die Verdener Selbsthilfegruppe begeht diesen Tag traditionell mit einem Treffen im St. Nicolai in Verden. Dort sind die Tische frühlingshaft dekoriert. Es gibt Kaffee und Kuchen, es wird gesungen und lustige Geschichten werden am Podium vorgelesen. Ursula Luttmann spielt dabei auf dem Akkordeon. „Damit wir auch mal lachen können“, erklärte Cordes. Die Stimmung ist ausgelassen. Dennoch wird nicht ignoriert, worum es an jenem Tag geht. „Wenn jemand heute noch Fragen zu der Krankheit hat, beantworten wir sie. Einige kamen deswegen auch schon zu mir“, sagte Cordes.

Herausforderungen und Veränderungen in der Gruppe

Mehrere Plätze im Saal sind aber nicht besetzt. Die Verdener Selbsthilfegruppe sei zusammengeschmolzen, berichtete Margret Cordes. „Einige sind durch Corona gestorben, andere wegen der Pandemie auch weggeblieben oder können inzwischen nicht mehr Auto fahren.“ Dies zeigt, dass die Gruppe vor Herausforderungen steht und sich an veränderte Bedingungen anpassen muss.

Die Bedeutung von Gemeinschaft und Unterstützung

Gerhard Grewe, dessen Frau seit 16 Jahren an Parkinson erkrankt ist und im Caritasstift in Verden wohnt, betonte die Bedeutung von Gemeinschaft und Unterstützung: „Meine Frau wohnt inzwischen im Caritasstift in Verden. Da kann man ihr mit der Krankheit am Besten helfen.“, sagte er. „Ich habe das Haus verkauft und bin dafür in eine kleine Eigentumswohnung, mit betreutem Wohnen, neben dem Stift gezogen. Meine Frau nehme ich nachmittags mit rüber und dann sitzen wir auf dem Balkon“, erzählte Grewe. Dass er ihr Haus verkaufte, schien ihm wenig auszumachen: „Man sollte nicht zu sehr an Dingen hängen. Beim Caritas gibt es immer Veranstaltungen, Spiele und Gymnastik, da hat meine Frau keine Langeweile. Viele stellen sich das mit dem Pflegeheim blöd vor, aber ich kann es nur empfehlen.“

Engagement und Akzeptanz

Hans Schlicht ist nicht nur nicht in ein Loch gefallen, er hat sich auch engagiert. Bei den Selbsthilfe-Tagen in Verden habe er als Ausrichter mitgemacht, bei Anmeldungen und Aufbau geholfen oder die Menschen auf ihre Plätze verteilt. „Ich bin am selben Tag, wo ich die Diagnose bekam, gleich zu Frau Cordes gefahren, zur Selbsthilfegruppe. Die Gruppe hat mir immer geholfen“, sagte er. „Man akzeptiert die Krankheit, oder eben nicht. Ändern kann man es sowieso nicht. Ich verstehe aber auch die Leute, die es nicht so einfach akzeptieren können.“

Vielfältige Aktivitäten und Hobbys in der Gruppe

Die Parkinson-Selbsthilfegruppe Verden bietet ihren Mitgliedern nicht nur Unterstützung im Umgang mit der Krankheit, sondern fördert auch ihre Kreativität und ihre Hobbys. Jeder, der in irgendeiner Art kreativ tätig ist, konnte seine Werke ins Begegnungszentrum St. Nikolai mitbringen, und sein Hobby den anderen vorstellen.

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„In unserer Gruppe gibt es viele Menschen, die trotz ihrer Behinderung ein Hobby haben, das sie ausfüllt. Diese vielfältigen Aktivitäten einmal vorzustellen, kann eine schöne Anregung für diejenigen sein, die noch auf der Suche nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung sind“, hofft Gruppenleiterin Marina Schmidt.

So bot sich in St. Nikolai ein buntes Bild. Die Frauen hatten vornehmlich Hand- und Bastelarbeiten mitgebracht. Die Männer zeigten von der Modelleisenbahn über Briefmarken bis hin zum professionellen Kugelbahn-System eine bunte Palette ihrer Hobbys.

Johann Bosselmann hatte eine ganze Kollektion seiner Gemälde mitgebracht. „Ich male seit fünf Jahren“, erzählt er. Zu seinem Hobby sei er während eines Aufenthalts in der Reha-Klinik gekommen, als er sein Zimmer mit einem Kunstmaler teilte. „Wir konnten nachts beide nicht schlafen und haben gemalt.“ Johann Bosselmann malt alles Mögliche mit Aquarell und Ölfarben. Sein Lieblingsmotiv sind Blumen. Aber auch Eindrücke vom Urlaub auf Teneriffa hat er festgehalten.

Werner Bredehöft hat keinen Aufwand gescheut, um die Mitglieder seiner Gruppe für den Schutz der Wildbienen zu begeistern. Er hatte einen großen Stand mit Schautafeln, Informationsbroschüren und einer Fülle praktischer Anschauungsmaterialien mitgebracht. Der begeisterte Naturschützer zeigte, dass man den eigenen Garten mit relativ wenig Aufwand so gestalten kann, dass sich Wildbienen dort wohlfühlen. Nur wenige wissen, dass es in Deutschland über 500 verschiedene Wildbienenarten gibt. Die kleinste Art ist kaum zwei Millimeter groß, während es die Hummeln auf eine Größe von fast drei Zentimetern bringen. Um für möglichst viele Arten Nistmöglichkeiten zu schaffen, empfahl Bredehöft verschieden große Löcher in alte Hartholzstücke zu bohren. Auch Reethalme, die in ein Gefäß gestellt werden, werden von einigen Wildbienenarten sehr gut angenommen. „Wildbienen gehen nicht auf gefüllte Blüten“, weiß Bredehöft. Damit Wildbienen im Garten genügend Nahrung finden, riet er statt sterilem Zierrasen zu Obstbäumen und bunten Blumenwiesen mit heimischen Stauden und Kräutern.

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