Leona Hexal: Umfassende Informationen zu Anwendung, Wirkung und Risiken

Dieser Artikel bietet Ihnen verständliche Informationen über das Arzneimittel Leona Hexal, einschließlich seiner Wirkungsweise, Anwendungshinweise, Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und wichtiger Hinweise. Leona Hexal ist ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur hormonellen Empfängnisverhütung. Es gehört zu den sogenannten Kombinationspillen und enthält zwei weibliche Hormone: ein Östrogen (Ethinylestradiol) und ein Gestagen (Levonorgestrel).

Wie Leona Hexal wirkt

Leona Hexal schützt auf dreifache Weise vor einer Schwangerschaft:

  • Verhinderung des Eisprungs: Die Hormone verhindern, dass die Eierstöcke jeden Monat ein Ei freisetzen (Eisprung oder Ovulation).
  • Verdickung des Zervixschleims: Die Flüssigkeit am Gebärmutterhals wird verdickt, wodurch es für Spermien schwieriger wird, das Ei zu erreichen.
  • Veränderung der Gebärmutterschleimhaut: Die Gebärmutterschleimhaut wird so verändert, dass die Einnistung eines befruchteten Eis unwahrscheinlicher wird.

Die Rolle der Inhaltsstoffe

  • Levonorgestrel: Dieser Wirkstoff ist ein synthetisches Gestagen, das dem natürlichen Gelbkörperhormon ähnelt. Es hemmt das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut, behindert den Transport von Spermien und unterdrückt den Eisprung. Levonorgestrel wird auch als Notfallkontrazeptivum ("Pille danach") eingesetzt.

  • Ethinylestradiol: Dieser Wirkstoff ist ein synthetisches Östrogen, das den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut fördert und den Transport von Spermien unterstützt. Es hemmt die Eireifung im Eierstock und verhindert so den Eisprung. Ethinylestradiol wird oft in Kombination mit einem Gestagen zur Schwangerschaftsverhütung eingesetzt.

Anwendung und Dosierung von Leona Hexal

Es ist wichtig, Leona Hexal immer genau nach Anweisung des Arztes einzunehmen. Die folgenden Informationen dienen als allgemeine Richtlinie:

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  • Dosierung: Täglich 1 Filmtablette.
  • Einnahmezeitpunkt: Jeden Tag ungefähr zur gleichen Uhrzeit, unabhängig von den Mahlzeiten. Die Einnahme sollte mit etwas Flüssigkeit (z.B. einem Glas Wasser) erfolgen.
  • Einnahmezyklus: 21 Tage lang täglich eine Tablette, gefolgt von einer 7-tägigen Einnahmepause. Während der Einnahmepause tritt in der Regel eine menstruationsartige Entzugsblutung auf. Nach der Pause wird der Einnahmezyklus wiederholt, solange eine hormonelle Behandlung oder Empfängnisverhütung gewünscht ist.
  • Beginn der Einnahme:
    • Bei erstmaliger Anwendung: Am ersten Tag der Menstruationsblutung beginnen. Bei Beginn zwischen Tag 2 und 5 der Menstruation sind in den ersten 7 Tagen der Einnahme zusätzliche Verhütungsmethoden (z.B. Kondome) erforderlich.
    • Beim Wechsel von einem anderen hormonalen Kombinationspräparat: Am Tag nach der letzten aktiven Tablette des vorherigen Präparats beginnen.
    • Beim Wechsel von einer Gestagen-Mono-Pille (Minipille): Am nächsten Tag zur gewohnten Zeit mit der Einnahme von Leona Hexal beginnen. In den ersten 7 Tagen der Einnahme sind zusätzliche Verhütungsmethoden erforderlich.
    • Beim Wechsel von einer Verhütungsspritze oder einem Implantat: Am Tag der nächsten fälligen Injektion oder am Tag der Entfernung des Implantats mit der Einnahme von Leona Hexal beginnen. In den ersten 7 Tagen der Einnahme sind zusätzliche Verhütungsmethoden erforderlich.
    • Nach einer Geburt, Fehlgeburt oder einem Schwangerschaftsabbruch: Den Anweisungen des Arztes folgen.
  • Dauer der Anwendung: Prinzipiell zeitlich nicht begrenzt, kann daher längerfristig angewendet werden. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen werden jedoch empfohlen.

Was tun bei vergessener Einnahme?

  • Weniger als 12 Stunden verspätet: Die vergessene Tablette sofort einnehmen und die nächsten Tabletten zur gewohnten Zeit einnehmen. Der Empfängnisschutz bleibt bestehen.
  • Mehr als 12 Stunden verspätet: Der Empfängnisschutz kann herabgesetzt sein. Zusätzliche Verhütungsmethoden (z.B. Kondome) sind erforderlich. Je mehr Tabletten vergessen wurden, desto höher ist das Risiko einer Schwangerschaft. Die Packungsbeilage enthält detaillierte Anweisungen für verschiedene Szenarien vergessener Einnahme. Im Zweifelsfall den Arzt oder Apotheker fragen.

Was tun bei Erbrechen oder Durchfall?

Wenn innerhalb von 4 Stunden nach der Einnahme Erbrechen oder Durchfall auftreten, sind die Wirkstoffe möglicherweise nicht vollständig aufgenommen worden. In diesem Fall sollten die Empfehlungen für vergessene Tabletten befolgt werden. Während der Magen-Darm-Beschwerden und in den darauffolgenden 7 Tagen sollten zusätzliche Verhütungsmethoden angewendet werden.

Verschieben der Blutung

Es ist möglich, die Blutung mit Leona Hexal zu verschieben, indem nach der letzten Tablette der aktuellen Packung ohne Pause mit der Einnahme aus der nächsten Packung begonnen wird. Während der Einnahme aus der zweiten Packung kann es zu Durchbruch- oder Schmierblutungen kommen. Nach der gewünschten Einnahmepause kann mit der regulären Einnahme fortgefahren werden.

Gegenanzeigen: Wann Leona Hexal nicht eingenommen werden darf

Leona Hexal darf in folgenden Fällen nicht eingenommen werden:

  • Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe (Ethinylestradiol, Levonorgestrel oder sonstige Bestandteile)
  • Bestehende oder vorausgegangene venöse Thromboembolie (Blutgerinnsel in den Beinen oder der Lunge)
  • Bekannte Störung der Blutgerinnung (z.B. Protein-C-Mangel, Protein-S-Mangel, Antithrombin-III-Mangel, Faktor-V-Leiden oder Antiphospholipid-Antikörper)
  • Größere Operationen mit längerer Immobilisierung
  • Bestehende oder vorausgegangene arterielle Thromboembolie (Herzinfarkt, Schlaganfall, Angina pectoris, transitorische ischämische Attacke)
  • Erhöhte Konzentration von Homocystein im Blut (Hyperhomocysteinämie)
  • Migräne mit Aura
  • Schwerer Diabetes mellitus mit Schädigung der Blutgefäße
  • Sehr hoher Blutdruck
  • Sehr hohe Blutfettwerte (Cholesterin oder Triglyceride)
  • Schwere Lebererkrankung mit abweichenden Leberfunktionswerten (bestehend oder vorausgegangen)
  • Lebertumore (bestehend oder vorausgegangen)
  • Estrogenabhängige Tumore (z.B. bestimmte Brusttumore, Endometriumtumore) oder Verdacht darauf
  • Ungeklärte Blutungen aus der Scheide
  • Hepatitis C und Einnahme von Arzneimitteln, die Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir, Dasabuvir, Glecaprevir/Pibrentasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir enthalten

Besondere Vorsicht bei bestimmten Erkrankungen

In folgenden Fällen ist besondere Vorsicht geboten und es sollte vor der Einnahme von Leona Hexal ein Arzt konsultiert werden:

  • Entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
  • Übergewicht
  • Bluthochdruck
  • Herzerkrankungen (Angina pectoris)
  • Venenentzündung
  • Krampfadern (Varizen)
  • Sichelzellenanämie
  • Hämolytisch-urämisches Syndrom
  • Migräne
  • Depressionen
  • Epilepsie
  • Chorea minor
  • Nierenerkrankungen
  • Myome
  • Lebererkrankungen (Lebertumore, Leberentzündung, Gelbsucht, Lebervergrößerung, Stauung der Gallenflüssigkeit)
  • Erkrankungen der Gallenblase
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Erhöhte Fettkonzentration im Blut
  • Porphyrie
  • Otosklerose
  • Lupus erythematodes
  • Bevorstehende Operation
  • Rauchen

Schwangerschaft und Stillzeit

Leona Hexal darf während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden. Während der Stillzeit wird von einer Anwendung abgeraten. Eventuell sollte ein Abstillen in Erwägung gezogen werden.

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Nebenwirkungen von Leona Hexal

Wie alle Arzneimittel kann auch Leona Hexal Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Häufige Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):

  • Entzündungen der Scheide, einschließlich Pilzbefall (Candidose)
  • Stimmungsschwankungen, einschließlich Depression
  • Nervosität
  • Benommenheit
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen (einschließlich Migräne)
  • Sehstörungen
  • Übelkeit
  • Unterleibsschmerzen
  • Akne
  • Brustschmerzen
  • Empfindlichkeit der Brüste
  • Schmerzhafte Monatsblutungen
  • Änderung der Stärke der Monatsblutung
  • Vermehrter Ausfluss aus der Scheide
  • Ausbleiben der Monatsblutung
  • Gewichtszunahme
  • Schmierblutungen und Zwischenblutungen (sehr häufig)

Gelegentliche Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):

  • Änderungen des Appetits (Zunahme oder Abnahme)
  • Flüssigkeitseinlagerung im Gewebe
  • Verminderung des Geschlechtstriebs (Libido)
  • Migräne
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Unterleibskrämpfe
  • Blähungen
  • Ausschlag, evtl. juckend
  • Braungelbliche Flecken auf der Haut (Chloasma), möglicherweise bleibend
  • Vermehrte Körper- und Gesichtsbehaarung
  • Haarausfall
  • Hautausschlag
  • Nesselsucht
  • Brustvergrößerung
  • Veränderungen der Blutfettspiegel

Seltene Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 1.000 Behandelten betreffen):

  • Gesundheitsschädliche Blutgerinnsel in einer Vene oder Arterie

Blutgerinnsel und Leona Hexal

Die Anwendung von kombinierten hormonalen Kontrazeptiva wie Leona Hexal ist mit einem erhöhten Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln verbunden. Blutgerinnsel können in Venen (tiefe Beinvenenthrombose, Lungenembolie) oder in Arterien (Herzinfarkt, Schlaganfall) auftreten. Es ist wichtig, die Anzeichen und Symptome eines Blutgerinnsels zu kennen und bei Verdacht sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Symptome eines Blutgerinnsels:

  • Schwellung eines Beins oder entlang einer Vene im Bein oder Fuß
  • Schmerz oder Druckschmerz im Bein, der möglicherweise nur beim Stehen oder Gehen bemerkt wird
  • Erwärmung des betroffenen Beins
  • Änderung der Hautfarbe des Beins (Blässe, Rot- oder Blaufärbung)
  • Plötzliche unerklärliche Atemlosigkeit oder schnelle Atmung
  • Plötzlicher Husten ohne offensichtliche Ursache, bei dem Blut ausgehustet werden kann
  • Stechender Brustschmerz, der bei tiefem Einatmen zunimmt
  • Starke Benommenheit oder Schwindelgefühl
  • Schneller oder unregelmäßiger Herzschlag
  • Plötzliche Schwäche oder Taubheitsgefühl des Gesichts, Arms oder Beins
  • Plötzliche Verwirrtheit, Sprech- oder Verständnisschwierigkeiten
  • Plötzliche Sehstörungen in einem oder beiden Augen
  • Plötzliche Gehschwierigkeiten, Schwindelgefühl, Gleichgewichtsverlust oder Koordinationsstörungen
  • Plötzliche schwere oder länger anhaltende Kopfschmerzen unbekannter Ursache
  • Verlust des Bewusstseins oder Ohnmacht mit oder ohne Krampfanfall

Faktoren, die das Risiko für ein Blutgerinnsel erhöhen:

  • Starkes Übergewicht (Body-Mass-Index über 30 kg/m²)
  • Blutgerinnsel bei nahen Angehörigen in jungen Jahren
  • Operationen oder längere Bettlägerigkeit
  • Älteres Alter (insbesondere ab 35 Jahren)
  • Vor kurzem erfolgte Entbindung
  • Rauchen

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Leona Hexal kann Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln eingehen. Es ist wichtig, dem Arzt oder Apotheker alle Arzneimittel mitzuteilen, die eingenommen werden, auch solche, die selbst gekauft wurden oder nur gelegentlich eingenommen werden.

Wichtige Hinweise

  • Allergien: Vorsicht bei Allergie gegen Bindemittel (z.B. Carboxymethylcellulose) oder andere Inhaltsstoffe.
  • Lactose- und Saccharoseintoleranz: Leona Hexal enthält Lactose und Saccharose. Bei Unverträglichkeit sollte ein Arzt konsultiert werden.
  • Diabetes: Bei Diabetes-Diät den Zuckergehalt berücksichtigen.
  • Rauchen: Rauchen während der Anwendung von Leona Hexal erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Lungenembolien.
  • HIV-Infektion und sexuell übertragbare Krankheiten: Leona Hexal bietet keinen Schutz vor HIV-Infektionen oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten.

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