Viele Lenovo-Nutzer kennen das Problem: Das Lenovo Nerve Center, eine Software zur Überwachung und Optimierung der Systemleistung, zeigt fehlerhafte oder gar keine Daten an. Oftmals geht dies mit einer allgemeinen Verlangsamung des Systems einher, die sich beispielsweise in einer permanent hohen Datenträgerauslastung äußert. Dieser Artikel beleuchtet mögliche Ursachen für diese Probleme und bietet Lösungsansätze.
Symptome und erste Anzeichen
Ein typisches Szenario ist, dass nach einer Neuinstallation von Windows auf einer herkömmlichen HDD (Festplatte) das System deutlich langsamer arbeitet als zuvor. Im Task-Manager wird eine 100-prozentige Datenträgerauslastung angezeigt, obwohl die tatsächlich durch Prozesse verursachte Last nur bei etwa 20-25 % liegt. Dies deutet auf ein Problem hin, bei dem Windows permanent auf die Festplatte zugreift, auch wenn keine rechenintensiven Anwendungen laufen.
Ursachenforschung: Mögliche Übeltäter
Mehrere Faktoren können zu einer fehlerhaften Anzeige im Lenovo Nerve Center und einer hohen Datenträgerauslastung führen:
Festplatten-Performance: Herkömmliche HDDs sind im Vergleich zu modernen SSDs (Solid State Drives) deutlich langsamer. Eine 100-prozentige Auslastung ist bei HDDs nicht ungewöhnlich, da Windows ständig Daten schreibt und liest. Im Leerlauf sollte sich die Auslastung jedoch beruhigen.
Hintergrundprozesse: Windows führt im Hintergrund zahlreiche Prozesse aus, die die Festplatte belasten können. Dazu gehören Telemetrie-Dienste, OneDrive-Synchronisation, Suchindexierung und Virenscans. Auch wenn diese Prozesse keine großen Datenmengen bewegen, können viele kleine, gleichzeitige Zugriffe die Festplatte auslasten.
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Lenovo Nerve Center selbst: Die Software scannt im Hintergrund den Rechner und kann somit selbst die Ursache für die hohe Datenträgerauslastung sein.
Virenscanner: Insbesondere Kaspersky wird von einigen Nutzern als möglicher Übeltäter vermutet.
Nicht benötigte Apps: Apps, die im Hintergrund laufen, können ebenfalls die Systemressourcen belasten.
Defekte Festplatte: Eine Beschädigung der Festplatte kann ebenfalls zu einer hohen Auslastung führen.
Treiberprobleme: Inkompatible oder veraltete Treiber können ebenfalls zu Problemen führen.
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Lösungsansätze: Schritt für Schritt zur Besserung
Um die Ursache des Problems zu identifizieren und zu beheben, empfiehlt es sich, folgende Schritte durchzuführen:
SMART-Werte überprüfen: Die SMART-Werte (Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology) der Festplatte geben Auskunft über ihren Zustand. Programme wie CrystalDiskInfo können diese Werte auslesen und anzeigen. Auffälligkeiten wie hohe Fehlerwerte deuten auf einen Defekt der Festplatte hin.
Hintergrundprozesse analysieren: Der Task-Manager zeigt, welche Prozesse die höchste Datenträgerauslastung verursachen. Hier kann man verdächtige Prozesse identifizieren und gegebenenfalls beenden oder deinstallieren.
Virenscan durchführen: Ein vollständiger Scan mit dem Windows Defender oder einem anderen Virenscanner kann Malware ausschließen.
Lenovo Nerve Center deinstallieren: Um auszuschließen, dass das Nerve Center selbst die Ursache ist, sollte man die Software deinstallieren und beobachten, ob sich die Datenträgerauslastung reduziert.
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Nicht benötigte Apps deaktivieren: Apps, die nicht benötigt werden, sollten deinstalliert oder zumindest deaktiviert werden, um Systemressourcen freizugeben.
Windows-Indizierungsoptionen anpassen: Die Windows-Suchindexierung kann die Festplatte stark belasten. Es empfiehlt sich, die Indizierungsoptionen anzupassen und nur die wichtigsten Ordner zu indizieren.
Festplatte defragmentieren: Eine Fragmentierung der Festplatte kann die Zugriffszeiten erhöhen. Eine Defragmentierung kann die Leistung verbessern. (Hinweis: Dies gilt nur für HDDs, nicht für SSDs.)
Treiber aktualisieren: Veraltete Treiber können zu Inkompatibilitäten und Leistungsproblemen führen. Es empfiehlt sich, die Treiber für Chipsatz, Festplattencontroller und andere wichtige Komponenten zu aktualisieren.
Windows Update durchführen: Stellen Sie sicher, dass Windows auf dem neuesten Stand ist.
SSD in Betracht ziehen: Der Umstieg auf eine SSD kann die Systemleistung erheblich verbessern, da SSDs deutlich schnellere Zugriffszeiten haben als HDDs.
Lenovo System Update und Treiberintegrität
Es wurde berichtet, dass Windows die Abbildintegrität der Datei "\Device\HarddiskVolume2\Program Files (x86)\Lenovo\System Update\ApsIns64.sys" nicht überprüfen konnte, da der Dateihash nicht im System gefunden wurde. Dies deutet auf ein Problem mit dem Lenovo System Update oder den zugehörigen Treibern hin. In diesem Fall empfiehlt es sich, die Lenovo System Update Software zu deinstallieren und neu zu installieren oder die Treiber manuell von der Lenovo-Support-Website herunterzuladen und zu installieren.
Der Faktor OpenCore und Hackintosh
Die Diskussion um OpenCore und Hackintosh-Systeme (nicht-Apple-Hardware, auf der macOS betrieben wird) ist zwar nicht direkt mit dem Lenovo Nerve Center Problem verbunden, kann aber indirekt relevant sein. Bei der Konfiguration eines Hackintosh-Systems ist es entscheidend, die richtigen Kexts (Kernel Extensions, vergleichbar mit Treibern) auszuwählen. Eine falsche Konfiguration kann zu Leistungsproblemen und Instabilität führen. Tools wie OCAT (OpenCore Auxiliary Tools) können bei der Konfiguration helfen, erfordern aber ein gewisses Maß an Fachwissen. Wenn das System, auf dem das Lenovo Nerve Center Problem auftritt, ein Hackintosh ist, sollte die OpenCore-Konfiguration sorgfältig überprüft werden.
Windows Server Installation auf HP ProLiant Gen8
Die Schwierigkeiten bei der Installation von Windows Server 2012R2 und 2016 auf einem HP ProLiant Gen8 Server sind ein weiteres Thema, das indirekt mit dem Hauptproblem verbunden ist. Hierbei geht es um Treiberprobleme, insbesondere für den RAID-Controller und die Netzwerkkarten. Die Verwendung des HP Intelligent Provisioning Tools (F10-Taste beim Start) kann helfen, die erforderlichen Treiber zu installieren. Alternativ können die Treiber manuell von der HP-Support-Website heruntergeladen und während der Installation von Windows Server bereitgestellt werden.