Die Achillessehne, die dickste und kräftigste Sehne des menschlichen Körpers, verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein. Sie ermöglicht die Beugung des Fußes im Sprunggelenk und die Supination beim Abdruck vom Boden. Bei Belastungen, insbesondere beim Laufen, wirken Kräfte auf die Achillessehne, die das Zehnfache des Körpergewichts überschreiten können. Anhaltende Beschwerden im Bereich der Achillessehne werden als Achillodynie bezeichnet, ein Sammelbegriff für verschiedene Krankheitsbilder.
Ursachen von Nervenschmerzen in der Achillessehne
Die Ursachen für Achillodynie sind vielfältig. Besonders häufig sind männliche Sportler zwischen 35 und 45 Jahren betroffen. Zu den Auslösern zählen Überlastung, falsches Training und Fußfehlstellungen.
Überlastung und Falsches Training
Eine der häufigsten Ursachen für Achillessehnenbeschwerden ist die Überlastung durch zu viel Sport oder zu viel Belastung. Dies kann durch ein gesteigertes oder übermäßiges Trainingspensum entstehen, insbesondere bei Läufern und Hobbysportlern, die nach längerer Trainingspause in den Sport zurückkehren. Auch eine zu schnelle Steigerung des Trainingsumfangs oder der Intensität kann die Sehne überlasten.
Falsches Training, wie wiederholte plötzliche oder zu lange dauernde Belastungen, kann ebenfalls eine Achillodynie begünstigen. Sportarten mit einem besonders hohen Risiko für Reizungen der Achillessehne sind Laufen, Ballsportarten, Tennis und Tanzen.
Fußfehlstellungen und Anatomische Varianten
Asymmetrische Zugverhältnisse durch eine gestörte Fersenführung können ebenfalls für die Entstehung von Beschwerden an der Achillessehne verantwortlich sein. Verminderte Stabilität des Außenbandapparates und Ausweichbewegungen des Fußes bei Schmerzen können die Sehne zusätzlich belasten.
Lesen Sie auch: Anatomie der Leistennerven
Anatomische Varianten wie funktionelle und statische Insuffizienzen der Fußgewölbe (Hohlfuß oder Knick-Senkfuß) gehen häufig mit Entzündungen des Sehnengleitgewebes oder der Achillessehnen beider Beine einher. In diesen Fällen sollte die anatomische Variante gezielt behandelt werden.
Weitere Faktoren
Weitere Faktoren, die zu Achillodynie beitragen können, sind:
- Schuhwerk: Veraltetes, schlecht passendes oder ungeeignetes Schuhwerk kann die Achillessehne belasten. Der Sportschuh sollte eine feste Fersenkappe besitzen, die dem Rückfuß ausreichende Stabilität verleiht.
- Untergrund: Zu harter, rückfedernder oder unebener Untergrund kann das Risiko für Beschwerden an der Achillessehne erhöhen.
- Medikamente: Bestimmte Medikamente, wie Fluorchinolon-Antibiotika, können die Struktur oder Belastbarkeit der Achillessehne beeinträchtigen.
- Durchblutungsstörungen: Eine Durchblutungsstörung der Achillessehne könnte eine Rolle im Entstehungsmechanismus spielen.
Symptome von Nervenschmerzen in der Achillessehne
Typisch für Achillodynie ist der lokale Schmerz auf Druck und zu Belastungsbeginn. Dieser Schmerz kann während der Belastung geringer werden und sich nach Belastungsende wieder verschlechtern. Häufig tritt eine Morgensteifigkeit mit Schmerzen direkt nach dem Aufstehen auf, die sich nach den ersten Schritten allmählich bessern. Barfußlaufen verschlechtert die Schmerzen in der Regel, während das Tragen eines Schuhes mit erhöhtem Absatz oft Erleichterung bringt.
Weitere Symptome können sein:
- Druckschmerz an der Innenseite des unteren Sehnenabschnittes
- Verdickung der Sehne im Vergleich zur gesunden Seite
- Schmerz bei Anspannung der betroffenen Strukturen im Bereich des Achillessehnenansatzes am Fersenbein
- Anlaufschmerz und Schmerz beim Bergauflaufen
- Klammerschmerz und Schmerzverstärkung bei Überstreckung des Fußes
- Schwellung, Rötung und Überwärmung im Bereich des Fersenbeins
Diagnose von Nervenschmerzen in der Achillessehne
Aufgrund des typischen Beschwerdebildes kann die Diagnose Achillodynie oft bereits nach Schilderung der Symptome vermutet werden. Eine sorgfältige körperliche Untersuchung, bei der der Arzt die Achillessehne abtastet und auf Druckschmerzhaftigkeit, Schwellung und Erwärmung prüft, ist entscheidend.
Lesen Sie auch: Überblick über Speichelfluss
Zur Bestätigung der Diagnose und zum Ausschluss anderer Erkrankungen können bildgebende Verfahren eingesetzt werden:
- Röntgenaufnahme: Zum Ausschluss von Verkalkungen in der Sehnenstruktur und zur Unterscheidung von der Haglundferse.
- Ultraschalluntersuchung (Sonographie): Zeigt die typische spindelförmige Verdickung der Achillessehne und kann eventuelle Sehnenrisse обнаруживать.
- Kernspintomographie (MRT): Kann alle oben genannten Veränderungen darstellen, wird aber aufgrund des eingeschränkten Zugangs und der Wartezeiten nicht immer sofort eingesetzt.
Behandlung von Nervenschmerzen in der Achillessehne
Eine konsequente Therapie sollte bereits bei den ersten Symptomen begonnen werden. Ziel der Behandlung ist die Reduktion der Entzündung und die Wiederherstellung der Sehnenarchitektur.
Konservative Behandlung
In den meisten Fällen ist eine konservative Behandlung ausreichend, um die Beschwerden zu lindern. Diese umfasst:
- Schonung und Entlastung: Vermeidung der Schmerz auslösenden Belastungen, Reduktion von Intensität und Umfang des Trainings oder vorübergehender Wechsel der Sportart. In der hoch akuten Phase kann eine Ruhigstellung des Sprunggelenks in einem Walker oder einer Gipsschiene erforderlich sein.
- Kühlung: Regelmäßiges Kühlen des betroffenen Bereichs mit Eispackungen (maximal 20 Minuten) kann Schwellungen und Entzündungen reduzieren.
- Medikamente: Entzündungshemmende Schmerzmittel (z.B. Diclofenac oder Ibuprofen) können oral oder als Salbe angewendet werden, um akute Beschwerden zu lindern.
- Physiotherapie: Exzentrisches Training, Dehnübungen und das Lösen von Verklebungen zwischen Sehne und Sehnengleitgewebe sind wichtige Bestandteile der Therapie.
- Orthopädische Hilfsmittel: Einlagen, Fersenpolster oder Bandagen können die Achillessehne entlasten und die Fußstellung verbessern.
- Stoßwellentherapie (ESWT): Hochenergetische Schallwellen fördern den Stoffwechsel und die Durchblutung im erkrankten Gewebe und beschleunigen die Heilung der Sehne.
- Alternative Therapieansätze: Neuere Therapieansätze wie die Eigenbluttherapie (Autologes Conditioniertes Plasma, ACP) spielen eine zunehmende Rolle in der Therapie dieses hartnäckigen Leidens. Auch die traditionelle chinesische Medizin mit Akupunktur kann zur Behandlung von Achillodynie eingesetzt werden.
Operative Behandlung
Eine Operation wird nur in seltenen Fällen in Betracht gezogen, wenn konservative Behandlungen über einen längeren Zeitraum keine Besserung bringen. Je nach Art und Ausmaß der Schädigung kommen verschiedene operative Verfahren in Frage, wie z.B. die Entfernung von geschädigtem Sehnengewebe, die Lösung von Verklebungen oder die Verstärkung der Sehne mit einer anderen Sehne.
Vorbeugung von Nervenschmerzen in der Achillessehne
Um Achillodynie vorzubeugen, sollten folgende Maßnahmen beachtet werden:
Lesen Sie auch: Der umfassende Migräne-Ratgeber: Von Symptomen bis zur Behandlung
- Aufwärmen: Vor körperlicher Aktivität eine Aufwärmphase einplanen, um die Durchblutung zu steigern und die Muskeln sowie Sehnen auf die Belastung vorzubereiten.
- Dehnen: Die Wadenmuskulatur regelmäßig dehnen, um die Beweglichkeit zu verbessern und die Belastung der Achillessehne zu verringern.
- Trainingssteuerung: Eine übermäßige Steigerung des Trainingsumfangs oder der Intensität vermeiden. Die Trainingsbelastung sollte allmählich gesteigert werden, um die Achillessehne langsam daran zu gewöhnen.
- Regeneration: Der Achillessehne genügend Zeit zur Regeneration geben.
- Gewichtskontrolle: Übergewicht kann die Achillessehne zusätzlich belasten. Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung können das Risiko einer Achillodynie verringern.
- Geeignetes Schuhwerk: Auf gut passende und den Anforderungen entsprechende Schuhe achten.
- Fußfehlstellungen korrigieren: Fußfehlstellungen wie Knick-Senkfuß oder Hohlfuß sollten durch Einlagen oder andere orthopädische Maßnahmen korrigiert werden.
tags: #lauft #unter #achillessehne #nerv