Einführung
Angesichts der steigenden Zahl von Demenzerkrankungen, insbesondere Alzheimer, rückt die Prävention immer stärker in den Fokus. Neben einem gesunden Lebensstil spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle. Dieser Artikel beleuchtet, wie der Konsum bestimmter Nährstoffe und Lebensmittel, insbesondere Kürbis und seiner Inhaltsstoffe, zur Vorbeugung von Alzheimer beitragen kann.
Was ist Alzheimer?
Alzheimer ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung und die häufigste Form der Demenz. Infolge von Eiweißablagerungen wird die Funktion von Nervenzellen im Gehirn gestört, bis diese nach und nach absterben. Dadurch werden Alzheimer-Erkrankte zunehmend vergesslich und verwirrt, aber auch Verhalten und Persönlichkeit ändern sich.
Die Rolle der Ernährung bei der Alzheimer-Prävention
Eine Ernährung, die reich an frischen, pflanzlichen Lebensmitteln ist, kann nachweislich das Demenzrisiko senken. Eine weit verbreitete, ungesunde Ernährung begünstigt stille Entzündungen im Körper, stört den Zuckerstoffwechsel, fördert Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes - allesamt Risikofaktoren für kognitive Einschränkungen.
Kürbis: Ein Nährstoffreiches Gemüse zur Unterstützung der Hirngesundheit
Kürbis ist ein vielseitiges Gemüse, das reich an verschiedenen Nährstoffen ist, die potenziell zur Vorbeugung von Alzheimer beitragen können.
Carotinoide: Schutz vor oxidativem Stress und Entzündungen
Kürbis enthält Carotinoide wie Beta-Carotin, Lutein und Zeaxanthin, die in Studien mit einem geringeren Risiko für geistigen Verfall in Verbindung gebracht wurden. Carotinoide wirken entzündungshemmend und schützen vor oxidativem Stress.
Lesen Sie auch: Gruseliges Gehirn aus Kürbis schnitzen
Beta-Carotin: Vorstufe von Vitamin A mit antioxidativen Eigenschaften
Beta-Carotin, auch als Provitamin A bekannt, fungiert als eine Vorstufe des fettlöslichen Vitamins A. Es wird durch die Aufnahme von pflanzlicher Nahrung erworben und spielt eine entscheidende Rolle bei der Erhaltung der Herzgesundheit, der Vorbeugung von Entzündungen und oxidativem Stress. Verschiedenen gelben bis roten Obst- und Gemüsesorten wie Möhren und Paprika verleiht Beta-Carotin zudem die kräftige Färbung. Im Organismus wird es durch Enzyme in Vitamin A umgewandelt, was normalerweise nur über tierische Lebensmittel erfolgt. Vitamin A wiederum beeinflusst verschiedene physiologische Prozesse im Körper und unterstützt unsere Sehkraft.
Beta-Carotin kommt in nennenswerten Mengen ausschließlich in pflanzlichen Quellen vor. Unser Körper kann Beta-Carotin jedoch in Vitamin A umwandeln, welches wiederum ausschließlich in tierischen Produkten vorzufinden ist. Eine bemerkenswerte Eigenschaft von Beta-Carotin ist, dass es selbst in großen Mengen nicht toxisch wirkt und nur bei Bedarf in Vitamin A umgewandelt wird. Aus diesem Grund sollte bei Nahrungsergänzungsmitteln eher Beta-Carotin als Vitamin A bevorzugt werden.
Beta-Carotin zeigt eine breite Palette von Wirkungen, die über seine intensive Färbung hinausgehen:
- Es wirkt antioxidativ und bekämpft freie Radikale.
- Es besitzt entzündungshemmende Eigenschaften.
Sobald Beta-Carotin enzymatisch in Vitamin A umgewandelt wurde, beeinflusst es verschiedene Schlüsselprozesse im Körper, darunter Blutbildung, Eiweiß- und Fettstoffwechsel, den Hormonhaushalt, die Hautgesundheit, das Nervensystem, die Sehkraft, das Wachstum, die Knochengesundheit und das Immunsystem.
Die zusätzliche Einnahme von Beta-Carotin kann in verschiedenen Situationen von Vorteil sein und vor unterschiedlichen Krankheiten schützen bzw. das Risiko dafür minimieren:
Lesen Sie auch: Gehirnmuffins und "Kotzender Kürbis"
- Es schützt vor erhöhtem Cholesterinspiegel und wirkt dank seiner antioxidativen Eigenschaften vorbeugend gegen verschiedene Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfälle und Herzinfarkte.
- Zudem reduziert es die Oxidation von LDL-Cholesterin, was Arterienverengung und -verkalkung verhindern kann.
- Da Vitamin A die Gesundheit von Haut und Schleimhäuten unterstützt, stärkt es die natürliche Abwehr gegen Krankheitserreger und kann durch diese Eigenschaft auch degenerative Krankheiten wie Alzheimer vorbeugen.
- Darüber hinaus ist es für die Sehkraft, die Nervenfunktion und die Muskelgesundheit von Bedeutung.
Es gibt bestimmte Umstände, die einen erhöhten Bedarf an Beta-Carotin und Vitamin A mit sich bringen. So können Erkrankungen der Leber, der Galle und Bauchspeicheldrüsenkrebs die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen beeinträchtigen. Darüber hinaus beeinflussen bestimmte Medikamente und Lebensgewohnheiten, wie cholesterinsenkende Medikamente, Abführmittel, Schlafmittel, Alkoholismus und übermäßige Sonneneinstrahlung, die Aufnahme von Vitamin A negativ. In diesen Fällen ist es ratsam, einen Mangel durch entsprechende Nahrungsergänzungsmittel oder durch eine gezielte Ernährung zu verhindern.
Lutein und Zeaxanthin: Wichtige Carotinoide für die Augengesundheit und kognitive Funktion
Zeaxanthin ist ein Carotinoid, das in der Natur weitverbreitet ist und eine wichtige Rolle in der menschlichen Gesundheit spielt. Es gehört zur Klasse der Xanthophylle und ist strukturell und funktionell eng mit Lutein verwandt. Zeaxanthin ist bekannt für seine antioxidativen Eigenschaften und seine spezielle Funktion im menschlichen Auge, insbesondere in der Makula, wo es eine zentrale Rolle beim Schutz vor schädlichem blauem Licht und oxidativem Stress spielt.
Absorption von schädlichem Licht: Zeaxanthin wirkt als natürlicher Filter für schädliches blaues Licht, das die Augenlinse und die Netzhaut erreichen kann. Es absorbiert das energiereiche blaue Licht und schützt die retinalen Zellen vor potenziellen Schäden durch photochemische Reaktionen.Antioxidativer Schutz: Zeaxanthin hat starke antioxidative Eigenschaften, die freie Radikale neutralisieren und oxidative Schäden an den retinalen Zellen verhindern können.Verbesserung der Sehschärfe und Kontrastempfindlichkeit: Studien haben gezeigt, dass eine höhere Konzentration von Zeaxanthin in der Makula mit einer besseren Sehschärfe und einer erhöhten Kontrastempfindlichkeit verbunden ist.Schutz vor chronischen Krankheiten: Zeaxanthin trägt dazu bei, den oxidativen Stress im Körper zu reduzieren, der eine Rolle bei der Entstehung chronischer Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und bestimmten Krebsarten spielt.Förderung der Hautgesundheit: Die antioxidativen Eigenschaften von Zeaxanthin können auch die Hautzellen vor UV-Strahlung und anderen Umweltschäden schützen.Modulation der Immunantwort: Zeaxanthin kann die Aktivität von Immunzellen modulieren und die Produktion entzündungsfördernder Zytokine reduzieren.Unterstützung der Hautimmunität: Zeaxanthin kann die Hautimmunität stärken, indem es die Hautzellen vor oxidativen Schäden schützt und die Barrierefunktion der Haut aufrechterhält.Schutz der neuronalen Zellen: Die antioxidativen Eigenschaften von Zeaxanthin sind auch für die Gesundheit des Gehirns von Bedeutung.
Zeaxanthin ist in vielen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Zeaxanthin spielt eine zentrale Rolle bei der Aufrechterhaltung der Augengesundheit und bietet antioxidativen Schutz für den gesamten Körper. Es trägt zur Prävention chronischer Krankheiten, zur Verbesserung der kognitiven Funktionen und zur Unterstützung des Immunsystems bei.
Lycopin: Ein starkes Antioxidans in roten Kürbissorten
Lycopin ist ein sekundärer Pflanzenstoff und kommt als natürliches Pigment in einer Vielzahl von roten und rosafarbenen Obst- sowie Gemüsesorten vor. Lycopin ist fettlöslich und zählt zu den Carotinoiden. Carotinoide sind eine umfangreiche Klasse an natürlichen Farbstoffen, die eine gelbliche bis rötliche Farbe verursachen. Andere bekannte Pflanzenstoffe aus der Familie der Carotinoide sind z. B. Carotinoide haben verschiedene gesundheitliche Vorteile, insbesondere aufgrund ihrer antioxidativen Wirkung. Lycopin besitzt sogar die stärkste antioxidative Wirkung aller Carotinoide. Einige Carotinoide, wie z. B. Beta-Carotin, sind auch Vorstufen von Vitamin A. Lycopin kann jedoch aufgrund seiner chemischen Struktur nicht in Vitamin A umgewandelt werden.
Lesen Sie auch: Gruselige Halloween Kürbis Schnitzanleitungen
Viele natürliche pflanzliche Lebensmittel mit einer kräftigen rosa bis roten Farbe enthalten Lycopin. Der Pflanzenstoff kommt aber auch in einigen grünen Gemüsesorten oder Kräutern vor. So ist es z. B. in Spargel und in Petersilie enthalten.
Der Pflanzenstoff kann auf verschiedene Weise unsere Gesundheit stärken und vor Krankheiten schützen. Lycopin ist vor allem für seine starken antioxidativen Eigenschaften bekannt. Als Antioxidans spielt es eine Schlüsselrolle bei der Bekämpfung von freien Radikalen im Körper. Freie Radikale sind instabile, reaktive Teilchen, die Zell- und Gewebeschäden verursachen können und mit der Entstehung von zahlreichen Erkrankungen (z. B. Freie Radikale sind deshalb so reaktiv, weil ihnen ein Elektron fehlt. Die Radikale versuchen daher Molekülen in ihrer Umgebung Elektronen „zu entreißen“ (z. B. Lycopin ist eine elektronenreiche Substanz und kann dadurch leicht Elektronen an freie Radikale abgeben und diese dadurch neutralisieren. Neben seiner eigenen antioxidativen Wirksamkeit erhöht der Pflanzenstoff auch den Spiegel körpereigener Antioxidantien (z. B. Lycopin unterstützt die Zellkommunikation, indem es die Bildung sogenannter Gap Junctions zwischen den Zellen stimuliert. Gap Junctions sind Zellkanäle zwischen benachbarten Zellen, die einen Informationsaustausch ermöglichen. Ein weiterer Wirkmechanismus, der dem Fortschreiten von Krebserkrankungen entgegenwirkt, ist neben der oben beschriebenen antioxidativen Eigenschaft auch die Hemmung der Signalübertragung von Wachstumsfaktoren.
Fünf Studien am Menschen zu Prostatakrebs belegen eine 30- bis 40-prozentige Verringerung des Erkrankungsrisikos bei Probanden mit hohem Konsum an Tomaten bzw. Studien haben außerdem ein vermindertes Risiko für die Entstehung von Lungenkrebs (2 ), Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs bei regelmäßigem Konsum von Lycopin und anderen Carotinoiden gezeigt. Der Pflanzenstoff schützt nicht nur vor Prostatakrebs, sondern auch vor einer gutartigen Vergrößerung der Prostata (23). Diese Art der Prostatavergrößerung tritt bei vielen Männern mit zunehmendem Alter auf und geht mit unangenehmen Symptomen wie häufigem Harndrang einher. Die Prostata ist eines der Organe mit dem höchsten Gehalt an Lycopin. Durch seine antioxidative Wirkung verhindert das Carotinoid die Entstehung von oxidiertem LDL-Cholesterin. Dieses kann zu Plaques in Arterien führen. Lycopin fördert außerdem den Energiestoffwechsel und reduziert das Auftreten von Übergewicht, was ebenfalls das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen senkt, indem z. B.
In einer 10-jährigen Studie wurde eine lycopinreiche Ernährung mit einem um 17 bis 26 % verminderten Risiko für das Auftreten von Herzerkrankungen in Verbindung gebracht (25). Eine lycopinreiche Ernährung steigert die Bildung von Adiponektin (17) und Leptin (18) im Körper. Dies sind Hormone, die im Fettgewebe gebildet werden und u. a. Ein Mangel an Adiponektin begünstigt z. B. die Entstehung einer Insulinresistenz und erhöht damit das Risiko für Diabetes mellitus und Übergewicht. Übergewicht führt wiederum zu einem entzündlichen Zustand im Körper und erhöht das Risiko für viele Erkrankungen wie Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen usw. Leptin ist insbesondere für die Regulation des Hungergefühls wichtig.
Der Pflanzenstoff ist vergleichsweise hitzestabil, sodass es beim Kochen fast vollständig erhalten bleibt. Durch das Erhitzen kommt es zu einer Freisetzung des Pflanzenstoffs aus den Zellen, wodurch dessen Bioverfügbarkeit erhöht wird. Zur weiteren Erhöhung der aufnehmbaren Menge des Carotinoids eignet sich der Zusatz von Fett (z. B. Olivenöl). Forscher empfehlen einen Zusatz von 10 bis 15 g (35). Die Kombination von gekochten, pürierten Tomaten mit etwas Fett ist also ideal.
Die Aufnahme (Resorption) von Lycopin erfolgt im Dünndarm. Der Pflanzenstoff wird im menschlichen Körper vor allem in den Hoden, der Prostata, den Nebennieren und in der Leber gespeichert. Im Hoden ist die Konzentration zehnmal größer als in anderen Geweben (36). Die Fähigkeit, den Pflanzenstoff aus der Nahrung aufzunehmen, nimmt mit zunehmendem Alter ab (38).
Es gibt keine offizielle Empfehlung für die tägliche Aufnahme von Lycopin. Es gibt mittlerweile viele Nahrungsergänzungsmittel mit Lycopin und anderen Carotinoiden auf dem Markt. Über Wechselwirkungen von Lycopin-Supplementen mit Medikamenten ist bisher wenig bekannt. Da der Pflanzenstoff möglicherweise die Blutgerinnung verlangsamt (also „blutverdünnend“ wirken könnte), wird empfohlen, die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zwei Wochen vor einer Operation zu unterbrechen (41). Bei sehr großer Aufnahmemenge von Lycopin (z. B. 1 Liter Tomatensaft pro Tag) kann es nach einiger Zeit zu einer gelblich-orangenen Verfärbung der Haut kommen (da der Pflanzenstoff auch in der Haut eingelagert wird). Man bezeichnet dies als Lycopenodermie. Bei Nahrungsergänzungsmitteln mit Beta-Carotin ist bei erhöhten Dosierungen bekannt, dass das Lungenkrebsrisiko für Raucher steigt.
Kürbiskerne: Reich an Nährstoffen für die Hirnfunktion
Kürbiskerne sind reich an Sterolen (ca. 1 %, z.B. (24S)-Ethyl-5α-cholesta-7,25(27)-dien-3β-ol) vgl. Formel und Sterolglykoside, β- und γ-Tocopherol, Phosphatide, Carotinoide, trypsininhibierende Proteine, Cucurbitol, Squalen, Lecithin, Mineralstoffe (4-5 %), u.a. Spurenelemente wie Mangan, Zink, Kupfer und bes. Selen (0,03 %) sowie als Reservestoffe fettes Öl, Kohlenhydrate und Proteine. Diese Inhaltsstoffe können eine positive Wirkung auf die Hirnfunktion haben. Kürbissamen dienen auch zur Gewinnung des sog. Kürbiskernöles, das ein gutes Speiseöl von angenehm nußartigem Geschmack ist. Neben den Samen von Cucurbita pepo kommen mitunter auch die Samen von Cucurbita maxima Duch., dem Melonen- oder Riesenkürbis, und Cucurbita moschata Duch. ex Poir., dem Bisam- oder Moschuskürbis, mit der gleichen therapeutischen Indikation zum Einsatz.
Weitere Vorteile von Kürbis
Neben den genannten Nährstoffen enthält Kürbis auch Ballaststoffe, die zur Stabilisierung des Blutzuckerspiegels beitragen. Ein stabiler Blutzuckerspiegel ist wichtig für die Aufrechterhaltung der kognitiven Funktion.
Weitere Lebensmittel zur Unterstützung der Hirngesundheit
Neben Kürbis gibt es eine Vielzahl weiterer Lebensmittel, die zur Unterstützung der Hirngesundheit beitragen können:
- Olivenöl: Eine große Langzeitstudie der Harvard-Universität mit über 90.000 Teilnehmern zeigte, dass ein täglicher Konsum von nur sieben Gramm Olivenöl das Risiko, an den Folgen einer Demenz zu sterben, um 28 Prozent senken kann. Entscheidend ist die Qualität.
- Fetter Seefisch: Vor allem die im fetten Seefisch enthaltenen Omega-3-Fettsäuren - insbesondere DHA und EPA - spielen eine zentrale Rolle für unsere kognitive Gesundheit. DHA macht rund 97 Prozent der Omega-3-Fette im Gehirn aus und ist entscheidend für die Bildung von Zellmembranen. EPA wiederum wirkt positiv auf das seelische Gleichgewicht - ein wichtiger Faktor, da Depressionen das Demenzrisiko erhöhen.
- Grüner Tee: Eine neue japanische Studie mit über 8.700 älteren Menschen ohne Demenz belegt: Wer regelmäßig grünen Tee trinkt, hat messbar weniger Schädigungen der weißen Hirnsubstanz - ein wichtiger Marker für das Risiko, an Demenz zu erkranken. Verantwortlich dafür sind vermutlich die Catechine, insbesondere das Epigallocatechingallat (EGCG), das stark antioxidativ und entzündungshemmend wirkt.
- Avocado: Diese cremige Frucht steckt voller einfach ungesättigter Fettsäuren, die Entzündungen im Körper reduzieren und die Durchblutung fördern - auch im Gehirn. Zudem enthält die Avocado das pflanzliche Stigmasterol, das in Studien mit einer potenziellen Schutzwirkung vor Alzheimer in Verbindung gebracht wurde.
- Beeren: Heidelbeeren, schwarze Johannisbeeren, Brombeeren oder Aroniabeeren enthalten besonders viele Anthocyane - das sind sekundäre Pflanzenstoffe mit starker antioxidativer Wirkung. Sie schützen die Nervenzellen vor oxidativem Stress, fördern die Signalübertragung im Gehirn und können altersbedingten kognitiven Abbau verlangsamen.
- Rosmarin und Salbei: Diese beiden Vertreter der mediterranen Küche sind kalorienarm, aber reich an wertvollen bioaktiven Substanzen. Besonders erwähnenswert ist das in der Schale enthaltene Stigmasterol, das wie bei der Avocado potenziell vor der Bildung schädlicher Eiweißablagerungen im Gehirn schützen kann.
- Brokkoli: Brokkoli ist ein echtes Nährstoffwunder. Er enthält Sulforaphan - eine Substanz, die gezielt entzündungsfördernde Signalwege im Körper hemmen kann. Dazu kommen Vitamin C, Kalzium, Folsäure und weitere Antioxidantien, die dem Gehirn zugutekommen.
- Hülsenfrüchte: Hülsenfrüchte sind kleine Eiweißpakete mit großem Nutzen für den Geist. Sie liefern wertvolle B-Vitamine, insbesondere Folsäure und Vitamin B6, die für die Bildung von Neurotransmittern wie Serotonin und Dopamin gebraucht werden.
- Nüsse: Viele Nüsse sind reich an gesunden Fetten, pflanzlichem Eiweiß, Vitamin E und Zink. Walnüsse enthalten zudem eine besonders hohe Konzentration an Omega-3-Fettsäuren in pflanzlicher Form (ALA) - und sehen dabei selbst fast aus wie kleine Gehirne.
- Vollkornprodukte: Ob Haferflocken, Quinoa, Naturreis oder Vollkornbrot - Vollkornprodukte versorgen den Körper mit langkettigen Kohlenhydraten, die den Blutzuckerspiegel stabil halten. Das Gehirn profitiert davon, da es auf eine konstante Glukosezufuhr angewiesen ist.
- Kaffee: Während Kaffee vor allem Chlorogensäure liefert, punktet grüner Tee, wie bereits erwähnt, mit EGCG - einem Catechin mit neuroprotektiver Wirkung.
Lektine: Ein kritischer Blick auf pflanzliche Inhaltsstoffe
Der amerikanische Kardiologe und Ernährungswissenschaftler Steven R. Gundry ist überzeugt, dass Gemüse-Pflanzen Lektine zur Verteidigung nutzen. Verantwortlich für die schädliche Wirkung der vermeintlich gesunden Lebensmittel sollen Lektine sein. Das sind bestimmte Eiweiße, die Pflanzen zur Verteidigung entwickelt haben, damit sie von Pilzen, Bakterien und Parasiten verschont bleiben. Tatsächlich wirken Lektine ähnlich wie Antibiotika und können, vor allem im rohen Zustand, giftig sein.
Lektine machen etwa grüne Kartoffeln und rohe Bohnen ungenießbar . Das bekannteste Lektin ist Gluten, von vielen gemieden, weil es zu Darmentzündung und Zöliakie führen kann. Gluten, als Klebereiweiß bekannt, verdeutlicht die negativen Eigenschaften der Lektine besonders eindrucksvoll: Diese Eiweißstoffe sind ausgesprochen bindungsfreundlich, verkleben mit Zellen und Geweben, bevorzugt im Darm. Die Schleimhautzellen verändern sich, die Darmwand wird durchlässig für Schadstoffe, die wiederum den gesamten Organismus krank machen können.
Doch nicht nur Zöliakie geht auf die schädliche Wirkung der Lektine zurück. Die Eiweiße binden sich an rote Blutkörperchen, verdicken das Blut, fördern damit Arteriosklerose und Herz-Kreislaufkrankheiten. Auch viele andere Zivilisationskrankheiten erklärt Steven Gundry mit der negativen Wirkung der Lektine.
Weil sie eigentlich an allen Geweben andocken können, etwa an der Bauchspeicheldrüse, Gelenken, Bronchien, Nerven, Gehirn, und das Immunsystem sie dort als Eindringlinge angreift, würden Autoimmunerkrankungen entstehen: Diabetes, Arthritis und Rheuma, Asthma, Parkinson sowie Alzheimer.
Der Arzt propagiert deshalb eine Diät, die möglichst frei von Lektinen ist (LFE, lektinfreie Ernährung). Die Negativ-Liste lektinreicher Lebensmittel enthält unter anderem folgende Produkte:
- Brot
- Kartoffeln und Kartoffelprodukte
- Reis
- Pasta
- Bohnen und Hülsenfrüchte
- Soja
- Tomaten
- Gurken
- Kürbis
- Getreide
- Pflanzenöle
- Zucker
Auf Fisch und Fleisch verzichtet Steven Gundry ebenfalls weitgehend oder schränkt den Verzehr zumindest ein - weil Zuchttiere vor allem mit Mais und Soja gefüttert werden. Beide Futtersorten enthalten von Natur aus bereits Lektine. Sind sie gentechnisch verändert, liefern sie jedoch sogar noch mehr davon, um die Pflanzen vor Schädlingen noch besser zu schützen. Mit dem Futter gelangen sie ins Tier und damit in das Fleisch, das auf den Teller kommt.
Die Positiv-Liste erwünschter Lebensmittel schlägt unter anderen vor:
- Kokosnussöl
- Kokosnussmilch
- Haselnüsse
- Walnüsse
- Esskastanien
- Oliven
- Erdmandelmehl, Kastanienmehl
- Dunkle Schokolade
- Frischkäse
- Ziegenkäse
- Butter
- Sahne
- Krustentiere, Fisch (selten)
- bestimmte Obstsorten in kleinen Mengen (Äpfel, Birnen, Blaubeeren, Himbeeren, Kiwi, Pflaumen, Pfirsiche, Zitrusfrüchte)
- Kohlgemüse alle Sorten
- Artischocken
- Knoblauch
- Zwiebeln
- Fleisch (nicht mehr als 125 gr pro Tag)
- Eier
- Süßstoffe wie Erythrit, Stevia, Xylit
- 1 Glas Rotwein pro Tag
Selbstverständlich sollten alle Produkte möglichst aus ökologischem Anbau oder Aufzucht stammen, also beste Bioqualität haben.
Es gibt nämlich einige Beweise für seine Thesen: So ist seit längerem bekannt, dass Lektine ungünstig sind, in der Ernährungswissenschaft deshalb sogar als „Antinährstoffe“ bezeichnet werden. Doch Konsequenzen für Ernährungspläne und Diäten hatte diese Tatsache bis jetzt nur wenig. Erste Studien zeigen, dass Lektine in Zusammenhang mit Rheuma und Parkinson stehen können.